ruyven_macaran
Trockeneisprofi (m/w)
Früher gab es kein Schädlingsmittel oder anderweitige Stoffe, die Holz Witterungsbedingungen gegenüber widerstandsfähiger machten also was hat man gemacht? Reines Kernholz verarbeitet und das war genau das, worunter du geschlafen hattest aber heutzutage, könnte man sich das nicht leisten, das wäre viel zu teuer und ökologisch absolut unsinnig.
Kann den Aufbau des Balkens unter den Farbschichten nicht nachvollziehen, aber schätzungsweise 60*80 cm über eine gerade Länge von 4 m und schätzungsweise nochmal 10 m jenseits der Wand, nur kann ich nicht sagen, wie gerade es da weiterging), hat man auch früher nicht an jeder Ecke bekommen. Erst recht nicht 20-30 mal für die ganze Länge des Hauses plus eine weitere Lage fürs nächste Stockwerk und möglicherweise noch einmal eine unterm Dach. Soweit ich weiß, hat man für solche Konstruktionen eher alles genommen, was da war, auch wenn die Ecken dann Splintholz waren. Je nach dessen Anteil und Härte der jeweiligen Art musste man halt die Dimensionen etwas anpassen, aber Hauptsache man hat genug Tragfähigkeit insgesamt. Wenn ein tragender Deckenbalken der Witterung aussgesetzt ist, läuft sowieso etwas falsch. Früher hatte man zwar nur Pech, Öle und ggf. Teer zur Holzbehandlung (was fachgerecht gemacht für ziemlich viel Witterung reicht. Und für eine Portion Krebs.), aber auch Lasuren, Putze und Lehm um einen Schutzschicht zwischen Holz und Wetter aufzubauen oder halt schlichtweg einen nicht tragenden Vorbau. Auch Kernholz hält keine Jahrhunderte, wenn man es einfach der Witterung aussetzt, sondern braucht Schutz und das nötige Wissen darüber ist alt, sehr alt. Bei neuer Forschung geht es nur noch um geringere Gesundheitsbelastung, Kostenreduktion und vor allem um immer höhere Häuser bei weiterhin gutem Brandschutz. Das ist die einzige Achillesferse von Holzbauten. Aber in den Dimensionen, in denen 90% der Häuser in Deutschland gebaut werden, hat man das längst im Griff.
Auch da hast du nicht unrecht aber ich gebe zu bedenken, warum ich persönlich nicht in der Form bauen würde, das die angesprochene Leichtbauweise, sicherlich mit Fertigmodulen, nicht besonders langlebig und pflegeintensiv ist. Es gibt viele Probleme, wenn sich das Holz verzieht, mit Undichtigkeiten. Der Schallschutz ist auch nicht so gut
Du hast entweder nie einen 80er-/90er-Plattenbau von innen gesehen oder nie ein modernes Holzhaus, wenn du was von Schallschutz schreibst. Man kann sowohl mit Beton als auch mit Holz hellhörig bauen oder man kann es sein lassen. Das ist eine Frage der Qualität und der Vorschriften. Weswegen ich die Absenkung der Standards auch sehr kritisch sehe, unabhängig vom Bautmaterial. Haltbarkeit ist ebenso, siehe oben, eine Qualitätsfrage. Gibt genug Betonbauten aus den 1960ern, die heute mürbe sind und es gibt Holzbauten aus den 1860ern, die sind es nicht. Vormontage in einer Halle würde ich prinzipiell sogar als Vorteil betrachten, aber Pfusch auf dem Bau selbst muss man trotzdem weiterhin bekämpfen.
Und natürlich darf man kein unzureichend abgelagertes Holz nehmen, wenn man hinterher keine Probleme bekommen will. Das wäre genauso bescheuert, wie nicht ausgehärteten Beton zu belasten.
Wenn man sehen will wie unlanglebig Holzhäuser in dieser billig Leichtbauweise sein können, muss man nur in die USA gucken. Da gibt es auch zahlreiche Housereports, von Deutschen die dort leben und genau das kritisieren.
WTF? Hast du irgend ne Ahnung, wie in den USA gebaut wird und wie bei uns?
Du vergleichst gerade Paletten mit Furniermöbeln: Beides entspricht keinem handgeschnitzen Meisterschrank, klar, aber während das eine ein Wegwerfprodukt für wenige Monate bis Jahre ist, hält das andere bei sachgemäßer Nutzung meist Jahrzehnte und damit länger, als die meisten es in unveränderter Form nutzen wollen. Das gilt genauso für die Häuser (nur mit um Faktor 10 höheren Zahlen)
@Haus/m² Argument, na klar, da hast du Recht anderer seits ist die Alternative Flächenversiegelung. Ein Garten kann wenigsten Wasser aufnehmen und sorgt, gegossen, für Kühlungseffekte. Ein Hochhaus mit vorbetonierten Hof und Stellplätzen hingegen nicht.
Solange du in deinem Garten 20-40 Familien einquartierst und deren Mobilität in deinem Wohnzimmer parkst, funktioniert der Vergleich.
Wenn nicht, blamierst du dich gerade dermaßen...
Ich denke die gesunde Mischung ist halt der richtige weg. In einem Haus wohnen ist perse nicht schlecht oder etwas böses,
EFHäuser sind eine ordentliche Flächenverschwendung und große EFH sind eine extreme Flächenverschwendung. Flächen, die wir nicht haben. Und zu allem Überfluss hängt daran auch eine deutliche Steigerung des unmittelbaren Energieverbrauchs durch mehr Außenfläche und eine extreme indirekte durch den steigenden Mobilitätsbedarf, wenn alles über riesige Areale zersiedelt ist.
Ob man das nun "böse" nennt, sei dahingestellt. Aber ökologisch wie klimatechnisch ist es ein riesiger Luxus. Wer im Gegenzug komplett auf motorisieren Verkehr verzichtet, insbesondere in seinem ganzen Leben nicht einmal fliegt, und sich nur mit Gemüse aus dem eigenen Garten ernährt; seine Energie und sein Wasser nur vom eigenen Dach bezieht, kommt natürlich trotzdem noch auf eine "grüne" Bilanz, aber wer macht das schon? "Häusschen" geht in Deutschland, im Gegenteil, meist mit einem auch im weiteren Verlauf energieintensiven Lebensstil, also viel Autofahren, mehrere Reisen im Jahr, überdurchschnittlicher Konsum, etc. einher und das verkraftet der Planet nicht. Irgendwer muss dafür im Gegenzug leiden, meist nicht gerade wenige.
Ein EFH hat im Schnitt deutlich mehr Stellplätze pro Person als ein Hochhaus oder ein mittelhohes Mehrfamilienhaus und auch um Hochhäuser herum kann man Grünanlagen anlegen. Man hat in mittelhohen oder Hochhäusern einfach viel mehr Wohnfläche pro versiegelter Fläche, wobei es ganz klar einen Sweetspot für die Höhe gibt, ab der negative Effekte Überhand nehmen. EFH sind in vielerlei Hinsicht ineffizient. Das heißt nicht, dass man sie verteufeln muss, aber ich würde mich jetzt nicht beschweren, wenn man das z.B. steuerlich mehr berücksichtigen würde.
Gerade die Hochhaussiedlungen aus den 60ern und 70ern (nicht mehr die meist enger geplanten aus den 80ern oder dann nach verdichtete) haben oft sogar einen ziemlich hohen Anteil an Grünflächen relativ zu versiegelten Bereichen, während neu geplante EFH-Viertel in Stadtnähe heute durchaus 25% Versiegelung und mehr erreichen können. Bei einem Bruchteil der untergebrachten Familien pro km². Auf einem Zehntel der Baufläche, die 1000 EFHs heute belegen, kann ich 1000 Familien ihn Hochhäusern unterbringen und auf einem Zehntel der Grundstücks- und Verkehrsfläche um die EFH kann ich um die Hochhäuser große Parks, Spielplätze und Naturflächen schaffen.
Und dann hab ich 9/10tel der Gesamtfläche über, aus denen rechnerisch ein Naturschutzgebiet JWD wird, anstatt noch weitere Flächen für Ausfallstraßen zu den EFH-Vierteln zu bauen.
Ich würde es bevorzugen, wenn man das genaue Gegenteil macht und gerade Familien motiviert aufs Land zu ziehen, Leerstand zu besiedeln und die rechtlichen Möglichkeiten schafft, wie Recht auf Homeoffice beispielsweise, da wo es geht.
Gerade Familien brauchen wegen der Kinder (Betreuung, Schule, etc.) überproportional viele öffentliche Einrichtungen, die zentralisiert viel effizienter bereitgestellt werden können. Klein- bis Mittelstädte reichen dafür natürlich und man könnte die Metropolen massiv entlasten, wenn man das nutzen würde, aber "aufs Land" respektive, energetisch und vor allem ökologisch sinnvoll, "ins (bestehende) Dorf" ist eher angemessen für Leute, die noch keine Kinder oder keine Kinder mehr im Haus haben wollen. (Bis zu dem Alter, wo dann wegen Gebrechen der Bedarf für öffentliche Versorgung wieder ansteigt. Wobei da auch erstaunlich viel in konzentrierten Clustern auf dem Land möglich wäre.)
Aber man muss halt aufpassen, dass dadurch nicht wieder alles so weitläufig wird, dass eine sinnvolle Abdeckung durch ÖPNV zu schwierig wird, weil man dann wieder mehr Stellplätze braucht. Und wenn irgendwas ineffizente Nutzung von versiegelter Fläche ist, dann sind es meiner Meinung nach Stellplätze.
ÖPNV hängt nicht an der durchschnittlichen, sondern an der lokalen Dichte. Du kannst ein paar große Wohnblocks (die man heute gleich mit Tiefgarage bauen würde
) relativ konzentriert aufstellen und so verschachteln, dass trotzdem jeder Blick ins Umland hat und dann packst du eine top ausgelastete Bushaltestelle mitten rein. Dann 500 oder 1000 m bis zum nächsten Block dieser Art und der nächsten Haltestelle zu lassen, ist überhaupt kein Problem und ergibt eine gute ÖPNV-Anbindung, viel Grün und insgesamt immer noch mehr WE/km², als mit EFHs, die weder das eine noch das andere hätten. Und wenn man neben die Bushaltestelle noch einen Supermarkt, einen Friseur und ne Bank/Post packt, hat man sogar einen erheblichen Teil aller Wege komplett eliminiert.Guck dir mal Ost-Plattenbausiedlungen im Dunstkreis großer Städte an. Die haben genau das wirklich sauber hinbekommen, denn "dann fahren die Leute halt mit dem Auto" kam halt gar nicht erst in Frage. In den beiden Allendevierteln in Berlin Köpenick z.B. kommt man prima mit Bus und Straßenbahn aus, hat vor quasi allen Fenstern einen Blickweite, die EFH-Viertel erst ab der Stufe "Villen" bieten können und das ganze mit einer Zahl an Wohneinheiten, die als typischer Neubau-Suburb noch den gesamten Müggelwald zusätzlich verschlungen hätte. Stattdessen man hat da ein in Stellen geradezu naturbelassenes Großareal direkt vor der Haustür, dass nebenbei noch halb Südostberlin der Naherholung dient. Über die Bausubstanz und das Außendesign der Häuser kann man vortrefflich streiten, aber in Sachen Flächennutzung sowie den energetischen Grundparametern "Außenfläche pro Wohneinheit", "durchschnittliche Wegstrecken" und "ÖPNV-Zugänglichkeit" ist das absolut vorbildlich.
Wachstum findet aber ja nicht nur durch ein Bevölkerungswachstum, sondern auch, wenn nicht hauptsächlich, durch wissenschaftlichen und technologischen Fortschritt statt. Ein Problem ist halt, dass weniger Leute da sind, die die Leute finanzieren müssen, die noch nicht oder nicht mehr arbeiten können. Aber ich denke, dass man das schaffen kann, bzw. muss. Der Schlüssel ist meiner Meinung nach Reiche besser zu besteuern und bei den Sozialabgaben mehr in die Verantwortung zu nehmen, Arme zu entlasten und mehr effiziente Infrastruktur zu bauen, die allen nutzt.
Bevölkerungswachstum steigert eigentlich nur eins: Probleme.
Langfristig muss man mit einer statischen Bevölkerungsgröße auskommen. Und ausgehend von dem, was man in Deutschland schon hat, sollte die deutlich unter dem heutigen Niveau liegen, also muss man für eine gewisse Zeit eine Schrumpfung hinnehmen. Den ganzen Terz, den wir bei jedem einzelnen Bauprojekt wegen Umweltschutz & Co machen, gibt es doch nur, weil nur noch so extrem wenig Natur übrig ist und die deswegen so kostbar ist. Mit einem Viertel der Bevölkerungsdichte könnte man sich eine riesige Menge Aufwand sparen, einfach weil genug Puffer und Regenerationsfähigkeit da wären. Über Geld für aufwendige Begrünungsmaßnahmen würde sich auch niemand eine Rübe machen, wenn genug Grün von sich aus in der Nähe herumstehen würde. Und mit einem Zehntel der heutigen Bevölkerung könnten auch unzählige Prozesse in ihrer Effizienz steigen: Wieso beackern wir Flächen mit geringem Ertrag? Wieso bauen wir Häuser in Gebieten, wo aufwendiger Hochwasserschutz nötig ist? Wieso binden wir Industriegebiete in Gegenden an, wo man keine zwei Meter fahren kann, ohne eine Brücke oder einen Tunnel zu brauchen?
Doch nur weil alle geeigneteren Flächen längst verplant sind. Aber immer noch viel zu viele Menschen übrig, die man dann halt unter erheblichem Mehraufwand auf in ungeeignete Gebiete quetschen muss.
Was man halt nicht machen darf in dem Zuge: Das Konzept "Stadt" aufzugeben. Genauso, wie EFHs die ineffizienteste Art sind, ein Wohngebiet zu gestalten, sind Dörfer die ineffizienteste Art, eine Landschaft zu besiedeln. Jedes braucht extra Straßen, Wasser, Abwasser, Strom, Mobilfunk, blablabla. Kostet alles extra Geld, Fläche und Energie, die man mit den gleichen Menschen konzentriert an einem Ort sparen würde. Idealerweise bestände Deutschland in 500 Jahren nur noch aus dem, was heute die Kernstädte von Berlin/Hamburg/München/Frankfurt/diverse Pöttler ist und zwischen diesen Knoten mit 10-20 Millionen Einwohnern gäbe es nur noch einzelne Landwirtschaftsstützpunkte (wenn die nicht ohnehin vollständig automatisiert werden), geradlinige Schnellzugverbindungen und viel Natur. So viel Natur, dass auch das Leben in diesen Stadtkernen wieder lebenswert ist, weil man nach 3 km mit dem Fahrrad eben nicht im ersten EFH-Ring vor den folgenden Gewerbegebieten steht, sondern an einem echten Stadtrand, jenseits dessen es aussieht, wie heute nur in Feriengebieten.
Gut, das geht vielleicht etwas vom Thema weg, aber ich glaube einfach, dass die momentanen sozialen Verhältnisse eine Energiewende und ein Umstellen auf nachhaltige Konzepte auch allgemein massiv erschweren.
Jedes bestehende Problem erschwert die Konzentration auf die Lösung eines anderen, einfach weil es halt auch wichtig ist und Ressourcen verlangt. Aber man darf das nicht als Anlass nehmen, gar keine Probleme mehr zu lösen und vor allem kommt man aus so einem Dilemma nicht raus, wenn man weiterhin Schritte unternimmt, welche Probleme verschärfen. Und das machen wir aktuell. Deutschland steigert Tag für Tag die Zersiedlung, wir verteilen Tag für Tag von unten nach oben, wir zerstören Tag für Tag Natur und der Gesamtenergieverbrauch sinkt in Deutschland auch nur auf dem Papier minimal, weil wir immer Leistungen aus dem Ausland konsumieren, also Teil des global steigenden Energieverbrauchs sind.
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