Genau das! Wenn ich sowas von Monitoren aus 2008 höre, muss ich sofort an alte CCFL-Hintergrundbeleuchtung denken. Aber auch LED-Hintergrundbeleuchtung altert und wird dunkler.
Also ich hatte weder in den ersten 1,5 noch den ersten 3 noch den ersten 6 Jahren Probleme mit CCFL. Über noch längere Zeiträume ist das Backlight bei zwei von drei Geräten schlicht ausgefallen und natürlich hat es ab Tag 1 mehr Strom verbraucht. Aber sonst? Vor allem die Farbtreue war bei CCFL-Monitoren eine Zeit lang sogar besser als bei bezahlbaren LED-Backlights, weil das erweiterte Farbspektrum letzterer einfach über den gleichen 8-Bit-Farbraum aufgezogen wurde. => Bonbon-Bilder
Also ich sehe hier als Fazit spätestens nach 3500 Stunden Betrieb gibts sichtbares Einbrennen, wenn man genau hinsieht schon deutlich früher. Und das nach einer normalen Nutzung im Alltag und keinesfalls irgendeiner Art von "Stresstest" (ein Stresstest, also ein test des worst case um Ergebnisse schneller zu haben als bei normaler Nutzung, wäre 24/7 Standbild mit harten Kontrasten bei voller Helligkeit).
Bedeutet: OLEDs sind noch immer weit davon entfernt, für jemanden der seinen PC auch für Office-Tätigkeiten nutzen möchte (und nicht jedes Jahr nen neuen TFT kaufen möchte) praktikabel zu sein.
Für Handys und Fernseher ne schöne Sache, für Arbeitsbildschirme nach wie vor unbrauchbar.
Zu einem echten "Worst Case"-Test passt auch nicht, dass man den Monitor zwecks Burn-In-Kompensation rund um die Uhr am Strom gelassen hat. Und auch da, wo dennoch keine Kontraste zwischen wenig und stark genutzten Pixeln entstehen, würde ich mir exakte Helligkeitsmessungen nach längerer Laufzeit wünschen, ehe ich ein abschließend positives Urteil fällen würde. Alterung lässt sich schließlich nicht zurückdrehen. Man kann nur durch künstliche Belastung oder Nachregelung dafür sorgen, dass frische und geschädigte Pixel trotzdem gleich hell leuchten – was nach Aufbrauchen von initial versteckten Regelreserven bedeutet, dass das gesamte Panel dunkler werden muss. Und die meisten OLEDs starten mit überschaubaren Reserve bei der Maximalhelligkeit, was in Kombination mit dem exponentiellen Alterungsprozesses* bei mir sämtliche Alarmglocken schrillen lässt, wenn schon nach 3.000 h auch nur die kleinste Änderungen sichtbar sind.
* Die Alterung, nicht nur von OLEDs, skaliert mit der abgefragten Leuchtintensität relativ zur maximal möglichen. Rechenbeispiel mit komplett aus der Luft gegriffenen Zahlen (zwecks leichter Kopfrechnung):
Ein mit 1.000 cd/m² spezifiziertes Pixel wird mit 200 cd/m² betrieben. Nach 5.000 Stunden mit dieser 20-Prozent-Last verbleiben 800 cd/m² Maximum. "Kein Problem"?
Weiterhin 200 cd/m² stellen nun 25 Prozent Last für das jetzt-800-cd/m²-Pixel dar. Nach weiteren 5.000 Stunden sind somit nicht weitere 200 cd/mm², sondern 250 cd/mm² Verlust und eine verbleibende maximale Resthelligkeit von 550 cd/mm² zu erwarten. "Immer noch okay, solange man kein HDR braucht"?
Weiterhin 200 cd/m² sind nun gut 36 Prozent Last und schon nach weniger als noch einmal 5.000 Stunden, 15.000 Stunden Betriebs insgesamt, wird sich ein Verlust von über 250 cd/m² einstellen und somit der Maximaloutput unter die gewünschten 200 cd/m² fallen.
Regelreserven verschleiern dabei den Anfang der Alterung: Verkauft man die 1.000-cd/m²-Technik nur als "600 cd/m²", so wird erst bei der 10.000-h-Messung ein geringfügiger Verlust festgestellt, obwohl das Panel bereits 2/3 seiner praktischen Nutzungsdauer hinter sich hat. Ein 800-cd/mm²-spezifizierter Monitor mit gleichem Beispiel-Panel, der nach 3.000 h schon leichte, nicht mehr kompensierbare Alterungsunterschiede zwischen weniger und stärker belasteten Pixeln zeigt, hätte den ersten Beispiel-Alterungszyklus vermutlich binnen 2.500 h durchlaufen und es auf weniger als 7.500 h Lebensdauer insgesamt bringen. LCDs werden dagegen teils 20.000 bis 50.000 genutzt.