Im Artikel wird zwar erwähnt, dass die hohe Nachfrage nicht der Grund für die Knappheit ist (und dies alleine ist es auch sicher nicht), aber wenn man sich nur mal die Verkaufszahlen von Mindfactory die letzten Monate ansieht, dann sieht man nicht etwa einen geringeren Absatz von CPUs [...]
Natürlich gehen die "gut weg" ... die Nachfrage ist hoch und die Verfügbarkeit zu gering, das ist in dem Falle vollkommen normal.

Zusätzlich, um die Zahlen vielleicht mal in einen Kontext zu stellen:
AMD startete den Zen2-Verkauf ab dem 7.7.2019, d. h. es fehlte bereits eine Woche in dem Monat. Dennoch wurden hier um die 9220 Zen2-CPUs verkauft.
Der Zen3-Verkauf startete am 5.11.2020, d. h. den Monat kann man einigermaßen gut vergleichen, dennoch wurden hier lediglich nur etwa 6560 CPUs verkauft und das auch noch unmittelbar vor Weihnachten, also absolut etwa 1/3 weniger, berücksichtigt man die Saison, dann gar noch deutlich weniger.
Blickt man auf das Weihnachtsgeschäft 2019 und 2020 und bei Zen2 ist hier erneut zu berücksichtigen, dass der zu der Zeit schon vergleichsweise lange im Markt war, dann erkennt man ebenfalls recht deutlich AMDs Lieferprobleme, denn in 2019 setzte man hier min. 29860 Zen2-Ryzen-CPUs um, während man Weihnachten 2020 in den beiden Monaten November und Dezember nur 16440 Zen3-CPUs absetzen konnte, also nur knapp über die Hälfte.
Weiterhin zu berücksichtigen ist zusätzlich, dass AMD in 2019 deutlich weniger 7nm-Wafer-Kapazitäten bei TSMC gebucht hatte als in diesem Jahr (wohlgemerkt nur für den eigenen Bedarf, also exklusive Sony/Microsoft). Hier ist derzeit schlicht tatsächlich der Wurm drin.
Zum absoluten Dezemberwert zu berücksichtigen ist, dass die Alt-Produkte zu einem Teil (vorerst) über "Lagerbestände" geliefert/kompensiert werden können. Weiterhin hat AMD jeweils im Dezember etwa 28600 zu 37400 (+31 %) CPUs abgesetzt, was eine Steigerung darstellt, voraussichtlich aber eine geringere, als es AMD lieb ist, weil man nicht ausreichend liefern kann. - Man beachte die grassierende Upgraderitis dieses Jahr, da hier alles und jeder durch CPUs und GPUs ge-hype-t zu sein scheint und es ist das Weinachsgeschäft, AMD hat mehr Wafer-Kontingeten und bspw selbst Intel konnte seinen (deutlich kleineren) CPU-Umsatz bei MF i. V. z. Jahresmitte zum Weihnachtsgeschäft (Dez.) um knapp über 100 % steigern.
@DKK007: Ein "Eindampfen" ist grundsätzlich unsinnig, weil der Markt weitaus mehr und differenziertere Modelle haben will. Intel hat nich umsonst ein derart stark differenziertes Portfolio. AMD kann sich derartiges noch nicht leisten und muss sich hier schrittweise herantasten, denn das kostet zusätzlich, aber diesen Aufwand betreibt man nicht aus Jux und Dollerei und zu den OEMs zu gehen und denen in Friss-oder-stirb-Manier eine CPU hinzuwerfen würde wohl bestenfalls nur zu einem Schulterzucken führen.

AMD hat sein Comeback damals nicht grundlos über den Consumer-Markt gesteuert, denn bei den OEMs hätte man damals keinen Fuß in die Tür bekommen. Jetzt, mit mehr Geld und Ressourcen, mehr Kapazitäten und etablierteren Produkten kann man auch die OEMs angehen und das hat AMD langfristig auf jeden Fall im Auge, denn hier ist das große Geld zu holen. Der Consumer-Markt war nur Mittel zum Zweck bzw. der einzig gangbare Weg für AMD um zurückzukommen und erste Marktanteile gewinnen zu können.