Fragen zum Wasser: wie viel Wasser? Kann man mit Baumarkt-Wasser auffüllen? Ablagerungsgefahr?

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1) reicht ein Liter überhaupt aus? Versorgt wird ein 360er und ein 280er Radi, ein GPU-Kühler, CPU-Kühler, eine DCC310-Pumpe und ein AGB mit 150ml Fassungsvermögen.

2) kann ich einfach "destilliertes" Wasser aus dem Baumarkt zufüllen, wenn es nicht reicht oder auch, wenn mir die Farbe zu "grell" ist? Ab welchem Mischungsverhältnis müsste ich ggf. noch Korrosionsschutz zufüllen, weil das Baumarktwasser keinen hat?

3) Ich nehme an, dass es kein Problem wäre, wenn man den Korrosionsschutz erst nach ein paar Tagen noch nachfüllt? Ich müsste nämlich dann erst welchen bestellen ;)

4) Thema Ablagerungen: das soll ja bei farbigem Wasser RELATIV oft vorkommen. Ist das denn irgendwie schlimm, außer dass es vlt nicht schön aussieht? Reicht es dann, einfach mal alles durchzuspülen mit Baumarkt-Wasser und die Anlage neu zu befüllen?

Ich versuche einfach mal meine Erfahrungen etwas einzubringen:

1.) Wie viel Wasser du brauchst kann ich dir nicht sagen, bei "normal großen" Kreisläufen reicht ein Liter im Allgemeinen aus. Ich hab nen sehr großen Kreislauf mit MoRa usw. und bei mir sind grade mal 2,1 L drin. Ohne MoRa und großem AGB biste mit nem Liter denke ich dabei, wenn ein bissl was fehlt...

2.) ...kannste einfach etwas dest-Wasser zum auffüllen nehmen, das ist kein Problem. Gerade Mischungen wie DP Ultra haben viel mehr Korrosionsschutz drinne als eigentlich notwendig. Wenn du das DP Ultra nochmal mit der gleichen menge Destwasser verdünnst ist das immer noch locker ausreichend wenn du nicht grade Alu mit Kupfer zusammen verwendest (was man eh nicht tun sollte).

3.) Absolut kein Problem. Dir wird die Wakü nicht in 3 Tagen wegrosten, manche betreiben ihren Kreislauf jahrelang nur mit destWasser.

4.) So lange die Ablagerungen nicht so dick sind dass sie Kühlerstrukturen verstopfen ists kein Thema, bei normalen gefärbten Medien passiert da in der Regel nichts. Lediglich bei Pastellfarben oder "weiß" wo die Farbpigmente naturgemäß "dicker" ausfallen ist Vorsicht geboten - das Zeug würde ich generell nicht verwenden wollen. Die farbigen DP Ultra Varianten verstopfen dir auch auf Dauer nichts... nur lagert sich die jeweilige Farbe an den durchströmten Flächen mit der Zeit als sehr dünne Farbschicht (ich schätze ein paar Mikrometer) ab.
 
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Destilliertes Wasser ist ziemlich aggressiv, weil das Wasser versucht, Ionen zu bekommen. Plexiglas auf der einen Seite, ist sehr anfällig für Spannungsrisskorrosion und mag es gar nicht, denn das Medium Elektronen entzieht. Aluminum mag destilliertes Wasser auch nicht, weil das Aluminiumoxid, die schützende Schutzschicht, beschädigt wird. Bei Stahl und Kupfer ist es kein Problem.

Sorry dass ich dich korrigieren muss, auch wenn ich deine Beiträge normalerweise sehr schätze, aber hier bist du ein wenig auf dem falschen Dampfer - zumindest was PMMA und Alu betrifft. Korrekt ist, dass destilliertes bzw. entmineralisiertes Wasser (destilliertes gibt´s im Baumarkt eigentlich nicht - auch wenn es häufig so bezeichnet wird) Metallionen löst und deshalb auch recht bald nach der Befüllung eines Wakü-Kreislaufs Leitfähigkeiten aufweist, die denen von normalem Leitungswasser entsprechen.

Was PMMA (Plexiglas) angeht liegst du aber falsch. Richtig ist zwar, dass PMMA empfindlich gegen Spannungsrisskorrosion ist, aber Wasser - egal ob nun mit oder ohne nennenswerte Ionenkonzentration ist dafür nicht verantwortlich. Erst recht werden den Polymerketten keine Elektronen entzogen! Spannungsrisskorrosion in PMMA entsteht wenn zwei Faktoren zusammen kommen. Das sind zum Einen Eigenspannungen die durch die Bearbeitung zurückbleiben, wenn das Material nicht anschließend getempert wird (was leider von den meisten Wakü-Herstellern vernachlässigt wird), oder Lastspannungen durch die Kräfte die an Gewinden oder anderen Einspannungen entstehen. Zum Anderen muss ein potentes Lösungsmittel zugegen sein - im Falle von PMMA sind hier besonders einwertige Alkohole wie Ethanol oder Methanol die heikelsten Kandidaten (auch sehr geringe Konzentrationen reichen da schon). Wenn diese beiden Faktoren zusammen auftreten, kommt es früher oder später zu Spannungsrisskorrosion mit den üblichen Rissen und groben Rissnetzwerken als Schadensbild. Spannungsrisskorrosion ist im Zusammenhang mit PMMA zwar ein etwas missverständlicher Begriff, weil es eigentlich keine Korrosion im üblichen Sinne ist, aber der Rissausbreitungsmechanismus entspricht von seiner Morphologie her dem, der auch bei Spannungsrisskorrosion in Metallen zum Tragen kommt. Deshalb ist der Begriff auch in der Technik für PMMA etabliert. Wegen der hohen Empfindlichkeit gegenüber einwertigen Alkoholen sollte man übrigens auch nie Glasreiniger oder andere ethanolhaltige Mittel zum säubern von Plexiglas verwenden. Gegossenes langkettiges PMMA (Plexigals GS) ist meist etwas unempfindlicher gegen Spannungsrisskorrosion als extrudiertes kurzkettiges PMMA (Plexiglas XT). Aber um zum Thema zurück zu kommen: "Destilliertes"-Wasser aus dem Baumarkt schadet Plexiglas nicht!

Was das Thema Alu angeht, liegst du zwar nicht völlig falsch, aber das Wasser ist weder die Ursache für die Beschädigung der natürlichen Passivierungschicht noch von künstlichen Eloxalschichten bei Aluminium, sondern dient in dem Zusammenhang lediglich als Trägermedium für Korrosionsströme. Aqua dest. stellt durch seine Ionenaufnahme ohne Zugabe von Korrosionsinhibitoren einen Elektrolyten dar, der bei Anwesenheit edlerer Metalloberflächen im selben Kreislauf (z.B. Kupfer) Korrosionsströme transportiert und so die Korrosion von Alu befördert. Da die natürliche Passivierung von Alu nicht sehr dicht ist, und auch wesentlich dickere Eloxalschichten nie zu 100% rissfrei sind, wird der korrosive Angriff durch den edleren Korrosionspartner wegen der Leitfähigkeit des Mediums möglich. Ursache ist aber wie gesagt nicht das Wasser an sich, sondern die Tatsache, dass es bereits nach kurzer Zeit im Kreislauf gut leitet und deshalb Korrosion mit anderen Metallen möglich wird. Das ist bei Leitungswasser ebenfalls gegeben. In einem Kreislauf in dem nur Alu verbaut wäre, passiert dem Alu durch das Wasser dagegen nichts. Auch da nimmt es zwar anfangs Alu-Ionen auf, aber das schädigt die Passivierungschicht nicht. In einem Kreislauf in dem nur eloxiertes Alu vorkäme, würde es übrigens erheblich länger dauern bis die übliche Leitfähigkeit erreicht ist, weil hier erheblich weniger Metalloberfläche exponiert ist. Die Eloxalschicht besteht aus vergleichsweise dickem Al2O3 (also ein nicht leitender keramischer Werkstoff) und ist im Vergleich zur natürlichen Passiverung wesentlich dichter. Kommt jedoch ein edlerer Korrosionspartner ins Spiel hilft auch das nicht mehr viel (wobei man schon sagen muss, dass blankes eigenpassivertes Alu natürlich viel viel schneller korrodiert).
Gegen Korrosion in Wakü-Kreisäufen mit unterschiedlichen Metallen deren Passiverung nicht perfekt ist, hilft jedenfalls grundsätzlich nur die Zugabe von Korroionsinhibitoren, welche die Metalloberflächen vollständig dicht belegen und belegt halten, so dass die potentiellen Angriffsflächen vor Korrosion geschützt sind. Das ist auf molekularer Ebene aber ein dynamischer Prozess weshalb die Inhibitoren in der Regel auch nicht ewig halten und die Wirksamkeit besonders bei starken Korrosionspartnern relativ schnell geringer wird. Speziell bei Kreisläufen mit Metallen die auf der Spannungsreihe weit auseinander liegen und keine perfekte Eigenpassivierung aufweisen (bei Alu ist das der Fall), sollte man deshalb recht häufig den Korrosionsschutz ergänzen oder erneuern. Außerdem empfiehlt es sich bei Alu im Kreislauf verhältnismäßig hohe Korrosionschutz-Konzentrationen zu nutzen, die höher sind als in den üblichen Fertigmischungen, damit die Pflegezyklen nicht zu kurz werden. Wegen des Glykols als Trägermediums darf die Konzentration aber auch nicht zu hoch sein, damit die Viskosität nicht so stark ansteigt, dass die Pumpe überlastet wird. Glykol und damit auch die Korrosionsinhibitorkonzentrationen wie man sie z.B. in Automotoren einsetzt, sind für Waküs deshalb nicht angebracht. Idealer Weise verzichtet man aber schlicht und einfach auf Alu im Wakü-Kreislauf ;).

Leitungswasser sollte man im Übrigen besser nicht verwenden, denn es enthält in der Regel ausfällbare Mineralien wie Kalk (auch wenn es wenig ist, kann das zumindest optisch zu Beeinträchtigungen führen). Außerdem kann es einen von Neutral abweichenden pH-Wert haben und zusätzliche Fremdionen in den Kreislauf bringen, die die Korrosion u. U. stärker begünstigen. Des Weiteren ist Leitungswasser nicht so keimfrei wie Aqua dest.. Obwohl eine Wakü grundsätzlich kein geeignetes Habitat für Mikroorgnaismen darstellt, muss man es nicht darauf ankommen lassen.
Etwas anderes ist das bei einem Autokühlkreislauf, in dem das Wasser vergleichsweise riesige Metalloberflächen berührt, die bereits ab Werk mit einer dichten Inhibitorschicht belegt sind und wesentlich höhere Korrosionsinhibitorkonzentrationen gefahren werden können. Die Wasserpumpen sind hier auf die erhöhte Viskosität ausgelegt und das Glykol dient zudem noch als Frostschutz. Hier sollte man aber in der Tat kein Aquadest. nachfüllen, sondern Leitungswasser verwenden, welches man vor dem Nachfüllen abkocht, so dass es zum Einen schon beim Einfüllen steril wird und zum Anderen, evtl. vorkommender Kalk ausgefällt wird. Das verhindert, dass die Inhibitorschichten im Motor kurzfristig geschwächt werden, bis das Wasser genug Ionen aufgenommen hat.
Abgekochtes und von Kalk befreites Leitungswasser wäre auch für einen Wakü-Kreislauf zwar in der Regel nicht sonderlich schädlich, aber hier ist Aqua dest. aus dem Baumarkt schon wegen der praktischen Kanister in der Regel die bessere Alternative - insbesondere bei der Erstbefüllung. Unbehandeltes Leitungswasser hat jedenfalls nichts in einer Wakü verloren.

@Topic: Solange man das DP nicht sehr stark mit Aqua dest. verdünnt, gibt es im Normalfall keine Probleme. Man muss sich aber im Klaren darüber sein, das die Korrosionsinhibitorkonzentration der Mischung geringer wird, und die Korrosionsschutzwirkung mit zunehmendem Aqua dest. Anteil abnimmt. Und bitte kein unbehandeltes Leitungswasser in die Wakü kippen! Das führt zwar nicht immer zu Problemen - aber meistens und ab und zu auch zu sehr unschönen.
 
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AW: Fragen zum Wasser: wie viel Wasser? Kann man mit Baumarkt-Wasser auffüllen? Ablagerungsgefahr?

Sorry dass ich dich korrigieren muss....
Danke für die ausführliche Beschreibung der Schadensmechnismen. Bei Plexiglas war ich mir selber nicht ganz sicher, nur haben ich oft genug die Erfahrung gemacht, dass es sehr empfindlich auf Bearbeitung und Medien reagiert. Ich bin darum etwas vorsichtig, vielleicht zu sehr. Das entmineralisiertes Wasser, dem nur die Kationen, also Na+ und Ca++, entzogen wurden, als destiliertes verkauft wird, war mir nicht klar, das entspannt die Situation weiter, weil es leicht sauer ist und darum weniger freie OH- Ionen enthält, die ähnlich der Alkoholgruppe OH wirken. Zum Aluminium ging es nur um die Initialverletzung, weil die Aluminumoxidschicht partiell angegriffen wird und danach übliche Schadensmechnismen wie von Dir beschrieben wirken.

Aber es ist alles unkritisch, gerade, wenn man die Flüssigkeit mit Korrosionsschutz etwas verdünnt.
 
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Das was man als destilliertes Wasser im Baumark kaufen kann, ist in der Regel zwar tatsächlich nur Entmineralisiertes Wasser aus dem Ionentauscher, aber dabei werden alle Salze und gelösten Gase entzogen. Sonst käme man auch nicht auf so niedrige Leitfähigkeiten (i. d. R. so im Bereich um ca. 15 µS/cm - aber natürlich nur im PE-Kanister!). Neben der Entsalzung ist es aber auch noch geflitert, um unlösliche Anteile zu entfernen und steril (zumindest solange der Kanister noch ungeöffnet ist). Der pH-Wert liegt aber ziemlich genau bei einer neutralen 7. Leicht sauer ist es vllt. wenn man es direkt am Ionentauscher abzapft, aber wenn man es in einem nicht luftleeren Kanister lagert, gleicht sich das recht schnell aus.
Trotzdem sind auch freie OH- Ionen nicht das Problem. Es muss soweit ich weiß schon ein kompletter Alkohol mit einer OH-Gruppe sein, um als Lösungsmittel für die SRK bei PMMA zu dienen. Auf zweiwertige Alkohole wie Glykol reagiert PPMA nämlich kaum empfindlich. Von daher hat das Wasser selbst da wirklich keinen Einfluss. Das einzige was passiert ist eine minimale Wasseraufnahme bis max. ca. 2% durch Diffusion, aber das tut dem Plexiglas nichts.

Wie durch richtig sagst, holt dich das Wasser anfänglich zwar ein bisschen was vom Alu - aber das ist hinsichtlich Schädigungen nicht relevant. Die Alumniumoxidschicht selbst wird dabei auch nicht angegriffen - denn bei natürlich passivertem Alu liegen immer genug Metallatome frei. Die Probleme beginnen erst wenn das Wasser leitfähig genug ist und Korrosionströme auftreten. Bei einer perfekten Eloxalschicht (die es in der Praxis eben nicht gibt) hätte das Wasser im Übrigen keine Chance an der Ionen aus dem Alu zu kommen, denn Al2O3 gibt nichts her. Leider ist das aber nur Theorie, denn in der Praxis ist das nicht hinzukriegen. natürlich kann man auch bei der Wahl der Alu-Legierung noch ein bisschen die Korrosionsfestigkeit erhöhen, aber letztlich zieht es gegen Kupfer immer den Kürzeren. Deshalb - Finger weg von Alu! (selbst wenn Thermaltake neuerdings wieder Alu-Radis auf den Markt wirft. Bei TT wissen sie eben wie man seinen schlechten Ruf im Wakü-Bereich verteidigt :D)

Aber wie du ja auch schon sagtest - bezüglich des Mischens mit DP gibt´s keine Problem mit Aqua dest.. Man sollte es nur nicht übertreiben, weil sonst der Korrosionsschutz leidet.
 
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AW: Fragen zum Wasser: wie viel Wasser? Kann man mit Baumarkt-Wasser auffüllen? Ablagerungsgefahr?

ich hab knapp 0,8 liter ekollant clear bischen reste von EK RED Blood gehabt (dammals hatt es gereicht 0,8 Red Blood für 360 +240 +gpu +CPU pupme mit AGB ) wobei das ROT war ziemlich dunkel beim Entleeren könnte man für cola halten

nach dem ubau auf X99 waren waren die 0,8 liter clear und 0,2-0,3 liter redblood zu knapp (war kaum was im AGP, und es war noch nicht entluftet ) habe dann noch ca 200 ml desti gekippt

würde mit 1,5 rechnen
 
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