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Die Geschichte eines Soldaten (von Micha Quär)

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Die Geschichte eines Soldaten (von Micha Quär)

Langsam arbeitete sich unsere Einheit vor. Straße für Straße, Haus für Haus. Der Kampf um die Ortschaft tobte nun schon mehrere Tage, viele Männer mussten schon ihr Leben für dieses Stück Land lassen. Unser Kompanieführer gab ein Zeichen, alle hielten ein, wir gingen gerade an einer Wand entlang, der Feind wurde gesichtet. Eine amerikanische Einheit patrollierte entlang dieser Straße. Wir warteten bis alle vorüber gegangen waren, um sie aus dem Hinterhalt heraus attackieren zu können. Nachdem der letzte Tomy an uns vorbei ging ohne uns zu bemerken, gab unser Kompanieführer ein Handzeichen. Wir sprangen aus unserer Deckung hervor und schossen. Noch ehe sich einer dieser Amerikaner umdrehen konnte, waren sie alle tot. 20 Mann zählte Armin, mein Kamerad. Mit Schweißperlen auf der Stirn reinigte ich meine Waffe und lud nach. Der Lauf meiner MP40 glühte, sie schien ein wahres Feuer entfacht zu haben an diesem Tag. „Ha, diesen Tomys haben wir`s heute aber gezeigt“, lachte Armin und klopfte mir auf die Schulter. „Freu dich nicht zu früh, sie werden wieder kommen… Und vielleicht mit Panzern!“ Entgegnete ich ihm. „Du hast Recht, aber auch amerikanische Panzer sind unserem Willen nicht gewachsen, wir werden sie dahin treiben wo sie hergekommen sind!“ „Recht hast du, Armin“ Sprach ich. Unsere Einheit verschanzte sich in einer abgelegenen Fabrikhalle. Vor dem Krieg wurden dort Konserven hergestellt. Doch nach dem verheerenden Luftangriff im Juni 1942 der Briten wurde die Stadt evakuiert. Nicht ein einziges unversehrtes Haus stand noch in dieser Stadt. Alles lag in Schutt und Asche, und für dieses wertlose Stück Land riskierten wir unser Leben. Unser Kompanieführer ließ den Angriff für den Rest des heutigen Tages ruhen. Wir spielten Karten oder versuchten uns sonst irgendwie abzulenken. Doch mir war nicht danach, ich lag diese ganze Zeit auf meiner Matte und schaute mir das kleine Foto meiner Frau an, welches in einen Rahmen eingefasst war. Bis dann Armin mit einer Zigarette im Mund auf mich zu kam. „Hey Heinrich, komm mal rüber, dass musst du dir anschauen!“ Was ich dort in der Ecke der Fabrikhalle gesehen hab, sollte mir noch lange in Erinnerung bleiben. „He Heinrich, schau mal was wir gefunden haben!“ Rief Peter begeistert. Er zog mehrere Tafeln Schokolade aus seiner Tasche. „Wo habt ihr die denn her?“ Fragte ich. „Einer der Amerikaner hatte sie dabei. Haben nix abgekriegt, kann man noch essen.“ Antwortete Arnold, der mit Peter die Schokolade fand. „Komm Heinrich, du sollst auch was bekommen“, lachte Peter und brach ein Stück der Schokolade ab. Das letzte Mal das ich Schokolade aß, war schon über 2 Jahre her. Doch mir war nicht danach, zu stark musste ich daran denken, woher diese Schokolade kam und dass sie von einem Toten war.
„Nein danke Kamerad, später vielleicht“, entgegnete ich ihm. Da saßen sie nun alle, rauchend und schmausend und vergaßen alle Sorgen dieser Welt.

Es war mitten in der Nacht, ich wurde von einem lauten Geräusch geweckt. Unsere Wache kam hinein gerannt, und schrie lauthals „Mörserbeschuߓ! Jeder schnappte sich mit ein paar Handgriffen seine Sachen und rannte nach draußen. Die Einschläge kamen immer näher, sie müssen unsere Position erfahren haben. Ein kühler Windhauch verteilte den Geruch verbrannter Erde in der Stadt.
Panik kam unter unserer Kompanie auf. Unser Anführer gab den Befehl das Dorf aufzugeben. Wenn man genau hinhörte, konnte man das dumpfe Geräusch der Mörser hören, die sie machen wenn sie die Granaten abfeuern. Es erinnerte mich an das Prasseln von Regentropfen auf die Autoscheibe… Und genauso würden die Granaten auf uns herabregnen, nur das es kein schützendes Dach für uns gab. „Granate“! Schrie Arnold, und schmiss sich auf den Boden. Alle machten es im gleich. Nur Sekundenbruchteile später explodierte die Mörsergranate in einem lauten Knall und verteilte ihre Splitter unter unseren Reihen. Einer unserer Einheit, der sich nicht schnell genug hingeworfen hatte, wurde von den Splittern an mehreren Stellen seines Körpers durchbohrt und ging blutspuckend zu Boden. Einige andere meiner Kameraden wurden regelrecht von den umherschwirrenden Splittern zerfetzt. Die Verluste waren hoch, schwer angeschlagen erreichten wir den Rand des Ortes und machten uns auf Richtung Osnaher Wald, indem ein deutscher Bunker stand, welcher uns Schutz bieten würde. Aus der Stadt konnte man noch die Schüsse hören, die nach dem Mörserbeschuß folgten. Verwundete sollten in diesen Zeiten keine Gnade erwarten. Auch wir würden sie nicht erwidern, zu sehr hatte man Hass auf das amerikanische Volk in uns geschürt. Unter den alten Birken und Buchenbäumen hindurch zu einer großen Lichtung. Da war es. Ein grauer, großer Betonklotz. Wir gingen hinein und kümmerten uns so gut es ging um unsere Verwundeten. All dieser Schmerz, all dieses Leid. Man konnte dies nicht ertragen ohne davon mitgerissen zu werden. Man wurde gezeichnet von seinen Erfahrungen, von dem was man sah und erlebte. Ich war froh nicht in deren Haut stecken zu müssen. Das Blut rann den kalten, grauen Betonboden herab. Die Sanitäter walteten ihres Amtes. Einige mussten sich übergeben, so schrecklich und widerwärtig war der Anblick unserer verletzten Kameraden. Ich versuchte die Augen zu schließen und an meine Frau zu denken. Sie war bei ihrer Schwester auf dem Land nahe Eisenach. Dort war sie sicher. Doch ehe ich auch nur einen Gedanken an sie und meine Kinder fand, packte mich eine Hand an dem Ärmel: Soldat Heinrich, ich brauch deine Hilfe bei den Verwundeten“! Stieß einer der Sanitäter halb ohnmächtig vor Entsetzen aus. Diese Szene wird mir mein ganzes Leben lang vor Augen bleiben. Da lag er, blutüberströmt auf dem Boden. Ein Mörsersplitter hatte ein riesiges Loch in seinen Bauch gerissen. „Ah… Ahhh! Ahhh!“ Lechzte er. „ Ich musste dem Sanitäter beim fixieren helfen, so sehr schlug er um sich. Er muss entsetzliche Schmerzen erlitten haben. Und noch bevor der Sanitäter mit seinem Eingriff fertig war, sollte er erlöst sein. Ein letzter Atemhauch, ein letztes Aufbäumen gegen das Unvermeidliche… An dem Abend begruben wir etliche unserer Soldaten. Und jene, die auf dem Weg zur Stadt hinaus gefallen waren, würden nie begraben werden. Man würde sie nicht mal mehr erkennen, so sehr waren ihre Überreste von den Mörsergranaten zerfetzt worden. Doch man würde ihrer gedenken, Sie, die ihr Leben für das Vaterland gaben und in einem heldenhaften Kampf fielen. So stand es zumindest immer in den Briefen, die ihre Familien zugeschickt bekamen. Ich hatte da schon meine Erfahrungen machen dürfen, als mich die Nachricht von dem Tod meines Bruders ereichte. Er war erst 17 gewesen. Unser Vater hatte ihm verboten in den Krieg zu ziehen. Er diskutierte mit ihm, Tag und Nacht. Doch mein Vater blieb stur. Zu sehr wusste er um die Schrecken des Krieges, hatte er doch 2 Jahre lang im ersten Weltkrieg kämpfen müssen. Eines Tages kam dann ein LWK in unser Dorf und warb für die Wehrmacht. Ab diesen Tag sah ich ihn nie wieder. Er war trotz des Verbotes unseres Vaters mit ihnen gegangen… Jetzt steckt eine französische Kugel in seinem Kopf und er liegt 3 Meter tief unter der Erde. Ich wäre nie gegangen, hätte man mich nicht gezwungen! Es gibt keinen größeren Gräuel, als den Krieg auf dieser Welt! Kein größerer Gräuel als den Menschen selbst, der es vermag, dieses furchtbare Leid und diese Zerstörung zuzulassen.




Geschrieben: 16.09.09

PS: Kritik und Ideenvorschläge sind gern gesehen!
 

NCphalon

PCGH-Community-Veteran(in)
Die Idee is net schlecht, nur an der Umsetzung könnte noch etwas gefeilt werden. Ortographie und Grammatik lassen noch Luft nach oben ;)
 
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