Der Energiewende Thread

  • Ersteller Ersteller Gast1675120202
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Ehrliche Frage: Was ist bei denen so viel besser? Und jetzt sag nicht Energie, die haben eine sehr viel geringere Bevölkerungsdichte und mehr Bodenschätze.
Die Klima und Energiepolitik.
Dänemark hat keine Bodenschätze, aber sie haben auch keine Lobby, die immer dagegen arbeitet und alles blockieren will.
Die haben eben vor 20 Jahren angefangen, Fernwärme und Wärmepumpen zu verbauen. Das hätten wir auch machen können, aber wir aber nicht.
Und wenn in zwei Jahren Merz im Kanzleramt hockt, wird wieder alles ausgesessen und verschoben und irgendwann wird es den Leuten vor die Füße fallen. Vermutlich muss das so sein.
Zum Glück lebe ich dann nicht mehr.
 
Der einzige Weg, demokratisch gewollt Klimaschutzmaßnahmen durchzusetzen, ist, indem man den Menschen einen Mehrwert bietet. In der Regel durch materielle Vorteile, aber das muss nicht so sein. Blöderweise ist unsere Gesellschaft ziemlich materiell und individualistisch. Das allein widerspricht schon dem Gedanken der Nachhaltigkeit.
Entweder finden wir also einen Weg, den aktuellen Lebensstandard aufrecht zu erhalten bzw. zu erhöhen, und das klimaverträglich zu machen (die einzige Möglichkeit dazu ist die Kernfusion, mal sehen, ob wir in 50 Jahren weiter damit sind) oder aber indem sich die Gesellschaft insgesamt ändert.

Klimazerstörung ist eine Bereicherung auf Kosten anderer. Demgegenüber bedeutet jeder andere Ansatz immer Verzicht. Wenn man sich nach denen richtet, die nur 0 Verzicht akzeptieren, dann kommt dabei 0 Klimaschutz raus.

Die Grünen hatten es zur Jahrtausendwende mit einer Strategie versucht, die nur das Wachstum des Lebenstandards verlangsamt hätte und so ganz nebenbei eine zukunftstaugliche Wirtschaft in Deutschland schuf, was die nötige Reserven für weitere Maßnahmen in Zukunft geschaffen hätten. Der Preis war schon damals, dass das erreichte in Sachen Klimaschutz mit ziemlicher Sicherheit nicht gereicht hätte, aber man wollte zuviel Einschränkungen vermeiden, um Akzeptanz zu erreichen - genau wie von dir heute mal wieder gefordert. Aber was haben die Egomahnen gemacht? Alles kurz und klein geschlagen und dann weiter wie zuvor. Fazit: Der Ansatz funktioniert nicht.

Jetzt haben wir 20 Jahre später. 20 Jahre, in denen weiter Raubbau betrieben wurde, der jetzt zusätzlich kompensiert werden muss. 20 Jahre, in denen weiterer Wohlstand auf Pump geschaffen wurde, der jetzt erst recht nicht haltbar ist. 20 Jahre, die jetzt weniger für eine Lösung zur Verfügung stehen. Was ist das Ergebnis, wenn man ein schwererer gewordendes Ziel von einer schlechteren Ausgangsposition in kürzerer Zeit erreichen muss? Richtig: Die nötigen Maßnahmen sind jetzt wesentlich härter als das, was man sich seinerzeit wegen "Akzeptanz" nicht getraut hat.

Was wird dabei herauskommen, wenn man sie umzusetzen versucht? Nun, ich bin bei dir, wenn du sagst: "Vermutlich nicht viel". Aber weniger als beim ersten Anlauf kann es nicht werden. Und die, die dafür waren, können dann später wenigstens sagen, "wir habens versucht".
 
Die Klima und Energiepolitik.
Wie war das mit der Bevölkerungsdichte? Sicher, wir können auch alles mit Windräder zupflastern. Kostet halt und verschandelt die Landschaft, aber, Achtung persönliche Meinung, gut, im Norden mit dem ganzen Flachland hat man ohnehin keine schöne Landschaft. In den Mittelgebirgen ist das anders.
Dänemark hat keine Bodenschätze, aber sie haben auch keine Lobby, die immer dagegen arbeitet und alles blockieren will.
Dänemark hat als kleines (sieht man mal von Grönland ab, wo aber keiner wohnt) und verhältnismäßig unbedeutendes Land auch nicht das Problem, zur Zielscheibe ausländischer Interessen zu werden. Deutschland als größte Wirtschaftsmacht der EU hat da ein ganz anderes Problem.
Die haben eben vor 20 Jahren angefangen, Fernwärme und Wärmepumpen zu verbauen. Das hätten wir auch machen können, aber wir aber nicht.
Ja, das wäre gut gewesen, nur leider haben wir reichlich auswärtigen Einfluss. Damals war es halt ein Kanzler, der Deutschland energetisch von den Russen abhängig gemacht hat und jetzt genau da hockt. Der Russensprit und das Russengas haben dafür eine ganze Weile lang wirtschaftlich gut funktioniert.
Und wenn in zwei Jahren Merz im Kanzleramt hockt
Ich bin mir nicht mal so sicher, dass der da sitzen wird, aber darum geht's nicht.
Klimazerstörung ist eine Bereicherung auf Kosten anderer. Demgegenüber bedeutet jeder andere Ansatz immer Verzicht. Wenn man sich nach denen richtet, die nur 0 Verzicht akzeptieren, dann kommt dabei 0 Klimaschutz raus.
Das Problem ist, dass die Mehrheit nur 0 Verzicht akzeptiert. Und, wie gesagt, unsere aktuelle Gesellschaft verträgt sich nicht gut mit Verzicht, im Gegenteil.
Aber was haben die Egomahnen gemacht? Alles kurz und klein geschlagen und dann weiter wie zuvor. Fazit: Der Ansatz funktioniert nicht.
Nur weil die Umsetzung politisch scheitert, heißt das nicht, dass der Ansatz falsch ist. Härtere Maßnahmen wären auch in Grund und Boden gestampft worden, vermutlich noch viel eher, weil es noch reichlich öffentliches Theater gegeben hätte. Gibt es ja jetzt schon zu unzureichenden Maßnahmen, die vor 20 Jahren angebracht gewesen wären. Endergebnis könnte dann das Szeanrio sein, welches @Threshold einen weiter oben beschrieben hat, dass Merz an die Macht kommt und nichts passiert.
Was ist das Ergebnis, wenn man ein schwererer gewordendes Ziel von einer schlechteren Ausgangsposition in kürzerer Zeit erreichen muss? Richtig: Die nötigen Maßnahmen sind jetzt wesentlich härter als das, was man sich seinerzeit wegen "Akzeptanz" nicht getraut hat.
Die nötigen Maßnahmen waren schon immer weit jenseits von allem, was der Bürger akzeptieren würde. Und in einer Demokratie kann man das dann eben nicht aufzwingen.
Wenn wir jetzt gleich umsetzen würden, was nötig wäre, dann würde nächstes Jahr die AfD mit absoluter Mehrheit regieren. Davor wäre allerdings die halbe deutsche Wirtschaft pleite gegangen oder abgehauen.
Was wird dabei herauskommen, wenn man sie umzusetzen versucht? Nun, ich bin bei dir, wenn du sagst: "Vermutlich nicht viel". Aber weniger als beim ersten Anlauf kann es nicht werden. Und die, die dafür waren, können dann später wenigstens sagen, "wir habens versucht".
Jetzt ist die Ausgangslage eine ganz andere. Die Bevölkerung ist viel mehr für das Thema sensibilisiert worden. Zugleich aber gibt es auch unschöne Tendenzen in der Gesellschaft, die dem Klimaschutz indirekt entgegenlaufen und die in Zukunft noch zu einem großen Problem werden, sowohl gesellschaftlich als auch klimapolitisch.
Trotzdem gibt es in weiten Teilen der Bevölkerung immer noch die "fahrt zur Hölle!"-Haltung, wenn es um die Grünen und irgendwelche Maßnahmen geht. Zumindest was die Grünen angeht bin ich dabei, aber das hat andere Gründe.
 
Ja, das wäre gut gewesen, nur leider haben wir reichlich auswärtigen Einfluss. Damals war es halt ein Kanzler, der Deutschland energetisch von den Russen abhängig gemacht hat und jetzt genau da hockt. Der Russensprit und das Russengas haben dafür eine ganze Weile lang wirtschaftlich gut funktioniert.
Damals war es ein Kanzler der sich vom Juniorpartner in der Koalition das EEG hat diktieren lassen. Abgewählt wurde er für die Agenda 2010 (für deren Auswirkungen seine Nachfolgerin dann drei Mal wieder gewählt wurde), nicht wegen der Umweltmaßnahmen.
 
/sign.
Und so gut die Gasstrategie damals auch in die Russlandpolitik passte, sollte man nicht Ursache mit Wirkung verwechseln: Schröder wurde erst best buddy eines gewissen Despoten, der damals noch als frisch gewählter Demokrat lief, weil er die Connections nach Russland geschaffen hat. Und Anlass dafür war im Falle der Energie einerseits die Fortsetzung von "Wandel durch Handel" (was aus Perspektive der späten 90er auf die Niederringung des Ostblocks eine Erfolgsgeschichte ohne gleichen war) und andererseits eine dringend benötigte Brückentechnologie. Gas sollte binnen 1-2-3 Jahrzehnten schon einmal eine drastische Reduzierung des CO2-Ausstoßes bringen, da es aus damaliger Sicht, startend bei nahezu 0, einfach nicht möglich erschien, die erneuerbaren schnell genug auf breiter Front hochzuziehen.

Wie war das mit der Bevölkerungsdichte?

Wäre mir neu, dass die Parteien, die andere Maßnahmen zur Klimarettung blockieren, sich für eine Reduktion der Bevölkerungsdichte stark machen. Ganz im Gegenteil: Zentraler Bestandteile der einschlägigen Themenspektren sind Frauen an den Herd und ins Wochenbett sowie die Verhinderung von Änderungen an einem Rentensystem, dass nur mit einer zügig ins unendliche wachsenden Bevölkerung funktionieren könnte.

Sicher, wir können auch alles mit Windräder zupflastern. Kostet halt und verschandelt die Landschaft,

ooooooch. Das geht nun wirklich nicht, dass die armen deutschen auch nur den kleinsten Abstrich beim Ausblick hinnehmen müssen. Dann doch lieber Bangladesh absaufen lassen, dass sieht eh hässlich aus!

FYI:
Wie schon mehrfach vorgerechnet besteht allein auf Dächern und über Parkplätzern ein Potential von 1100 TWh/a. Das ist mehr als Doppelte des aktuellen Stromverbrauchs und der Überschuss würde, bei einigermaßen aktuellem Sanierungsstand und mit Erdwärme-Wärmepumpen, reichen, noch den gesamten Heiz- und Warmwasserbedarf zu decken.

Ohne eine einzige mWh Windstrom in der Nettorechnung, auch wenn Wind aufgrund der azyklischen Verfügbarkeit natürlich ein wichtiger Faktor in der Netzstabilisierung ist.

Dänemark hat als kleines (sieht man mal von Grönland ab, wo aber keiner wohnt) und verhältnismäßig unbedeutendes Land auch nicht das Problem, zur Zielscheibe ausländischer Interessen zu werden. Deutschland als größte Wirtschaftsmacht der EU hat da ein ganz anderes Problem.

Dänemark hat als kleines (sieht man mal von Grönland ab, wo aber keiner wohnt) und verhältnismäßig unbedeutendes Land dafür dass Problem, dass es in der EU nichts zu melden hat, sondern nach der Pfeife von Wirtschaftsmächten wie Deutschland tanzen oder aber sich unter erheblichen Mehrkosten dagegen stemmen muss.

Nur weil die Umsetzung politisch scheitert, heißt das nicht, dass der Ansatz falsch ist.

Was willst du mit einem Ansatz, der nachweislich scheitert??

Endergebnis könnte dann das Szeanrio sein, welches @Threshold einen weiter oben beschrieben hat, dass Merz an die Macht kommt und nichts passiert.

Und deswegen plädierst du dafür, lieber gleich nichts zu machen :wall: .

Davor wäre allerdings die halbe deutsche Wirtschaft pleite gegangen oder abgehauen.

FYI: Die deutsche Wirtschaft geht gerade Pleite, weil ihre Stärken Autos mit hohem Spritverbrauch und Kohlekraftwerke sind, während alle Welt Windräder, Solarzellen und Wärmepumpen haben wollen. Und für die Mobilität wahlweise Schnellzüge, Batterieautos oder sehr sparsame Verbrenner. Techniken, bei denen Deutschland samt und sonders mal Weltspitze war. Bis Leute kamen, die mit genau den gleichen Geschichten wie du genau die gleiche Passivität gefordert und bekommen haben.

Jetzt ist die Ausgangslage eine ganz andere. Die Bevölkerung ist viel mehr für das Thema sensibilisiert worden.

Wäre mir noch nicht aufgefallen. Als ich das letzte mal geguckt habe, rannte ein erheblicher Teil der Bevölkerung zu einer Partei, die den Klimawandel komplett leugnet und forderte Selbstjustiz gegen Leute, die (mit bescheuerten Maßnahmen) auf das Problem aufmerksam machen wollen. Die paar, die sich über das Problem im klaren sind, fordern dagegen (wie eh und je) drastische Maßnahmen an Stelle deines laissez-faire.

Zugleich aber gibt es auch unschöne Tendenzen in der Gesellschaft, die dem Klimaschutz indirekt entgegenlaufen und die in Zukunft noch zu einem großen Problem werden, sowohl gesellschaftlich als auch klimapolitisch.

Was meinst du damit konkret? Ich kenne zwar jede Menge Tendenzen, die dem Klimaschutz ziemlich direkt entgegenlaufen und somit dafür verantwortlich sind, dass wir schon heute ein riesiges Problem haben. Aber neue, zusätzliche Entwicklungen, die in Zukunft noch dazu kommen könnten, habe ich tatsächlich im Moment keine auf dem Radar. Irgendwie scheint alles, was aktuell und in Zukunft zur Katastrophe beitragen könnte, seit mindestens 50 Jahren bekannt und seit mindestens 30 Jahren auf der Agenda zu sein, aber immer nur unter "bitte nicht jetzt".
 
Wäre mir neu, dass die Parteien, die andere Maßnahmen zur Klimarettung blockieren, sich für eine Reduktion der Bevölkerungsdichte stark machen. Ganz im Gegenteil: Zentraler Bestandteile der einschlägigen Themenspektren sind Frauen an den Herd und ins Wochenbett
Das hat nichts damit zu tun, dass wir jetzt gerade eine recht hohe Bevölkerungsdichte im Land haben, welche natürlich mit Energie versorgt werden will.
ooooooch. Das geht nun wirklich nicht, dass die armen deutschen auch nur den kleinsten Abstrich beim Ausblick hinnehmen müssen.
Es gibt Leute, die gerne in der Natur sind und den Anblick genießen. Nicht jeder lebt gerne in der Großstadt.
Dann doch lieber Bangladesh absaufen lassen, dass sieht eh hässlich aus!
Bangladesh ist weit weg. Ein paar Jahre nach der Überschwemmung juckt das hier nur noch wenige. Nachdem eine Katastrophe eine Zeit lang Wellen geschlagen hat, geht man wieder zum Tagesgeschäft über.
FYI:
Wie schon mehrfach vorgerechnet besteht allein auf Dächern und über Parkplätzern ein Potential von 1100 TWh/a. Das ist mehr als Doppelte des aktuellen Stromverbrauchs und der Überschuss würde, bei einigermaßen aktuellem Sanierungsstand und mit Erdwärme-Wärmepumpen, reichen, noch den gesamten Heiz- und Warmwasserbedarf zu decken.
Hatten wir nicht vor einigen Monaten eine ganz ähnliche Debatte, wo du sehr erhebliche Kosten für eine Vollausstattung deutscher Dächer mit Solar vorgerechnet hast?
auch wenn Wind aufgrund der azyklischen Verfügbarkeit natürlich ein wichtiger Faktor in der Netzstabilisierung ist.
Wie das bei Wind und Sonne so ist, zur Destabilisierung, weil nicht durchweg verfügbar.
Was willst du mit einem Ansatz, der nachweislich scheitert??
Und du glaubst, ein radikalerer Ansatz würde politisch irgendeine bessere Chance haben? Ein besonnener Ansatz mag Tür und Tor für wirksamere Maßnahmen öffnen.
Und deswegen plädierst du dafür, lieber gleich nichts zu machen :wall: .
Ich plädiere dafür, mit Sinn und Verstand zu handeln. Gegen den Willen der Bevölkerung zu handeln funktioniert nunmal nicht und wenn es schief läuft, bekommt die aktuelle Regierung auf den Deckel, so wie die Ampel, die 16 Jahre Merkel ausbaden darf, egal ob sie was dafür kann oder nicht.
Politik muss alle Menschen ansprechen, das heißt, am Ende muss die Politik alle unglücklich machen. :ugly: So ist das bei Kompromissen. Wenn man in einer Sache Erfolge erzielen will, muss man anderswo Zugeständnisse machen. Die Ampel kann nicht alle Ziele linker Politik, die sich in den letzten Jahren angesammelt haben, umsetzen. Tatsächlich würde ich (so bescheuert das auch klingen mag und so unrealistisch es ist) eine Koalition aus grün und blau für am besten halten, das Land wieder zu einen. Damit wäre nämlich absolut niemand zufrieden, aber einer solchen Regierung würde ich zutrauen, dass sie den Karren aus dem Dreck gezogen bekommt. Mit der aktuellen Personalbesetzung undenkbar, ich weiß, und absolut utopisch.
Anstatt zu sagen: "Wir müssen das Klima schützen, also macht ihr jetzt Abstriche und bezahlt mehr!" wäre es doch klüger, zu sagen: "Unsere Vorgängen haben uns den Ärger eingebrockt, jetzt schauen wir, dass wir deren Mist beseitigt bekommen und das Land zukunftsfähig machen, was auch eine nachhaltige Energieversorgung bedeutet"
Dafür muss man eben beide politischen Pole zusammenführen.
FYI: Die deutsche Wirtschaft geht gerade Pleite, weil ihre Stärken Autos mit hohem Spritverbrauch und Kohlekraftwerke sind, während alle Welt Windräder, Solarzellen und Wärmepumpen haben wollen. Und für die Mobilität wahlweise Schnellzüge, Batterieautos oder sehr sparsame Verbrenner. Techniken, bei denen Deutschland samt und sonders mal Weltspitze war. Bis Leute kamen, die mit genau den gleichen Geschichten wie du genau die gleiche Passivität gefordert und bekommen haben.
Richtig, weil man es verbockt hat, das sinnvoll umzusetzen und lieber die Geldkoffer entgegengenommen hat.
Wäre mir noch nicht aufgefallen. Als ich das letzte mal geguckt habe, rannte ein erheblicher Teil der Bevölkerung zu einer Partei, die den Klimawandel komplett leugnet
Nun, das mag dir nicht aufgefallen sein, aber zeitweise war Klimaschutz in aller Munde und die Grünen auf dem besten Weg, in Umfragen stärkste Kraft zu werden, während besagte Leugnerpartei irgendwo bei um die 10% rumgeeiert hat und kurz davor war, in der Bedeutungslosigkeit zu versinken. Dann kam zu ihrem Glück so eine Krankheit.
Die paar, die sich über das Problem im klaren sind, fordern dagegen (wie eh und je) drastische Maßnahmen an Stelle deines laissez-faire.
Und deren bisheriger Erfolg beweist nur, wie gut sowas ankommt.
Was meinst du damit konkret?
Ach, da gibt es viele Dinge, die kurz- und mittelfristig gegenlaufen. Die zunehmende Indivdualisierung bzw. der Drang danach verursacht massenhaft Konsum, der Bedarf an Wohnraum steigt, weil immer weniger Menschen in einer einzelnen Wohnung leben, es gibt eine zunehmende Zahl an Menschen, die aus was für Gründen auch immer sehr ambitionierte Ziele haben oder bereits verwirklicht haben, dadurch viel Geld besitzen und immer mehr Möglichkeiten haben, das auch auszugeben. Und mit der Steigerung der weltweiten Produktivität wird Umweltzerstörung immer billiger. Das alles weiter auszuführen würde zu sehr ins OT gehen.
Aber neue, zusätzliche Entwicklungen, die in Zukunft noch dazu kommen könnten, habe ich tatsächlich im Moment keine auf dem Radar.
Die Red Pill. Sich mit der Thematik intensiv auseinanderzusetzen ergibt die beeindruckendsten Szenarien, wie extrem gegen den Klimaschutz gehandelt werden kann. Und gesamtgesellschaftlich ist diese Entwicklung mehr als beunruhigend für jeden, aus dem einen oder anderen Grund.
 
Es gibt Leute, die gerne in der Natur sind und den Anblick genießen. Nicht jeder lebt gerne in der Großstadt.

Vom Ausblick her dürfte das sogar die absolute Minderheit gerne machen.
Aber nur Arschlöcher sind der Meinung, dass der Rest Welt für ihr Wohlbefinden zu leiden hat die Obergrenze für "die Mehrheit lebt national-nachhaltig auf WKA-freien Land" würde ich für Deutschland mal eher bei 5 denn bei 10 Milliarden Einwohnern ansetzen. Jeder, der der Meinung ist, sowas für sich beanspruchen zu können, solange die 80 Milliarden "zu viel" noch leben, sollte also mal ein paar verdammt gute Gründe in Petto haben, warum er soviel gleicher als gleich ist.

Bangladesh ist weit weg.

Sag das dem CO2.

Nachdem eine Katastrophe eine Zeit lang Wellen geschlagen hat, geht man wieder zum Tagesgeschäft über.

Ein Tagesgeschäft, dass zunehmend aus Jammern darüber besteht, dass eine winzige Menge der von unserem Handeln geschädigten Leute ihre Heimat endgültig verlassen und sich ein neues zu Hause suchen müssen. In Zukunft werden 100 bis 1000 mal mehr Menschen sein. Viel Spaß mit dem Tagesgeschäft dann, ich für meinen Teil halte schon mal Augen und Ohren nach potentiellen Auswanderungszielen offen. (Vom oberen Deck des sinkenden Schiffs aus betrachtet, sieht man sich aber aktuell nur von riskanten Nussschalen umgeben.)

Hatten wir nicht vor einigen Monaten eine ganz ähnliche Debatte, wo du sehr erhebliche Kosten für eine Vollausstattung deutscher Dächer mit Solar vorgerechnet hast?

Kosten? Möglich. Kommt selten vor, dass ich aufrechne, wie teuer uns das Warten schon heute kommt, aber nicht nie. Normalerweise bleibe ich eher bei wat mutt dat mutt.

Deine Argumentation stellte aber darauf ab, dass "Windräder die Landschaft verschandeln" und nicht wenige hatten hier im Thread auch schon behauptet, es wäre unmöglich, genug erneuerbare Energien einzusammeln, ohne die Natur zu zerstören. Das ist schlichtweg falsch. Klimaschutz, Naturschutz und Artenschutz sind zwar verschiedene Dinge mit sehr unterschiedlichen Schwerpunkten, aber sie schließen einander mitnichten aus. Nur wenn man Privilegienschutz weit über alles hebt, sodass für andere Ziele nur noch Krümel übrig bleiben, dann bleiben halt drei auf der Strecke. Siehe z.B. die unsägliche Diskussion um Windräder in Naturschutzgebieten: Eigentlich gehören Windräder für Menschen dahin, wo Menschen sind und nicht auf die ganz wenigen Rückzugsflächen, die wir der Natur überhaupt noch übrig gelassen haben. In Gewerbegebieten wäre das auch geräuschtechnisch kein großes Problem. Aber ehe man in Deutschland irgend jemanden nötigt, seine unisolierte, Gas beheizte Lagerhalle für Wegwerfprodukte um 20*20 m zu verkleinern, holzt man lieber 2 km * 20 m FH2000-Schutzgebiet für eine Zufahrtstraße und eine nochmal so große Fläche für die Aufbauzone ab.

Und du glaubst, ein radikalerer Ansatz würde politisch irgendeine bessere Chance haben?

Diese Frage habe ich bereits beantwortet.

Ein besonnener Ansatz mag Tür und Tor für wirksamere Maßnahmen öffnen.

Diese Behauptung habe ich schon mehrfach mit der realen Erfahrung wiederlegt. Besonnnen Ansätze haben dafür gesorgt, dass wir 30-40 Jahre Rückstand haben und die Schere zwischen dem, was wir tun müssten, um es noch zu schaffen und dem, was die Leute zu tun bereit sind, öffnet sich immer weiter. Von Jahrzehnt zu Jahrzehnt fallen die Klimaprognosen immer düsterer, nicht besserer aus. Wir müssen nicht die Geschwindigkeit, mit der wir was tun steigen, sondern die Beschleunigung.

wäre es doch klüger, zu sagen: "Unsere Vorgängen haben uns den Ärger eingebrockt, jetzt schauen wir, dass wir deren Mist beseitigt bekommen und das Land zukunftsfähig machen, was auch eine nachhaltige Energieversorgung bedeutet"
Dafür muss man eben beide politischen Pole zusammenführen.

Da ein erheblicher Teil der Ampel nunmal "Vorgänger" ist, sagt man das halt nicht Wort für Wort, sondern wählt die Formulierung "viel zu lange wurde zu wenig getan, wir ziehen jetzt endlich mit allen Mitteln das Tempo an, um die Zukunft doch noch zu retten". Aber ansonsten ist, das, was du seit Tagen vehement schlecht redest, genau das, was du gerade ausformuliert hast.
Und was sagt der andere politische Pol dazu?
"Klimawandel gibt es doch gar nicht"
"Heizungshammer stoppen"
"Wirtschaftsförderung jetzt"

Richtig, weil man es verbockt hat, das sinnvoll umzusetzen und lieber die Geldkoffer entgegengenommen hat.

Geldkoffer von denen, die jetzt Krokodilstränen weinen, weil man es genau so gemacht wie von ihnen gewünscht verbockt hat.

Nun, das mag dir nicht aufgefallen sein, aber zeitweise war Klimaschutz in aller Munde und die Grünen auf dem besten Weg, in Umfragen stärkste Kraft zu werden, während besagte Leugnerpartei irgendwo bei um die 10% rumgeeiert hat und kurz davor war, in der Bedeutungslosigkeit zu versinken. Dann kam zu ihrem Glück so eine Krankheit.

Vorher kamen noch Flüchtlinge. Und dazwischen war mal Wirtschaftskrise. Und davor ne andere Wirtschaftskrise und davor ... weitere Themen, bei denen es den Leuten vor allem um eigenen Besitz geht.

Aktuell stehen die Grünen in Umfragen übrigens ziemlich genau da, wo sie zur Wahl 2021 standen und das ist besser, als 2016/2017/2018. Der Spike 2019 kurz vor Corona war nicht nenneswert höher, als der 2021 während Corona. Also wenn du aus solchen Umfragen ableiten willst, wann/ob ein größerer Teil der Bevölkerung mit konsequentem Klimaschutz einverstanden wäre, dann lautet die Antwort am ehesten: JETZT.
Ich gebe dir aber Recht, dass es danach immer noch nicht aussieht. Trotz 20 Jahren nichtstun und bloß-nicht-provozieren.

(Was nicht unbedingt ein Widerspruch zu den Umfragen ist. Die Grünen haben ihren Schwerpunkt schon vor Jahren verschoben auf Gendern, Veganismus und Subventionierung bestimmter Wirtschaftszweige. Ich glaube zur Wahl 2013, müsste unter Hofreiter gewesen, habe ich von denen das letzte Mal die korrekte Feststellung gehört, dass man erstmal den Kohleausstieg schaffen muss, ehe Batterieautos einen Klimanutzen haben können. Heute steckt Habeck Milliarden in letztere, fährt die Kohleverstromung hoch und setzt sich, wo die Industrie zum ersten Mal einen ordentlichen Anlass für eine Ausrichtung auf zukunftsfähige Energiebudgets hat, für Stromsubventionen ein. Manchmal bin ich echt froh, nicht in als Satiriker zu arbeiten. Die Branache hat noch schlechtere Zukunftsaussichten als das Klima :ugly: . )

Das alles weiter auszuführen würde zu sehr ins OT gehen.

Okay, ist den Beispielen nach auch nicht weiter nötig. Das sind alles Themen, die ich seit 10-20 Jahren auf dem Schirm habe (und andere Klimaschützer teils seit 30-40-...), keine neu hinzukommenden Faktoren. Nur halt welche, deren Verschlechterung jedes Jahr aufs neue beweist, dass wir als Gesamtgesellschaft noch nicht einmal den Kurswechsel in die richtige Richtung hinbekommen haben (geschweige denn uns schnell genug in diese bewegen würden), sondern weiter urgemütlich auf den Abgrund zutreiben.
 
Aber nur Arschlöcher sind der Meinung, dass der Rest Welt für ihr Wohlbefinden zu leiden hat die Obergrenze für "die Mehrheit lebt national-nachhaltig auf WKA-freien Land" würde ich für Deutschland mal eher bei 5 denn bei 10 Milliarden Einwohnern ansetzen. Jeder, der der Meinung ist, sowas für sich beanspruchen zu können, solange die 80 Milliarden "zu viel" noch leben, sollte also mal ein paar verdammt gute Gründe in Petto haben, warum er soviel gleicher als gleich ist.
Ich bezweifle mal stark, dass so viele Leute sich als gleich sehen.
Wie oft muss ich noch sagen, dass fast kein Mensch die Maßnahmen will? Dass das eigene Haus für viele Menschen sehr wichtig ist? Dass es ein Lebensziel ist, am Ende ganz akzeptabel dazustehen mit eigenem Haus und Garten? Bei den meisten Menschen kommt der Klimaschutz ganz weit hinten nach einem ganzen Berg an Zielen, die alle individuell wichtiger sind. Für viele Menschen ist das schön und gut mit dem Klimaschutz, wenn es sie nichts kostet. Manche geben sogar viel Geld dafür aus, aber wenn man ihnen sagt, dass sie dank Efh immer noch klimaschädlich wie Sau sind und sie gefälligst im Plattenbau zu wohnen haben, dann war es das.
Es ist wie es ist, es will niemand außer paar Radikale.
Kosten? Möglich. Kommt selten vor, dass ich aufrechne, wie teuer uns das Warten schon heute kommt, aber nicht nie. Normalerweise bleibe ich eher bei wat mutt dat mutt.
Damals waren es ein paar BIP's, die man für die Vollausstattung bräuchte und das war dein Argument dagegen. Soll ich dir die Stelle raussuchen?
Eigentlich gehören Windräder für Menschen dahin, wo Menschen sind
Find ich prima, ab in die Großstädte damit und verschont die Dörfler damit :ugly:
Wir müssen nicht die Geschwindigkeit, mit der wir was tun steigen, sondern die Beschleunigung.
Ok, dann sprich offen aus, dass die Menschen hierzulande ihr Auto und ihr Haus verlieren, dass sie am Ende alle nur in kleinen großstädtischen Wohnungen leben und dass das mit den Weltreisen nichts gibt. Die meisten Leute würden das wohl als sehr dystopisch sehen und schneller zumachen als du den Satz beenden kannst.
Geldkoffer von denen, die jetzt Krokodilstränen weinen, weil man es genau so gemacht wie von ihnen gewünscht verbockt hat.
Das leugnet niemand, außer denen mit den Geldkoffern.
Der Spike 2019 kurz vor Corona war nicht nenneswert höher, als der 2021 während Corona. Also wenn du aus solchen Umfragen ableiten willst, wann/ob ein größerer Teil der Bevölkerung mit konsequentem Klimaschutz einverstanden wäre
Dieser Spike war ein Symptom.
Davor gab es kein FFF und auch keine Klimakleber. Davor war Klimaschutz irgendwas, das in der Tagespolitik mehr oder weniger nebenbei besprochen wurde
Nur halt welche, deren Verschlechterung jedes Jahr aufs neue beweist, dass wir als Gesamtgesellschaft noch nicht einmal den Kurswechsel in die richtige Richtung hinbekommen haben (geschweige denn uns schnell genug in diese bewegen würden), sondern weiter urgemütlich auf den Abgrund zutreiben.
Und das ist auch der Grund, warum ich persönlich am Ende lieber die Welt brennen lasse anstatt dass es in einer sozialistischen Dystopie endet. Damit verschwinde ich jetzt auch wieder aus der Diskussion.
 
Das musst du kein einziges Mal sagen. Dir sollte nur klar sein, dass es dem Kima und den daraus folgenden Konsequenzen ziemlich egal ist, was Mensch X "will". Ich will auch n Boot am Mittelmeer und genug Geld jeden Monat, um es gar nicht erst wieder verlassen zu müssen. Aber es gibt einen Unterschied zwischen "will", "kann" und "muss". Hier haben wir bislang darüber geredet, was massieren muss, damit die Zivilisation nicht welweit in einem Flammenmeer untergeht und vielleicht sogar noch ein bisschen Natur übrig bleibt. Wenn du natürlich lieber den globalen Kollaps willst...
Das ist tatsächlich ein "wollen", das erfüllt werden wird. Je nachdem, wie alt du bist, könntest du auch das "Glück" haben, einiges davon mitzuerleben. (In Anbetracht des Forums allgemeins und der Tatsache, dass du die Klimadiskussionen der 0er und 90er nicht mitbekommen zu haben scheinst, tippe ich mal auf 2-4 Jahrzehnte, wenn du nicht zu den frühen Opfern gehörst.)
 
So... alles soweit installiert wie ich durfte... morgen kommt der Elektriker und schliesst alles an.
Damit wäre dann die Kapazität um 60% erhöht und die Panelkapazität sogar um fast 90%. :D Mein Beitrag zu Energiewende ist damit dann abgeschlossen.
Sogar im Winter sollte ich jetzt grossteils tagsüber noch was übrig lassen.
 

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Ein wenig Strange heute.

Bis ca. 15:00 lag der Börsenstrompreis recht linear bei 0 Cent/kWh ohne Schwankungen.
Hatte für heute mit negativen Preisen gerechnet da Wind und Sonne für einen ordentlich EE Anteil im Netz gesorgt hat.
Wahrscheinlich wurde der Überschuss per Börse gleich ins Ausland weitergegeben so das Bilanziell max eine 0 drin war. :hmm:


Wir haben jedenfalls die Zeit genutzt und alle PKWs voll geladen, Wäsche gewaschen, Warmwasser aufbereitet und die Fussbodenheizung noch ein paar Grad hochgezogen.

Dank eigener PV (bis jetzt !heute! ) nur 19,8kWh aus den Netz gezogen und dafür 2,80€ bezahlt (Tibber).


Geht doch mit der Energiewende. :daumen:




Viele Grüße,
stolpi
 
Zuletzt bearbeitet:
Das geht auch nur solange genug andere den Aufpreis zahlen.. wenn alle mit Tibber unterwegs wären könntest das System wohl auch in die Tonne kloppen. Zumal ich es ein recht asoziales System sehe... die wo reich genug sind um ihr Leben so zu legen dass es gut passt profitieren, welche die keine grosse Wahl haben zahlen drauf.
Das ist für die Energiewende sicherlich sehr vorteilhaft wenn 2 Gruppen gegeneinander ausgespielt werden.
 
Weil all jene, die das Angebot nutzen können all den anderen die keine Chance haben das permanent unter die Nase reiben. Wenn der Vermieter keine intelligenten Geräte kaufen will hat man halt Pech gehabt, wenn man keine Wallbox hat sondern öffentlich laden muss hat man genauso Pech. Und wenn man statt Homeoffice reale Werte erschaffen muss hat man das 3. Mal Pech weil man halt tagsüber nie zu Hause ist... und die dürfen sich jetzt dann die ganze Zeit anhören wie günstig es mit Tibber doch ist. Herzlichen Glückwunsch, das Ergebnis siehst derzeit bei allen Wahlen. ;)
 
So simpel ist dann auch wieder nicht. Ich habe ein Eigenheim, ich habe einen mehr oder weniger Homeofficearbeitsplatz. Dennoch kann und bin ich nicht immer dann daheim, wenn es vermeintlich Strom geschenkt gibt, weil wegen Sonne aufs Dach oder Tibber oder sonst wie. Ich bin auf einen gewissen Grad an Hausautomation angewiesen. Nur so kann ich a) z.B. vorab an Hand einer Wettervorhersage programmieren wann Waschmaschine, Trockner oder andere große Verbraucher laufen sollen oder b) es sogar soweit treiben, dass Geräte nur dann angeworfen werden, wenn Strom entweder günstig oder vom Dach zu haben ist.

Außerdem finde ich dieses "statt Homeoffice reale Werte schaffen" ein bisschen im Ton vergriffen. Kannst ja mal ein Haus zu bauen versuchen, wenn keiner die Officeleistungen erbringt. Viel Erfolg! Und so ganz nebenbei kostet Homeoffice neben mehr Stromverbrauch auch deutlich mehr Heizenergie und Wasser.
 
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