Ja, das meinst Du. Aber es gilt tatsächlich ja Gott sei Dank, was Recht und Gesetz ist. Von daher ist der Begriff immer noch falsch. Du kannst als Betrüger oder Schmuggler vielleicht mit etwas "durchkommen", aber doch nicht, wenn Du etwas völlig legales tust.
Der Begriff ist nicht juristisch definiert, wird aber allgemein genutzt, wenn Leute sich erfolgreich gegen die Intentionen von Regelungen verhalten (vergl. z.B. Steuer"sparer" die dank geschickter Ausnutzung von Gesetzeslücken mit deutlich niedrigeren/keinen Zahlungen "durchkommen").
Wenn es also um Projekte geht, die genehmigungspflichtig sind und deren Genehmigung den Intentionen des Souverän entgegen steht, dann kann man den Ausdruck wohl durch benutzen, auch wenn kenn keine Straftat vorliegt, da nunmal genehmigt wird. Bei Betrügern, Schmugglern,... spricht man schließlich auch nicht von "durchkommen", sondern von "davonkommen", denn da findet Strafverfolgung statt, in ersterem Fall eben nicht.
@ruyven
Es ist nicht nur der Iter im Bau, bis 2019 sollen glaube ich die ersten Atomfusionsreaktoren selbst ständig eine Fusion auf Recht erhalten.
Link/Quelle?
Dachte eigentlich, dass ITER zur Zeit das einzige Projekt seiner Größe wäre und man die Ergebnisse abwarten möchte.
Bzgl. der Gammastrahlung, ja aber es ist nur der Reaktor selbst verseucht, es entstehen ja keine Brennstäbe etc. bzw. die haben nur eine Halbwertszeit von 117(?) Jahren.
Die längste aufrecht erhaltene Fusion war glaube ich 1Sekunde oder so,
bzgl. der Neutronen Strahlung kann man doch wie in der Kerspaltung absorbieren?
Es gibt keine bei einem Gasförmigen Brennstofft keine "Stäbe" und man geht bislang davon aus, dass keine nenneswerten Mengen radioaktiver Isotope im Abgas stecken sollten, das stimmt. (Ob auch stimmt, wovon man ausgeht, wird die Zukunft zeigen

.) Und Neutronen lassen sich relativ gut absorbieren, das stimmt auch. Dabei erzeugen sie aber nahezu zwangsläufig Sekundärradiaktivität und sie verändern die Stoffzusammensetzung des bestrahlten Stoffes. In einem Fissionsreaktor ist das noch beherrschbar - die meisten Neutronen werden von weiteren Brennmaterial, dessen Ummantelung, Halterung oder dem Kühlmedium absorbiert. Also alles nicht belastete oder sogar Verschleißteile, die man in der gesamt-Abfallbilanz (die Bilanz ohne Schlussstrich und Lösung... ) schon mit drin hat. Das bißchen, was das der Druckbehälter selbst abbekommt, kompensiert man durch eine größere Wandstärke - ist ja eh nur ein Klumpen Stahl.
Bei Fusionsreaktoren können (und sollen) sie nur von der Reaktorwand selbst aufgefangen werden und ggf. kann die nicht mal ausreichend dick gehalten werden, so dass auch noch die Spulen oder deren Kühlung betroffen sind (die lassen sich nunmal nicht in großer Entfernung montieren). Injektoren und Extraktionssysteme sind sowieso betroffen. D.h. es sind in wesentlich höherem Maße wesentlich empfindlichere, funktionale Teile starker Neutronenstrahlung ausgesetzt. Dieser werden starke Sekundärradiaktivität entwickeln und über kurz oder lang nicht mehr die Anforderungen für weiteren Einsatz erfüllen.
-> radioaktive Verschleißteile, genau wie bei Fissionsreaktoren. Aber deutlich teurere. Vorteil ist, dass man es im Schnitt mit deutlich kurzlebigeren Isotopen zu tun hat. Hab da vor ettlichen Seiten mal ein paar denkbare Halbwärtszeiten rausgesucht und vieles lag im Bereich weniger Jahre oder noch kürzer. D.h. man könnte sowas recht gut abklingen lassen - aber es ist ein weiterer Punkt auf der Kostenrechnung und die Teile könnten deutlich voluminöser ausfallen, als Fissionsbrennstäbe: Ggf. müsste ein kommerzieller Fusionsreaktor alle 10-20 Jahre komplett ausgetauscht werden. Vorher muss er ggf. weitere 10-20 Jahre abklingen, danach muss er für ein Jahrhundert ins Endlager. Man bräuchte also pro laufendem Reaktor zwei weitere und ein Lagergebäude für weiter acht Stück, um einen umlaufenden Betrieb zu erreichen.
Für mich ist das ein weiterer Punkt, um die Möglichkeit rentabler Fusionsenergie in absehbarer Zeit anzuzweifeln. Vielleicht ließen sich diese Probleme mit weiterer Forschung mildern - aber wenn wir 2100 den ersten in großem Maßstab einsetzbaren Fusionsreaktor haben, was nützt uns das?
Bis dahin brauchen wir auch Strom und die einzig akzeptable Option sind Erneuerbare. Wenn wir aber 2099 eine funktionierende EE-Versorgung aufgebaut haben, was sollen wir dann noch mit einem Fusionsreaktor, der nur ein bißchen schlimm ist, was Strahlung angeht? Der nützt uns dann nichts mehr. Aber seine Entwicklung hat bis dahin vermutlich Billionen gekostet und das zu einem Zeitpunkt, als dringend finanzielle Mittel für den Ausbau erneuerbarer, die Kompensation von Schäden des Klimawandels und des Endes der ölbasierten Wirtschaft benötigt wurden.
Ähnlich wie Teilchenphysik, interplanetare Raumfahrt, skandinavische Geschichte oder Verhaltensforschung an Kraken heißt das für mich: Nice to know - aber ein großer Nutzen ist noch nicht absehbar und eine finanzielle Priorisierung somit fragwürdig.
Ob etwas, daß eine Million Grad heiß ist, "sofort" abkühlen kann, bezweifle ich, vielleicht frisst sich das Plasma im Falle eines Unfalls ja auch zum Erdkern durch

Normale Brennstäbe sind um die 1000 Grad heiß, wenn sie ausrangiert werden, und lagern dann 5 bis 10 Jahre im kraftwerkseigenen Kühlbecken, um abzukühlen, ich glaube, bis auf 300 Grad, dann gehts weiter. Dabei wird das Kühlwasser permanent ausgetauscht, sodaß es nicht über 50 Grad heiß wird.
Das Plama hat ein winzige Masse und speichert somit auch bei so hohen Temperaturen nicht viel Energie. Es bleibt abzuwarten, wie groß kommerzielle Reaktoren sein müssten und bei denen z.B. die Masse ausreicht, um die weitere Nutzbarkeit des Reaktors im Falle einer Notabschaltung zu gefährden, aber Gefahr für die Umgebung besteht mit ziemlicher Sicherheit nicht.