Die Politiker sind Medienhuren, die sich nur um zwei Dinge kümmern: "Wie kriege ich in den nächsten drei Jahren genug Unterstützung von der Industrie zusammen, damit mich Springer im vierten Jahr lobt und mit welchen Sprüchen punkte ich in besagtem vierten Jahr bei Leuten, die 30 Sekunden Nachdenken als Zumutung empfinden?"
Oder anders gesagt: Du solltest von der Politik keine Kompetenz erwarten, die du nicht selbst als Wähler vorgelegt hast. Wie gesagt - wir hatten in den 90ern all die Konzepte, deren Umsetzung jetzt vermisst wird, auf dem Tisch liegen. Es wurden die Parteien gewählt, die am wenigsten Mühe für deren Umsetzung angekündigt oder sich später sogar aktiv dagegen gestellt haben. Für die kommende Wahl lieferen sich die führenden Parteien jetzt ein Wettrennen in Faktenleugnung, Klimaschädigung und EE-Ausbremsung.
Demokratie sorgt nicht für gute Politiker. Demokratie sorgt nur für die Politiker, die Wähler verdient haben. Und der überwiegende Teil derjenigen, die deutsche Regierungeng gewählt hat, verdient einen Scheiß.
Nochmal: ja, wir haben regelmäßig Brownouts in der Industrie weil der Strompreis von früher üblichen 10 cent Richtung 1€ springt wenn kein Wind weht. Die Georgsmarienhütte hat die Woche ganz abgeschaltet.
Nur ein "funktioniert irgendwie noch ohne Blackout" ist keine gelungene Wende, egal wie oft man betroffene als Lügner hinstellt.
Nein, das ist kein Brownout. Und erst recht kein Blackout, weswegen ich Leute, die so etwas behaupten, auch weiterhin passend tituliere.
Euch ist nur schlichtweg der Strom zu teuer UND wenn ihr tatsächlich mit Preisen von 1 € kalkuliert, dann wart ihr zu faul und/oder riskiofreudig = profitgeil, langfristige Verträge abzuschließen. Was du hier nennst, sind Sportmarktextremwerte. Eine Hütte sollte aber eigentlich einen erheblichen Teil ihres Bedarfs mit einem Jahr Vorlauf absehen können, da gelten wesentlich bessere Konditionen.
Noch billiger kommt man aber ggf. weg, wenn man als Großverbraucher mit erheblichem Regelpotential seine Flexibilität als Netzausgleichskomponente zur Verfügung stellt. Und das machen afaik alle Stahlwerke. Nicht erst seit der Energiewende, sondern seit Ewigkeiten. Früher wurden die Elektroschmelzer regelmäßig tagsüber und in den Abendstunden gedrosselt und Nachts voll aufgedreht, um die Spitzenlastuntauglichkeit und mangelnde Teillastfähigkeit der Atomkraftwerke auszugleichen. Heute nutzt man die gleichen Mechanismen eben, um Strom abzugreifen, wenn der wegen des verkackten EU-Netzausbaus und der fehlenden Speicherplanung billig ist und legt umgekehrt eine Pause ein, wenn aus gleichen Gründen das Gegenteil der Fall ist. Wo liegt das Problem, außer das eine in Mitteleuropa energetisch nur eingeschränkt zukunftstaugliche, global ökonomisch konkurrenzschwache Branche nicht auf Kosten der Allgemeinheit durchgefüttert wird?
"Blackout" wegen mangelnder Kraftwerkskapazitäten wäre jedenfalls erst erreicht, wenn trotz rechtzeitiger Bedarfsanmeldung UND Zahlungsbereitschaft die Strommenge nicht ausreicht, weil selbst nach Inbetriebnahme sämtlicher Reserve-Kohlekraftwerke nicht genug Leistung bereit steht. Diesen Punkt haben wir noch nie auch nur annäherend erreicht. Wenn man die kalte Reserve mitrechnet waren zu jedem Zeitpunkt Überkapazitäten im Gigawatt-Bereich vorhanden. Diese nicht zu nutzen ist eine ökonomische, teils auch politische Entscheidung. Aber es ist kein Zeichen für mangelnde Vorbereitung, außer auf Seiten der Stahlindustrie. Die Stromversorgung ist sicher und läuft so, wie geplant. Dass zwischen "wie geplant" und "wie von CO2-Massenemitienten gewünscht" Unterschiede bestehen, sollte jeder seit einem Dritteljahrhundert wissen.
Das ist wenigstens ehrlich.
Dann wäre die Konsequenz aber eben genauso ehrlich zu sagen "grüner Stahl" ist nicht sinnvoll machbar
Jein. "Grüner Stahl" wird deutlich teurer als herkömmlicher. Das ist kein Geheimnis, sonst müsste der Staat nicht 40% bis 80% der Investitionen reinbuttern (während die Profite 100% privat bleiben). Was in der öffentlichen Debatte fehlt, weil es auf dem aktuellen Niveau noch gar keine Rolle spielt, was man aber ehrlich dazu sagen müsste: Auch mit Habecks Lobbygeschenken ist grüner Stahl ein Luxus- und Spezialprodukt. Entsprechende Investitionen in Deutschland könnten sich durchaus lohnen, denn genau in dem Bereich sind wir ohnehin führend und bei Wasserstoff auch vorne mit dabei.
Aber man muss sich vollkommen im klaren darüber sein, dass der globale Markt dafür nur einen Bruchteil des heutigen für Klimakillerstahl ausmachen wird und selbst wenn sich Deutschland dank ausnahmsweise mal vorausschauender Planung 50% dieses Marktes unter den Nagel reißt, wird der nicht die bisherigen Drecksschleudern zu 100% ersetzen. Stahl wird heute halt vielerorts nur eingesetzt, weil er billig ist, obwohl bspw. Aluminium im mobilen Bereich fast immer die technisch bessere da leichtere Wahl wäre, Holz bei statischen Konstruktionen eine gute Alternative ist und Glasfaser als Armierung teils sogar deutlich besser. Ist Stahl nicht mehr billig, werden diese Alternativen den Markt übernehmen, denn Holz wird nicht teurer, einige große Aluminiumhütten haben (im Gegensatz zur deutschen Stahlindustrie) mitgedacht und sich in Island oder Norwegen angesiedelt und die Glasproduktion steht in Deutschland zwar vor ähnlichen Herausforderungen, hat global aber günstige Rohstoffvoraussetzungen gerade auch dort, wo die Energiesituation optimal ist.
mach hier alles zu einschließlich allem was an Zulieferern dranhängt, die irgendwas zwischen 500.000 und ner Million Jobs...
Und mit der "stahlintensiven Industrie" sind es sogar 4 Millionen! Vermutlich kommt bei Aufaddierung all dieser "mit Anhängseln"-Angaben problemlos auf eine halbe Milliarde Arbeitsplätze in Deutschland zusammen, somit können wir auf die Stahlindustrie verzichten

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Direkt in der beschäftigt sind jedenfalls nur 84000 (was vermutlich mitverantwortlich für die schlechte Lage ist). Deutlich weniger, als z.B. in Druckereien arbeiten. Verbieten wir zu deren gunsten jetzt das Internet und führen Zwangs-Tageszeitungsabos ein? Oder wird da eine "Transformation" erwartet, was nichts weiter als ein Marktwirtschaftseuphemismus für "ihr habt ausgediehnt, anderen Branchen gehört die Zukunft" ist?
Und wir reden ja nicht von einem Abbau über Nacht, sondern von einer Reduktion über Jahrzehnte. Deutlich über die Hälfte der Beschäftigten geht die nächsten 25 Jahren sowieso in Rente. Wenn vom Rest die Hälfte einen neuen Job braucht, entspricht das rund ein Drittel derjenigen, die in Deutschland privates Hauspersonal beschäftigt werden, einem Drittel der Rundfunk- und Studioleute oder der Hälfte der Beschäftigten in Mussen/Bücherein/Zoos. Allesamt bekannt für ihre zentrale Bedeutung für den Arbeitsmarkt...
sind uns genauso egal wie die CO2 Emissionen die dann halt dort wo der hier fehlende Stahl produziert und hier her gekarrt wird weiter (und deutlich mehr) entstehen. Weitere energieintensive Industrien das gleiche bitte.
Klar "weitere das gleiche". Und wenn du CO2-Importzölle forderst, rennst du bei mir meilenweit offene Türen ein: Man kann nicht erwarten, dass sich zukunftstaugliches am freien Markt durchsetzt, wenn man den alten Schrott, den man eigentlich loswerden muss, künstlich verbilligt.
Baut nur alles ab was uns zu Wachstum und Wohlstand gebracht hat die letzten 80 Jahre
Der sogenannte "Wohlstand" der letzten 80 Jahre ist ein Konglomerat von verschlissenen, heute am liebsten wieder in die Fremde gejagten ""Gastarbeitern"", von binnen kürzester Zeit ausgebeuteten Rohstoffreserven, die eigentlich für Generationen hätten reichen sollen, von Sklaverei-ähnlichen Bedingungen in den Ländern, die die eigentliche Arbeit für uns machten und machen, von einer Umwelt-, Natur- und Klimazerstörung die heute Lebenden jeden Tag mehr Geld aus der Tasche zieht, während der ""Wohlstand"" längst verprasst wurde, und von einer Staatsverschuldung in Billionenhöhe. Na schönen Dank auch.
Aber ja: Natürlich können wir nochmal 30 Jahre so weiter machen und der nächsten Generation dann einen noch größeren Berg dampfender Scheiße hinterlassen. Genauso wie es die aktuelle Generation mit uns gemacht hat. Und wie es ihr durch die vorangehende widerfahren ist. Es sollte aber eigentlich jedem klar geworden sein, dass wir die letzte Generation sind, der die Physik noch diese Wahl lässt. In 30 Jahren rauscht man dann mit Volldampf in die Wand, ohne dass es noch ein weiteres Mal eine Ausweichmöglichkeit gäbe. Da ich vorhatte, möglichst noch 40 bis 60 Jahre zu leben, bwürde ich es sehr begrüßen, wenn wir jetzt doch langsam mal zu lenken beginnen, ansatt weiter mit Vollgas geradeaus in einer Kurve zu rasen.
Absolut richtig.
Hätte man damals damit angefangen und es in einem vernünftigen Tempo stetig vorangetrieben würden wir heute auch sehr gut da stehen da wirklich ausreichend Zeit da war den prozess anzupassen.
Das erzählen diejenigen Leute, gegen deren Vorschläge du dich hier mit Händen und Füßen wehrst, und über die du dich mit angedeuteter Inkompetenz lustig machst, übrigens seit 40 Jahren GENAU SO. Diejenigen, deren Position du mit Händen und Füßen verteidigst und deren ""Argumente"" du 1:1 wiederkäust, sind wiederum diejenigen, die seit 40 Jahren blockiern und die aktuelle Situation zu verantworten. Wer einmal falsch liegt, muss beim nächsten mal richtig liegen?
warum haben wir beispielsweise keine Pufferspeicher?
Weil Lobbyisten dafür gesorgt haben, dass der Staat zugunsten von Großverbrauchern und fossiler Industrie in die Preise eingreift, sodass sich Speicher nicht rentieren. In Deutschland wurde vor ein paar Jahren (als Putin noch spottbillig lieferte) sogar der Abbau von Gaskraftwerken geplant, weil Kohlestrom den Markt geflutet hat.
Keine Wasserstofferzeugung aus dem überschüssigen Strom wenn hell/windig ist?
Weil bis vor literally wenigen Wochen kein Konzept für ein Vertriebsnetz auf dem Tisch lag geschweige denn Abnehmer verfügbar waren? Sämtliche potentiell beteiligten haben lieber Millionen in Lobbyisten investiert, die dreckige Energie günstig halten, als hunderte Millionen in zukunftstaugliche Betriebe.
Weil die Schuldenbremse einhalten wichtiger ist?
Was hat die Schuldenbremse mit privaten Investitionen zu tun? Oder forderst du, dass ich von meinem knappen Gehalt den milliardenschwerden Industrieeigentümern Geschenke mache? Wir leben in einer Marktwirtschaft, der Staat ist nicht für die Versorgung zuständig. Er darf dort nicht einmal kommerziell aktiv werden.
Es geht nicht um den generellen Ausstieg sondern um die Gewaltabschaltung am Ende die so nicht seit 20 Jahren geplant war.
Ne. Was seit 25 Jahren geplant war, war eine wesentlich frühere Abschaltung.
Das ist mir neu. Wenn das wirklich so ist warum hat man das denn nicht so kommuniziert? Und solche Sachen sind wahrscheinlich genauso unerwartet eingetreten wie jedes Jahr Weihnachten?^^
Ich habe keine Ahnung, was für Medien du konsumierst, aber sämtliche ÖR-Nachrichten sowie eine Reihe von Tageszeitungen und Magazinen haben berichtet. Auch hier im Forum konnte man ganz bequem x-mal nachlesen:
- Die ach-so-sicheren deutschen Atomkraftwerke waren seit >15 Jahren nicht auf den aktuellen Stand der Sicherheitstechnik gebracht worden.
- Sie hätten deswegen nie wieder eine Sicherheitsprüfung bestanden.
- Die letzten drei verbliebenen hatten ihre letzte Sicherheitsprüfung um iirc 2 bis 4 Jahre überschritten, waren also ohne Betriebs- und nur mit Ausnahmegenehmigung am Netz (was schon eine euphemistische Darstellung ist: Selbst die normalen Betriebsgenehmigungen aller deutschen AKWs waren Ausnahmen, ein Normalbetrieb ist erst nach Klärung der Endlagerung legal möglich.)
- Die Brennstäbe, deren Ausreizung du vermisst, waren in zwei von drei Kraftwerken so ausgelutscht, dass trotz Drosselung der Produktion im letzten Monat die Leistung von alleine brach (Streckbetrieb). Das dritte Kraftwerk hätte vielliecht noch ein halbes Jahr seine normale Abgabemenge liefern können. Also den Sommer über, in dem sowieso keine Mangelsituation herrschte.
Und all das mit der Begründung: "Wir schalten ja eh bald ab". Da herrschte ein Investitions- und Wartungsrückstau in iirc dreistelliger Millionenhöhe, um die Dinger auch nur bis Ende des Jahrzehnts fit zu machen. Da wäre man dann ggf. wirklich bei 1 €/kWh Grundpreis gelandet, insbesondere bei Verzicht auf russische Beteiligung an neuen Brennstäben.
Hier basiert nahezu der gesamte Wohlstand der Bevölkerung auf zig Generationen von Berg- und Hüttenleuten.
Na da würde mich jetzt aber mal interessieren, wie "die Politik" denn bei euch bis "kurz vor der Ampel" sichergestellt hat, dass Kohle und Erz im Berg sind. Dass sich deren Abbau und die Verarbeitung vor Ort lohnen, ist eine Binsenweisheit. Aber da die von dir so hochgelobte deutsche Industriepolitik die meisten größeren Vorkommen schon in den 70ern ausgereizt und die weiteren in den 80ern, vereinzelt bis in den 90ern verbraucht wurden, ist diese Zeit unwiderbringlich vorbei. Die verarbeitende Industrie hat noch ein-zwei Jahrzehnte Momentum mitgenommen, ehe woanders Konkurrenz aufgebaut wurde und sich auf europäischen Märkten etablieren konnte. Aber wart ihr 2010 noch (inflations- und subventionsbereinigt) aus eigener Kraft in der Lage, auf dem Niveau von 1990 in eure Anlagen zu investieren? Oder beruhte die anhaltend positive Bilanzu schon darauf, dass zunehemend größere Teile auf Verschleiß gefahren wurden, um die Kosten für Importrohstoffe zu kompensieren? Und wie sehr hat sich eure Situation seitdem wegen der gestiegenen Ausgaben verschlechtert und wie groß ist die Rolle der (inflationsbereinigt) gesunkenen Einnahmen, weil jetzt am anderne Ende des Globus (deutlich näher an den Rohstoffen) jemand mit weitaus mehr Kapital Subventionen reinbuttert?
(Kapital übrigens, dass teilweise aus einem lukrativen Geschäft mit EE stammt. Einem Geschäft, dass man in Deutschland für lau eingesackt hat, dank fossil- und stahlfreundlicher Politik.)
Warum ist denn Strom überhaupt noch so teuer? Hier hat doch jemand geschrieben, das der erneuerbare Strom nur um die 8 Cent/KWH kostet...also Sackbillig.
Wir haben ja auch ewigkeiteten EEG-Zulage bezahlt, wo ist die Kohle, wo sind die Solardinger und die Stromproppelet?
Da macht sich doch jemand irgendwie die Taschen voll und lässt den Rest dafür bluten.
Man nennt sie "Stromkonzerne".
Dadurch profitieren aber auch Betreiber von Windparks, die den Preis des Gaskraftwerkes für ihren Strom bekommen und sich so dumm und dusselig verdienen.
Nö. Wenn die Windparkbetreiber gute Produktionsbedingungen haben, sind die Strompreise ja niedrig. Die hohen Spitzen kommen nur, wenn die EE eben mal nicht liefern können. Deswegen ist ja ein ordentlicher (Netz-)Ausbau wichtig, damit das möglichst selten der Fall ist und insgesamt nicht ins Gewicht fällt.