AW: Erziehung - Was passiert mit der Jugend?
@ ruyven_macaran
Der Mathelehrer eines Klassenkameraden ist in diesem Punkt sehr vorbildlich! Wenn ein Schüler nicht mitgekommen ist oder das Thema gar nicht verstanden hat wird es kurz mit der Klasse nochmal durchgenommen max. 30 min wenn dann immernoch unklarheiten bestehen kann der Schüler wenn er den möchte zum Lehrer nach Hause gehen und Er erklärt dem Schüler alles nochmal in Ruhe. Das ist Kompetenz die einfach fehlt. Klassen sollten nicht größer als 20 Schüler sein! So kann man die Schüler am besten nach ihren wissen und wollen bewerten. Bei 30 Schülern 15 drannehmen und hören was sie zum Thema zu sagen haben kostet viel Zeit und so kommt man dem Stoff nicht hinterher.
Das ist der Idealfall - dazu muss man aber bedenken, dass bei den wenigen Stunden die dem Lehrer heutzutage zur Verfügung stehen, man irrsinnig im Stoff zurückfällt, wenn man sich bei einer 50 Minütigen Einheit vielleicht jedesmal 30 Minuten zum Wiederholen nimmt (und wer weiß wenn andere Fragen auftauchen sogar länger).
Das kann ich dir, als einer der Teilzeit unterrichtet, und genau das, was bei mir in Erziehung, Schule falsch gelaufen ist, versucht besser zu machen, aus einer gewissen Erfahrung heraus sagen.
Ich verfolge auch den personenzentrierten Ansatz, auch an der Uni (wo ich auch lehre), das heißt, einfach gesagt, dass man sich für jedes Individuum mit seinen eigenen Problemen versucht Zeit zu nehmen und den Unterricht nachdem man Feedback erhalten hat, jedes mal überarbeitet um ihn noch besser auf eben jene einzelne zusätzlich abzustimmen. Dass das bei vielen Schülern, bzw hunderten Studierenden nicht leicht ist, erscheint sicher klar.
Ruyven hat hier auch recht, wenn er (im groben) sagt, es ist nicht das Medium, sondern der Lehrer selbst, der den Stoff vermittelt.
Die Vermischung aus Multimedia und Frontalunterricht ändert nicht wirklich was am "Interessant sein" des Unterrichts. Eher im Gegenteil: ist der Lehrer keiner, der mit Tafel und Kreide gut vortragen kann, mag er kurz erhöhte Aufmerksamkeit mit neuen Medien erlangen. Diese werden aber viel zu oft falsch verwendet ("Death by Powerpoint") oder inflationär, sodass es tatsächlich (gemessen!) dazu führt, dass die Aufmerksamkeitsspanne FÄLLT, also kürzer wird.
Das sage ich als "Frontal-Unterricht-Hasser" (bin kein Auditiver Typ, man musste schon WIRKLICH gut vortragen können, damit ich mich länger als 5 Minuten konzentrieren konnte).
Über Planung, Organisation usw könnte man Tausend Seiten lang diskutieren, aber ich glaube das hat nur Sinn, wenn die Leute sich einen Blick über den Tellerrand genehmigen:
In der Diskussion um neue Lehr&Lernsysteme oder Schul/Ausbildungssysteme mischen sich immer wieder Leute ein, die vor 20, 30 Jahren in der Schule waren, es sich damals schon einfach gemacht haben, indem sie den Lehrer als "den bösen" hingestellt haben, und das bis heute tun. Die Lehrer waren schuld an ihrem Versagen, zogen mit den damaligen Unterrichts und Strafmethoden oft nicht unschuldig Hass auf sich.
Aber nur wer schon mal ein bisschen geschnuppert hat, was ein Lehrer heutzutage alles Leisten muss, wie viel Zeitaufwand nötig ist (und vorallem: WÄRE, wenn er es allen rechtmachen soll) und wie der Öffentliche Ruf, die Bezahlung und das Recht des Lehrers demgegenüber steht, sollte hier eher seine Meinung vertreten. Schwarz/Weiß-Malerei bringt in diesem Thema nichts.
Es gibt schließlich nicht nur einen Schuldigen:
Das System - nicht allein.
Die Schüler - nicht allein, am allerwenigsten die Schüler
Neue Medien - Internet, Computer, Fernsehen -> ADHS, Amokläufe, Killerspiele? Auch nicht
die Lehrer - auch nicht allein. Es ist zwar lächerlich, nach welchen Methoden man heutzutage unterrichtet wird (Uralt, gähn...) aber umgekehrt: diese Methoden funktionieren in abgewandelten Varianten seit tausenden Jahren (das ist kein Grund daran festzuhalten, doch tun es viele) und plötzlich scheinen sie weniger effektiv zu sein? Nochmal die Frage: glaubt wirklich wer, es liegt an den Lehrern?
Neue Medien 2: es gibt zu viele Möglichkeiten wo man sich über Schule mokieren kann, die (Boulevard-) Zeitungen, oft dem Niveau ausgerechnet von Problemschülern entsprechend, kauen die Meinung vor, dass Lehrer unfähig sind und boykottiert gehören. Diese faulen, überbezahlten hunde.
Schließlich ein weiterer (von vielen) Faktoren:
Eltern. Auch nicht alleine deren Schuld, aber von vielen Problemkindern die Hauptverdächtigen. Alle Problemkinder haben gemein, dass etwas in der Familie nicht stimmt. Auch alle Amokläufer haben dies gemein. Das ist doch eine seltsame Tatsache (gut, sie trugen auch alle Unterhosen, tranken Wasser und aßen ab und an Brot, manche haben sogar "Killerspiele" gespielt). Es ist nunmal aber doch so, dass immer weniger Eltern Zeit für ihre Kinder haben, sich im frühen alter viel mit ihnen Beschäftigen, ihnen etwas lernen oder sie bei der kindlichen Neugierde begleiten, ihnen die Welt erklären, SOWIE sie zu erziehen und ihnen Manieren wie Respekt beibringen. Das hat zwei Effekte: ein schlechteres Verhältnis zu den Eltern (vorallem die Ansprechperson bei Problemen fällt weg), sowie ein ordentliches Betragen in Klasse und Schule.
Erziehung. Ein wichtiges oder auch weniger wichtiges Thema in Deutschland. Die Jugend heutzutage hat kaum noch Respekt vor dem Gesetzt. Es wird geklaut, getrunken, gekifft, gekloppt, gemobbt und geschwenzt.
Es fängt schon im frühen Alter an. Kinder kommen mit 14 Jahren ins Krankenhaus und das mit einer Alkoholvergiftung. Aus Langeweile werden schwächere geschlagen. Man beleidigt andere ohne das man mal ein Wort gewechselt hat. Es werden Sachen geklaut und das sogar noch früher! Mit 12 Jahren klauen Kinder was sie in die Finger bekommen. Bestraft können sie nur von den Eltern werden aber das ist Ihnen ja anscheinend egal.
Was ist aus dieser Jugend geworden? Ich schäme mich für mein Alter! Ich bin 17 und schaue mir meinesgleichen an. Betrunken und bekifft. Kein Respekt vor den Eltern. Schule kennt man nicht mehr.
Wieso machen die Eltern dieser Kinder und Jugendlichen nichts dagegen? Wie hat es angefangen? Wie wird es weitergehen? Was wird aus Deutschland?
@Alkoholvergiftungen:
Es gibt dazu verschiedene Untersuchungen. Fakt ist, dass heutzutage auch viel mehr gemeldet wird als früher. Aber man kommt vielleicht auch einfacher zu Alkohol (Eltern nicht mehr so viel zu Hause, Kind/Jugendlicher denkt sich "mir ist fad, was mach ich jetzt" - im Internet schon eine gewisse Identität aufgebaut, wird hier den Jugendlichen durch allerhand blöde Kommentare und Videos vorgelebt, was man in der Freizeit nicht so alles machen könnte).
Die Gründe sind, wie weiter oben genannt, vielschichtig.
Ich finde es gut, dass du dich in deinem Alter damit so kritisch aneinandersetzt. Es gibt tausend Möglichkeiten wie du selbst, ganz allein, die Situation ein wenig verbessern kannst.
Hilf deinen Mitmenschen, Mitschülern, sei Freundlich, speziell im Internet, denn hier sammelt sich das Leben von mehr und mehr Menschen.
Vergleichst du das PCGH Forum mit dem von Gamestar, merkst du dass ein ganz anderer Umgangston herrscht und selbst hier schon eine Zweiklassengesellschaft existiert - und das obwohl wir alle (zumeist) junge Menschen mit demselben Interesse sind. Doch hier kann man sachlich diskutieren, in anderen Foren wird gezielt Provoziert, denn ein Flamewar ist ja so lustig.
Wenn man das einen ganzen Tag macht, hat das auch Auswirkung auf deine Persönlichkeit abseits vom Computer. Denn als gelernter Psychologe und Pädagoge, als einer der viel Zeit mit neuen Medien wie TV, Internet, Computerspiel (ja auch die bösen Killerspiele) und auch als fertiger Informatiker, kann ich dir folgendes sagen:
ALLES, JA WIRKLICH ALLES, WAS MAN EINEN GANZEN TAG TUT ODER SIEHT UND WER MAN IST ODER VERSUCHT ZU SEIN, HAT AUSWIRKUNGEN AUF PERSÖNLICHKEIT UND CHARAKTER.
Und: ja, auch Egoshooter (um sie mal nicht Killerspiele zu nennen) oder ähnliches. Aber nicht so dramatisch wie das die "Bild-Zeitung" gerne hätte. Absolut jedes gesprochene, geschriebene Wort, speichert sich irgendwo in unserem Unterbewusstsein und hat Auswirkungen auf unser Verhalten.
Schimpfe, flame und hasse ich viel in der virtuellen Welt wird das Auswirkungen auf mein echtes Leben haben. Habe ich online viel mit Gewalt zu tun (Gewaltvideos aber auch Spiele), kann das durchaus abstumpfen. Kinder in einem zu jungen alter, die noch nicht viel über verschiedene Konfliktlösungswege wissen, nehmen natürlich das als Konfliktlösung, was ihnen am geläufigsten ist (ohne über Konsequenzen nachzudenken, es sind ja nur Kinder). Das kann Gewalt sein (von Filmen, Spielen) aber auch Humor, Sarkasmus oder auch etwas anderes.
Man sieht auch im heutigen Kinderfernsehen andere Ansätze als früher. Wo Captain Planet noch die Umwelt rettete, die Rettungstruppe um Chip&Chap moralisch verwerflichen Figuren das Handwerk legte, Supergran die bösen jagte, Superman Lex Luthers Hintern versohlte, McGyver stets versuchte eine Gewaltlose Lösung zu finden, haben wir heute zur selben Sendezeit etwa Teletubbies, Power Ranger, Pokemon und andere. Nicht dass wir nicht auch Gewalt hatten im TV: jeder Cartoon strotzt vor Gewalt, und es gab auch wirklich brutale Sendungen ("Unten am Fluss", Knight Rider...), mein SUBJEKTIVES Empfinden sagt mir aber, dass Sendungen mit Moral, abgenommen haben. Falls ich hier richtig liege, ist das auch einer von 100 Einflussfaktoren.
SUBJEKTIV ist ein gutes Stichwort: du empfindest deine jüngeren Kollegen als schlecht erzogen, vorlaut, sozial weniger Fähig usw.
Dieses Gefühl hatte ich als 8-Jähriger auch schon in der Grundschule, als die "neuen" 6 Jährigen ankamen, jewils ein Jahr später immer noch.
Ich war immer der Meinung, dass ich und meine Mitschüler damals einfach schon "weiter" waren. Aber vielleicht habe ich auch nur nach Werten verglichen, die MIR als wichtig propagiert wurden - in Wirklichkeit könnten die kleinen mir in anderen Punkten dafür voraus gewesen sein.
Bedenke: 99% der Kinder dieser Welt haben dasselbe Potenzial, dieselbe Begabung. 1 % sind Ausreißer nach Oben (begabte) oder unten (geistig rückständige) Kinder. Alle anderen haben das gleiche Potenzial. Es ist also nie zu spät, etwas ändern zu wollen. Deshalb nehme ich mir für jeden meiner Schüler sowie Studierenden Zeit.
Meine Meinung:
Ich denke es hat alles mit der Musik angefangen. Gangsta Rap. In den Texten werden Drogen gut geheißen. Schlägereien machen dich stark heißt es in den Texten. Es wird geklaut weil man kein Geld hat. In der Schule war man schon immer schlecht also geht man nicht hin und wird Rapper. So macht man Geld!
Die Musik macht Menschen.
Au!
Nein bitte nicht so denken, es gibt für die Art, wie Menschen sind, 1000e tägliche Einflüsse die wir zum Teil kontrollieren können, zum Teil auch nicht.
Musik, TV, Spiele, Familie, Schule, Arbeit, Umwelt und soooo vieles mehr. Musik ist nur ein kleiner Teil davon. Klar propagieren die Texte von Hip-Hop/Gangsta Rap whatever Gewalt. Aber damit hat es sicher nicht angefangen, da wäre aggressiver Metal dann genau so ins Kreuzverhör zu nehmen!
Meine Eltern kennen sowas wie Rap gar nicht. Trinken im Alter mit 16 oder 18 wurde hart bestraft! Wer einen Fehler macht wird diesen nicht Wiederholen so sagten es meine Eltern. Wer nicht pünktlich zu Hause war konnte die ganze Woche streichen auch wenn es nur eine Minute war! Ich finde so ist es richtig auch wenn es extrem Hart klingt. Man muss seine Eltern respektieren! Ich sehe ihn Deutschland keine Zukunft für die Jugend! Jugendliche meinen Politiker interessieren sich nicht für Uns wieso sollen wir uns für Sie interessieren? Ich interessiere mich für die Politik. Wir, die Jugend Deutschlands, sind die Zukunft. Leider sieht diese nicht gerade schön aus.
Du hattest das Glück, dass deine Eltern sich um deine Erziehung sorgten, so wie eben auch um ihre Erziehung gesorgt wurde. Ob harte Methoden immer die richtigen sind, sei dahin gestellt, immerhin ist aus dir ein Mensch geworden der über sich und seine Umwelt zu reflektieren weiß - so falsch haben sie es bei dir also mal nicht gemacht. Aber es gibt auch andere Erziehungsmethoden und wie schon oben beschrieben, es gibt Menschen mit fast gar keiner Erziehung. Dazu müsste man das ganze System ändern, das Eltern davon abhält, dass beide arbeiten gehen. Eines, welche Eltern dazu zwingt Kurse zu besuchen (richtig harte und gute Kurse, pädagogisch gut aufbereitet), die Eltern beibringen, wie man kinder erzieht, sich ihnen zuwendet, mit ihnen Lernt, ihnen Liebe gibt. Das klingt lächerlich und selbstverständlich, aber viele Eltern wissen bei aller Liebe und Zuneigung einfach nicht WIE man das macht. Ein "Erziehungspass" wäre gut, ansonsten -> Streichung von Kindergeld. Bei guter Absolvierung: höheres Kindergeld. Leider klingt da hart aber für manche nötig. Mögliche Konsequenz: weniger Geburten, da ein Kind plötzlich noch mehr Aufwand ist, mehr von der Arbeit abhält und somit die Karriere auch Jahre zurückgeworfen wird.
Aber (!) ich möchte nicht sagen das alle Jugendlichen so sind! Ich merke schon das die Jüngeren hier im Forum doch gebildeter sind!
Klar sind das Ausreißer. Ebenso wie nicht alle Ausländer böse, ungepflegt und unanpassungsfähig sind. Aber die Ausreißer fallen halt mehr auf. Subjektive Wahrnehmung
Wieso wurde die Jugend so?
Wird sich etwas ändern?
Wieso machen die Eltern nichts?
Was wird aus Deutschland?
Ich denke all diese Fragen hab ich recht umfangreich versucht oben zu beantworten
