AW: 400 Flüchtlinge vor Europas Küste ertrunken - Kaum bis keine Reaktion in den Medien - 400 von ca. 23.000 seit dem Jahr 2000
Worum geht es eigentlich?
The military campaign planning has been ordered because of the influx of migrants from sub-Saharan Africa and the Middle East across the Mediterranean from Libya, with the death toll this year alone already estimated at nearly 2,000.
Es geht eben nicht nur um Fluechtlinge eines vorgeblich westverschuldeten Buergerkrieges. Tatsaechlich entwickelt sich die lybische Kueste aus geographischem Kalkuel zur Drehscheibe fuer Schleuser. Die sind auch das Ziel der Mission:
The campaign’s aim is defined as “to disrupt the business model of the smugglers, achieved by undertaking systematic efforts to identify, seize/capture, and destroy vessels and assets before they are used by smugglers(...)The 19-page strategy paper for the mission(...)adds that ground operations in Libya may also be needed to destroy the smugglers’ vessels and assets, such as fuel dumps.
"May also be needed" - koennen erforderlich sein. Eine konjunktive Formulierung demnach. Im Gegensatz dazu die folgende Aussage von offizieller Seite:
Mogherini appeared to refute the suggestions in the strategy document of “action taken ashore”, asserting on Wednesday that there would be “no boots on the ground. I said no”.
Die Mission wird nur erwogen fuer den Fall, dass es dazu ein Mandat der UN gibt (nicht jeder ist da so zimperlich):
Subject to a UN go-ahead(...)
Die Unterstellung, man wuerde Kollateralschaeden "gerne" in Kauf nehmen, ist gewohnt polemisch herbeikonstruiert und kann ich so in dem Artikel nicht wiederfinden:
“Boarding operations against smugglers in the presence of migrants has a high risk of collateral damage including the loss of life.”
Das ist fuer mich eine nuechterne Analyse, keine Absichtserklaerung.
Sicher ist die Situation dramatisch und problematisch. Das bedeutet aber nicht notwendigerweise, dass man sie passiv hinnehmen muss? Und ich teile auch nicht die Auffasung von Amnesty International, dass eine solche Mission ohne einen "Plan B" unsinnig sei. Denn nur davon, dass Europa Alternativrouten oeffnet, werden sich die Schleuser ihr Geschaeft nicht vermiesen lassen. Selbst wenn man das taete - wie soll das logistisch abgewickelt, wie sollen solche Routen geschuetzt werden?