dieser gedanke ist vorbildlich, existiert aber nicht in der natur. er entzieht der evolutionstheorie ihre grundlage, und ich denke, diese ist allgemeingültig.
Sie ist ähnlich primitiv und robust und somit überall zu finden, ja.
Aber so ziemlich alle Definition von "Menschlichkeit" laufen darauf hinaus, dass man etwas (vermeintlich

) besser macht, als die Natur. Das wäre in dem Fall mal angebracht.
ein "wir" gefühl existiert nicht in der natur. wenn sich lebewesen zusammenschließen, um zB gemeinsam zu jagen dient dies immer nur dem überleben, dem vorteil, des einzelnen. er "erkennt", gemeinsam jagen ist für mich produktiver, als allein. lebewesen die dies nicht "erkennen", hilft die evolution -> sie sterben aus.
denn solange der einzelne überlebt, kann er seine genetische information weitergeben. und darum geht es. dein gedanke von oben ist zwar aus philo. gesichtpunkten wertvoll, aber das du ihn denken kannst, verdankst du millionen von jahren harten daseinskampf.
'türlich. Und den Teil mit dem Denken verdanke ich den letzten 3-4 millionen. Die sind ein wunderbares Beispiel dafür, dass Verwandten-Selektion zu kooperativen, konkurrenzarmen Verhalten führen kann. Insbesondere sind sie ein gutes Beispiel dafür, welche extreme Überlegenheit eine Spezies erlangen kann, wenn es ihr gelingt, die "monkeysphere" auf 1-2 hundert Individuen auszudehnen und in größeren Gruppen kooperativ zu arbeiten.
Das enorme Potential, dass freigesetzt würde, wenn man die selben Prinzipien unter Nutzung unserer Fähigkeit zum rationalen und abstrakten Denken auf 1-2 Milliarden Individuen auszudehnt, dürfte kaum abzuschätzen sein.
somit kann man sie def. nicht als primitiv oder ineffizient bezeichnen.
Etwas grundlegendes, ursprüngliches kann man mit fug und recht "primitiv" nennen

Das muss ja nicht unbedingt abwärtend gemeint sein. Und effizient ist ein System, zu dessen Kernbestandteil eine enorme Überproduktion und deren Vernichtung gehört, definitiv.
ein weitergeben der genetischen information ist der sinn unseren leben. ein "die allen etwas bringen" steht dazu im genauen gegenteil und wird nie mehr als philo. betrachtung sein.
In einer Zeit, in der die Menschheit ihre eigene Überlebensgrundlage unwiederbringlich vernichtet, ist das keineswegs ein Gegenteil und es gibt einige Beispiele aus der Geschichte, die sehr klar zeigen, dass der Mensch in der Lage ist, zum Wohle aller zu handeln. Die Frage ist nur, wie groß wir dieses "alle" machen können.
Unsere genetischen Limitationen können wir aber auf alle Fälle überwinden, der Mensch ist in der Lage, sehr große Teile seines Handelns bewusst durchzuführen. Und damit geht es nicht mehr um Gene, sondern um Meme - und da ist gerade eine kooperative, erfolgreiche Gruppe der beste Nährboden/größte "Fortpflanzungserfolg".
wie willst du sie überzeugen, ihren beginnenden wohlstand aufzugeben, damit es allen besser geht, denn zwangsläufig muss ja etwas in der richtung passieren. das wirtschaftswachstum und der damit einhergehende wohlstandsanstieg gerade in china und indien ist der beginnende kollaps für unsere welt.
auf der anderen seite würde das auch bedeuten, wir müssten hier viel von unserem wohlstand aufgeben. bist du dazubereit ? sind es die anderen ?
und hier sind wir wieder am anfang. selbst wenn du aufgrund deines verstandes hierzu bereits bist, werden es die anderen nicht sein, eben weil sie genetisch beginnen zudenken.
Die Grundüberlegung ist folgende:
- es ging Menschen schon wesentlich schlechter und sie fühlten sich gut dabei. Veringerter Wohlstand für sich ist also nicht das Problem
- altruistisches Handeln ist dem Menschen möglich.
- gerechtes Handeln sowieso
Was bleibt, ist eine sehr hartnäckige Prägung im Rahmen der Sozialisation, die mitlerweile Weltweit Wohlstand und Triumph über andere als höchstes zu erstrebendes Gut anstrebt. Wie von mir beschrieben ist dieses Mem des Kapitalismus (zumindest da in seiner Höchstenwickelten Form) eines der durchsetzungstärksten. Aber es hat Schwachstellen:
- Es kann nur die Kraft eines Einzelnen nutzen. Es verliert damit im direkten Wettbewerb mit kooperativen Systemen (aktuell genannt "Networking")
- Es produziert primär verlierer - diese sind offen für neues (siehe Linke-Wähler)
- Eben gerade weil es sich um theoretische Dinge handelt, lassen sie sich direkt von Mensch zu Mensch weitergeben (quasi infektiös), was eine im Vergleich zu Genen enorme Dynamik ermöglicht. Man nennt es "überzeugen" oder "zum Denken anregen" und in Zeiten des Internets kann man das auf gigantischem Maßstab.
Evolution im Sinne von Darwin&Wallace beinhaltet Mutation (und Selektion und Überproduktion).
Ein sehr bekanntes und gut dokumentiertes Beispiel für eine solche vorteilhafte Mutation ist der Birkenspanner, ein Schmetterling, der gerne auf der Rinde von Birken lebt: Normalerweise ist der Birkenspanner weiß wie dier Birkenrinde; gelegentlich auftretende dunkle Formen haben zwar keinen unmittelbaren Nachteil, weil sie mit dunklen Flügeln genausogut Nahrung suchen können wie mit hellen Flügeln, allerdings werden sie von Vögeln auf den hellen Birken leichter entdeckt als die hellen Birkenspanner. Dies führt dazu, dass es nur sehr wenige dunkle Birkenspanner in einer Population gibt, weniger als 10%.
Im 19. Jahrhundert allerdings, mit zunehmender Industrialisierung, wurden in England in manchen Gebieten die Birkenstämme immer dunkler. Und tatsächlich, hier stieg der Anteil der dunklen Birkenspanner ebenfalls an. Als dann im späteren 20. Jahrhundert Umweltschutzmaßnahmen griffen, wurden viele Birken wieder heller. Und tatsächlich - der Anteil der dunklen Birkenspanner wurde wieder geringer.
Industriemelanismus hat nichts mit einer Mutation zu tun. Dunkle und helle Morphen sind schon seit langer Zeit bekannt, die Verschiebung der Häufigkeiten ist nur ein Beispiel für natürliche Selektion. Das weicht jetzt aber ein bißchen weit vom Thema ab.