Der rechtskonservative Kandidat Karol Nawrocki hat laut Medienberichten die Stichwahl um das Präsidentenamt in Polen gewonnen. Große polnische Medien wie die Zeitung Rzeczpospolita und das Nachrichtenportal Onet.pl stützten sich dabei auf die Auszählung von mehr als 99 Prozent der Stimmen durch die Wahlleitung. Demnach kam Nawrocki auf knapp 51 Prozent, sein liberaler Gegenkandidat Rafał Trzaskowski auf etwas mehr als 49 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei einem Rekordwert von mehr als 71 Prozent.
Beide Kandidaten hatten sich ihren Anhängern nach der Schließung der Wahllokale siegessicher präsentiert, obwohl sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen anbahnte. Der 42 Jahre alte parteilose Historiker Nawrocki ist der von der rechtsnationalistischen PiS-Partei gewünschte Kandidat für die Nachfolge von Staatspräsident Andrzej Duda. Nawrocki ist umstritten, unter anderem weil ihm vorgeworfen wird, an Hooligan-Schlägereien beteiligt gewesen zu sein und Verbindungen zu Neonazis zu pflegen. Sein Gegner in der Stichwahl war der Warschauer Oberbürgermeister Trzaskowski. Dieser wird von der Regierungskoalition von Ministerpräsident Donald Tusk unterstützt.