Der Energiewende Thread

  • Ersteller Ersteller Gast1675120202
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etwas, dass man seitens der Wissenschaft bereits seit den 1970er Jahren fordert. Die Politik und Gesellschaft hat das aber gekonnt ignoriert.
Absolut richtig.
Hätte man damals damit angefangen und es in einem vernünftigen Tempo stetig vorangetrieben würden wir heute auch sehr gut da stehen da wirklich ausreichend Zeit da war den prozess anzupassen.
Wie du sagst - alles ignoriert, und jetzt will man in einem Zehntel der Zeit alles umwerfen und voll in den Rückwärtsgang schalten. Dass das nicht schadensfrei abläuft ist naheliegend.

Versteht mich nicht falsch, ich habe absolut nichts gegen klimafreundliche Industrie, Atomausstieg, CO2-Vermeidung und all die grünen Themen - ich habe Nachwuchs den das (noch weit mehr als mich) interessiert. Nur die selbstzerstörerische Turbonummer die wir hier abziehen (funktionierende Kraftwerke ideologisch "notabschalten" statt sie wenigstens auslaufen zu lassen, beispielsweise bis die grade eingesetzten Brennstäbe durch sind) bleibt mir unverständlich.
Wir sind ja wirtschaftlich und technologisch in der Lage eine solche Energiewende hinzukriegen, ich habe aber bisher nur ganz selten das Gefühl gehabt, dass die dafür notwendigen Entscheidungen irgendwie vernünftig durchdacht waren um die dafür nötige (!) Wirtschaftskraft auch zu erhalten und die nötigen Technologien im Land zu halten / zu nutzen und nötige Investitionen auch zu machen (warum haben wir beispielsweise keine Pufferspeicher? Keine Wasserstofferzeugung aus dem überschüssigen Strom wenn hell/windig ist? Weil die Schuldenbremse einhalten wichtiger ist?).

@seahawk Vorsicht - mit solchen Artikeln biste ganz schnell der Lügner (die GMH hatte ich ja oben erwähnt). Läuft doch alles supi im Stomnetz!
Interessant ist ja der Kommentar des Autors in deinem Artikel:
"Ich höre jetzt schon die mögliche Reaktion aus der grünen Ecke: Wenn die Stahlproduktion wegen dieser hohen Strompreise nicht rentabel ist, dann muss der Staat hier eben ganz schnell eingreifen und so viel Steuergelder als Subventionen über die Stahlhersteller auskippen, bis sich die Produktion wieder rechnet? Man kann diese Reaktion fast schon erahnen."

Ich hatte eher ein "na dann machen wir halt keinen Stahl (/Beton /Glas /...) mehr in Deutschland" als grüne Antwort auf ihre Politik die den Standort nicht wettbewerbsfähig zurücklässt erwartet. Die "Wir subventionieren alles ums schönzurechnen" ist ja noch die harmlosere Version.
 
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Wir sind ja wirtschaftlich und technologisch in der Lage eine solche Energiewende hinzukriegen, ich habe aber bisher nur ganz selten das Gefühl gehabt, dass die dafür notwendigen Entscheidungen irgendwie vernünftig durchdacht waren um die dafür nötige (!) Wirtschaftskraft auch zu erhalten
Hast du den Eindruck, dass die Politik überhaupt die Energiewende will? Außer den Grünen und teile der Sozen sehe ich da keine. Dazu kommen Medien wie Axel Springer, die das nieder schreiben.
Und ab Februar haben wir Kräfte, die die Energiewende wieder beerdigen wollen.
 
Hast du den Eindruck, dass die Politik überhaupt die Energiewende will?
Ja - nur will kaum einer für die dafür nötigen Entscheidungen verantwortlich sein im Sinne von wir finden das alle ganz toll aber oohhhh das kostet Geld? VIEL Geld? Geld, dass diese Legislaturperiode ausgegeben werden muss aber erst die nächste oder übernächste Früchte trägt? Gaaaaaanz bitter für Politiker sowas.

Generell glaube ich schon dass die Wende gewollt ist, sonst hätten wir Regelungen wie CO2-Emmissionsrechtehandel nicht gebraucht und müssten auch keine Verbrennerautos verbieten oder (hoffentlich demnächst irgendwann mal) über CBAM aus dem Ausland kommende "dreckigen" Produkte bezollen usw. - nur ich vermisse da die Entschlusskraft.
Wenn praktisch alle Ingenieure sich schon lange einig sind dass Pufferspeicher unsere Netzprobleme sehr stark mildern würden und Preiseskapaden in Dunkelflauten verhindern können, oder dass wir in guten Zeiten so viel Strom überproduzieren können mit den ganzen erneuerbaren dass wir "gratis grünen Wasserstoff" produzieren könnten statt Stomzu verschenken wären doch nur Elektrolysewerke vorhanden - warum haben wir all das nicht längst gebaut? Wir haben die Technik, wir haben die Leute, wir haben die Kreditwürdigkeit als Land. Alles ist da. Nur passiert nix in der Richtung.
 
Absolut richtig.
Hätte man damals damit angefangen und es in einem vernünftigen Tempo stetig vorangetrieben würden wir heute auch sehr gut da stehen da wirklich ausreichend Zeit da war den prozess anzupassen.
Wie du sagst - alles ignoriert, und jetzt will man in einem Zehntel der Zeit alles umwerfen und voll in den Rückwärtsgang schalten. Dass das nicht schadensfrei abläuft ist naheliegend.
wettbewerbsfähig zurücklässt erwartet. Die "Wir subventionieren alles ums schönzurechnen" ist ja noch die harmlosere Version....
Ich weiß. Ich glaube inzwischen leider auch, dass Grüne nur Ideologie können und nicht Technik und Wirtschaft. Und ich wähle seit 20 Jahren meist Grün.

Meine Lieblingsstudie:

Zeigt deutlich, dass wir aktuell nur 2 Optionen haben. Entweder langsamer dekarbonisieren oder explodierende Strompreise und damit wirtschaftliche Problem und die Dekarbonisierung würde nur funktionieren, wenn man die fossilen Energien noch viel teurer macht. Was dann wieder mit wirtschaftlichen und sozialen Problemen kommt.

Sehen wir gerade beim E-Auto. Strom ist relativ teuer - durch den schnellen Ausbau der Infrastruktur ist Strom an öffentlichen Ladepunkten noch teurer - die Auslastung ist aber bescheiden - dadurch muss der Preis noch weiter steigen - dadurch lohnt sich ein E-Auto noch weniger, wenn man den Teufelskreis durchbrechen will, muss man Benzin und Diesel noch viel teurer machen...

Die Alternative wäre langsamer ausbauen und den Strompreis an den Ladesäulen ggf. subventionieren.
 
(funktionierende Kraftwerke ideologisch "notabschalten" statt sie wenigstens auslaufen zu lassen, beispielsweise bis die grade eingesetzten Brennstäbe durch sind)
Turbonummer? Der Atomausstieg gilt seit 2002. Das sind 22 Jahre bis zum Ende der Atomkraft in D in 2022.
Aus Neugierde: Was ist für dich Kontinentaldrift? Krass schnelle Shice? ;)

Spaß beiseite. Die, die das seit den 1970ern ignorierten, wollen das auch jetzt weiter ignorieren. Menschen gemachter Klimawandel? Lüge! Ist es nicht, ist nachweisbar, wurde nachgewiesen, wird aber verneint und ignoriert. Es geht sogar so weit, dass mehr als 1/5 der Wähler in D der Meinung sind, dass man einen damit nur kontrollieren und abzocken will. Da wirste auch nichts mit weniger Tempo. Da draußen gibt es Abermillionen von Leuten, die es ok finden, wie es ist. Ist halt Schicksal, dass der Planet zugrunde gerichtet wird. Man lebt im Hier und Jetzt. Scheiß doch auf die, die im Jahre 2100 in Hannover an den Strand gehen, um in der Nordsee baden zu können. Wenn es so kommt, dann ist das halt Natur. Oder von Gott gewollt. Oder, ach nerv wen anders damit, ich will dicken Verbrenner, zweimal oder mehr im Jahr wohin fliegen und 'ne Kreuzfahrt machen!

Es ist einfach so, dass die Maßnahmen, um diesem ganzen Mist mit dem Klimawandel durch den exzessiven CO₂-Ausstoß den Speed zu nehmen, mit fortschreitendem Nichtstun immer aggressiver, invasiver und immer teurer werden. Das sagen dir die Leute, die die Kosten des Klimawandels Tag für Tag immer wieder für z.B. Versicherungen durchrechnen.

Nur am Rande: Die deutsche Stahlfertigung steckt nicht erst seit der Ampel in großen Problemen. Die geht schon seit Jahrzehnten den Bach runter.
 
Ich glaube inzwischen leider auch, dass Grüne nur Ideologie können und nicht Technik und Wirtschaft.
Politische Parteien sollten Ideologie können. Für Technick und Wirtschaft gibt es Ingenieure und Kaufleute.
Wir haben die Technik, wir haben die Leute, wir haben die Kreditwürdigkeit als Land. Alles ist da. Nur passiert nix in der Richtung.
Das ist das eiegntliche Problem. Hat ja selbst Herr Habeck erkannt, dass man ähnlich wie die USA ein Wirtschaftspacket hätte schnüren müssen. Hat man nicht. War halt blöd.
(funktionierende Kraftwerke ideologisch "notabschalten" statt sie wenigstens auslaufen zu lassen,
Notabgeschaltet trifft es eigentlich nicht. Da waren ja auch Sicherheitsüberprüfungen länger abgelaufen. Sprich die AKW hätte eh vom Netz gemusst ansonsten wäre ein Gesetzeskonformer Betrieb nicht mehr möglich gewesen.
 
Turbonummer? Der Atomausstieg gilt seit 2002. Das sind 22 Jahre bis zum Ende der Atomkraft in D in 2022.
Aus Neugierde: Was ist für dich Kontinentaldrift? Krass schnelle Shice? ;)
Es geht nicht um den generellen Ausstieg sondern um die Gewaltabschaltung am Ende die so nicht seit 20 Jahren geplant war.
Sprich die AKW hätte eh vom Netz gemusst ansonsten wäre ein Gesetzeskonformer Betrieb nicht mehr möglich gewesen.
Das ist mir neu. Wenn das wirklich so ist warum hat man das denn nicht so kommuniziert? Und solche Sachen sind wahrscheinlich genauso unerwartet eingetreten wie jedes Jahr Weihnachten?^^


Die deutsche Stahlfertigung steckt nicht erst seit der Ampel in großen Problemen. Die geht schon seit Jahrzehnten den Bach runter.
Na DA hätte ich (als jemand dessen Familie seit über 100 Jahren von der Stahlindustrie lebt) mal gerne Quellen zu gesehen. Ich erlebe eine (nicht energiewirtschaftsbedingte) Krise mit kleineren Lichtblicken seit etwa 2013 bei uns, wirklich stramm abwärts gehts erst seitdem zusätzlich Energie sehr teuer wurde und die CO2-Zertifikate sich im Preis vervielfacht haben. Beides begann etwa zum Jahreswechsel 2020/21 (also vor der Ampel und vor dem Ukrainekrieg - diese Dinge habens nur beschleunigt).

In den "Jahrzehnten" vorher war Stahlherstellung immer wirtschaftlich sofern das Unternehmen keinen groben Mist selbstverschuldet gemacht hat. Selbst in der GFC 2007-2009 haben wir Gewinne gemacht. Meinen Arbeitgeber gibts seit 340 Jahren (!) und in all der Zeit gab es sofern man den Chroniken glauben darf niemals eine wirtschaftlich annähernd so existenzgefährdende Situation wie heute.

Jahrhundertelang hat die Politik es verstanden, die Rahmenbedingungen trotz immer wiederkehrender Umbrüche (und Kriege uvm.) so zu gestalten, dass ganze Regionen (die heute ganze Bundesländer sind) in Arbeit und Brot waren. Hier basiert nahezu der gesamte Wohlstand der Bevölkerung auf zig Generationen von Berg- und Hüttenleuten.
Der Bergbau ist irgendwann naturgemäß erschöpft/unwirtschaftlich/... - wurde politisch damals ziemlich ordentlich gelöst. Die Hütten dagegen sind nur unwirtschaftlich weil künstliche Randbedingungen sie dazu machen und aktuell (nach rund 10 Jahren Bedenkzeit die es bisher so gab) erkenne ich noch keine Lösungen aus der Politik dafür.
Gemessen an der Vergangenheit wo jahrhundertelang tragfähige politische Lösungen gefunden wurden für die Leute macht die aktuelle Politik daher unabhängig von Parteien auf mich einen sehr inkompetenten Eindruck.
 
Politische Parteien sollten Ideologie können. Für Technick und Wirtschaft gibt es Ingenieure und Kaufleute.
Nur steuern Politiker eben irgendwann die Verwaltung und die Gesetzgebung und bestimmen damit die Rahmenbedingungen für Technik und Wirtschaft. Und da geht einiges schief, wenn Zukunftstechnik wie grüner Stahl (also eine elektrisches Stahlwerk) wegen hoher Stromkosten dicht machen muss.
 
Warum ist denn Strom überhaupt noch so teuer? Hier hat doch jemand geschrieben, das der erneuerbare Strom nur um die 8 Cent/KWH kostet...also Sackbillig.
Wir haben ja auch ewigkeiteten EEG-Zulage bezahlt, wo ist die Kohle, wo sind die Solardinger und die Stromproppelet?
Da macht sich doch jemand irgendwie die Taschen voll und lässt den Rest dafür bluten.
 
Gewaltabschaltung am Ende die so nicht seit 20 Jahren geplant war.
Ja. Dann halt 11 Jahre ab 2011. Ist immer noch keine Gewaltabschaltung und hat auch nichts mit Turbo zu tun. Ich nenne das "ziemlich geordnet".

Na DA hätte ich (als jemand dessen Familie seit über 100 Jahren von der Stahlindustrie lebt) mal gerne Quellen zu gesehen.
Gerne

1970 bis 1998 - Abhandlung der RUB über die Stahlkrisen in D

2010

2013

2017

Solange ich denken kann, ist die Stahlindustrie in Deutschland im Niedergang.

Wir haben ja auch ewigkeiteten EEG-Zulage bezahlt, wo ist die Kohle, wo sind die Solardinger und die Stromproppelet?
Da macht sich doch jemand irgendwie die Taschen voll und lässt den Rest dafür bluten.
Nein, weil der Strompreis sich an der teuersten Energieform orientiert. Das ist halt wie der europ. Strommarkt aufgebaut ist. Wir wollen ja Gaskraftwerke eben für Spitzenlasten haben. Nur kosten die halt relativ viel Geld im Betrieb. Wäre das nicht so geregelt, wer würde aus wirtschaftlicher Sicht noch konventionelle oder gar Atomkraftwerke in Europa bauen? Keiner.
 
1970 bis 1998 - Abhandluing der RUB über die Stahlkrisen in D
https://ojs.ub.rub.de/index.php/MTS/article/download/7851/7023/3484
Das hab ich so auch noch nicht gesehen, danke für den Link!
Die Zeiten von 2013 (oder bei anderen Standorten ab 2010) habe ich ja erwähnt, das war klar aber davor kenne ich nur als "läuft wirtschaftlich super".

Dass wir (auch im Saarland) viel weniger Arbeitsplätze haben als vor 50 Jahren ist hauptsächlich dem technologischen Fortschritt zu verdanken da heute Gott sei Dank viel mehr von Maschinen und automatisiert gemacht wird als damals noch extrem anstrengend und gefährlich von Hand, die Leute sind aber grundsätzlich immer sozialverträglich abgebaut worden über große Zeiträume (also in Rente gehende Stellen nicht neu besetzt) - und zumindest in unserer Region habe ich bis zu den letzten Jahren nie etwas von generellem Niedergang gehört oder erzählt bekommen (mit einer Ausnahme: Die Saarstahl-Insolvenz in den 90ern).
Im Gegenteil, ohne das prüfen zu können hat man im Krisenjahr 2013 bei uns behauptet das wäre das erste Jahr seit der Gründung vor Jahrhunderten in dem überhaupt am Jahresende ein Minus da stand. Vielleicht war das auch Panikmache aber zumindest von allem was Vater und Großvater so erzählten von früher (tm) gings dem Laden fast immer hervorragend.

der Strompreis sich an der teuersten Energieform orientiert.
Das ist auch so ne Nummer. Mir war klar dass das so ist, aber den Sinn dahinter habe ich noch nie wirklich verstanden.
 
Im Gegenteil, ohne das prüfen zu können hat man im Krisenjahr 2013 bei uns behauptet das wäre das erste Jahr seit der Gründung vor Jahrhunderten in dem überhaupt am Jahresende ein Minus da stand. Vielleicht war das auch Panikmache aber zumindest von allem was Vater und Großvater so erzählten von früher (tm) gings dem Laden fast immer hervorragend.
Das will ich auch gar nicht bestreiten. Kommt vermutlich auch sehr auf die Art der Fertigung und das Produkt ab. Seit vielen Jahrzehnten ist es aber so, dass Stahl aus Indien und später China einfach billiger wurden. Das bekam man hier zu spüren.

Natürlich liegt das auch an anderen Umweltstandards bei uns. Ginge es nach mir, dann sollte man solche Importe durch Zölle entsprechend verteuern. Wenn man aber ehrlich ist, dann muss man auch sagen, dass der Stahl (so wie auch Beton, du erwähntest es bereits) gebraucht werden und eben auch zu Preisen, dass man mit dem Werkstoff noch zu vernünftigen Preisen Ergebnisse herstellen kann. Dazu könnte man bestimme Produkte, eben wie man es z.B. bei Werften macht, als systemrelevant deklarieren und als Staat sagen, dass wir hohe Standards wollen, und dafür eben auch bereit sein müssen als Gesellschaft Geld auszugeben. Damit nimmt man Unternehmen aber aus der freien Markwirtschaft raus. Das führt am Ende meist eher zu noch mehr Misswirtschaft.

Dieser freie Markt wird für uns aktuell zu einem Problem, weil man bei uns aus den Umweltfehlern gelernt hat und angemessene Standards von den eigenen Produzenten verlangt, während andere Länder einem 40 Jahre und noch länger hinterherhinken oder einfach mal auf diese Standards einen großen Haufen machen. Da muss ein Konzept gefunden werden, dass Umweltverschmutzung an anderen Orten eben einen Preis haben muss. Andererseits, wer will es Ländern wie Indien oder China verdenken, wie sie handeln, wenn man den Umgang der europ. Industrienationen und später die USA mit diesen Ländern über die letzten 150 Jahre betrachtet?

Doch egal wie man Nachsicht oder Verständnis an den Tag legt, mit jedem Jahr, wo sich niemand bewegt, oder die langsam aufkommende Bewegung aus wirtschaftlichen Gründen wieder abbremst, wird das Endresultat nachweislich schlimmer und schlimmer.

aber den Sinn dahinter habe ich noch nie wirklich verstanden.
Würdest du ein Kraftwerk vorhalten, dass du nur dann anwirfst, wenn die Spitzenlast nicht gedeckt werden kann und du dann einen Preis für die kWh bekommst, die nicht einmal die Kosten für den Brennstoff abdecken? Gäbe es Merrit-Order nicht, wir hätten weder Kohle-, noch Gas- und erst recht keine laufenden AKW mehr in Europa.
 
Würdest du ein Kraftwerk vorhalten, dass du nur dann anwirfst, wenn die Spitzenlast nicht gedeckt werden kann und du dann einen Preis für die kWh bekommst, die nicht einmal die Kosten für den Brennstoff abdecken? Gäbe es Merrit-Order nicht, wir hätten weder Kohle-, noch Gas- und erst recht keine laufenden AKW mehr in Europa.
Dadurch profitieren aber auch Betreiber von Windparks, die den Preis des Gaskraftwerkes für ihren Strom bekommen und sich so dumm und dusselig verdienen.
Wir müssen endlich soviel Erneuerbare europaweit installieren, dass wir keine Reservekraftwerke mehr brauchen.
 
.Nein, weil der Strompreis sich an der teuersten Energieform orientiert. Das ist halt wie der europ. Strommarkt aufgebaut ist. Wir wollen ja Gaskraftwerke eben für Spitzenlasten haben. Nur kosten die halt relativ viel Geld im Betrieb. Wäre das nicht so geregelt, wer würde aus wirtschaftlicher Sicht noch konventionelle oder gar Atomkraftwerke in Europa bauen? Keiner.
Dann hat die Regierung ja wissentlich den Bürger abgezogen, das Hauptargument war ja, der Strom wird billiger.
Ich bin ja auch für Erneuerbare, weil unabhängig, aber trotzdem ist es berarsche am Bürger.
 
Dadurch profitieren aber auch Betreiber von Windparks, die den Preis des Gaskraftwerkes für ihren Strom bekommen und sich so dumm und dusselig verdienen.
Ja. Das ist total weird.

Wir müssen endlich soviel Erneuerbare europaweit installieren, dass wir keine Reservekraftwerke mehr brauchen.
Leider gibt es da draußen viel zu viele Politiker, die es schaffen Wähler so zu beeinflussen, dass man aktiv gegen so eine Entwicklung arbeitet. Die Merkelzeit war so eine Epoche. Den Leuten das Gefühl geben, dass alles einfach so weitergehen kann, während so Typen wie Altmaier aktiv den Ausbau der EE verhindern oder die gesamte Solarbranche absichtlich in D in den Abgrund schicken.

Ich mache mir aber nichts vor. Aktuell gibt es wieder nicht gerade wenige Politiker, die mit der Ignoranz gegenüber dem, was uns seitens der Natur droht, auf Stimmenfang gehen. Da wird der Ausweg zum Irrweg erklärt, schnurstracks der eigentlich schon verlassene Weg in den Abgrund als Ideal dargestellt, und dafür wird man mit Macht belohnt.

Vielleicht sind wir einfach lost und an dem Punkt, wo Aussterben die demokratisch gewählte Option wird.

Dann hat die Regierung ja wissentlich den Bürger abgezogen, das Hauptargument war ja, der Strom wird billiger.
Im Prinzip stimmte das ja auch. Jedenfalls so lange, wie man für Gas nicht so horrende Preise zahlen musste. Atomkraft würde das übrigens auch nicht billiger machen.

Ein weiterer Aspekt sind die (noch) nicht gebauten Stromtrassen von Nord nach Süd. Dadurch bekommen wir den günstigen Strom, und bis auf ein paar Tage im Jahr ist davon genug da, nicht in die Gebiete transportiert, wo Teile der großen Industrieverbraucher sitzen. Das wurde auch politisch aktiv verhindert. In der Folge muss man zu bestimmten Zeiten den Saft aus teuren Kraftwerken aus der Umgebung beziehen, was wiederum den Preis für der Erneuerbaren nach oben treibt.

Auf Opportunismus basierende Versäumnisse der Politik und die Borniertheit mancher Bundesbürger kosten uns allesamt in D und in Teilen der EU an manchen Tagen richtig viel Geld.
 
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Dann sollen se mal ausn Quark kommen...in Deutschland ist irgendwie alles ne Lebensaufgabe, das müssen die Politiker doch selbst merken oder sind die wirklich alles Dumm...
 
Die Politiker sind Medienhuren, die sich nur um zwei Dinge kümmern: "Wie kriege ich in den nächsten drei Jahren genug Unterstützung von der Industrie zusammen, damit mich Springer im vierten Jahr lobt und mit welchen Sprüchen punkte ich in besagtem vierten Jahr bei Leuten, die 30 Sekunden Nachdenken als Zumutung empfinden?"

Oder anders gesagt: Du solltest von der Politik keine Kompetenz erwarten, die du nicht selbst als Wähler vorgelegt hast. Wie gesagt - wir hatten in den 90ern all die Konzepte, deren Umsetzung jetzt vermisst wird, auf dem Tisch liegen. Es wurden die Parteien gewählt, die am wenigsten Mühe für deren Umsetzung angekündigt oder sich später sogar aktiv dagegen gestellt haben. Für die kommende Wahl lieferen sich die führenden Parteien jetzt ein Wettrennen in Faktenleugnung, Klimaschädigung und EE-Ausbremsung.

Demokratie sorgt nicht für gute Politiker. Demokratie sorgt nur für die Politiker, die Wähler verdient haben. Und der überwiegende Teil derjenigen, die deutsche Regierungeng gewählt hat, verdient einen Scheiß.

Nochmal: ja, wir haben regelmäßig Brownouts in der Industrie weil der Strompreis von früher üblichen 10 cent Richtung 1€ springt wenn kein Wind weht. Die Georgsmarienhütte hat die Woche ganz abgeschaltet.
Nur ein "funktioniert irgendwie noch ohne Blackout" ist keine gelungene Wende, egal wie oft man betroffene als Lügner hinstellt.

Nein, das ist kein Brownout. Und erst recht kein Blackout, weswegen ich Leute, die so etwas behaupten, auch weiterhin passend tituliere.

Euch ist nur schlichtweg der Strom zu teuer UND wenn ihr tatsächlich mit Preisen von 1 € kalkuliert, dann wart ihr zu faul und/oder riskiofreudig = profitgeil, langfristige Verträge abzuschließen. Was du hier nennst, sind Sportmarktextremwerte. Eine Hütte sollte aber eigentlich einen erheblichen Teil ihres Bedarfs mit einem Jahr Vorlauf absehen können, da gelten wesentlich bessere Konditionen.

Noch billiger kommt man aber ggf. weg, wenn man als Großverbraucher mit erheblichem Regelpotential seine Flexibilität als Netzausgleichskomponente zur Verfügung stellt. Und das machen afaik alle Stahlwerke. Nicht erst seit der Energiewende, sondern seit Ewigkeiten. Früher wurden die Elektroschmelzer regelmäßig tagsüber und in den Abendstunden gedrosselt und Nachts voll aufgedreht, um die Spitzenlastuntauglichkeit und mangelnde Teillastfähigkeit der Atomkraftwerke auszugleichen. Heute nutzt man die gleichen Mechanismen eben, um Strom abzugreifen, wenn der wegen des verkackten EU-Netzausbaus und der fehlenden Speicherplanung billig ist und legt umgekehrt eine Pause ein, wenn aus gleichen Gründen das Gegenteil der Fall ist. Wo liegt das Problem, außer das eine in Mitteleuropa energetisch nur eingeschränkt zukunftstaugliche, global ökonomisch konkurrenzschwache Branche nicht auf Kosten der Allgemeinheit durchgefüttert wird?

"Blackout" wegen mangelnder Kraftwerkskapazitäten wäre jedenfalls erst erreicht, wenn trotz rechtzeitiger Bedarfsanmeldung UND Zahlungsbereitschaft die Strommenge nicht ausreicht, weil selbst nach Inbetriebnahme sämtlicher Reserve-Kohlekraftwerke nicht genug Leistung bereit steht. Diesen Punkt haben wir noch nie auch nur annäherend erreicht. Wenn man die kalte Reserve mitrechnet waren zu jedem Zeitpunkt Überkapazitäten im Gigawatt-Bereich vorhanden. Diese nicht zu nutzen ist eine ökonomische, teils auch politische Entscheidung. Aber es ist kein Zeichen für mangelnde Vorbereitung, außer auf Seiten der Stahlindustrie. Die Stromversorgung ist sicher und läuft so, wie geplant. Dass zwischen "wie geplant" und "wie von CO2-Massenemitienten gewünscht" Unterschiede bestehen, sollte jeder seit einem Dritteljahrhundert wissen.

Das ist wenigstens ehrlich.
Dann wäre die Konsequenz aber eben genauso ehrlich zu sagen "grüner Stahl" ist nicht sinnvoll machbar

Jein. "Grüner Stahl" wird deutlich teurer als herkömmlicher. Das ist kein Geheimnis, sonst müsste der Staat nicht 40% bis 80% der Investitionen reinbuttern (während die Profite 100% privat bleiben). Was in der öffentlichen Debatte fehlt, weil es auf dem aktuellen Niveau noch gar keine Rolle spielt, was man aber ehrlich dazu sagen müsste: Auch mit Habecks Lobbygeschenken ist grüner Stahl ein Luxus- und Spezialprodukt. Entsprechende Investitionen in Deutschland könnten sich durchaus lohnen, denn genau in dem Bereich sind wir ohnehin führend und bei Wasserstoff auch vorne mit dabei.

Aber man muss sich vollkommen im klaren darüber sein, dass der globale Markt dafür nur einen Bruchteil des heutigen für Klimakillerstahl ausmachen wird und selbst wenn sich Deutschland dank ausnahmsweise mal vorausschauender Planung 50% dieses Marktes unter den Nagel reißt, wird der nicht die bisherigen Drecksschleudern zu 100% ersetzen. Stahl wird heute halt vielerorts nur eingesetzt, weil er billig ist, obwohl bspw. Aluminium im mobilen Bereich fast immer die technisch bessere da leichtere Wahl wäre, Holz bei statischen Konstruktionen eine gute Alternative ist und Glasfaser als Armierung teils sogar deutlich besser. Ist Stahl nicht mehr billig, werden diese Alternativen den Markt übernehmen, denn Holz wird nicht teurer, einige große Aluminiumhütten haben (im Gegensatz zur deutschen Stahlindustrie) mitgedacht und sich in Island oder Norwegen angesiedelt und die Glasproduktion steht in Deutschland zwar vor ähnlichen Herausforderungen, hat global aber günstige Rohstoffvoraussetzungen gerade auch dort, wo die Energiesituation optimal ist.

mach hier alles zu einschließlich allem was an Zulieferern dranhängt, die irgendwas zwischen 500.000 und ner Million Jobs...

Und mit der "stahlintensiven Industrie" sind es sogar 4 Millionen! Vermutlich kommt bei Aufaddierung all dieser "mit Anhängseln"-Angaben problemlos auf eine halbe Milliarde Arbeitsplätze in Deutschland zusammen, somit können wir auf die Stahlindustrie verzichten :ugly: .

Direkt in der beschäftigt sind jedenfalls nur 84000 (was vermutlich mitverantwortlich für die schlechte Lage ist). Deutlich weniger, als z.B. in Druckereien arbeiten. Verbieten wir zu deren gunsten jetzt das Internet und führen Zwangs-Tageszeitungsabos ein? Oder wird da eine "Transformation" erwartet, was nichts weiter als ein Marktwirtschaftseuphemismus für "ihr habt ausgediehnt, anderen Branchen gehört die Zukunft" ist?

Und wir reden ja nicht von einem Abbau über Nacht, sondern von einer Reduktion über Jahrzehnte. Deutlich über die Hälfte der Beschäftigten geht die nächsten 25 Jahren sowieso in Rente. Wenn vom Rest die Hälfte einen neuen Job braucht, entspricht das rund ein Drittel derjenigen, die in Deutschland privates Hauspersonal beschäftigt werden, einem Drittel der Rundfunk- und Studioleute oder der Hälfte der Beschäftigten in Mussen/Bücherein/Zoos. Allesamt bekannt für ihre zentrale Bedeutung für den Arbeitsmarkt...

sind uns genauso egal wie die CO2 Emissionen die dann halt dort wo der hier fehlende Stahl produziert und hier her gekarrt wird weiter (und deutlich mehr) entstehen. Weitere energieintensive Industrien das gleiche bitte.

Klar "weitere das gleiche". Und wenn du CO2-Importzölle forderst, rennst du bei mir meilenweit offene Türen ein: Man kann nicht erwarten, dass sich zukunftstaugliches am freien Markt durchsetzt, wenn man den alten Schrott, den man eigentlich loswerden muss, künstlich verbilligt.

Baut nur alles ab was uns zu Wachstum und Wohlstand gebracht hat die letzten 80 Jahre

Der sogenannte "Wohlstand" der letzten 80 Jahre ist ein Konglomerat von verschlissenen, heute am liebsten wieder in die Fremde gejagten ""Gastarbeitern"", von binnen kürzester Zeit ausgebeuteten Rohstoffreserven, die eigentlich für Generationen hätten reichen sollen, von Sklaverei-ähnlichen Bedingungen in den Ländern, die die eigentliche Arbeit für uns machten und machen, von einer Umwelt-, Natur- und Klimazerstörung die heute Lebenden jeden Tag mehr Geld aus der Tasche zieht, während der ""Wohlstand"" längst verprasst wurde, und von einer Staatsverschuldung in Billionenhöhe. Na schönen Dank auch.

Aber ja: Natürlich können wir nochmal 30 Jahre so weiter machen und der nächsten Generation dann einen noch größeren Berg dampfender Scheiße hinterlassen. Genauso wie es die aktuelle Generation mit uns gemacht hat. Und wie es ihr durch die vorangehende widerfahren ist. Es sollte aber eigentlich jedem klar geworden sein, dass wir die letzte Generation sind, der die Physik noch diese Wahl lässt. In 30 Jahren rauscht man dann mit Volldampf in die Wand, ohne dass es noch ein weiteres Mal eine Ausweichmöglichkeit gäbe. Da ich vorhatte, möglichst noch 40 bis 60 Jahre zu leben, bwürde ich es sehr begrüßen, wenn wir jetzt doch langsam mal zu lenken beginnen, ansatt weiter mit Vollgas geradeaus in einer Kurve zu rasen.


Absolut richtig.
Hätte man damals damit angefangen und es in einem vernünftigen Tempo stetig vorangetrieben würden wir heute auch sehr gut da stehen da wirklich ausreichend Zeit da war den prozess anzupassen.

Das erzählen diejenigen Leute, gegen deren Vorschläge du dich hier mit Händen und Füßen wehrst, und über die du dich mit angedeuteter Inkompetenz lustig machst, übrigens seit 40 Jahren GENAU SO. Diejenigen, deren Position du mit Händen und Füßen verteidigst und deren ""Argumente"" du 1:1 wiederkäust, sind wiederum diejenigen, die seit 40 Jahren blockiern und die aktuelle Situation zu verantworten. Wer einmal falsch liegt, muss beim nächsten mal richtig liegen?

warum haben wir beispielsweise keine Pufferspeicher?

Weil Lobbyisten dafür gesorgt haben, dass der Staat zugunsten von Großverbrauchern und fossiler Industrie in die Preise eingreift, sodass sich Speicher nicht rentieren. In Deutschland wurde vor ein paar Jahren (als Putin noch spottbillig lieferte) sogar der Abbau von Gaskraftwerken geplant, weil Kohlestrom den Markt geflutet hat.

Keine Wasserstofferzeugung aus dem überschüssigen Strom wenn hell/windig ist?

Weil bis vor literally wenigen Wochen kein Konzept für ein Vertriebsnetz auf dem Tisch lag geschweige denn Abnehmer verfügbar waren? Sämtliche potentiell beteiligten haben lieber Millionen in Lobbyisten investiert, die dreckige Energie günstig halten, als hunderte Millionen in zukunftstaugliche Betriebe.

Weil die Schuldenbremse einhalten wichtiger ist?

Was hat die Schuldenbremse mit privaten Investitionen zu tun? Oder forderst du, dass ich von meinem knappen Gehalt den milliardenschwerden Industrieeigentümern Geschenke mache? Wir leben in einer Marktwirtschaft, der Staat ist nicht für die Versorgung zuständig. Er darf dort nicht einmal kommerziell aktiv werden.


Es geht nicht um den generellen Ausstieg sondern um die Gewaltabschaltung am Ende die so nicht seit 20 Jahren geplant war.

Ne. Was seit 25 Jahren geplant war, war eine wesentlich frühere Abschaltung.

Das ist mir neu. Wenn das wirklich so ist warum hat man das denn nicht so kommuniziert? Und solche Sachen sind wahrscheinlich genauso unerwartet eingetreten wie jedes Jahr Weihnachten?^^

Ich habe keine Ahnung, was für Medien du konsumierst, aber sämtliche ÖR-Nachrichten sowie eine Reihe von Tageszeitungen und Magazinen haben berichtet. Auch hier im Forum konnte man ganz bequem x-mal nachlesen:
- Die ach-so-sicheren deutschen Atomkraftwerke waren seit >15 Jahren nicht auf den aktuellen Stand der Sicherheitstechnik gebracht worden.
- Sie hätten deswegen nie wieder eine Sicherheitsprüfung bestanden.
- Die letzten drei verbliebenen hatten ihre letzte Sicherheitsprüfung um iirc 2 bis 4 Jahre überschritten, waren also ohne Betriebs- und nur mit Ausnahmegenehmigung am Netz (was schon eine euphemistische Darstellung ist: Selbst die normalen Betriebsgenehmigungen aller deutschen AKWs waren Ausnahmen, ein Normalbetrieb ist erst nach Klärung der Endlagerung legal möglich.)
- Die Brennstäbe, deren Ausreizung du vermisst, waren in zwei von drei Kraftwerken so ausgelutscht, dass trotz Drosselung der Produktion im letzten Monat die Leistung von alleine brach (Streckbetrieb). Das dritte Kraftwerk hätte vielliecht noch ein halbes Jahr seine normale Abgabemenge liefern können. Also den Sommer über, in dem sowieso keine Mangelsituation herrschte.

Und all das mit der Begründung: "Wir schalten ja eh bald ab". Da herrschte ein Investitions- und Wartungsrückstau in iirc dreistelliger Millionenhöhe, um die Dinger auch nur bis Ende des Jahrzehnts fit zu machen. Da wäre man dann ggf. wirklich bei 1 €/kWh Grundpreis gelandet, insbesondere bei Verzicht auf russische Beteiligung an neuen Brennstäben.

Hier basiert nahezu der gesamte Wohlstand der Bevölkerung auf zig Generationen von Berg- und Hüttenleuten.

Na da würde mich jetzt aber mal interessieren, wie "die Politik" denn bei euch bis "kurz vor der Ampel" sichergestellt hat, dass Kohle und Erz im Berg sind. Dass sich deren Abbau und die Verarbeitung vor Ort lohnen, ist eine Binsenweisheit. Aber da die von dir so hochgelobte deutsche Industriepolitik die meisten größeren Vorkommen schon in den 70ern ausgereizt und die weiteren in den 80ern, vereinzelt bis in den 90ern verbraucht wurden, ist diese Zeit unwiderbringlich vorbei. Die verarbeitende Industrie hat noch ein-zwei Jahrzehnte Momentum mitgenommen, ehe woanders Konkurrenz aufgebaut wurde und sich auf europäischen Märkten etablieren konnte. Aber wart ihr 2010 noch (inflations- und subventionsbereinigt) aus eigener Kraft in der Lage, auf dem Niveau von 1990 in eure Anlagen zu investieren? Oder beruhte die anhaltend positive Bilanzu schon darauf, dass zunehemend größere Teile auf Verschleiß gefahren wurden, um die Kosten für Importrohstoffe zu kompensieren? Und wie sehr hat sich eure Situation seitdem wegen der gestiegenen Ausgaben verschlechtert und wie groß ist die Rolle der (inflationsbereinigt) gesunkenen Einnahmen, weil jetzt am anderne Ende des Globus (deutlich näher an den Rohstoffen) jemand mit weitaus mehr Kapital Subventionen reinbuttert?

(Kapital übrigens, dass teilweise aus einem lukrativen Geschäft mit EE stammt. Einem Geschäft, dass man in Deutschland für lau eingesackt hat, dank fossil- und stahlfreundlicher Politik.)


Warum ist denn Strom überhaupt noch so teuer? Hier hat doch jemand geschrieben, das der erneuerbare Strom nur um die 8 Cent/KWH kostet...also Sackbillig.
Wir haben ja auch ewigkeiteten EEG-Zulage bezahlt, wo ist die Kohle, wo sind die Solardinger und die Stromproppelet?
Da macht sich doch jemand irgendwie die Taschen voll und lässt den Rest dafür bluten.

Man nennt sie "Stromkonzerne".


Dadurch profitieren aber auch Betreiber von Windparks, die den Preis des Gaskraftwerkes für ihren Strom bekommen und sich so dumm und dusselig verdienen.

Nö. Wenn die Windparkbetreiber gute Produktionsbedingungen haben, sind die Strompreise ja niedrig. Die hohen Spitzen kommen nur, wenn die EE eben mal nicht liefern können. Deswegen ist ja ein ordentlicher (Netz-)Ausbau wichtig, damit das möglichst selten der Fall ist und insgesamt nicht ins Gewicht fällt.
 
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Am Ende sieht man primär das Problem der Zeitschiene, weil wir aktuell nicht nur Energieerzeugung und Netzes dekarbonisieren, sondern auch schon bei den Energienutzern anfangen.

Das Problem ist aber, dass Teile der Grünen "die Deindustrialisierung im Rahmen der Dekarbonisierung" als wünschenswertes Ziel betrachten.
 
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