Der Energiewende Thread

  • Ersteller Ersteller Gast1675120202
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Klar muss man im Einzelfall gucken und ich sagen ja auch, dass mehr WKAs je nach Standort durchaus eine Belastung darstellen. Das wird aber auch berücksichtigt und höhere ist im Gegensatz dazu relativ unproblematisch, weil wird das "da fliegen die Vögel drüber hinweg"-Format schon vor 25 Jahren verlassen haben. Aber nicht vor 60 Jahren.
:daumen:

Dass die Vogelpopulationen, auch bei uns, seit den 60ern abnehmen liegt nicht am Flügelschlag, sondern überwiegend an der Landwirtschaft.
Da bin ich mit Dir und @Tekkla einer Meinung.

Das traurige an Freiflächensolaranlagen ist nicht die Dimension der abgedeckten Flächen, würde mich nicht wundern wenn trotz allem mehr Parkplätze neu gebaut werden, sondern dass diese Abdeckung technisch vollkommen überflüssig ist, solange wir noch Ende ungenutzte Gebäudeflächen haben, die ohnehin versiegelt sind.
Definitiv! Das sehe ich auch so. Eh bebaute Flächen müssten effizienter genutzt werden - eben auch für Stromerzeugung. Würde mensch außerdem Tierproduktion und Futtermittelanbau massiv zurückfahren, könnte mensch mehr Flächen renaturieren. Einen Teil der dann übrigbleibenden Agrarfläche könnte mensch kombiniert mit Agri-Photovoltaik nutzen, kann ich mir vorstellen.

Wie gesagt: Ja, mit weniger Verschwendung ließe er sich in Grenzen halten. Aber ohne massivste Einschränkungen, de facto eine Abschaffung der Industrialisierung, nicht auf die Grenzen, die wir heute mit EE füllen konnen. Sondern eben maximal Größenordnungen, die wir beim heutigen Ausbautempo erst in Jahrzehnten erreichen werden => die ganze derzeit von der Union und anderen Lobbyisten durchs Dorf getriebene "Bedarf überprüfen"-Sau ist nur ein Ablenkungsmanöver. Der Bedarf liegt auf absehbare Zeit bei deutlich über 100% der Ausbaukapazitäten, auch wenn wir endlich mal mit Sparen ernst machen. Und er liegt sehr, sehr, sehr, sehr weit darüber, wenn wir es nicht machen.
Die Begrenzung des Energiebedarfs und damit auch der EE-Kapazitäten beißt sich leider mit dem Kapitalismus (Wettbewerb, Fortschritt, Wachstumszwang). Was nicht heißt, dass dies nicht erstrebenswert wäre oder mensch dies nicht versuchen solle.

Klar, auf der anderen Seite sind wirkmächtig Gruppen wie die CDU vertreten, die das ganze aus anderen Motiven abbremsen wollen. Als Öko sitzt mensch zwischen vielen Stühlen - eben abseits von CDU & Co aber auch abseits einem Großteil der Grünen.

Ob was genau Abschaffung der Industrialisierung bedeutet, weiß ich nicht. Das müsste mensch genauer betrachten. Allerdings sind Dynamiken durchaus denkbar - würde sich bspw. Deutschland gegen Großteil von KI sperren und damit auch eine geringere Rechenleistung und Energiebedarf erreichen, wäre dies "ein Nachteil für den Wirtschaftsstandort Deutschland - blabla ...".

Heizung hat übrigens mehr Potential als Verkehr: Passivhäuser gibt es seit Ewigkeiten und in nahezu allen Formaten. Den Verbrauch kann man also auf null senken.
Das stimmt. Leider wurden nicht schon viel früher strengere Bauvorgaben gemacht. Außerdem sind viel zu viele Einfamilienhäuser gebaut worden, was den Flächenverbrauch weiter erhöht hat.
Ob es bis Passivhäuser-Standard gehen muss, weiß ich nicht. Hierzu müssten die dafür benötigten Baustoffe und Herstellungsweisen hinsichtlich Umweltverträglichkeit gegengecheckt werden. Im Zweifel lieber ein mit Wärmepumpe beheiztes/gekühltes Mehrfamilien-Haus aus viel Holz und evtl. Naturdämmstoffen plus PV auf dem Dach. Vgl. hierzu auch Schellnhuber beworbene Initiative mit Bauholz CO2 einspeichern ...

Aber zügig und über größere Entfernungen von A nach B kommen wird immer Energie brauchen. Mit anderer Technik ggf. etwas weniger (wenn ich mir die aktuellen Batterie-SUVs angucke ggf. auch nicht :ugly: ), aber jenseits des innerstädtischen Verkehrs ist man da schnell wieder bei reinem Verzicht.
Das kommt wohl auf die Entfernungen an. Geht es um Bahnstrecken verkürzen die Reduzierung der Anzahl der Halte die Reisedauer mehr als die Erhöhung der Fahrtgeschwindigkeit. Würde also bspw. ein herkömmlicher "Regionalzug" von Berlin nach Hamburg zwischendurch nicht halten, so wäre dieser kaum langsamer als ein ICE, wenn er zudem ohne Halte, zwischendurch auf anderen Zugverkehr wartend, durchfahren könnte.

Uff, ja, da sagst Du was! Wie die Antriebswende umgesetzt wird, ist wirklich übel. Leider ist offenbar aufgrund des Mindsets und des Zeitgeistes hierzulande kaum anderes möglich. Schon ätzend. Am besten noch ein Auto von Tesla aus brandenburgischer Fabrik aus dem Wasserschutzgebiet - yeah! :ugly:

Ansonsten fragt sich, wie Verzicht definiert bzw. aus welcher Sicht dies betrachtet wird und mit was abgewogen wird. ÖPNV und Bahn müssten eben viel stärker ausgebaut, abgestimmt und flexibilisiert werden. Das schaffen andere Länder wie die Schweiz und teils auch Regionen in Deutschland durchaus. Mensch sollte auch nicht vergessen, dass viele Menschen auch lange mit dem Auto im Stau stehen und so neben Energie auch Zeit verschwenden.

Wer die Hand voll machen will, kann außerdem auch noch zwischen Umweltschutz und Naturschutz differenzieren: Umwelt ist, was Menschen umgibt. Also z.B. Luftqualität in Städten, während Natur eben Natur ist.
Da kannste noch einen drauf setzen und fragen, was denn Natur ist und auf was dieser Begriff im Diskurs so alles angewendet wird - also jenseits von Biolog:innen &/Co. Natur per Definition als etwas (vom Menschen) Unberührtes gibt es in Deutschland wohl kaum. Wenn mensch den Menschen allerdings als Teil der Natur versteht, sieht es anders aus, die Ausarbeitung/das Ausagieren von Naturschutz könnte dann aber auch etwas komplizierter werden ...
Die Umwelt hingegen als das, was den Menschen umgibt, also auch die Reste von dem, was mal Natur war ...

Es gibt Verknüpfungen, aber als Artenschutz bezeichnet man eigentlich den Schutz einzelner Arten. Wo man es hinbekommen kann, versucht man das heute so hinzubiegen, dass deren Lebensbedingungen geschützt werden, sodass bei hinreichend großem Maßstab eine gewisse Naturschutzwirkung resultiert. Wieviel hängt aber von der Art ab, Maßnahmen gegen Abschüsse von Wildkatzen schützen bedrohte Insekten beispielsweise nicht vor Ackergiften und umgekehrt, während ein Naturschutzgebiet das Ökosystem insgesamt erhalten würde. Und ganz klassischer Artenschutz besteht auch darin bestehen, Nashörner gegen Wilderer zu überwachen oder die letzten Exemplare einer Art einzufangen und Zoos nachzuzüchten. Das hat dann mit Naturschutz ebensowenig etwas zu tun, wie Naturschutz oftmals nichts mit Klimaschutz gemeinsam hat. Als vierten Punkt, der oft in den gleichen Topf geworfen wird, gäbe es dann noch Tierschutz, also die Bewahrung einzelner Exemplare vor Unanehmlichkeiten. Wer die Hand voll machen will, kann außerdem auch noch zwischen Umweltschutz und Naturschutz differenzieren: Umwelt ist, was Menschen umgibt. Also z.B. Luftqualität in Städten, während Natur eben Natur ist.

In Deutschland werden aber alle fünf Anliegen als linksgrünes Spinnertum zusammengefasst und dann erhalten sie zusammen ein Budget, dass nicht einmal für eine der Rubriken ausgereicht hätte. Und dieses Budget fließt mittlerweile zu >>90% in den Klimaschutz (wenn man Glück hat. Wenn man Pech hat, bauen Habeck oder Reiche fossile Infrastruktur davon). Umweltschutz rund um Menschen wird auf kommunaler Ebene noch vorangetrieben (wobei ich den Eindruck habe, dass das eher auf Druck von Immobilienbesitzern geschieht, die eine Aufwertung wollen), aber Naturschutz ist seit Jahren auf dem Rückmarsch. Insbesondere die Bauern, aber auch die Baulobby streicht gerade einen Punkt nach dem anderen. (Von Artenschutz brauchen wir gar nicht erst anzufangen und im Tierschutz ist sogar die Überwachung bestehender Regelungen Aktivisten überlassen, die dafür mit beiden Beinen im Knast stehen.
Okay. Ich habe da Umwelt- mit Naturschutz synonym verwendet. Ein Beispiel: Renaturierung/Wiedervernässung von Mooren, was vorher Agrarfläche war. Das bedeutet CO2-Einspeicherung, höhere Artenvielfalt - Klima- und Naturschutz. Naturschutz könnte aufgrund obigen Hinweises Naturbegriff etwas komplizierter sein ...

All das mit der Begränung "wir tun doch schon genug fürs Klima". Was a) falsch ist und b) eben nichts mit Natur-/Arten-/Tierschutz zu tun hat :kotz: .
Jupp. Viele Menschen in Deutschland sind Meister:innen darin, sich Dinge zurecht zu lügen ("E-Auto ist gut für Natur/Umwelt"). Und wenn es Andere denn mal ehrlich meinen, kommt teils ekliger Zynismus durch ("Ist mir doch scheißegal ... Die da in China ...").

Das Problem bei allen kleinmaßstäblichen Investitionen ist der Overhead. Kommunen sind einfach eine keine Kraftwerksbauer oder -betreiber und sich 4-5 WKAs das nötige Knowhow anzueignen ist genauso aufwendig und teuer, wie für 4000-5000. Die Planung des Parks selbst dann nur unwesentlich günstiger als die von einem 40-50 oder 400-500, den es bleibt halt EIN Standort, EIN Gebiet, EIN Anschluss. Wenn man also von einem Gebiet redet, in dem große Betreiber einen Ausbau für nicht lohnend erachtet haben, dann ist es nahezu garantiert, dass der sich unter BWL-Betrachtung für Kleinbetreiber erst recht nicht lohnt. Auch private Solaranlagen leben weiterhin in großen Teilen von staatlicher Förderung (deutscher wie chinesischer) und schöngerechneten Bilanzen. Würde man das gleiche Geld, dass Staat(en) und späterer Besitzer und Netzbetreiber und Stromkunden zahlen, einigermaßen geschickt an der Börse anlegen, käme mehr dabei herum. Die Technik ist zwar mittlerweile recht billig geworden, aber das ganze drumherum nicht.

Anders sieht das ganze, wie gesagt, bei VWLer-Betrachtung aus, weil halt einfach die Gemeinschaft profitiert. Aber für diese idealistische Perspektive muss das Geld halt erstmal da und übrig sein. Dann kann man es investieren und freut sich am Ende nicht darüber, dass man es mit Gewinn zurückbekommt (weil man das nicht tut), sondern daran, dass es der ganzen Gegend etwas besser geht. Gegenden, die soviel Geld übrig haben, ging es aber schon vorher relativ gut und sie sind selten. Effizient und sinnvoller wäre ein Ausbau auf Landes- oder Bundesebene. Aber das wäre dann ja Sozialismus oder ""schlimmeres"".
Wie gesagt, bin ich anderer Meinung. Zumal Ziel nicht 100% Autarkie sein muss oder Windpark sondern auch das von uns bereits genannte Zupflastern von Dächern der öffentlichen Gebäude, Parkplätze und Radwege sein kann. Bereits für Privatpersonen/-haushalte rentiert sich PV ja.
Sicherlich kann mensch das aktuelle System hinterfragen und Gerechtigkeitsfrage stellen - bspw. wo bleiben die vielen (ärmeren) Mieter:innen? Von Börsenlösungen halte ich nicht allzuviel. Womöglich führt das nur zu weiterem Kapitalismusmurks ...

Oha, noch mehr geschrieben. Wer soll das alles lesen ... :fresse:
 
Jupp. Viele Menschen in Deutschland sind Meister:innen darin, sich Dinge zurecht zu lügen ("E-Auto ist gut für Natur/Umwelt"). Und wenn es Andere denn mal ehrlich meinen, kommt teils ekliger Zynismus durch ("Ist mir doch scheißegal ... Die da in China ...").
Im Vergleich zu Verbrennern auf jeden Fall. Ansonsten bin ich auf deine Vorschläge bezüglich des Individualverkehrs gespannt.
 
Tatsache ist, dass auch E-Autos massive Ressourcenschleudern sind, die jede Menge Feinstaub erzeugen, überall im Weg rumstehen und von denen jede Menge Gefahr ausgeht.
Das ist aber das Problem des Individualverkehrs.
Dass man umdenken muss, ist klar. Dafür gibt es aber keine politischen Mehrheiten.
Aber was die Politik jetzt plant. wieder zum Alten zurückzukehren, ist nicht die Lösung.
 
Das ist aber das Problem des Individualverkehrs.
Naja, eigentlich nur das des Autoverkehrs. Fahrräder, E-Scooter (zumindest die im Privatbesitz) und natürlich der gute alte Fußbus, haben das Problem nicht.
Dass man umdenken muss, ist klar. Dafür gibt es aber keine politischen Mehrheiten.
Ja, das ist leider auch klar. Man hat die Leute halt davon abhängig gemacht, indem man ihnen per Auto günstigen Wohnraum in ineffizient bebauten Gegenden mit dementsprechend miserablen Möglichkeiten für sinnvollen ÖPNV schmackhaft gemacht und im Gegenzug das Schienennetz und den ÖPNV insgesamt verrotten lassen hat. Gleichzeitig haben sich selbst dort die Zustände dadurch noch verschlimmert, weil z.B. kleinere Läden nicht mehr überleben konnten, weil alle zum nächsten Supermarkt gegurkt sind, auch wenn der 5 km weit weg war. Jetzt gibt es nicht mehr in jedem Kaff einen Markt, sondern nur noch in jeder Gemeinde. Und wenn es doch mehrere sind, verteilen die sich nicht so, dass viele Leute einen in der Nähe haben, sondern stehen natürlich oft direkt nebeneinander (Hotelling's Law lässt grüßen).

In so einer Situation will natürlich niemand auf die inzwischen nötige Mobilität verzichten und mögliche Änderungen an dem Zustand sind entweder zu weit entfernt (weil man am Anfang nur sieht, wie unbequem es in der aktuellen Situation wäre), nicht erwünscht (weil man z.B. nur im großen Einfamilienhaus mit Garten dran glücklich werden kann) oder beides.
 
Im Vergleich zu Verbrennern auf jeden Fall. Ansonsten bin ich auf deine Vorschläge bezüglich des Individualverkehrs gespannt.
Nicht nur das, sondern mein eigentlicher Vergleich ist der von Autos mit ÖPNV und Bahn. Vorherrschende Autos wiegen mindestens 1,5 t, befördern im Schnitt 1,3 Personen, stehen 23/7 ungenutzt herum, werden zu einem Großteil für Strecken bis 10 km verwendet ... => diese Art von Mobilität halte ich ökolgisch für krasse Verschwendung bzw. befeuert diese Klimakrise (die Autos und Rohstoffe werden ja jetzt mit Hilfe eines großen Anteils fossiler Energien hergestellt/bearbeitet) und belastet über Gebühr die Umwelt/"Natur" (Ressourcenförderung, teils neue Fabriken -im schlechtesten Fall gar wie Teslas Fabrik in einem Wasserschutzgebiet). Zumal wir uns mitten in Klimakrise und Massenaussterben der Spezies befinden.

Strukturpolitische Lösungsvorschläge meinerseits wären Ausbau von ÖPNV und Bahn sowie deren flexibles Angebot - bspw. Rufbus, verschieden große Beförderungsfahrzeuge ... und das gerade auch ins Umland der Städte hinein. Außerdem müssten Städte fahrradfreundlich umgestaltet (Fahrradstraßen, breite Radspuren, Tempo 30 innerorts, autofreie Zonen/Stadt ...) werden und Fahrradwege an Landstraßen (plus Tempolimit auf 80) gebaut werden.
Mensch könnte Produktion und Instandhaltung von Autoindustrie auf den Bau von Bussen, Straßenbahnen, Bahn, Fahrräder umstellen sowie einige Arbeiter:innen zu E-Bus/Straßenbahnfahrer:innen/Lokführer:innen umschulen.
Mensch könnte auch viel mehr Jobbikes fördern und Pauschalen für Fahrradinstandhaltung an Arbeitnehmer:innen ausschütten.

Der vorherrschende autolastige Verkehr ist ja auch zu einem Großteil Ergebnis entsprechender Verkehrsverhältnisse und Verkehrspolitik. Würde mensch diese umgestalten, würden viel mehr Menschen öfter das Auto stehen lassen, es gar abschaffen. Evtl. würden manche in Einzelfällen Carsharing nutzen.
Ich selbst lege meine Arbeits/Alltagsstrecken, meist 5-11 km (mit Rückfahrt also 10-22 km, bei mehr Terminen kann es aber auch mal Richtung 30 km gehen), ganzjährig mit dem Fahrrad zurück. Bereits jetzt könnten das auch viel mehr Menschen machen. Zumal E-Bikes heutzutage einen längere oder bergige Stecken ohne viel Mühe überbrücken lassen.

Edit: Gliederung, Ergänzung für eine Verdeutlichung
 
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Naja, eigentlich nur das des Autoverkehrs. Fahrräder, E-Scooter (zumindest die im Privatbesitz) und natürlich der gute alte Fußbus, haben das Problem nicht.
Abnutzung von Reifen und Bremsten hast du letztendlich überall.
Keine Ahnung, wie viel Feinstaub ein Kinderwagen erzeugt. :ugly:
Ja, das ist leider auch klar. Man hat die Leute halt davon abhängig gemacht, indem man ihnen per Auto günstigen Wohnraum in ineffizient bebauten Gegenden mit dementsprechend miserablen Möglichkeiten für sinnvollen ÖPNV schmackhaft gemacht und im Gegenzug das Schienennetz und den ÖPNV insgesamt verrotten lassen hat.

Ja, grüne Wiese. Davon wurden auch meine Eltern angelockt. Pendlerpausche und so, die ja jetzt wieder erhöht werden soll. Ich würde sie lieber abschaffen und den öffentlichen Nahverkehr kostenlos machen.
In so einer Situation will natürlich niemand auf die inzwischen nötige Mobilität verzichten und mögliche Änderungen an dem Zustand sind entweder zu weit entfernt (weil man am Anfang nur sieht, wie unbequem es in der aktuellen Situation wäre), nicht erwünscht (weil man z.B. nur im großen Einfamilienhaus mit Garten dran glücklich werden kann) oder beides.
Ich hab ja auch ein Elektroauto und kann es zu Hause aufladen. Dick Reisen machen wir aber nicht mit dem Auto (wir fliegen :ugly: ) Trotzdem braucht es günstigere Elektroautos. Die Förderung für die Balkonkraftwerke fallen jetzt auch weg. Der Staat torpediert die Energiewende.
 
Abnutzung von Reifen und Bremsten hast du letztendlich überall.
Keine Ahnung, wie viel Feinstaub ein Kinderwagen erzeugt. :ugly:
Mein Tipp: Im Vergleich zu einem Auto vernachlässigbar.
Ja, grüne Wiese. Davon wurden auch meine Eltern angelockt. Pendlerpausche und so, die ja jetzt wieder erhöht werden soll. Ich würde sie lieber abschaffen und den öffentlichen Nahverkehr kostenlos machen.
Tjo, ich auch, aber da wären wir wieder bei den politischen Mehrheiten. ;)
Ich hab ja auch ein Elektroauto und kann es zu Hause aufladen. Dick Reisen machen wir aber nicht mit dem Auto (wir fliegen :ugly: ) Trotzdem braucht es günstigere Elektroautos. Die Förderung für die Balkonkraftwerke fallen jetzt auch weg. Der Staat torpediert die Energiewende.
Naja, wenn Auto, dann elektrisch, das ist klar. Und dass es nicht ganz ohne geht, ist auch klar. Ob das günstig sein muss, weiß ich aber nicht. Einfach die gesellschaftlichen Schäden überall mit einpreisen und dann kann sich jeder selbst überlegen, ob das so eine tolle Idee ist. Ich finde z.B. auch das japanische Modell, nach dem jeder, der ein Auto anmelden will, einen Stellplatz vorweisen muss, recht interessant.

Dass die Union sich extrem gegen die Energiewende stellen würde, war aber klar und ist meiner Meinung nach auch geliefert wie bestellt und in dem Fall vermutlich auch gewollt. Da kann man dann nicht viel machen, außer zuzusehen, wie weiter jede Menge Geld in längst überholte Technologien gepumpt wird, damit ein paar Leute noch etwas länger das untote Pferd reiten können, während von den Arbeitnehmern verlangt wird, dass sie endlich mal richtig anfangen zu arbeiten, damit für solche Kapriolen überhaupt noch genug Geld da ist.
 
ich finde z.B. auch das japanische Modell, nach dem jeder, der ein Auto anmelden will, einen Stellplatz vorweisen muss, recht interessant.
Das gilt ja nur für Tokio. Mein Sohn, der in Hamburg studiert, hat kein Auto. Der macht alles mit der S-Bahn und macht Car Sharing, wenn er mal ein Auto braucht.
Aber wir schaffen es ja nicht mal in den Großstädten alles für das Fahrrad zu tun.
Dass die Union sich extrem gegen die Energiewende stellen würde, war aber klar und ist meiner Meinung nach auch geliefert wie bestellt und in dem Fall vermutlich auch gewollt. Da kann man dann nicht viel machen, außer zuzusehen, wie weiter jede Menge Geld in längst überholte Technologien gepumpt wird, damit ein paar Leute noch etwas länger das untote Pferd reiten können, während von den Arbeitnehmern verlangt wird, dass sie endlich mal richtig anfangen zu arbeiten, damit für solche Kapriolen überhaupt noch genug Geld da ist.
Die Leute wählen das eben.
 
Aber wir schaffen es ja nicht mal in den Großstädten alles für das Fahrrad zu tun.
Das geht halt nur, wenn man das Auto etwas entprivilegisiert und dagegen gibt es halt eine extrem starke Lobby.
Die Leute wählen das eben.
Ja, leider. Und weil es ihnen davon noch beschissener gehen wird, werden sie in Zukunft auch noch größeren Unfug wählen. Das bereitet mir wirklich Sorgen. Aber gut, anderes Thema.
 
Naja, eigentlich nur das des Autoverkehrs. Fahrräder, E-Scooter (zumindest die im Privatbesitz) und natürlich der gute alte Fußbus, haben das Problem nicht.

Ja, das ist leider auch klar. Man hat die Leute halt davon abhängig gemacht, indem man ihnen per Auto günstigen Wohnraum in ineffizient bebauten Gegenden mit dementsprechend miserablen Möglichkeiten für sinnvollen ÖPNV schmackhaft gemacht und im Gegenzug das Schienennetz und den ÖPNV insgesamt verrotten lassen hat. Gleichzeitig haben sich selbst dort die Zustände dadurch noch verschlimmert, weil z.B. kleinere Läden nicht mehr überleben konnten, weil alle zum nächsten Supermarkt gegurkt sind, auch wenn der 5 km weit weg war. Jetzt gibt es nicht mehr in jedem Kaff einen Markt, sondern nur noch in jeder Gemeinde. Und wenn es doch mehrere sind, verteilen die sich nicht so, dass viele Leute einen in der Nähe haben, sondern stehen natürlich oft direkt nebeneinander (Hotelling's Law lässt grüßen).

In so einer Situation will natürlich niemand auf die inzwischen nötige Mobilität verzichten und mögliche Änderungen an dem Zustand sind entweder zu weit entfernt (weil man am Anfang nur sieht, wie unbequem es in der aktuellen Situation wäre), nicht erwünscht (weil man z.B. nur im großen Einfamilienhaus mit Garten dran glücklich werden kann) oder beides.
Vor allem gibt es offenbar so eine Art Massen-auto(=selbst)suggestion, der auch viele der Boomer-Generation anheim gefallen sind - okay, teils mittlerweile altersbedingt, was den Aktionsrahmen schon etwas einschränkt. Jedenfalls die Überzeugung, dass es nicht ohne Auto gehen würde.
Das geht so weit, dass Mitglieder dieser Autogesellschaft andere auch davon überzeugen wollen. So haben die Eltern eines Freundes ihn regelmäßig(!) davon überzeugen versucht, dass er sich doch ein Auto kaufen solle, obgleich er ihnen dargelegt hat, dass er keines benötigt. Noch absurder wird das durch den Fakt, dass die allermeisten Boomer:innen selbst ganz anders aufgewachsen sind. Deren Eltern hatten nämlich zum übergroßen Teil gar keins. Tja, und bei den Jüngeren ist quasi Auroverweigerung eher die Ausnahme. Denen wurde die Autofixiertheit vorgelebt und dürfte bei den meisten zur unhinterfragten Normalität gehören.

Abnutzung von Reifen und Bremsten hast du letztendlich überall.
Ernsthaft? ...

Keine Ahnung, wie viel Feinstaub ein Kinderwagen erzeugt. :ugly:
... puh, offenbar nicht. :) Ja, echt ey, die Eltern mit den Kinderwägen ... oder die Rollifahrer:innen sind die Hauptverursacher:innen von Feinstaub! :ugly:

Ja, grüne Wiese. Davon wurden auch meine Eltern angelockt. Pendlerpausche und so, die ja jetzt wieder erhöht werden soll. Ich würde sie lieber abschaffen und den öffentlichen Nahverkehr kostenlos machen.
Oja, fände ich gut!

Im Vergleich zu Verbrennern auf jeden Fall. Ansonsten bin ich auf deine Vorschläge bezüglich des Individualverkehrs gespannt.
Und? ;)

Das geht halt nur, wenn man das Auto etwas entprivilegisiert und dagegen gibt es halt eine extrem starke Lobby.
Ja, beiden Punkten kann ich nur zustimmen. Auto ist ja generell teurer gewesen als ÖPNV. Verbilligen des ÖPNVs alleine dürfte nicht genügend Motivation zum Stehenlassen/Abschaffen von Autos schaffen. Autofahren müsste herabgestuft werden und Städte nicht mehr für die Autos sondern für Menschen gestaltet werden. Mehr Einbahnstraßen, Fahrradstraßen, weniger Autospuren, weniger Parkplätze, Tempo 30 ... längere Ampelphasen für Fußgänger:innen, mehr Begrünung, Spielstraßen, Fahrradabstellplätze ...
Aber ja, ich sehe auch Lobby und Bequemlichkeit vieler Menschen und den schrägen Diskurs, bspw. das "Argument", dass dann der schichtarbeitende Krankenpfleger als Strohmann herausgekramt wird und mensch ja gar nicht ohne Autos klar käme. Is klar, weil alle ja schichtarbeitende Krankenpfleger:innen sind. :ugly:

Das gilt ja nur für Tokio. Mein Sohn, der in Hamburg studiert, hat kein Auto. Der macht alles mit der S-Bahn und macht Car Sharing, wenn er mal ein Auto braucht.
Aber wir schaffen es ja nicht mal in den Großstädten alles für das Fahrrad zu tun.
Ja, leider. Nach längerer Zeit und außerparlamentarischen Druck hin, arbeitete in Berlin Rot-Rot-grün endlich mal an der fahrradfreundlichen Stadt, was nach ein paar Umsetzungen nun wieder durch CDU samt autofreundlicher, opportunistischer SPD ausgebremst wurde. Der sich aus letzter Wahl ergebende Machtblock, quasi die Bevölkerung der äußeren Stadtteile, drängt der Innerstädtischen Bevölkerung ihren Autoverkehr auf - samt Lärm, Dreck, Stress, Fahrradfahrer:innen&Fußgänger:innentote - Danke dafür!:motz:
 
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Vor allem gibt es offenbar so eine Art Massen-auto(=selbst)suggestion, der auch viele der Boomer-Generation anheim gefallen sind - okay, teils mittlerweile altersbedingt, was den Aktionsrahmen schon etwas einschränkt. Jedenfalls die Überzeugung, dass es nicht ohne Auto gehen würde.
Das geht so weit, dass Mitglieder dieser Autogesellschaft andere auch davon überzeugen wollen. So haben die Eltern eines Freundes ihn regelmäßig(!) davon überzeugen versucht, dass er sich doch ein Auto kaufen solle, obgleich er ihnen dargelegt hat, dass er keines benötigt. Noch absurder wird das durch den Fakt, dass die allermeisten Boomer:innen selbst ganz anders aufgewachsen sind. Deren Eltern hatten nämlich zum übergroßen Teil gar keins. Tja, und bei den Jüngeren ist quasi Auroverweigerung eher die Ausnahme. Denen wurde die Autofixiertheit vorgelebt und dürfte bei den meisten zur unhinterfragten Normalität gehören.
Naja, da wird irgendwann das Erwachen kommen, wenn sie merken, dass Autoabhängigkeit ganz schön blöd ist, wenn man erst mal altersbedingt seinen Lappen abgeben musste. Dass insbesondere diese Generation so darauf schwört könnte auch mit daran liegen, dass die in einer Zeit angefangen haben Auto zu fahren, in der diese ganzen Probleme, die ja auch Autofahrer betreffen, noch nicht aufgekommen sind, weil einfach noch viel weniger Leute gefahren sind und die immer noch denken, dass die Lösung ist, einfach mehr und breitere Straßen und mehr Parkplätze zu bauen und deswegen natürlich allergisch darauf reagieren, wenn stattdessen Platz für irgendwas anderes "verschwendet" wird.
 
Naja, da wird irgendwann das Erwachen kommen, wenn sie merken, dass Autoabhängigkeit ganz schön blöd ist, wenn man erst mal altersbedingt seinen Lappen abgeben musste. Dass insbesondere diese Generation so darauf schwört könnte auch mit daran liegen, dass die in einer Zeit angefangen haben Auto zu fahren, in der diese ganzen Probleme, die ja auch Autofahrer betreffen, noch nicht aufgekommen sind, weil einfach noch viel weniger Leute gefahren sind und die immer noch denken, dass die Lösung ist, einfach mehr und breitere Straßen und mehr Parkplätze zu bauen und deswegen natürlich allergisch darauf reagieren, wenn stattdessen Platz für irgendwas anderes "verschwendet" wird.
Allerdings. Hoffentlich nicht zu spät. Manche beharren gar auf dem Autofahren und das kann leider für sich selbst und/oder andere Verkehrsteilnehmer auch tödlich enden. Manchmal sterben auch ältere Radfahrer:innen, wohl weil sie sich auf Ampelphasen verlassen und von Autofahrer:innen totgefahren werden, die unachtsam rechts abbiegen. Weniger Autos würde den Verkehr sicherer machen. Das sehe ich wie Du.
Diese Entwicklung ist teils schon irre. Bspw. in Berlin wird unsinnigerweise die A100 südöstlichen Teil her ins Zentrum planiert. Eigentlich heutzutage unglaublich, sollte mensch angesichts der ökologischen Krisen und deren Folgen (länger/häufiger Hitze kombiniert mit mehr Asphalt, mehr Verbrenner) meinen.
Ich fände es ja nur fair, wenn ausschließlich Autofahrer:innen an Hauptverkehrsstraßen wohnten. Sollen jene wenigstens die direkten Auswirkungen von Verkehr am eigenen Leib erfahren.

Tja, und bei den Jüngeren ist quasi Auroverweigerung eher die Ausnahme. Denen wurde die Autofixiertheit vorgelebt und dürfte bei den meisten zur unhinterfragten Normalität gehören.
Auch wenn ich es einschränkend formulierte, habe ich etwas zu negativ geschrieben. Jedenfalls soll nicht unter den Tisch fallen, dass einige Jüngere sich für ein autofreies Leben entscheiden, teils gar keinen Führerschein machen wollen oder zumindest auf ein eigenes verzichten und Carsharing nutzen.
 
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Aber wir schaffen es ja nicht mal in den Großstädten alles für das Fahrrad zu tun.
Und die "Konservativen" torpedieren sogar bereits geplante Vorhaben.

Und wenn ich den ÖPNV in Leipzig mit dem in Hamburg vergleiche, sehe ich vor allem im Osten noch sehr viel Handlungsbedarf. Aber die Fahrradinfrastruktur ist in beiden Städten sehr schlecht.

Weniger Platz und Geschwindigkeit fürs Auto ist längst überfällig. Aber die Bequemlichkeit ist offensichtlich wichtiger. Lieber 40 Minuten im Ledersitz im Stau sitzen als in der Bahn/Bus stehen oder mal das Fahrrad nutzen. Wobei Fahrradfahren teils wirklich gefährlich ist.
 
Und wenn ich den ÖPNV in Leipzig mit dem in Hamburg vergleiche, sehe ich vor allem im Osten noch sehr viel Handlungsbedarf. Aber die Fahrradinfrastruktur ist in beiden Städten sehr schlecht.
Hamburg ist echt gut ausgebaut. Mein Sohn hat noch ein Elektrobike.
Und wenn er mal ein Auto braucht, ist das Car Sharing Angebot in Hamburg echt groß.
Jetzt will die Politik, dass der Verbrenner weiter läuft. Meines Erachtens ein falscher Ansatz. Wenn das so weiter geht, bleibt, wird Mercedes der letzte deutsche Autobauer von den Chinesen geschluckt und dann heulen alle herum.
 
Jetzt will die Politik, dass der Verbrenner weiter läuft. Meines Erachtens ein falscher Ansatz. Wenn das so weiter geht, bleibt, wird Mercedes der letzte deutsche Autobauer von den Chinesen geschluckt und dann heulen alle herum.
Ich war grad im Urlaub. Mit einem Mietwagen und nicht mit meinem Korea-Stromer.

Die Nachbarn: Mit deinem E-Auto nach Südfrankreich? Das geht?
Ich: Ja, aber wir waren mit einem Mietwagen, Benziner, da.
Die Nachbarn: Ach so. Klar. Wäre mit dem Laden ja gar nicht gegangen!
Ich: Äh. Nein? Mein Auto ist ein selbst bezahlter Firmenwagen. Jeder Kilometer kostet mich damit ohne Strom um die 0,5 €. Bei 4.500 KM ist das ein einfaches Rechenexempel, wenn der Mietwagen mich 800 € für die Strecke (ohne Sprit) kostet.
Die Nachbarn: Häh? Achso. Jaja. (Denken, dass ich mich herausreden will)

Solange die Menschen hier im Land nicht endlich anfangen im größeren Stil mal den eigenen Bregen zu benutzen anstatt einem Gefühl und/oder einem Vorschreier zu folgen, wird dein Szenario mit großer Wahrscheinlichkeit zur Realität.
 
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