AW: Die gegenwärtige Flüchtlings- und Asylproblematik
Leider kann ich momentan nicht auf das alles eingehen wie ich gerne moechte.
Deswegen nur eine oder zwei Fragen, wo es bisher keine Antworten gab:
Wir sind uns einig, egal wie wie wir generell zu dem Thema stehen: Bedürftigen und Asylberechtigten müssen wir ohne wenn und aber helfen.
Es gibt hier eine mehrere Leute im Thread, die sich wiederholt dagegen ausgesprochen haben. Einigkeit herrscht da nicht im geringsten.
Leider erfüllt nur ein Teil diese Kriterien.
Weiters würde festgestellt, berichtigt mich bitte an dieser Stelle, die Flüchtlinge werden eher mehr als weniger. Also kontinuierlich. Wann diese Völkerwanderung aufhört ist nicht abzusehen.
Wieviel kann Europa wirklich aufnehmen? Bitte hier jetzt nicht:soviel wie nötig. Ernsthafte Antworten erwünscht.
Sind dir Anworten wie "wenn es in Deutschland keine Infrastrukturmängel, keine Arbeitslosen, keine Bildungsverlierer und keine Staatsverschuldung mehr gibt" lieber? Darauf laufen jedenfalls die hier regelmäßig zu hörenden Forderungen hinaus, solange nicht zu helfen, wie es noch Probleme in Deutschland gibt.
Ich habe hier keine Ahnung wann Situationen wirklich eskalieren. Es wird jetzt schon über unzumutbare Zustände in Erstanlaufstellen und Lager geredet.
Wer soll das auf Dauer bezahlen? Blablabla aber Bankenrettung ist hier nicht hilfreich.
Ich kenne kein wirklich vernünftiges Finanzierungskonzept, damit die stetig steigende Zahl würdig versorgt wird.
Das Einzige dahingehende was ich gelesen hatte, war irgendwas mit einer Abgabe ala Solidaritätsabgabe. Zumindest wurde das schon mal als Idee genannt.
Die Fragen sind u.A. speziell an die gerichtet, die die Meinung Vertreten, das Europa hier noch viel zu wenig macht.
Die Lage eskaliert seit Jahr(zehn)ten stetig und wird sich nicht wieder bessern. Die Flüchtlingszahlen, die Europa aufnimmt, sind ein Witz gegenüber der Zahl an Menschen, die auf der Flucht sind. Und es gibt KEIN, erst recht kein menschenwürdiges Mittel, um das symptomatisch zu ändern. Die paar reinen Wirtschaftsflüchtlinge kann man abschrecken. Aber wer vor Krieg, Unterdrückung oder lebensgefährdender Armut flieht, der hat nichts zu verlieren. Man hat in Syrien genausowenig eine Chance auf eine Zukunft, wie in libanesischen Flüchtlingslagern. In den Flüchtlingsregionen in Subsahara-Afrika mag es stellenweise minimal besser aussehen, aber spätestens wer sich auf Grundlage falscher Versprechen Schleusern anvertraut hat, steht am Ende mit seinem blanken Leben am Mittelmeer. Und das wird er in Lybien über kurz oder lang verlieren, also kann er es ebensogut in Europa versuchen - vollkommen egal, welche Maßnahmen die EU dagegen ergreift und unter Ignoranz gegenüber sämtlicher Wünsche potentieller (Nicht-)Aufnahmeländer.
Das einzige, was das Problem langfristig lösen könnte, wäre eine Stabilisierung der Herkunftsländer. Keine Waffen mehr für diverse afrikanische Staaten. Kein Geld mehr in arabische Sickergruben, die es an Islamisten weiterleiten. Keine Subventionen für Israel (ja, ich weiß: heikles Thema). Verstärkung des Klimawandels jetzt stoppen, Ressourcenverbrauch minimieren
Und vor allem: Wirtschaftliche Sanktionen (leicht höhere Zölle reichen oft schon) gegen
alle die das anders handhaben, egal ob das China oder die USA ist.
Solange wir in dieser Richtung nichts unternehmen, sind alle Hilfsmaßnahmen in Deutschland oder vor Ort ein Tropfen auf den heißen Stein. Was dabei herauskommt, wenn ein paar wenige auf Kosten des Rests leben, sollte bekannt sein und es trifft auch auf EU vs. Afrika&Vorderasisen zu. (Geschichte europäischer Umbrüche von der Aufklärung bis ~zur russischen Revolution; diverse Kolonialstaaten und Diktaturen; afrikanische und insbesondere lateinamerikanische Spannungen zwischen Superreichen und Superarmen)
Und, auf die Gefahr hin mich zu wiederholen: Bei der derzeitigen Ressourcen- und Klimaentwicklung werden bis Ende des Jahrhunderts ~100 mal soviele Menschen ihre Nahrungs-/Lebensgrundlage, ihre Heimat oder/und ihre heutige Infrastruktur verlieren, wie derzeit auf der Flucht sind. Die paar 10000 Flüchtlinge, die wir im Moment haben sind keine Völkerwanderung, sondern ein Witz verglichen mit dem, auf das wir uns vorbereiten sollten, während wir uns über 100 Arbeistplätze bei H&K Sorgen machen.