Wenn die 3090 denn so eine definitiven Produktivkarte ist (aka Titan/Quadro), dann ist Nvidia gestern der Deal des Lebens durch die Lappen gegangen. [...]
Ist sie eine "
definitive Produktivkarte"? Zumindest ich habe das jedenfalls nicht behauptet, den ganz offensichtlich ist die Karte im oberen Consumer-Segment aufgehängt und man könnte, wenn man wollte analog Tech_Blogger die Bezeichnung "Prosumer" verwenden, aber letzten Endes sind Namen nur Schall und Rauch und es kommt auf die Funktionalität und Ausstattung an. Dass die Karte derzeit eine exzellenten Job in Pro-Applikationen abliefert ändert ja nichts an ihrer Marktpositionierung. (Das ist derzeit schlicht einer Übergangsphase; die Quadro ist ja schon auf dem Weg.)
Und warum sollte hier nVidia das Geschäft ihres Lebens durch die Lappen gegange sein? Diese HighEnd-Consumer-Karte, die Titan und die Quadros bedienen jeweils eigene Marktsegmente. Es gibt zwar Überschneidungen und einige Anwender können hier Modelle aus zwei Segmenten austauschen ohne nenennswerte Leistungseinbußen, aber es gibt ebenso einen festen Anteil an Anwendern die das nicht können, weil sie bspw. auf die Funktionalität einer Titan oder einer Quadro angewiesen sind.
Aber um dein naives Beispiel aufzugreifen: Ja, nVidia hätte die Chips einfach einbehalten und ausschließlich für die Quadro verwenden können und vielleicht ein 24 GiB-Modell direkt und ein 48 GiB-Modell später rausbringen und dabei also mindestens 6000 € pro Karte verlangen können. Was an der "Rechnung" nur nicht aufgeht ist, dass bei einer derartigen Portfoliogestaltung viele Anwender aussteigen und sich ein Produkt in einem niedrigeren Preissegment suchen oder gar direkt bei der Konkurrenz zugreifen würden. Die Staffelung wie man sie bisher beobachtete (RTX 2080 Ti, Titan RTX, Quadro RTX 6000/8000) gab es nicht zum Spaß, sondern die wurde von nVidia exzessiv durchkalkuliert, das Feature-Set sowie der Preis darauf abgestimmt um schlussendlich eine Maximierung des Umsatzes und Gewinns zu erreichen.
Das hat mit Dummheit nichts zu tun, eher im Gegenteil und ihre Bilanzen geben ihnen ganz offensichtlich recht.
[...] In Bezug auf deinen Post ernst gemeinte Frage! Wenn keine Konkurrenzsituation da ist, warum dann mit der heißen Nadel gestrickte Karten mit Druck releasen, weil wenn Du mal schaust ist das laut Igor der Fall. Man hätte ja durchaus Zeit gehabt, vernünftiges QS zu machen, bzw. ein paar mehr Karten zusammen zu schrauben, wenn man denn zum Start auch richtig Masse rausballern will. Oder schätze ich Nvidia da falsch ein. Ich wüsste nicht wo das jetzt ein AMD Problem wäre.
Wie kommst du darauf, dass da was mit "
heißer Nadel" gestrickt gelauncht wurde? *) Das scheint dir erneut eher dein Bias zu diktieren, der es dir nicht gestattet anzuerkennen, dass die Karten nun einmal extrem leistungsstark gweorden sind und dann auch noch in Form der 3080 überraschend günstig. Wenn du Igors Artikel richtig gelesen hättest, hättest du festgestellt, dass nVidia bei ihren FEs wohl alles richtig gemacht hat, denn lediglich der ein oder andere Boardpartner hat hier vereinzelt zu günstigen Bausteinen gegriffen und das ist nicht unbedingt nVidia's Problem, zumal, wie es Igor sogar explizit ausformulierte, die Kritizität dieser eher durch einen Controller erfolgten, "preisbewussten" Komponentenwahl einem jeden Platineningenieur von vornherein klar ist.
Für nVidia war das ein ganz normaler Launch und wie ich schon zuvor erklärte, gibt es überhaupt keinen Grund für ein Unternehmen hier ohne Druck im Nacken übermäßige Aufwendungen zu betreiben, nur um jedwede Engpässe beim Launch komplett ausschließen zu können. Das ist sinnbefreit und verbrennt nur unnütz Geld. nVidia muss erst zusehen, dass die eine konstante, gesicherte Menge liefern können, wenn AMD seine Produkte in den Markt bringt. Etwas früher wäre natürlich wünschenswert, aber wie schon erklärt ist das schlicht ein pojekttechnisches Ausbalancieren zwischen Kosten und Nutzen und hinzu kommt, da nVidia den weitaus größeren Marktanteil bedient, dass sie hier grundsätzlich etwas entspannter an die Sache herangehen können.
Und zudem ist der Launch ja immer noch ongoing. Die 3070 folgt noch und zum oder kurz nach dem AMD-Launch herum wird man die 16 und 20 GiB-Modelle erwarten können (die die Spatzen schon seit gut 1,5 Monaten von den Dächern pfeifen) und die als explizite Reaktion auf AMDs Portfolio gedacht sind. nVidia hält die aus gutem Grund zurück, da man die technischen Eckdaten wahrscheinlich deutlich später als bei den Basismodellen festgezurrt haben wird (sofern es bei der 3080 überhaupt chiptechnische Änderungen geben wird?), aber den Preis kann man dann passgenau ausrichten. Und "passgenau" heißt hier nicht genau so teuer oder gar biliger als AMD, denn dass hat nVidia als Marktführer nicht nötig. Die müssen nur preislich so nahe heranrücken, dass die ein attraktives Angebot bieten und ihre Umsätze hoch halten und ihre Marktanteile einigermaßen verteidigen können. Ob ihnen das gelingen wird, wird man abwarten müssen, da man bekanntermaßen zu RDNA2 noch immer nichts weiß (zumindest in der Öffentlichkeit). Gesichert ist aber auch, dass selbst ein sehr starkes RDNA2 Marktanteiländerungen nur langsam herbeiführen können wird.
"
Ich wüsste nicht wo das jetzt ein AMD Problem wäre." Das gibt es auch kein AMD-Problem. Ein Problem gäbe es erst für nVidia, wenn BigNavi eine 3080 deutlich hinter sich lassen würde und möglicherweise gar an einer 3090 kratzt. Aber dadurch, dass bspw. seahawk gefühlt in jedem dritten Post von der Zerstörung der 3090 durch BigNavi schreibt, wird das nicht zum Fakt.

Wie schon erklärt, die vereinzelt beobachteten technischen Probleme sind Boardpartnerprobleme, keine nVidia-Probleme.
Es ist müßig darüber zu sinnieren, ob das jetzt nun ein Paperlaunch war oder nicht, weil das dieses Jahr extrem schwierig einzuschätzen ist, weil man einerseits keine Kartenvolumina kennt und andererseits dieses Jahr der Markt extrem gehypet ist **) (neue Konsolen, breitflächig Raytracing, komplett neue Architekturen, AMD diesmal auch im HighEnd, usw.) Letzten Endes wird man das bestenfalls durch einen Blick in den nächsten Quartalsbericht im Segment "Gaming" abschätzen können. Steht hier ein hoher Umsatz (relativ zu den Launchzeitpunkte der jeweilgen Modelle), dann hat nVidia offensichtlich sehrwohl beträchtliche Stückzahlen bereitgestellt.
Mich persönlich würde das aber zurzeit auch überhaupt nicht interessieren, selbst wenn ich derzeit upgrade-willig wäre. Einerseits will ich einen Überblick über die Custom-Modelle von nVidia haben und da auch ein paar detailierte Tests zu sehen, andererseits will ich wissen, was AMD dieses Jahr abliefert. Und wenn AMD interessant wäre, käme noch einmal die Frage hinzu, ob das Referenzdesign hinnehmbar ist, denn Custom-Designs wird man wohl möglicherweise erst zu Weihnachten erwarten dürfen. Man wird sehen ... etwas Geduld zahlt sich hier grundlegend aus.
*) Btw, wenn du was mit heißer Nadel suchst, schau dir mal den Zen2-Launch an oder hast du das alles soweit ausgeblendet, dass da in deiner Wahrnehmung alles Tip-Top lief?

Oder schau dir mal RDNA an, so bspw. konkret die 5600 XT, die einige Publikationen mit "T
he Most Troubled Launch Ever?" oder "
The AMD Radeon RX 5600 XT launch is a mess" titulierten.
**) Das sieht man ja alleine schon daran, dass selbst hier im Forum RTX 2080 Ti-User permanent über ein Upgrade sinnieren, also noch nicht einmal eine Generation überspringen wollen und teilweise noch nicht einmal abwarten wollen was AMD präsentieren wird. Insbesondere, wenn man dann noch berücksichtigt, dass etliche von denen wohl auch eine OC-Version haben werden. Aber okay, wenn das Geld so locker sitzt, AMD & nVidia machen da marketingtechnisch anscheinend alles richtig.
Warum heißt sie denn eigentlich nicht Titan und wird eher als "8K Gaming" Karte verkauft?
Wahrscheinlich, weil eine separate Titan noch kommen wird, jedoch weiß man das noch nicht genau. Der Punkt ist, dass bei nVidia im Bereich von 2500 - 3500 € ein Loch im Portfolio klafft und es erscheint nicht wahrscheinlich, dass nVidia nun die teilweise höherwertigen Treiber (und AI-Zusatzfunktionalität) einfach der 3090 spendiert und das Titan-Modell streichen wird. Die Titan hatte im Portfolio einen wohlspezifizierten Zweck und der Bedarf dafür besteht nach wie vor, denn die Quadro RTX A6000 wird in der nächsten Zeit wohl absehbar erst mal wieder über 6000 € kosten, d. h. mit einem solchen Modell erreicht man längst nicht alle potentiellen Kunden.
(
Wenn sie es wie in der letzten Generation machen, wird die neue Titan baugleich zur Quadro RTX A6000 sein und damit auch 48 GiB VRAM besitzen, jedoch werden sich beide Karten hier voraussichtlich mit nur etwa 16 Gbps begnügen müssen. 16Gb-BGAs von Micron's OC-Bausteinen gibt es noch nicht und die würden thermisch auch noch einmal ordentlich was auf das Wärmebudget drauflegen. )