AW: Erziehung - Was passiert mit der Jugend? Update: Kommentare von Usern im Startpost!
naja, wenn sich ein unternehmen von einer schlechten sportnote davon abhalten lässt, den bewerber zumindest mal zum vorstellen einzuladen, würde ich von diesem ehrlich gesagt auch gar nicht eingestellt werden wollen. Außer der beruf ist sportlastig, wovon es aber nicht allzuviel gibt.
Das mal als Tipp: nur wenige Unternehmen schauen auf die Schulnoten vor dem Abschluss. Es ist eigentlich immer nur das Abschlusszeugnis wichtig und da auch nicht die Noten darauf, sondern das "bestanden". Wenn du etwa Abitur machst, ist hat es egal zu sein welche Noten du vorher hattest, wenn du Studierst ist auch nur wichtig mit welchem Grad du abschließt (Dipl Ing, Master, Bakk, Doktor, PhD...). Nur wenige Arbeitgeber schauen da auf den Notenschnitt, es geht viel mehr um dinge wie in dieser Diskussion: was hast du Abseits deiner Schule/deines Studiums (Streberdaseins

) aus deinem Leben gemacht, wo hast du sonst versuchst Erfahrungen zu sammeln.
Ich hatte auch immer ne 4 in sport seit der weiterführenden, allerdings HABE ich mich immer angestrengt, ledier bin ich eben aufgrund einiger umstände nicht in der lage gewesen, das niveau der anderen "Supersportler" aufzunehmen. Und wenn dann noch so was wie geräteturnen dazu kam, stellte ich mir oft die frage wozu der ganze dreck?
Ich glaub dir gerne, dass du dich in Turnen angestrengt hast und dass es dir aufgrund gewisser Umstände nicht möglich war mehr zu geben. Aber nehmen wir an Turnen sei ein Fach wie jedes andere, etwa eine Sprache: für eine Sprache sollte man mehrmals die Woche Grammatik und Vokabeln lernen um im Unterricht "fit" zu sein. Eine Frage die man sich also selbst stellen muss ist "habe ich mich WIRKLICH angestrengt"? Sie wie in anderen Fächern eben: "Habe ich außerhalb der Schule etwas für dieses Fach getan"? Ich will mir hier in deinem Fall kein Urteil erlauben. Ich erzähl dir aber jetzt kurz was zu mir:
ich bin seit einem Autounfall behindert, bin lange im Rollstuhl gesessen. Inzwischen hatte ich über 10 Operationen und 150 Röntgenuntersuchungen (ich glaube, ich leuchte nachts) Und nur durch extrem hartes Training kann ich wieder gehen, ja sogar laufen. Tatsächlich ist es mir gelungen in unserer Turngruppe (bestehend aus 20 Jungs) 3. beim Joggen zu werden. Deshalb frage ich mich oft selbst "habe ich mich wirklich angestrengt, oder rede ichs mir nur ein, dass ich alles versucht hätte".
Keine Firma, in der mich später beworben habe, stellte irgendwelche fragen wegen der sportnote, zurecht mMn.
Ich denke, das fach sport wird nur dazu eingesetzt, um sich von der allgemeinen verfettung der jugend rauszureden. Wobei ich stark daran zweifle, dass es was bringt, die Kinder/jugendlichen für zwei stunden in der woche zwischen 2 stangen turnen oder einen gewaltsmarsch absolvieren zu lassen...
Gott sei Dank fragt keiner mehr nachher

Aber: Man muss bedenken, "dicke" Arbeiter sind teurer: sie sind anfälliger für Gesundheitliche Probleme und Behandlungen, sie sind Psychisch oft weniger ausgeglichen, wenn sie mit ihrer Figur unzufrieden sind und ganz generell halte ich Sport für etwas tolles: es kann glücklich machen (ist ein guter Ausgleich für Stress), es macht gesund (in der richtigen Dosis) weil übergewicht eben ungesund ist).
Aber wir sind hier viel zu sehr im Detail wegen einzelner Fächer, das will hier niemand, da die Diskussion nicht endet und niemanden etwas bringt (zu sehr vom einzelnen Fall abhängig)
und das mit reli ist eh ne sache für sich, ich frage mich noch immer, warum in einem land der meinungsfreiheit und der scheinbar ungezwungenen Glaubenswahl, immer noch religion auf dem stundenplan der schulen steht...


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Man kann natürlich Religion auf den Glauben reduzieren. Oder wie auch bei Turnen, den tieferen Sinn dahinter betrachten:
Religion hat nicht den Sinn uns zum Christentum (oder was auch immer) zu erziehen. Zumindest nicht mehr.
Viel mehr soll es uns durch den Religionsunterricht ermöglicht werden, dank den ethischen Gedanken in der Bibel, über unser Verhalten reflektieren und uns so zu ein ganz kleines bisschen besseren Menschen machen. Die Grundregeln auf Moses Steintafel sind so tausendfach zitiert und in unseren Köpfen, dass sie uns als selbstverständlich und langweilig erscheinen. Wir denken also eigentlich nie darüber nach. Religionsunterricht gibt uns 2x die Woche 50 Minuten Zeit uns über so selbstverständliche Dinge wie Stehlen, Betrügen, Morden, Nächstenliebe usw nachzudenken, zu diskutieren und es auch anzuwenden.
Ganz egal wie sehr wir manche fächer hassten, wie gut oder schlecht der Unterricht war, jedes Fach hat uns im Nachhinein doch etwas gebracht! Keines war Zeitverschwendung, auch wenn es uns damals so vorgekommen sein mag.
Generell sollte man alle fächer, die nicht mit festen maßstäben zu benoten sind, wie z.B. bildende kunst oder religion von den lehrplänen streichen. Als freiwillige AG etc von mir aus gerne, aber nicht als fester bestandteil eines "bildungs"planes
Bitte nicht. In diesem Thread gehts um unsere angeblich verkommene Jugend. Wie soll die Jugend denn besser werden, wenn du all das "Menschennahe" rausnimmst und sie nur noch zum Büffeln hinschickst in die Schule. Und: glaubst du das verbessert die Einstellung der Schüler zur Schule, dann hat man nämlich NUR noch lästige Pflichtfächer.
Auch Zeichnen/Kunst ist eine gute Sache an sich: Das Gehirn mal vom Drill&Practice des sonstigen Unterrichts wegnehmen, hin zur Kreativität. Endlich den Kopf frei bekommen oder seine Gefühle in einer Zeichnung ausdruck verleien. Egal wie schlecht man zeichnet, es ist psychologisch erwiesen, dass auch das glücklich machen kann, wenn man sich nur dem ganzen hingibt und nicht strebt.
man kann es zwar abwählen, das stimmt. Allerdings erst ab der 6. oder 7. klasse, ganz genau weiss ich es nicht mehr. Allerdings muss man wenn man das "normale" reli abgewählt hat, in das fach "ethik" gehen. Was wiederum auch nicht religions- und glaubensbefreit ist. Außerdem find ich das ganze getue mit evangelisch und katholisch den letzten dreck, da wird kindern nicht selten ein eindruck von abgrenzung zur jeweils anderen "gruppe" vermittelt, was mMn eine höchst unvorteilhafte "Bildung" ist
Das ist zugegeben suboptimal gelöst. Andererseits lernt man vielleicht gerade dadurch, dass es eben auch andere Glaubensrichtungen gibt und geben darf, und dass alle gleich sind und niemand besser.
Da hier offensichtlich niemand interessiert daran ist, eine Diskussion über Erziehung zu führen, habe ich "Schule" mal offiziell in den Threadtitel eingetragen.
Erziehung und Schule gehört ja seit Jeher zusammen von daher passt das

Gerade heutzutage, wo Eltern im Durchschnitt immer weniger Zeit mit ihren Kindern verbringen, wird die Erziehung von eben diesen gerne auf die Schule geschoben.
Schulnoten haben eher was mit dem Verhalten zu tun. Umso schlechter die Noten desto schlechter das verhalten. Durch eine 5 kann man schon leicht depressiv und aggressiv werden.
Oder die andere Richtung: ist man für schlechte Noten nicht oft selbst verantwortlich? Sprich war das Verhalten schon VOR der 5 falsch

? Wird man nur durch die Note aggressiv, oder auch auf sich selbst, weil mans ja auch in der Hand hatte.
Aber man kann mit den Lehrern reden. Zeigen, dass man gewillt ist, etwas gegen die schlechten Noten zu unternehmen.
Stimmt! Sofern der Lehrer ein bisschen was von seiner Arbeit versteht (welche eben auch etwas mit Pädagogik zu tun hat) honoriert er den Willen allein schon.
Das ist leider Wunschdenken...
Bei ein paar Lehrern funktioniert's, bei vielen nicht!
Nicht umgekehrt? Erinnert mich an die Ausländerdiskussionen "Ein paar gute, viele aber nicht..."
Es ist wohl eher so, dass die negativen Beispiele gedanklich besonders präsent sind

An der Uni in einem meiner Fächer urteile ich fast ausschließlich nach "Willen und Motivation". Klar gehts auch um Output, aber daran sieht man ja, wie motiviert die Studierenden sind, die Aufgaben sind nämlich nicht schwer sondern nur Arbeitsintensiv.
Klar aber das tuen die wenigsten. Sie geben die Schuld den Lehrern oder anderen.
Total richtig. Viele lügen sich hier selbst an:
Richtig. Viele Menschen belügen sich selbst und geben lieber anderen die Schuld an ihrer Situation, als mal aktiv ihr Leben in die Hand zu nehmen. In gewisser Weise ist das auch verständlich, weil es einfacher ist.

Der letzte Satz gefällt mir, fasst das gut zusammen. Es ist nunmal schwierig das Problem bei sich selbst zu suchen, sich selbst kann man nämlich oft nur langsam und in einem schmerzhaften Prozess ändern
Wobei das Verhalten langsam in Mode kommt. Eigentlich ist das ein vorpubertäres Gebahren, aber mittlerweile scheint es auch bei jungen Erwachsen Usus zu sein, stets dem anderen die Schuld zu geben. Vor allem springen immer mehr Organisationen und Meinungsmacher auf. Sobald jemand nicht fürs Studium taugt, ist es das System gewesen. Kein Bock gibt es heute auch nicht mehr. Die soziale Benachteiligung hat es verbrochen. Nicht integriert? Hätte mal die Mehrheitsgesellschaft weniger diskriminiert. Und wer anderen durch Gewaltätigkeit schadet, hat doch nur einen Hilferuf ausgesandt.
Schön Formuliert! Dem geht natürlich die Frage nach, warum dem so ist. Sindes unsere Rollenbilder in den Medien, Nachrichten die es falsch vormachen? Wäre also eine weitere Frage, die man im Rahmen von Erziehung und Co abklären könnte
Stimmt, und wenn dann noch die Eltern kräftig Druck aufbauen wird es immer schlimmer.

Genauso ist das mit den imho sinnlosen Strafen wie "Fernseh- und PC Verbot" oder "Hausarrest". Sie setzen einen nur noch mehr unter Druck und ermöglichen überhaupt keine Möglichkeit mehr abzuschalten bzw. sich mit Freunden zu treffen. Klar, sollten PC und TV weiterhin in angebrachtem Maße konsumiert werden, aber ein striktes Verbot aufgrund miserabler Schulleistungen? Nein danke.
Als Schüler ist einem die Konsequenz der Inkonsequenz beim Lernen (sprich Faulheit) unmöglich bewusst. Man kann niemals abschätzen welche Folgen diese Faulheit einmal haben wird. Eltern eher. Außerdem bestraft man damit die generelle falsche Einstellung in Sachen Ehrgeiz.
Klar ist Strafen nicht optimal, man spricht von schwarzer Pädagogik, aber Eltern wissen das nicht besser und geben auch nur das Rezept weiter was bei ihnen scheinbar funktioniert hat. Belohnen bei guter Leistung wäre besser.
Fernseh/PC Verbot sind aber in sich sehr interessante Maßnahmen: man nimmt dir etwas das du gerne tust. Logische erste Konsequenz ist, du belohnst dich selbst, indem du es dir zurück kämpfst (im Idealfall bestrafen dich deine Eltern also nicht für kurze Zeit, denn das vergisst du ja schnell wieder) sondern bis zur nächsten GUTEN Note im selben Fach), der zweite positive Nebeneffekt ist, dass, falls dein Leben dadurch langweiliger wird, du lernen nicht mehr ganz so abstoßend finden könntest. Und du sozialisierst dich vielleicht mehr, verbringst weniger Zeit vor PC/TV und mehr mit Familie und Freunden (sofern man bei letzteren nicht Blödsinn macht, ist das also gut).
Es hat natürlich auch Nachteile: man hat somit kurzfristig noch mehr Frust, der Schule/dem Lernen gegenüber, da, wie oben beschrieben (alles hängt zusammen

)man die Schuld gerne bei allem anderen (Schule(blöd), Fach (schwer),Lehrer (unfair), Lernen (doof), Eltern(gemein)...) nur nicht bei sich selbst.
Frage an dich: Wie würdest du denn gerne bestraft werden. Welche Strafe oder Aktion bräuchtest du, damit du dich mehr Anstrengst?
Ich war letztes WE in der "Dorf-Disko" und da konnte man mal wieder sehen wie die Leute da so sind. Wenn diese "Disko" alle unter 16 nicht reinlassen würde und alle unter 18 kein harten Alkohol verkaufen würde und um 24:00 rauswerfen würde wären sie schon lange(!) pleite! Das geht doch nicht an. Man bekommt überall Alkohol. Wenn ein 15 jähriger zu mir kommen würde und fragen ob ich ihm ein Sixer Bier kaufen würde könnte er gleich wieder nach Hause fahren! Also bei sowas verstehe ich auch keinen Spaß mehr! Wenn ich "Kinder" sehen würde die Alkohol trinken würde ich diesen wegnehmen und auskippen.
Abschlussfeier war es auch immer so das 90% betrunken waren bis zum geht nicht mehr und ich, wie sonst auch immer, die meisten wegbringen durfte weil ich einfach für sie da sein will falls etwas ist. Deshalb werde ich auch als der Sozialste in meinem Dorf gelobt das ich aber nicht verstehe weil ich das was ich tue für selbstverständlich empfinde.
In diesem Alter wissen wir oft einfach noch nicht wirklich was wir tun. Wegleeren ist eine Aktion, aber es ist die Frage ob es zu Frust führt (und somit Aggression, oder noch mehr Alkohol) oder lehrreich ist.
Eine Diskussion wie diese hier würde 10x mehr bringen, aber Wenn ich einen betrunkenen Jugendlichen die Gefahren von Alkohol erklären möchte, kann ich gleich versuchen mit meinem Gehalt den Welthunger zu bekämpfen. Ist inetwa gleich effizient
