Findest du es harmlos, wenn die Weltwirtschaft mal eben von ein paar Mächtigen gegen die Wand gefahren wird und andere Mächtige es dann dem Volk auferlegen für den Schaden aufzukommen, ohne dass man in irgendeiner Form ein Mitspracherecht hätte? Oder dass Wahlversprechen keine 24h nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses für nichtig erklärt werden?
Harmlos finde ich das keineswegs. Aber genausowenig ist es diktatorisch.
Das erste wird gemeinhin "Kapitalismus" genannt, das zweite kannst du meinetwegen als "BILDatur" bezeichnen

Aber es hat wenig mit einem z.B. Hitler zu tun, der ja eben genau das Gegenteil gemacht hat: Weltwirtschaft mächtig angekurbelt (in schrecklicher Weise zulasten anderer) und Wahlversprechen eingehalten (selbst die, von denen einige heute behaupten, dass sie nie geglaubt hätten, dass er sowas ernst meint). Auch Mussolini hat afaik nur bei seiner Behauptung, dass er Italien zum Ruhm führen würde, daneben gelegen. (was er aber selbst auch nicht mehr als nichtig erklärt hat, sondern erst die Alliierten. Und das auch nach mehr als 24h)
Daher nenne ich es gern "Parteiendiktatur". Weil man ja erst wählt unter Vorspiegelung falscher Tatsachen und Versprechen, und danach erst nach Belieben regiert wird.
Den Begriff könnte man verwenden, ist aber imho leicht zu verwechseln mit der "Einparteiendiktatur" nach DDR-, UdSSR- oder VRC-Vorbild.
Außerdem sind deine Bedingungen gar nicht so stark gegeben, wie viele meinen. Z.B. die FDP hatte -soweit ichs seinerzeit gelesen habe- jede einzelne ihrer imho inakzeptablen Entscheidungen in ihrem Wahlprogramm stehen. Sie waren sogar alle als "die FDP wird" oder "die FDP setzt sich dafür ein" gekennzeichnet. Die sogenannten nicht erfüllten Wahlversprechen waren dagegen allesamt/größtenteils "die FDP ist der Meinung, dass ... sollte" oder "die FDP hält für richtig ..." - man beachte den Unterschied zwischen "machen wir" und "finden wir gut, soll aber wer anders hinbekommen". Nur bei Steuerleichterungen und die Gesundheitsreform läuft es klar gegen ihren Kurs - aber da ist dann auch wirklich die Union die Ursache, das lässt sich in einer Demokratie eben nicht ganz vermeiden. Versucht hat man es auf alle Fälle.
Vielleicht wäre der Begriff konstitutionelle Parteienmonarchie angebrachter, hat ja was von gewählten Regenten und Hofnarren. Passt bei Westerwave vielleicht sogar ganz gut.
Monarchie hat eine Erbfolge

Ich würde schlichtweg von "manipulierter Demokratie" oder "Demokratie mit Informationsdefiziten" sprechen (je nach dem, wieviel Planung man unterstellt. Imho braucht es gar keine langfristigen, bösen Absichten für dieses Ergebniss. Das grundlegende Verhalten der Bevölkerung reicht als alleiniger Antrieb vollkommen aus)
Ist Bekant und geradedeswegen gibt es Vergleiche. Falls Vergleiche Verboten sind, bitte mitteilen Thema NICHT. Mein posting jedoch schon und mein posting weist darauf hin ALLS BEISPIEL das auch eine Demokratie kann den umständen Entsprechend MUTIEREN in eine Art diktatur und nicht nur der Kommunismus, Auch wen in eine Demokratie MEHRPARTEIEN am zug sind und keine EINPARTEI.
Dein Posting thematisiert ausdrücklich dein Verständniss der Menschenrechte. Dieses weist offensichtlich sehr stark von sämtlichen gängigen Erklärungen der Menschenrechte ab. Damit wird es als Diskussionsargument unbrauchbar - selbst dann, wenn "missachtet die Menschenrechte" die einzige Definitionsgrundlage für "Diktatur" wäre, was keineswegs der Fall ist. De facto ist es gar kein Kriterium in dieser Frage.
(auch sinnvoll so. Schließlich gibt es durchaus Diktaturen -z.B. Kuba-, in denen die Menschenrechte nach Definition der UN eher erfüllt werden, als in heutigen Monarchien -z.B. Saudi-Arabien- oder Demokratien -z.B. USA in der ersten Hälfte des 20.Jhd.- der Vergangenheit)