AW: Außerirdische und UnbekannteFlugObjekte, was ist wirklich dran
Da hast du durchaus Recht, aber wir reden ja letztendlich von intelligentem Leben im All und das sind keine Lebenwesen, wie in 2000 Meter tiefem Wasser leben oder in heißen Quellen.
Oooch, einige der Lebensformen in unmittelbarer Nähe der Quellen dürften zu den intelligesten 1% des Artenspektrums gehören, von weiteren Tiefseebewohnern ganz zu schweigen. Durchaus denkbar, dass sich der einzigartige "Unfall" "Mensch" auch unter solchen Bedingungen entwickeln könnte. (Anreiz für die Fähigkeit, seine Umwelt manipulieren zu können, ist jedenfalls da - eine Lebensform, die in der Lage wäre, sich derartige Quellen selbst zu bohren und sie gegen andere Besiedlung zu verteidigen, hätte enorme Vorteile)
Der Schritt von "an 400bar Umgebungsdruck angepasst" zu "Im All unterwegs" könnte allerdings Zwischenstufen (oder verdammt schwere Raumschiffe) erfordern
Aber trotzdem hätte es keine Chance, da das auf Kohlenstoff basierende Leben schneller in der Entwicklung wäre und die Siliziumzellen verdrängen würde.
Wenn die Bedingungen auf dem Planeten die dauerhafte Existenz größerer kohlenstoffbasierter Moleküle verhindern, ist das vor allem schneller wieder weg
Außerdem wäre ich mir gar nicht mal so sicher, dass andere Elemente prinzipiell ausscheiden - in den Nebengruppen stecken noch n paar weitere Elemente, die ähnliche Bindungszahlen ermöglichen, die 4. Hauptgruppe hat weitere Mitglieder, die 5. kommt prinzipiell auch in Frage...
Unsere chemischen Kenntnisse orientieren sich ja eng an unserem Umfeld - komplexere Kohlenstoffverbindungen sind leicht zugänglich, entsprechend wird viel damit gearbeitet. Silizium gibts zumindest in großen Mengen und als jemand auf die Idee kam, da mal was draus zu machen, hing gleich ein ganzer Rattenschwanz dran.
Vielleicht ist ähnliches mit Stickstoff möglich? (Zwar nicht ganz so schön verzweigt, aber dann wird das "Rückrat" halt aufwendiger) Oder ganz abwegiges wie Xenon (das unter extremen Bedingungen auf einmal ein XeF6 bilden kann...)?
Man darf da nicht in den engen Bedingungen der 1bar-20° Chemie denken.
Bei 400° werden viele Metalle aufeinmal zu flüssigen Lösungsmitteln, in denen was-weiß-ich-was ablaufen könnte. Unter 100bar Druck können Stoffe reagieren, die normalerweise als inert gehandelt werden. Ohne die bei uns typischen Mikroorganismen sind diverse komplexe Verbindungen über lange Zeiten stabil, die sonst sofort verdaut werden würden.
Allerdings haben wir eine Frage noch nicht besprochen.
Wie wichtig ist ein Magnetfeld um den Planeten, das es vor kosmischer Strahlung schützt?
Die Erde hat eins, aber nur in Verbindung mit dem Mond ist es so effektiv wie es heute ist.
Braucht ein Planet als einen relativ großen Mond, damit sich höherentwickeltes Leben bilden kann?
Würde ich nicht sagen. Solange die Strahlung nicht so stark ist, dass sie in kürzester Zeit Makromoleküle pulverisiert, kann man auch entsprechende Schutzmechanismen dagegen entwickeln.
Die Evolution dürfte unter solchen Bedingungen langsamer ablaufen, weil mehr Energie für den Grundstoffwechsel benötigt wird und somit der Druck der Arten aufeinander bzw. die Organismenzahl geringer ausfällt, aber eine prinzipielle Einschränkung sehe ich da nicht.
Notfalls ersetzt eine deutlich mächtigere, ggf. leicht ionisierbare Athmosphäre die Funktion des Magnetfeldes.
Können also veränderliche Sterne (und davon gibts viele in der Galaxie) überhaupt Leben beherbergen?
So wirklich weit sind wir fortgeschritten sind wir auf dem Gebiet "Anfänge des Lebens" noch nicht, aber da auch veränderliche Sterne nicht unbedingt im Jahrestakt für grundlegend neue Eigenschaften sorgen, wäre Leben zumindest prinzipiell in der Lage, sich anzupassen - wenn es erstmal enstanden ist und wenn die Bedingungen nicht die grundsätzlichen Grenzen überschreiten, die die jeweils verwendeten Moleküle auferlegen.
(=bei entsprechendem Evolutionären Druck könnte sich sicherlich auch auf der Erde Leben entwickeln, dass zyklische Wechsel zwischen -100 und +100°C -z.T. in Dauerstadien- überlebt. Aber wenns auf einmal 500° werden und die DNA schlichtweg zerfällt, funktioniert das Grundprinzip halt nicht mehr)