AW: Die Qual der Wahl: Wir suchen die legendärste CPU aller Zeiten
@red: Wieso wird der K7 zweimal nominiert?
Intel Pentium 4 Extreme Edition mit 3,2Ghz 2MB L3 Cache , auf Xeon Basis ,gab selten eine so exklusive CPU.
[X]Zustimmung
Gallatin hat einfach alles, was zu einer Legende gehört
1. Seltenheit: Kaum einer hatte ihn, selbst gebraucht konnte ihn sich kaum einer Leisten
2. Wahnsinnige Konzeption: eine Vergrößerung der CPU um den Faktor 3 (!!!), um einen riesigen Cache zu integrieren und die 10% Leistungsrückstand auf die "Normalen" CPUs der Konkurrenz einzuholen.
3. Technik, die zu ihrem Zeitpunkt sinnlos war und erst Jahre später wieder von der Konkurrenz aufgegriffen wurde ("512kb 2nd lvl cache pro Kern und 2MB 3rd lvl cache für alle" beschreibt sowohl einen Gallatin, als auch einen Phenom1)
4. (relativ) kurze Lebensdauer...
5. ...nach der aber ein schlechteres Produkt seinen Platz einnehmen sollte (3,73EE Prescott)
6. Mysterium = Eigenschaften, die viele falsch wiedergeben (Stichwort Leistungsaufnahme: Gallatin verbrauchte nur wenig mehr als Northwood, war aber schneller und dürfte damit der effizienteste Netburst-Prozessor bis zur Einführung der 65nm Fertigung gewesen sein. Die nachfolgenden Precott und Smithfield setzten sehr viel mehr Wärme frei. Trotzdem wird die Verlustleistung auch hier in der Gallerie als "jenseits von gut und böse" beschrieben)
7. Eine abnormale Preisentwicklung, die zu einem Sammlerstück, nicht zu Hardware gehört (eBay-Preis Frühjahr 2008: 666€. Für eine fast 4 Jahre alte CPU. Für das gleiche Geld hätte man ein komplettes Core2 System mit doppelter Leistung bekommen. Ein Jahr später warens gebraucht immer noch 200€ - genug, um eine doppelt so starke CPU und ein gutes Board zu kaufen. Neu versteht sich.)
Imho die V5 6000 unter den CPUs (1,2,4,5,6,7 sollten selbsterklärend sein, bei 3. ließe sich ein Vergleich zu RGSSAA ziehen), auch wenn die Verfügbarkeit eine P4 580 zur perfekten Übereinstimmung fehlt.
Konkurrenz gibt es imho gar keine:
- AMD hat, mit Ausnahme der So940 FX und Quad FX nur Massenware abgeliefert. Thunderbird, Barton, Clawhammer,... waren zwar tolle CPUs - aber es gab sie in einer Vielzahl von Ausführungen und sie waren massenhaft verbreitet. "Legenden" sollten einzigartig sein. (So940 FX zählt imho als ServerCPU und müsste sich in dieser Rubrik an anderen Maßstäben messen lassen, die er mit seinem unoriginellen x86-Design verliert, Quad FX war einfach deswegen selten, weils schrott war)
- für die gesamte Core-Baureihe gilt das gleiche, wie für AMD. Die sind genauswenig legendär, wie ein Käfer im Vergleich zum 250GTO. Die restlichen Netbursts waren zu dem auch noch schlecht (Williamette, Prescott, Smithfield) oder schlechter als Gallatin (Northwood) oder nicht Besonderes im Vergleich zur Konkurrenz ihrer Zeit (Presler/Cedar Mill)
- copy&Paste für alle Pentium, Pentium II und Pentium III bis Coppermine
- und für 286, 386, 486
- Tualatin war technisch ebenfalls "nur" sehr sauber, aber nicht herausragend und die geringe Verbreitung resultiert daraus, dass er primär für Server vermarktet wurde und der Thunderbird das bessere Endnutzerangebot darstellte
- Cyrix und andere frühere Konkurrenten sind zwar z.T. exotisch genug, um legendär zu sein - waren aber genauso schlecht wie z.B. Atom (ohne dessen extrem niedrigen Produktionskosten, die ihm imho aber nur dann zur Legende verhelfen würden, wenn Intel sie 1:1 weitergeben würde

)
- die ganzen OC-Wunder waren einfach zu bekommen und den meisten egal - beides sollte bei einer Legende nicht der Fall sein. Außerdem wird man wohl kaum eine einheitliche Entscheidung zwischen Covington, Mendocino, Cedar Mill, Yonah, Barton,... treffen können.
- bleibt außerhalb der Serverwelt noch der 8086 und der 8088. Letzterer war wieder Massenware - ersterer hat einen Pluspunkt: Er ist extrem bekannt, 95% aller PCs werden in seine Tradition gestellt - und dabei war es der 8088, der diesen Markt begründet hat

. Geschicktes Ruhm-anderer-abgreifen reicht aber nicht gegen Gallatin
(wenn übrigens über den Desktoprand schauen sollte, muss man imho entweder eine sehr restriktive Definition für "CPU" verwenden, oder kann gleich die frühen Crays als Sieger festlegen)
Ich finde da kann es nur eine Wahl geben:
Der erste Intel Pentium Prozessor, der namentlich eine ganze Prozessor-Dynastie geprägt hat.
Abgesehen von der Verwendung des Namens hat aber rein gar nichts für die getan.
Sollte Larrabee nochmal zurückkommen, kann man dem Pentium einen zweiten Blick gönnen - aber bis dahin ist er einfach nur ein 586 mit gutem Marketing.
Wenn dann hat der Pentium Pro eine ganze Prozessordynastie geprägt.
Immerhin sind PentiumII und PentiumIII in weiten Teilen identisch mit ihm und selbst der Pentium M hat viel übernommen. (einige Leute behaupten sogar, Core würde darauf basieren, aber das ist imho genauso "richtig", wie zu behaupten, Core würde auf K7 oder auf Netburst basieren)
Aber trotz der vielen Zahlen sind das unterm Strich auch nur 2,5 Jahre Desktopmarkt und ein bißchen Nische und das durchgängig ohne ganz große Momente. Der Pentium Pro selbst dagegen war einfache in Flop.