Ja, Deine Argumentation stimmt, vielleicht war "keine Kosten" von mir etwas euphemistisch. Ich sehe es trotzdem als Teillösung für jene Gruppe auf dem Land mit schlecht gedämmten Einfamlienhaus, die irgendwie über die Runden kommen müssen.
Lösungen müssen angepasst gedacht werden. Für die Mietkaserne in der Stadt in der Regel mit potenziell gut betuchten Besitzern ist die Finanzierung einer Dämmung und neuer Heizungsanlagen weniger das Problem. Aber auch da kann im Einzalfall das System "Kanonenofen" helfen. Außerdem sind die ein Schmuckstück in der Wohnung, schön mit alter gusseiserner Ofenplatte, ist das ein herrlicher Kontrast zu modernen Einrichtungen. Und die Strahlungswärme ist eine extrem angenehme.
Aber in der Stadt, im Winter gut 5°C wärmer als das freie Land und mit viel Wärme durch die Wohnung nebenan ist das Threma Heizen weniger ein Problem. Dazu kommen in Städten Fernwärmesysteme. In der Stadt wird das Problem Kühlen das viel größere und da kaufen sich die Menschen ganz freiwillig Wärmepumpen, also Klimageräte.
Das Hauptproblem sind die ländlichen Einfamilienhäuser. Diesen Menschen wird Panik eingeimpft, sie können sich ihr Haus nicht mehr leisten, etc. Und für die diese Gruppe ist die Kombination einer tendenziell kleinen Wärmepumpe, die vor allem auch im Sommer als Kühlaggregat funktioniert, mit Notöfen für strenge Winter sehr gut. Dazu reichen oft auch mehrere kleine Splittgeräte für einzelne Zimmer.
Und ja, in Schornsteinne zieht man schon lange Edelstahlrohre ein. Das minimiert die von dir beschriebenen Probleme erheblich. Insgesdamt ist das ein Lösungsansatz für ca. die Hälfte der ländlichen Bewohner, also immerhin 25% der Bürger. Und Patz für Brennholz ist immer im Garten oder im Keller. Es geht um Notfälle. Das sollte man eh haben, wenn man wie ich den Winter 1978-79 mit zwei Wochen Stromausfall erlebt hat. Und auch das ist mehr ein Problem ländlicher Gebiete
ich möchte von der absurden Diskussion weg, jeder muss sein Haus exteem gut Dämmen und einer Wärmepumoe mit Fußbodenheizung einbauen. Denn genau das ist für viele Hausbesitzer mittelfristig nciht zu stemmen. Langfristig schon.
Dem kann ich nur teilweise zustimmen. Sicherlich sind in der Stadt andere technische Lösungen möglich. Fernwärme macht auf einem Dorf halt keinen Sinn, dafür sind Kanonöfen möglich. Umgekehrt sind Luftwärmepumpen in der Stadt aber ein echtes Nachbarschaftsproblem.
Was dagegen nicht stimmt: Dass dort automatisch mehr Geld zur Verfügung stehen oder die Bausubstanz besser sein würde. Im Gegenteil, die Mehrheit der armen Menschen lebt afaik in Städten. (Einerseits weil man da hinzieht, wenn man auf bessere Jobs hoffen muss. Andererseits weil es keinen besseren Weg in Armut als städtische Mietpreis gibt.) Und ebenso falsch ist, dass demgegenüber die Sorgen von 25% der Bürger das "Hauptproblem" sind. Das ist, ganz im Gegenteil, eben das "Minderheitenproblem". Sollte man nicht vernachlässigen, aber gerade bei der Suche einer Lösung für den Planeten ist das eben nur zweite Priorität.
Und ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich es auch nur teilweise nachvollziehen kann: Ein 150 m² Haus auf dem Land ist also schwerer zu beheizen, als eine 50 m² Wohnung in der Stadt, die sich zwei ihrer Wände mit zwei anderen 50 m² Wohnungen teilt? Ja, stimmt. Aber es sollte wohl auf den ersten Blick offensichtlich sein, dass der eigentliche Vorteil hier nicht auf der Seite von "in der Stadt leben", sondern auf der Seite von "sich auf dem Land ausbreiten" liegt. Ein Vorteil, den man sich halt leisten können muss.
Jenseits dieser Feinheiten muss ich allgemein festhalten, dass es unser Hauptproblem ist, die benötigte Energiemenge sauber bereitzustellen. Im Umkehrschluss bringt uns alles voran, was den Energieverbrauch reduziert und saubere Energie, vor allem saubere Energie zum richtigen Zeitpunkt, zur Verfügung stellt. Das wir 30 Jahre nach den ersten wirklich brauchbaren Passivhäusern überhaupt noch Gesetze zu Heizungsanlagen in Neubauten machen, ist da meiner Meinung nach ein Trauerspiel. Das Durchschnittsalter der Bausubstanz in Deutschland liegt bei 50 Jahren, das heißt rund ein Viertel ist jünger. Der Abstand zwischen großen Umbauten sollte <50 Jahre sein, dass heißt die knapp die Hälfte hätte seit den 90ern einmal saniert werden müssten. Gut, in den Innenstädten hat manches einfach kein Grundstück rum und deswegen sehr wenig Möglichkeiten, etwas nachzubessern, aber auch so wären heute 2/3 aller Häuser eine Energie
quelle, sobald man PV oder ST aufs Dach packt, statt ein Energieverbraucher zu sein. Stattdessen ist die Wohnfläche pro Individuum immer weiter gewachsen und der zusätzliche Raum wurde mit teuren Energiefresser vollgestellt.
[geschrieben an einem 2 m² Schreibtisch vor zwei Monitoren

Aber in einem >>100 Jahre alten Haus mit eine, trotz fehlender energetischer Sanierung, unterdurchschnittlichen Energieverbrauch]