Martin Schulz: Politisches Strohfeuer oder ernstzunehmender Herausforderer Merkels?

Das Problem mit der Groko ist ja auch nicht das sie schlechte Arbeit gemacht hätten, sondern schlicht das sie sich konsequent um die Reform wichtiger Themen drücken und die gute Wirtschaftslage nur verwalten statt was draus zu machen.
Genau das ist aber schlechte Arbeit.
Man verdammt gemeinsam die Agenda 2010, lässt sich aber für die in Teilen daraus resultierenden Ergebnisse feiern.
Und wenn man dann doch mal was macht dann schmeißt man in blindem Aktionismus unnötig Geld aus dem Fenster wie bei der Maut.

Man kann von den Personen und Methoden in der Schröder Regierung halten was man will, aber zumindest war das die einzige Regierung in den letzten 30 Jahren welche auch mal einen stringenten Plan hatte wie man das Land für die Zukunft fit macht und den auch umgesetzt hat.

Kohls Vermächtnis(Euro und Wiedervereinigung einfach mal beschließen ohne die Durchführung zu durchdenken) hätte man sicher noch ein paar Jahre verwalten können bevor es kracht, hat man aber nicht. Und das rechne ich der damaligen SPD nach wie vor hoch an. Umso nerviger finde ich die durchgängige Distanzierung der aktuellen Spitze von selbiger Zeit.
 
Eine Regierung darf halt nicht wie eine Horde Beamter arbeiten.

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Das Problem mit der Groko ist ja auch nicht das sie schlechte Arbeit gemacht hätten, sondern schlicht das sie sich konsequent um die Reform wichtiger Themen drücken und die gute Wirtschaftslage nur verwalten statt was draus zu machen.
Aber genau DAS ist doch schlechte Arbeit. Die Regierung hat die Macht es zu ändern, aber aus Gründen des Machterhalts (Angst Wähler zu verlieren, weil echte Reformen immer wehtun) bleibt sie untätig.
Renten- und Krankensystem gehören seit Jahren reformiert. Alles was bisher kam waren Leistungskürzungen, Beitragserhöhungen oder Erhöhung des Rentenalters (was nichts anderes als eine Rentenkürzung ist). Das sind keine Reformen, das ist einfach nur Aufschieben des Unausweichlichen.
Und bei der Flüchltingspolitik hat die Groko total versagt, so chaotisch und naiv wie das abgelaufen ist.
Dann noch solche Dinge wie die Autobahnmaut, wo man sich nun wieder von der EU auf der Nase herumtanzen lässt. Die osteuropäischen Staaten (die EU-Mitglieder) haben sich in der Flüchltingspolitik über die EU-Entscheidungen hinweggesetzt. Also sollte das für Deutschland, der Melkkuh dieses Vereins, auch möglich sein. Soviel Macht wie wir hat kein anderer Staat in Europa. Wenn wir nicht wären gäb es gar keine EU. Also sollten wir da auch sagen können, dass wir gefälligst soviel Autobahnmaut erheben können wie wir wollen. Dieses wegducken vor der EU regt mich nur auf. Was soll schon passieren? Soll die EU doch versuchen uns zu bestrafen. Wie wollen sie das erzwingen. Haben ja noch nichtmal die Osteuropäer für ihre Aufmüpfigkeit bei der Weigerung Flüchlting aufzunehmen in irgendeiner Weise subventioniert.
 
Du siehst das falsch, wir dürfen uns nicht über Unionsrecht hinweg setzen, wir müssen es für alle hart durchsetzen.

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Bei der Maut gehe ich fest davon aus dass das Scheitern an Brüssel Kalkül war. Man wollte von vorne herein eine Maut für alle(wohl als Vorbereitung zur Privatisierung der Autobahnen) und hat sie durch die Hintertür "die EU ist aber böse" bekommen ohne selbst zu viel Schaden zu nehmen. So dumm zu glauben dass man mit dem im Wahlkampf formulierten Plan durch kommt kann selbst Dobrindt nicht sein.

Die Flüchtlingspolitik hat Deutschland bis auf Kommunalebene runter für mich noch überaschend gut umgesetzt bekommen. Und dass Merkel dort tatsächlich mal eine Meinung hatte hat mich auch eher positiv überascht. Und ,oh Wunder, auch hier wird sich wieder von dem einen Punkt distanziert der mich überzeugen könnte denjenigen zu wählen.

Mal sehen wie das offizielle Wahlprogramm hinter Schulz aussehen wird. Zur Zeit habe ich irgendwie das Gefühl, dass die FDP die einzige Partei ist welche tatsächlich stolz auf das ist was sie umgesetzt hat und auch relativ offen sagt was man in Zukunft ändern will. Nur blöd dass diese Pläne ansich Unsinn waren und sind.
 
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Die Flüchtlingspolitik hat Deutschland bis auf Kommunalebene runter für mich noch überaschend gut umgesetzt bekommen. Und dass Merkel dort tatsächlich mal eine Meinung hatte hat mich auch eher positiv überascht. Und ,oh Wunder, auch hier wird sich wieder von dem einen Punkt distanziert der mich überzeugen könnte denjenigen zu wählen.

Aha also du findest die Regierung, welche vollkommen hilflos zugesehen hat wie die Grenzen unkontrolliert überrannt wurden, wie Leute im ICE Notbremsungen vollführt haben weil sie da gerade aussteigen möchten (wofür jeder Einheimische hier richtig zur Kasse gebeten worden würde), wie Mobs zu Sylvester und anderen Anlässen Frauen belästigt haben, die quasi niemanden abschiebt, obwohl faktisch 60% der Flüchtlinge Wirtschaftsflüchtlinge sind und unserer Regierung einen Bären auf die Nase bindet...gute Arbeit gemacht hat? Nein das war keine gute Arbeit, das war Arbeitsverweigerung!
Jeder normal funktionierende Staat hätte sofort seine Grenzen geschlossen und hätte dann kontrolliert diejenigen reingelassen, die Anspruch darauf haben, d.h. Kriegsflüchtlinge aus Syrien. Alles andere ist ein Totalversagen des Staates. Komsicherweise hat es in den osteuropäischen Staaten ziemlich gut geklappt seine Grenzen zu schließen (das die gar keinen reingelassen haben ist natürlich verwerflich). Und das die Kanzlerin, das 3. mächtigste Staatsoberhaupt dieses Planeten, sich dann öffentlich im Interview schulterzuckend hinstellt und sagt sie könne nix machen...sorry aber wen es da noch nicht die Sprache verschlagen hat. Man kann nur beten das Deutschland unter ihr nicht irgendwelche gößeren Krisen ausbaden muss, denn das wird wohl voll in die Hose gehen dann.

Ne sorry aber nach der Nummer ist die CDU für mich zur Zeit nicht wählbar. Wenn jemand der soviel Macht hat nicht weiß wie man sie nutzt ist er am falschen Platz.
 
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Ne sorry aber nach der Nummer ist die CDU für mich zur Zeit nicht wählbar. Wenn jemand der soviel Macht hat nicht weiß wie man sie nutzt ist er am falschen Platz.

Naja, guck mal nach vorne. Die SPD würde auf diese "Nummer" gerne noch einen drauf setzen, wärend man bei der CDU erste zaghafte Versuche der Besserung erkennen kann.
 
Olastyle, du hast recht, das war nicht schlecht, dass alles so schnell geklappt hat als die Situation da war. Aber es ist Totalversagen, dass man keine Vorbereitungen getroffen hat.

Merkel hatte mit ihrem "Wir schaffen das" vollkommen recht und wir schaffen noch eine Million wenn wir wollen. Aber sie sollte ehrlich sein und sagen, dass wir es auf eine schlechte Weise geschafft haben.

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Naja, guck mal nach vorne. Die SPD würde auf diese "Nummer" gerne noch einen drauf setzen, wärend man bei der CDU erste zaghafte Versuche der Besserung erkennen kann.

Deswegen schrieb ich ja, dass es diesmal (für mich) schwierig wird eine Partei zu finden die man guten Gewissens wählen kann.
 
Bei der Maut gehe ich fest davon aus dass das Scheitern an Brüssel Kalkül war. Man wollte von vorne herein eine Maut für alle(wohl als Vorbereitung zur Privatisierung der Autobahnen) und hat sie durch die Hintertür "die EU ist aber böse" bekommen ohne selbst zu viel Schaden zu nehmen. So dumm zu glauben dass man mit dem im Wahlkampf formulierten Plan durch kommt kann selbst Dobrindt nicht sein.
Die Maut war irgend' eine Form von Kalkül?
Ich dachte es ging dabei von Anfang an nur darum, dass Seehofer seinen Willen durchgesetzt kriegt.;)
Als Ramsauer noch Verkehrsminister war, hatte er nach vielen Biegen und noch mehr Brechen mit den Vertretern aus Brüssel einen EU-fähigen Kompromiss erwirkt, den er auch Merkel, Seehofer und Schäuble vorgelegt hatte - und gleich darauf wurde er entsorgt und durch Dobrindt, Seehofers getreuer Laufbursche, ersetzt.
Weder Schäuble noch irgend' jemand anders war davon begeistert, aber Hauptsache der Voll-Horst der hiesigen Landespartei hat mal wieder der Bundeskanzlerin so richtig was vor'n Latz geknallt.:daumen:

Ich weiß schon warum ich diese Chauvi-Partei nie gewählt hab.:(
Die Flüchtlingspolitik hat Deutschland bis auf Kommunalebene runter für mich noch überaschend gut umgesetzt bekommen. Und dass Merkel dort tatsächlich mal eine Meinung hatte hat mich auch eher positiv überascht. Und ,oh Wunder, auch hier wird sich wieder von dem einen Punkt distanziert der mich überzeugen könnte denjenigen zu wählen.
Ohne echte Vorbereitung so viele Flüchtlinge reinzulassen war ein extremer Fehler.
Es sind für die Integration bundesweit nur 5000 wirklich qualifizierte Helfer vorhanden, das Ehrenamt war völlig überfordert und den Bereitschaften in den Kommunen sind schneller Vorräte ausgegangen, als sie nachfordern konnten. Dazu noch der viel zu kleine Apparat an Behörden, die sich um die Registierung kümmert und eventeulle schwarze Schafe, wie eben Terrorgefährder, aussortiert. Mich würde es jedenfalls nicht wundern, wenn sich eine weitere Parallelgesellschaft in Deutschland etabliert, welche aus den nicht-integrierten Flüchtlingen resultiert, wie schon mit den Gastarbeitern auch.:schief:
Der Rechtsruck in Deutschland durch die AfD und die PEgdIdA war auch nur die logische Konsequenz dieser Politik.
 
Zur Zeit habe ich irgendwie das Gefühl, dass die FDP die einzige Partei ist welche tatsächlich stolz auf das ist was sie umgesetzt hat und auch relativ offen sagt was man in Zukunft ändern will. Nur blöd dass diese Pläne ansich Unsinn waren und sind.

Die FDP will doch immer das gleiche.
Steuersenkungen und Privatisierungen.
 
Steuersenkungen wären auch mal angebracht. Wir waren letztes Jahr mal wieder weltweiter Spitzenreiter bei der Steuerlast.
 
Den einzigen Leuten, denen Steuersenkungen helfen, sind die Leute, die sowieso schon sehr viel Geld haben. Wer nicht viel verdient, wird durch Steuersenkungen vielleicht ein paar Euro mehr im Portemonnaie haben.
Sinnvoll in dem Fall wäre es nur, die Mehrwertsteuer, Mineralölsteuer etc. zu senken.
 
Die FDP steht allerdings für die Senkung der Unternehmenssteuern, nicht der Senkung von dem Arbeitnehmeranteil an der Lohnsteuer.
Wobei Deutschland bei den Steuern auch garnicht soo schlecht da steht. Die Lohnnebenkosten kommen vor allem von Rente und Krankenversicherung. Und die wiederum sind zu einem nicht unerheblichen Anteil anhaltende Kosten der Einheit.
 
Die Steuersätze gehören dringend mal angepasst. Wer überdurchschnittlich verdient zahlt fast den selben Steuersatz wie jemand der abartig viel verdient. Das gehört auseinander gezogen, aber in "normalem" Rahmen. Die Enteignungsfantasien der Linken bringen uns da nicht weiter.
 
Ein Steuersatz ist ja immer noch relativ. Wer verdammt viel verdient zahlt also auch verdammt viel Steuer (diverse Tricksereien mal ausgeschlossen). Da kann ich halbwegs mit leben.
Was mir viel mehr aufstößt ist die grundlose Bevorzugung von Ehen(!=Familien). In der selben Statistik in der Alleinstehende bei den Lohnnebenkosten ganz oben standen, waren Verheiratete nur im oberen Mittelfeld. Ohne irgend einen Nutzen für den Staat.
 
Weil die Gesetze für die Ehe damals vor rund 70 Jahren von alten, weißen Säcken gemacht wurden, denen Ehe und Kirche das gleiche bedeuteten und die sich niemals auch nur im Ansatz vorstellen konnten, dass es mal andere Lebensgemeinschaften gab.
Dazu kam, dass die Frau damals kaum bis gar nicht arbeitet. Also Hausfrau war -- sie durfte ja auch nur mit Zustimmung des Ehemannes arbeiten oder ein eigenes Konto eröffnen.
Und damit der Ehemann seine Frau mit durchfüttern kann, hat man ihn besser gestellt.
 
Also ganz offensichtlich ein Relikt welches der Reform bedarf. Kinder kann und soll man gerne fördern, aber dass man das tut indem man Ehen fördert ist einfach vollkommen überholt.
Oder anders herum: Kann ich bitte irgendwo unverbindlich unterschreiben dass ich gerne Kinder möchte (!=habe) und so meinen Steuersatz senken?
 
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