Willst Du auf folgendenen Passus hinaus? So was wie Marginalmix? Hier mal ein Artikel, allerdings relativ alt, aus dem Jahr 2021. Wenn ich ihn richtig las, werden Marginalmix der Position Strommix dort gegenübergestellt und relativiert ...
Ich kenn es unter dem Begriff "Grenzstrom". Aber der Artikel scheint das Konzept überhaupt nicht verstanden zu haben. Es geht nicht darum, wer "als erster" eingeschaltet wird, sondern wer abgeschaltet werden kann respektive nicht als zusätzlicher Verbraucher auftritt. Das kann natürgemäß jeder sein, aber in einem konkret betrachteten Fall geht es halt um den, den man gerade konkret betrachtet. Also beim Batterieauto:
"Ich ziehe heute 60 kWh aus der Dose, um ~300 km zu fahren. Was wäre passiert, wenn diese 60 kWh nicht gezogen worden wären?"
Antwort a): "Jemand hätte Solarzellen, die sonst 60 kWh Ertrag geliefert hätten, abgebaut. Für das Klima ändert sich gar nichts."
Antwort b): "Ein Kohlekraftwerk hätte 60 kWh weniger produziert, dem Klima wären roundabout 60 kg CO2 erspart worden."
Dem gegenüberstellen muss man das Pendant:
"Ich fülle heute in meinen Verbrenner 20 l Benzin, um ~300 km zu fahren. Was wäre passiert, wenn ich die nicht verbrannt hätte?"
Antwort a): "Jemand anders hätte sie just for fun zusätzlich verbrannt, für das Klima ändert sich gar nichts."
Antwort b): "Dem Klima wären 50 kg Verbrenner-CO2 erspart worden"
Gesamtrechnung dann:
Verbenner statt Batterieauto spart 60 kg CO2 ein, erzeugt 50 kg CO2 extra, sorgt Netto also für 10 kg weniger CO2-Emissionen bei gleicher Fahrleistung.
Bist Du Dir sicher, dass Dein beschriebenes Szenario denn so zutrifft? Mir erscheint es sehr (zu?) simpel und statisch zu sein - feste, gleichbleibende Ausgangsgröße + "einstöpseln". Ist das Stromnetz, das Verhältnis von Erzeugung und Nutzung über die Landesgrenze hinaus (da eingebettet in europäisches Stromnetz einschließlich sehr kurzfristiger In- und Exporte), nicht viel komplexer, als Du hier darrstellst?
Die rein energetische Bilanz ist tatsächlich so einfach. Auch Importe/Exporte ändern erstaunlich wenig, denn die Situation ist überall gleich: Jeder verkauft so viel grünen Strom, wie er entweder liefern (Skandinavien) oder produzieren (alle anderen) kann. Heißt umgekehrt: Ein zusätzlicher Verbraucher kann nie auf zusätzlichen grünen Strom zurückgreifen, denn es gibt keinen (in Reichweite). Die Grobregelung erfolgt in Deutschland überwiegend über Kohlekraft, d.h. diese Kraftwerke laufen gemäß dem prognostizierten Bedarf, den EE nicht decken können, und die kurzfristige Feinregelung komplett über Gas. Die feinere Differenzierung zwischen beiden ist komplex, aber man kann sie sich weitestgehend sparen kann, solange wir Gas in Nordamerika/Russland/Vorderasien einkaufen, denn wie du schon selbst gepostet hast: Inklusive Methanemissionen sind die Gaskraftwerke quasi genauso schädlich. Da Atomstrom bei uns kaum eine Rolle spielt (und auch nicht sollte), bleibt es also bei "wenn EE keine 100% erreichen, muss der Rest fossil gedeckt werden". Natürlich würde sich das ändern, wenn jetzt alle Handelsblatt-Schmierfinken ihre hypothetischen Millionen von 50er-Jahre-Kühlschränken abschalten und der Gesamtverbrauch soweit runtergeht, dass wir die Kohlekraftwerke die meiste Zeit des Jahres über abschalten würden. Aber soweit sind wir noch lange nicht, schon gar nicht europaweit.
Was derzeit schwierig ist, ist die quantitative Einordnung von Sonderfällen und Entwicklungspotenzial sowie deren Projektion in die Zukunft. Der Benziner in dem Beispiel verbraucht rund 6,5 l pro 100 km. Aber man könnte auch welche mit halb so viel Verbrauch bauen, bei gleicher Transportleistung. Das wären dann 35 kg CO2 Ersparnis gegenüber den Beispiel-Batterieauto. Und wenn ich berücksichtige, dass ein Kohlekraftwerk deutlich mehr als 60 kWh einspeisen muss, damit 60 kWh im Akku ankommen (Leitungs-, ggf. Pufferungs-, Ladesäulen- und Ladeelektronik-Verluste), dann sind wir schon bei 40 kg Einsparung durch den Benziner/Mehremissionen durch das Batterieauto. Umgekehrt kann dieses, wenn es an einem sonnigen Tag in einem Gebiet mit extrem guten Photovoltaik, aber miserablen Netzausbau rumsteht, auch tatsächlich mit CO2-freiem Überschussstrom geladen werden. In dem Moment kommt man tatsächlich den 0 g CO2 nahe. Aber das müsste man in einer Metaebene natürlich gegen die Gründe für den mangelnden Netzausbau abgewogen werden: Warum wurde der Photovoltaikstrom nicht eingespeist? Z.B. weil in dem Gebiet 50 Millionen zur Ertüchtung der Netze "fehlten", während für 50 Mililonen Ladesäulen gebaut wurden? Dann hat das Konzept "Elektromobilität" selbst dafür gesorgt, dass der produzierte PV-Strom nicht an stationäre Verbraucher weitergeleitet wurde, wo er Kohlestrom ersetzt und so viel mehr CO2 eingespart hätte. Es gibt also reichlich Potential für zusätzliche Komplexität, aber da steht ganz zu Anfang nicht ohne Grund "Sonderfälle". Bislang haben wir nämlich nur wenig Tageszeiten und Regionen in Deutschland, wo es derartigen Überschussstrom gibt und das sind dann meist Pendler-EFH-Viertel mittags, wenn die zugehörigen Autos gerade mit ihren Besitzern auf Arbeit sind.
Wichtiger wäre eher der schwarze Elefant vor dem Raum: Für Kohle werden riesige Flächen umgewühlt und das schwere, sperrige Zeug um die ganze Welt transportiert (im Falle von Steinkohle). Letzteres gilt aber auch für Rohöl - in etwas geringerem Maße, wogegen noch die Emissionen der Raffinierung aufzurechnen sind. Und außer vereinzelten Lobbyorganisationen (die jeweils verdammt merkwürdigen Zahlen für ihre jeweilige Seite) sagt dazu niemand etwas. Da hat meine Überschlagsrechnung eine riesen Lücke, aber alle anderen Rechnungen halt auch

. "Best möglich" ist eben nicht zwingen "perfekt". Aber einfach den Verbrauch ab Ladestecker mit "dem Strommix" zu multiplizieren, dass ist ganz sicher falsch. Aktuell haben wir ja nicht einmal "den Strommix", sondern um 12:00 anderen Strom als um 20:00. Trotzdem verbreiten sehr viele Quellen genau solchen Nonsens. (Und ja: Darunter leider auch sehr viele namenhafte Institutionen, deren Kompetenz z.B. in ökologischen Fragen zu Recht geschätzt wird. Aber das sagt halt nicht, dass die vorurteilsfrei und intelligent ans Stromnetz rangehen.)
Hier greifst Du wieder auf Deine vorige Darstellung zurück, von der ich erstmal nicht ausgehen würde, wie ich oben schrieb. Ohne Kohlekraft verteidigen zu wollen - da ich fossile Energien ja schnellstens vom Netz müssen - ein Kohlekraftwerk kombiniert mit Kraft-Wärme-Kopplung kann einen sehr hohen Wirkungsgrad erzielen - durch die Nutzung der anfallenden Abwärme.. Beim Auto hingegen verpufft viel mehr, da es nicht an ein Wärmenetz angeschlossen ist.
Soweit die Theorie. Aber wie viele respektive eher: Wie wenige Kohlekraftwerke sind in Deutschland schon an Wärmenetze angeschlossen? Und wer will da von April bis Oktober nennenswert Wärme entnehmen? KWK ist eine sinnvolle Technik, aber man müsste sie erstmal systematisch aufbauen. Die letzte Regierung wollte das, die aktuelle hat eine explizite Aufhebung der Gesetze versprochen. Dann stehen wir wieder bei dem, was 70 Jahre lang Realpolitik in Deutschland war: Gar keine Fernwärme oder gar welche mit extra Heizkraftwerk, dass keinen Strom erzeugt

.
Für die fernere Zukunft frage ich mich auch, ob sich die Sache noch groß lohnt. Das Klima wird wärmer, sommerliche Kühlung immer wichtiger, die Heizperiode immer kürzer und allgemein gehen sämtliche Energiewenderechnungen davon aus, dass der aktuell enorme Bedarf an Wärmeenergie durch bessere Isolierungen massiv reduziert wird. Wenn noch im Januar/Februar für ein paar Wochen ein Bruchteil der heutige Heizleistung benötigt wird, dann verbessert KWK die Bilanz kaum noch, weil sie 10+ Monate im Jahr gar keine erwähnenswerte Wirkung hat und dem kümmerlichen Rest ein ziemlich großer Aufwand gegenübersteht. Das bescheuerte an Fernwärme ist ja, dass man sie zusichern muss, weil man den Heizbedarf jedes einzelnen nicht exakt kennen kann. Das heißt wenn 99,9% der Abnehmer Ende November wegen guter Isolierung gar nicht heizen müssen, läuft das KWK-Kraftwerk trotzdem mit 50 K erhöhter Ablauftemperatur und entsprechend geringerer elektrischer Effizienz, weil das halt zugesichert ist und irgendwo irgendeiner das heiße Wasser aus der Leitung brauchen könnte.
Das habe ich gelesen. Soweit ich Dich verstsehe, befürwortest Du aber Neubauten von Verbrenner.
Jein. Ich bin dafür, das zu machen, was sinnvoll ist und das muss man jeweils technologieoffen prüfen. (Idealerweise, in dem man Folgekosten korrekt einpreist und dann sieht ja jeder, was für ihn die günstigere Lösung ist). Ich persönlich rechne damit, dass Verbrenner in kleineren Fahrzeugen auf der Langstrecke (was für mich zugleich die primäre Daseinsberechtigung von Privatfahrzeugen überhaupt ist) sowie in einigen professionellen Einsatzbereichen mit sehr seltenem, dann aber technisch anspruchsvollen Bedarf (z.B. Dauerlasttauglichkeit bei THW, hohes Leistungsgewicht beim Förster) noch auf lange Sicht die sinnvollere Technologie sein können.
Die Energiewende wird wohl (hoffentlich) nicht abgewürgt, sondern weiter vorangetrieben zumindest sollte sie - noch sind bspw. nicht alle Dächer voll mit PV.

Entsprechend birgt strombasierte Nutzung gegenüber Verbrennung fossiler Energieträger immer ein Vorteil - der EE-Anteil im Netz kann erhöht werden
Das ist das alte ""Argument"" von Vorteilen aus kommenden Entwicklungen, dass jetzt schon seit 10-15 Jahren spazieren getragen wird. Und was ist die Realität? Die erste Generation Tesla S wandert auf den Schrottplatz, die Kohlekraftwerke sind die ganze Zeit durchgelaufen. Bei dem aktuellen EE-Ausbau wird das sämtlichen heute verkauften Batterieautos genauso ergehen und ehe wir auch aus fossilem Gas aussteigen, wird es mit der aktuellen Politik 2060 in Deutschland sein und 2080 oder später bei unseren Nachbarn in Polen oder Tschechien. DANN, in 50 Jahren, sticht dein Argument. Aber bis dahin werden noch 2-3 Autogenerationen ins Land ziehen und wie ausführlich dargelegt ist mit der Umstellung auf 100% EE noch lange nicht garantiert, dass Batterieautos eine viel bessere Bilanz haben. Ab da ist das nur _möglich_, dass sie ihren bisherigen Rückstand auf- und dann überholen.
, der vom Verbrenner nicht bzw. nur mit krasser Verschwendung (E-fuels).
Wie gesagt: Wir brauchen chemische Energiespeicher sowieso, um die PV-Überproduktion im Sommer einzufangen. Wie ""krass"" diese unvermeidbare Verschwendung mit welcher Art von P2X sein wird und was das für die direkte mobile Nutzung derselben bedeutet, bleibt abzuwarten. Leider wurde und werden große Teile dieser Forschung ziemlich vernachlässigt. Kohlenwasserstoffsynthese war von ... öhm ... den 1940ern bis vor rund 10 Jahren gar kein Thema, Wasserstofflagerung bis vor 20 Jahren nicht, potentielle Kohlenstoffquellen und sicherer Umgang mit Ammoniak sind es bis heute nicht. Einzig an H2-Elektrolyseuren wurde in den 70ern/80ern mal intensiv geforscht, sodass man da eine Grundlage hatte. Ergebnis: Man steht aktuell in Laborversuchen schon bei 95% Effizienz. Rein von der Thermodynamik her sind auch für die anderen Schritte 9x% denkbar, während beim Batterieauto und zugehöriger Kette fast alle Komponenten seit Ewigkeiten als ausentwickelt gelten (alles außer Batterie) respektive am Mangel chemischer Fortschritte in bereits sehr gut erforschten Gebieten hängen (Batterie).
Ergänzung: 60% der Autofahrten sind laut folgender
Quelle nur zwischen 0 - 10 km lang.
Nahezu alle privaten Autofahrten unter 15 km sind in meinen Augen verzichtbar und sollten ersatzlos eingespart werden. Die paar, die übrig bleiben, sind dann vernachlässigbar. 100 mal 3 km zu fahren verursacht geschätzt halb so viel CO2, wie einmal 500 km und 500 km zurück. Die durch Fahrradfarhten zu ersetzen lohnt, weil da "nix" auf der Kostenseite steht und außerdem noch eine Gesundheitseffekt bei rausspringt. Aber für <<1000 km im Jahr optimiert man kein Auto. Dafür lohnt sich kein Auto.
Hier liegen wir offenbar näher beieinander. So ich die Debatte seitens EE-Befürworter:innen verfolge, geht es aktuell u.a. um größere Batteriespeicher, um bspw. Sonnenstromüberschuss tagsüber zu speichern und nachts nutzen zu können, um fossilen Stromanteil zugunsten EEs reduzieren zu können. Fragt sich, was die aktuelle Regierung macht ...
Nichts. Aber die 24h-Speicherung steht vor dem Punkt, an dem sie sich kommerziell lohnt und dann von selbst ausbaut. Viel zu langsam, aber ehe wir den noch viel langsameren Kohleausstieg geschafft haben, dürfte das kein Thema mehr sein. Viel mehr sorgen bereiten mir die mehrwöchte Speicherung und die saisonale. Erstere bräuchte es eigentlich gar nicht, wenn Verbundnetz und EE EU-weit ausgebaut werden würden, ab verkacken die Politiker ja noch mehr; Außnahme Portugal und Skandinavien. Und für letzteres hat man überhaupt nur theoretische Konzepte (siehe oben: P2X), dabei ist das der wichtigste Aspekt. Von Mai bis August haben wir rund dreimal so viel PV-Ertrag, wie von November bis Februar und noch liegt der Heizungs- über dem Kühlungsbedarf, sodass der Verbauch genau gegenteilig verläuft.
Schon. Du hast da ja offenbar ein anderes und innerhalb diesem Vorbedingungen, die Du auf bestimmte Art lösen möchtest. Handwäsche, "Katzen"-Körperwäsche ... nutze ich, wenn ich unterwegs bin.
Drei Wochen lang bei 40 °C die gleichen beiden T-Shirts und dann setzt du dich ins Zugabteil?
Ne, sorry. Da haben wir wohl wirklich unterschiedliche "Mindsets".
Wieso dürftest Du nicht mehr campen? Meinst Du Campingauto/anhänger oder Zelten? Es gibt ultralight Ausrüstung womit mensch das Gepäckgewicht stark reduzieren kann ...
Zelt. (Wobei ich mal mit einem Estoril geliebäugelt habe: Kleinwagen mit Hänger, 14 h @Schnitt 85 versus Kompaktwagen mit Zelt drinne, 12 h @Schnitt 10 + 2 h Auf-/Abbau?

)
Aber groß genug, um Kleidung, Kochutensilien & Co für mehrere Wochen unterzubringen. Zelthersteller schreiben da dann "4 Personen" dran, obwohl nur zwei drinne liegen. Wenn die Gesamtgepäckmenge Bahn und Linienbus tauglich bleiben sollte, müsste man dagegen auf maximal 5 kg und 20 l für Zelt, Kocher, Gasbuddel, Geschirr und Töpfe runter (von Sitzmöglichkeit und Tisch ganz zu schweigen, die zu meinem Mindset schon dazu gehören). Seh ich so nicht geschehen.
Oder ist Dein Vorschlag, die Differenz quer- also aus anderer Quelle zu finanzieren?
Ja, exakt. Deswegen will ich die Abgaben auf CO2-Emissionen anheben. Das Sozialbudget ergibt sich doch nicht aus Sozialabgaben, sondern es wird (genau wie jedes andere Budget auch) festgelegt. Wir haben so gut wie keine zweckgebundenen Abgaben in Deutschland und auch praktisch keinen großen Posten, der allein aus einer konkreten Abgabe finanziert wird. Es müssen nur die Einnahmen insgesamt stimmen und dass kann man für Lenkungseffekte nutzen. Aktuell machen wir Arbeit teuer, Umwelt- und Klimazerstörung aber billig. Ich würde das umdrehen.
Das Konzept eines supidupi euorpäischen Stromverbundes ist noch in der Zeit geboren worden, als es noch eine Friede-Freude-Eierkuchen-Welt gab.
Gerade die Ukriane zeigt, wie wichtig Strom- wie Wärmeautarkie zumindest bis auf kommunale Ebene hinunter ist.
Man braucht keine Autarkie. Man braucht nur Dezentralität und leistungsfähige Vernetzung. Wenn du überall Kraftwerke hast und alle mit allen über eine Vielzahl von Leitungen so verbunden sind, dass bei Bedarf ein kompletter Ausfall der lokalen Produktion ausgeglichen werden kann (weil genau das jedes einzelne Mal nachts bei Windstille gewährleistet sein muss), dann ist das ein sehr resilientes System. Wenn einzelne Erzeuger ausfallen, macht es gar keinen Unterschied, einzelne Leitungen senken nur lokal die Peakleistung und man muss etwas einsparen (macht man in angegriffenen Regionen schon aus ganz anderen Gründen).
Bei Insel-Autarkie hätte ich eher bedenken. Denn die basiert zwangsläufig auf einzelnen Strukturen mit wenig Redundanz: Wenn der Dorf-Batteriespeicher getroffen wird und keine nennenswerten Leistungskapazitäten bestehen, weil man ja ""autark"" ist äh war, dann bliebt es solange jede Nacht dunkel, bis neue Batterien nebst Technik da sind. Und das kann dauern.
Nur in Friedenszeiten hat Insel-Autarkie die Nase vorn: Die kann eben "jeder für sich" aufbauen. Ein EU-weites, engmaschiges Netz aus Kraftwerken und Leitungen müssten alle in der EU aufbauen.
Die Frage ist ja, ob man Bayern abschieben kann.
Es ist doch schon schwer jemand zu finden, der straffällige Afghanen nimmt. Aber Bayern? Iiiiiiihgitt!!!
P.S.
@inhuman_nature:
Ich bin durch Zufall diese Woche auf eine Angabe zum realen Verbrauch bei nicht-ganz-so-schnell-Zügen gestoßen, wir hatten ja die Diskussion.
"Der Dieselverbrauch auf der neuen Relation lag nach DB-Angaben bei 2,2 Litern je Person und 100 Kilometern, bei einer Auslastung von 40 Prozent.
[88]". Reale Auslastungsangabe, für eine Verbindung mit 200 km/h Spitze, auf weiten Teilen der Strecke aber 140-180 und mit wenig Zwischenhalten. Das entspricht ungefähr deiner Vision eines energieeffizienteren Fernverkehrs, aber es ist noch weitaus schlechter, als von mir angenommen. Mit dem Tempo erzielt die Bahn Door-to-Door-Reisezeiten, die ein PKW selbst auf günstigen Verbindungen (Innenstadt-Innenstadt, parallele Trasse) mit max. Tempo 120-130 schlagen kann. Auf weniger ungünstigen mit Tempo 80-100. Da ist es leicht, mit handelsüblichen Dieseln auf 4,4 l zu kommen und wenn man mal ausgehend von A2 3l weiterspinnt, sollten 2,2 l technisch machbar sein. Je nachdem, was für Verbrenner man also in Zukunft baut, ist der PKW spätestens ab 2 Reisenden effizienter, eventuell sogar schon mit einem einzelnen konkurrenzfähig. Im Extremfall, mit auf 1-2 reisende optimierten Fahrzeugen (Mototracer, Loremo) wäre es immer der PKW. Man kann durch eine Umstellung auf ÖPV also auf der Langstrecke keine Energie gegenüber dem Auto sparen, sondern man erhält nur den Vorteil einer leichteren Elektrifizierung. (Elektro versus Elektro fällt der Batterie-PKW außerdem nochmal leicht in der Effizienz zurück, weil er die schweren Akkus mitschleppt)
Die Umstellung lohnt sich natürlich auch allein aus diesem Grund und gegenüber dem Flugzeug hat man auch einen Verbrauchsvorteil. Aber wie bereits dargelegt: Man sollte für die Energieplanung der Zukunft nicht davon ausgehen, dass der Energiebdedarf des Langstreckenverkehrs insgesamt sinkt, auch nicht wenn die Umstellung auf ÖPV glückt. Das geht nur, in dem motorisierte Fahrten insgesamt einspart.