[Community-Bundestagswahl] Quartal 4 2010

Wenn heute Bundestagswahl wäre welche Partei würdest du wählen?

  • SPD

    Stimmen: 8 10,5%
  • Union

    Stimmen: 6 7,9%
  • FDP

    Stimmen: 5 6,6%
  • Die Linke

    Stimmen: 8 10,5%
  • Piratenpartei

    Stimmen: 29 38,2%
  • Die Grünen

    Stimmen: 13 17,1%
  • Sonstige

    Stimmen: 5 6,6%
  • Enthaltung/gehe nicht wählen

    Stimmen: 2 2,6%

  • Umfrageteilnehmer
    76
  • Umfrage geschlossen .
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Und was hat das jetzt mit einem Parteiprogramm zu tun, in dem man herauslesen kann, welche politischen/wirtschaftlichen/gesellschaftlichen Vorstellungen sie hat, also wirklich konkretes?
Wie steht sie zur Wirtschaftspolitik, Auslandspolitik, Umweltpolitik, Gesundheitspolitik, bla bla bla...
 
und trotzdem gibt es immer noch genug schwachköpfe, die denken, die piratenpartei sei eine regierungsfähige partei....

Ich bitte dich. Hast du schon mal - selbst als Laie - die chronologische
Entwicklung von Gesetzen kritisch verfolgt ? Wahrscheinlich nicht, sonst
würdest du es nicht wagen, etablierten Parteien Vorschussloorbeeren
der Seriösität zu geben. Politiker sind in keinster Weise irgend 'nem
dahergelaufenen Menschen durch Fachwissen überlegen,
was die Gesetzgebung angeht.
Das gipfelt nunmehr sogar schon in Gesetze-Outsourcing, was dem Sinn der
Demokratie und dem Auftrag des Volkes, unser Land für 4 Jahre zu regieren,
gänzlich zuwiderläuft.
 
Gesetze ausarbeiten ist sehr kompliziert, das kann ein MdB, der von Beruf Busfahrer ist, nicht.
Daher ist das logisch, dass man sich Leute dazu holt, die das machen, was so gesehen auch OK ist.
Das Problem ist nur, dass diese Leute, die dann die Gesetze ausarbeiten, auch noch andere Interessen haben, meist mit solchen Leuten, die direkt (oder indirekt) mit den neuen Gesetzen konfrontiert werden.
Richtig schlimm wirds dann, wenn Lobbyverbände Gesetze ausarbeiten und das dann so "hinbiegen", wie es für ihre Auftraggeber passt.
Dahingehend muss die Politik unbedingt unabhängiger werden, sonst verliert sie schnell ihre Glaubwürdigkeit.
 
lol, mal ernsthaft wenn ich mir berichte aus dem bundestag und co anschau machen dir mir wirklich keinen seriöseren eindruck als ein busfahrer.
 
Und was hat das jetzt mit einem Parteiprogramm zu tun, in dem man herauslesen kann, welche politischen/wirtschaftlichen/gesellschaftlichen Vorstellungen sie hat, also wirklich konkretes?
Wie steht sie zur Wirtschaftspolitik, Auslandspolitik, Umweltpolitik, Gesundheitspolitik, bla bla bla...

Parteiprogramme sind sowas wie die Entwurfsplanung.
Wahlprogramme sind analog dazu die Ausführungsplanung zur Entwurfsplanung.
Was du einforderst, sind Aussagen, die in ein Wahlprogramm gehören;
diese haben in einem sachgemäß bewusst eher abstraktem Parteiprogramm
nichts zu suchen.
Wusst' ich bis vor einem Monat auch noch nicht.


Wirtschaftspolitik:
GP050 Beschlossen "Recht auf sichere Existenz und gesellschaftliche Teilhabe"


Auslandspolitik:
GP035 Beschlossen "Ratifizierung der UN-Konvention gegen Korruption"


Umweltpolitik:
GP002 Beschlossen "Umwelt Modul 1: Nachhaltigkeit"
GP003 Beschlossen "Umwelt Modul 2: Lebenswerte Umwelt"
GP004 Beschlossen "Umwelt Modul 3: Umgang mit Ressourcen"
GP006 Beschlossen "Umwelt Modul 5: Energiepolitik"
GP060 Beschlossen "Atomausstieg/Sicherheit kerntechnischer Anlagen"
WP011 Beschlossen "Umgang mit Nuklear-Müll"


Gesundheitspolitik:
- Keine Einführung der Elektronischen Gesundheitskarte in der derzeit geplanten Form
- Transparenz im Gesundheitswesen durch Erweiterung des Informationsfreiheitsgesetzes
- Veröffentlichungspflicht für medizinische und pharmazeutische Studien
- U-Untersuchungen für Kinder
- Erste Hilfe
- Verbindliche Vorgaben über die Arbeitsbedingungen an Bildungseinrichtungen
- Gewährleistung des Datenschutzes in der Drogenpolitik
- Drogen-Präventionsunterricht an Schulen
- Freigabe von Cannabis zu medizinischen Zwecken
- Kennzeichnungspflicht von Medikamenten mit Sucht - bzw. Abhängigkeitspotential
- Maßnahmen gegen Missbrauch von AD(H)S-Medikamenten



Gibt es noch weitere Bereiche, die dich dringend interessieren und die
du als unerlässlich betrachtest ?
 
Und welche personelle Kompetenz steht hinter den Wünschen der Piratenpartei?
Fordern kann man viel, das machen die Linken auch immer, aber Konzepte liegen haben, wie man es wirklich machen kann, haben sie nicht.
 
und trotzdem gibt es immer noch genug schwachköpfe, die denken, die piratenpartei sei eine regierungsfähige partei....

Eines sollte klar sein: die Piraten werden in absehbarer Zukunft sicherlich keine absolute Mehrheit auf Bundesebene erreichen; in der Praxis sind die Piraten also nur in einer Koalition vorstellbar; in einer solchen würden sie sich auf ihre Kernthemen konzentrieren und in anderen Bereichen ihren Koalitionspartnern die Arbeit überlassen; dieses Argument ist daher irgendwie sinnlos- die Regierungskompetenz der Piraten außerhalb ihrer Kernthemen steht und fällt mit ihrem Koalitionspartner; nicht anders als bei vielen(/allen) anderen kleineren Parteien inkl. Grüne, Linke und FDP

Desweiteren halte ich es für sehr fragwürdig, die realpolitische "Arbeitsfähigkeit" einer Regierung als ausschlaggebend für seine Wahl zu sehen; man sollte sich doch eher nach der Weltanschauung richten und kleine Parteien keinesfalls vernachlässigen nur weil sie klein sind und/oder keine "Regierungserfahrung" haben

Aber wie auch immer, sind ja eure Politiker
 
Nicht sehr viel besser als in Deutschland aber insbesondere die gesamte Killerspiel/Jugendschutz Debatte gibt es praktisch nicht, auch Vorratsdatenspeicherung gibt es nicht (wofür Österreich aber bereits von der EU verklagt wurde weshalb sie wohl doch letztendlich kommt) und Internetsperren gibt es ebenfalls (noch) nicht- auch hier ist eine baldige Einführung jedoch realistisch, vermutlich sogar realistischer als in Deutschland

Mit der Meinungsfreiheit sieht es dafür aber weniger gut aus:
Österreich verstößt am öftesten gegen Meinungsfreiheit DiePresse.com
Kein Land in der EU wurde in den vergangenen zehn Jahren öfter vom Menschenrechts-Gerichtshof verurteilt: 24 Mal verstieß Österreich gegen die Meinungs- und Pressefreiheit.
 
Wikileaks hat ja gezeigt, was passiert, wenn eine Internetplattform allzu freizügig mit Informationen umgeht, da werden plötzlich Haftbefehle erlassen und Server gekappt.
Ich will jedenfalls nicht, dass der Staat (oder einer seiner Organe) entscheidet, was das Volk im Netz sehen darf und was nicht.
Das machen die Chinesen schon und von den Nord-Koreanern rede ich nicht mal, die haben ja kein Internet, nur ein staatseigenes Intranet.
 
Und welche personelle Kompetenz steht hinter den Wünschen der Piratenpartei?
Fordern kann man viel, das machen die Linken auch immer, aber Konzepte liegen haben, wie man es wirklich machen kann, haben sie nicht.

Ja, hat die Piratenpartei.
Was soll' ich da großartig zu sagen ?
Wollen wir uns zu einem Bundesparteitag verabreden, und ich stell'
dir dort die führenden Köpfe der jeweiligen Themen-AGs vor ?
In welchem Bereich fehlt dir ein Konzept bei den Piraten ?
Von dieser Stelle an tapp' ich beim Antworten im Dunklen; ich kann
ja noch mal als Beispiel den Jugendschutz anführen; anfangs ausgeführt
und verlinkt:
Die Piraten haben das Jugendschutz-Konzept der Jungen Piraten als
Positionspapier angenommen; das Konzept läuft der Richtung des
JMStV genau entgegen - Jugendliche werden nicht bevormundet, sondern
aufgeklärt -, deshalb unsere Ablehnung des JMStV.
 
Mir gehts eher darum, was wirklich konkret ist.
Bei der Linkspartei gibts viele Konzepte, aber keins davon ist wirklich realisierbar, die meisten scheitern an der Finanzierung.
Die Frage ist dann, kann es die Piratenpartei besser?
Wie steht die zu den Hartz Gesetzen, was würden die ändern wollen und wie finanzieren.
Auch die Meinung über den Atommüll ist ja schön und gut, aber einfach eine Meinung dazu haben, reicht mir z.B. nicht, da will ich konkrete vorschläge haben.
Die Vorschläge der Regierung kenne ich, die kann ich rauchen.
Die Linke ist da auch sehr unausgewogen, die Grünen sind wie immer gegen alles, und die SPD weiß nicht mal, was sie eigentlich wirklilch will.
Zur Zeiten Schröders hatten sie ihre Chance Gorleben und Konsorten neu bewerten zu können, aber sie haben nichts gemacht, jetzt beschweren sie sich, sehr arm im übrigen (gilt auch für die Grünen).
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Frage ist dann, kann es die Piratenpartei besser?
Wie steht die zu den Hartz Gesetzen, was würden die ändern wollen und wie finanzieren.

Aus dem vielfach angesprochenem neuen Parteiprogrammpunkt "Recht auf
existenzielle Grundsicherung und gesellschaftliche Teilhabe" leitet sich
konkret als mindeste und kurzfristigste Änderungsbestrebung die
Abschaffung des Erwerbsarbeitszwangs bei Hartz IV ab.
Die Finanzierung ist nach meinem Kenntnisstand nicht festgeschrieben,
aber angesichts der Verkorkstheit von Hartz IV auch keine Herausforderung:
Weißt du, wohin 2/3 des Etats für Hartz IV hinfließen ?
Zu den Empfängern ? Weit gefehlt: Zu den Unternehmen, die sich dazu
bereit erklären, einen Hartz IV-Empfänger einzustellen.
Diese wahnwitzige Praktik schreit nach einem Rotstift.
Ebenfalls im Rahmen zur Finanzierung von einem sozialverträglicheren
Hartz IV sind die juristischen Entlastungen der Behörden zu berücksichtigen:
Vor einigen Monaten ging die 100.000 Klage gegen Hartz IV ein;
neben dem deutlichen Zeichen, wie viel dieses Gesetzeswerk taugt,
zeigt das auch den großen, juristischen Kosten-Faktor von dem
heutigen Hartz IV auf.
Mit dem heutigen Hartz IV ist ein enormer bürokratischer Wasserkopf
verbunden, um die Empfänger an der kurzen Leine zu halten;
durch die Abschaffung des Erwerbsarbeitszwangs würden die
personalintensiven Vorgänge hierzu rückläufig werden, und damit auch
die Kosten.

Auch die Meinung über den Atommüll ist ja schön und gut, aber einfach eine Meinung dazu haben, reicht mir z.B. nicht, da will ich konkrete vorschläge haben.

Der neue Wahlprogrammpunkt der Piratenpartei Deutschland: schrieb:
Umgang mit Nuklear-Müll

Die Piratenpartei Deutschland setzt sich für die Lösung der Endlagerproblematik und den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen ein.
Die Piratenpartei Deutschland lehnt eine weitere Erkundung des Salzstockes in Gorleben ab. Die Piratenpartei Deutschland hält die Erkenntnisse die in den letzten 30 Jahren über den Salzstock gewonnen wurden und die politischen Vorgänge zu dessen Auswahl für ausreichend, um den Salzstock als nicht geeignet und nicht genehmigungsfähig einzustufen.
Die Piratenpartei Deutschland setzt sich für eine bundesweite Suche nach tatsächlich geeigneten Lagerstätten ein.
Die Piratenpartei Deutschland setzt sich dafür ein, dass nuklearer Müll grundsätzlich so gelagert wird, dass bei Bedarf eine Rückholung erfolgen kann.


Wie kann es noch konkreter werden ?
Geeignete Lagerstätten sind bislang unbekannt.
Die Abwendung von Gorleben unmissverständlich.
Zudem im Sinne der Transparenz: Überprüfbarkeit; hier durch Rückholbarkeit des Atommülls.
 
Das denken die Leute auch von der FDP. :lol:

nicht mehr :ugly:

Parteiprogramme sind sowas wie die Entwurfsplanung.
Wahlprogramme sind analog dazu die Ausführungsplanung zur Entwurfsplanung.
Was du einforderst, sind Aussagen, die in ein Wahlprogramm gehören;
diese haben in einem sachgemäß bewusst eher abstraktem Parteiprogramm
nichts zu suchen.
Wusst' ich bis vor einem Monat auch noch nicht.

Handhabt afaik auch jeder Partei anders.
Aber das, was du von den Piraten z.B. zum Thema Wirtschaft verlinkst, reicht nicht mal für ein Grundsatzprogramm und der Auslandsteil ist noch kleiner und eben nichts grundsätzliches, sondern ein einzelnes konkretes Ziel wie man es als Beispiel in einem Wahlprogram nennen könnte.
Gerade von Piraten würde ich mir aber z.B. eine Ansage wünschen, wie sie sich denn die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit China vorstellen. (das gilt umso mehr, als der Juniorpartner einer Koalition traditionell den Außenminister stellt)


Eines sollte klar sein: die Piraten werden in absehbarer Zukunft sicherlich keine absolute Mehrheit auf Bundesebene erreichen; in der Praxis sind die Piraten also nur in einer Koalition vorstellbar; in einer solchen würden sie sich auf ihre Kernthemen konzentrieren und in anderen Bereichen ihren Koalitionspartnern die Arbeit überlassen; dieses Argument ist daher irgendwie sinnlos- die Regierungskompetenz der Piraten außerhalb ihrer Kernthemen steht und fällt mit ihrem Koalitionspartner; nicht anders als bei vielen(/allen) anderen kleineren Parteien inkl. Grüne, Linke und FDP

Nur mit dem Unterschied, dass die "Kernkompetenz" der z.B. Grünen mitlerweile Umwelt, Energie, weite Teil Wirtschaft, Inneres, Einwanderung, Sozialsysteme, Familie und Bildung abdeckt (ob die jeweiligen Einstellungen begrüßenswert sind, sei dahingestellt - aber es gibt zumindest eine ausgearbeitete Meinung und konkrete Ansätze). Das sie Außenpolitik beherrschen, haben sie schon mal ansehnlich demonstiert.
Da bleibt eigentlich nur noch "Verteidigung" als große Lücke. Ähnliches gilt für die FDP (formell imho gar keine Lücke - auch wenn ich mitlerweile gar kein Resort mehr sehe, in dem es nicht mindestens 3 begrüßenswertere Parteien gäbe) und die Linke (Lücken im Bereich Außenpolitik und der Umweltteil wirkt geklaut. Tut er bei der FDP in dem praktisch unbedeutenden Teil, der unter "Umwelt" und nicht unter "Wirtschaft" abgehandelt wird, aber auch)

Desweiteren halte ich es für sehr fragwürdig, die realpolitische "Arbeitsfähigkeit" einer Regierung als ausschlaggebend für seine Wahl zu sehen; man sollte sich doch eher nach der Weltanschauung richten und kleine Parteien keinesfalls vernachlässigen nur weil sie klein sind und/oder keine "Regierungserfahrung" haben

"keine Erfahrung" kann natürlich kein Argument sein, das würde Stillstand bedeuten. Aber Regierungsfähigkeit ist sehr wohl ein Argument. Man wählt eine Partei nicht (nur) für das, wovon sie träumt - man wählt sie für das, was sie machen wird bzw. das, von dem man hofft, dass sie es macht. Ideale sind da nur ein Teil (damit man weiß, auf welcher Grundlage die Partei in noch nicht absehbaren Situationen handelt), aber Fähigkeit ist genauso wichtig, sonst wird die Partei nämlich gar nichts erreichen, außer die Vernichtung von Steuergeldern.
 
Hmm - gab auch mal Zeiten, da ging nach 2 Tagen ohne Wahl das Gejammer los.

Tja, ich habe mich schon gefragt, wann es mal wieder eine Umfrage gibt, aber ich neige nicht so zum Jammern.

Quartalsmäßige Umfragen halte ich aber auch für besser, weil dann möglicherweise mehr Personen teilnehmen, sodaß sich ein ausgewogeneres Bild ergibt. Solltest Du das jetzt immer so machen wollen, hielte ich das für einen guten Plan.
 
Das sind die Positionen, die ich von der Piratenpartei zu dem Thema gefunden habe:
1. Positionspapier Jugendschutz
2. Initiative
3. Junge Piraten

Sag ich doch, die wollen Videospiele tatsächlich als Kunst einstufen. :lol:

WEnn sie eine Abschaffung der Bundesprüfstelle fordern, wer soll denn festlegen, was mit welcher Altersfreigabe ausgestattet wird oder sollen die Hersteller das alleine entscheiden dürfen oder müssen die Eltern erst ausprobieren und dann entscheiden, ob das für ihre Kinder akzeptabel ist?
 
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