Bist du also auch der Meinung, dass die "Dagegen sein, egal gegen was, Hauptsache dagegen" Stimmung zugenommen hat?
Nö. Ist ja auch kaum noch steigerbar. Nur die Schwerpunkte der Aufregung verlagern sich mit der Zeit - z.B. hör ich in letzter Zeit weniger gejammer über Klonforschung. Scheint wichtigeres zu geben, gegen das man sein muss.
Die Grünen werden ja von dieser Welle (mit)getragen.
Jede Partei, die etwas ändern will, kann davon profitieren (wenn sie sich nicht so anstellt, wie die FDP

).
Hmm. neues Betätigungsfeld für 1 Euro Jobber: Am Generator in die Pedale treten.
Abgesehen davon, dass ich gegen 1 € Jobs (bzw. allgemein die Regelungen bezüglich zweiten Arbeitsmarktes für ALGIIler) bin:
In Teilen wäre das die anzustrebende Richtung. Nicht in der Stromversorgung - aber wieso sollte nicht ein erheblich größerer Teil der kurzstrecken Transporte mit Menschenkraft erfolgen? Das fängt beim Pizzaboten an und geht bis hin zu Lagerarbeiten. Von klassischen Tätigkeiten im Bereich Landwirtschaft und Reinigung ganz zu schweigen. Wir haben rund >6 Millionen Menschen in Deutschland, die eine Aufgabe suchen, von der sie leben können und wir haben ein Problem mit zu hohem Energieverbrauch. In dieser Situation energieintensive (bevorzugt noch importierte Energieträger) Maschienen (die selbst nicht gerade billig sind) für Aufgaben zu nehmen, erscheint volkswirtschaftlich unklug. Frage an die Politik:
Wieso ist es im deutschen Abgabensystem so verdammt billig, Energie zu verschwenden, aber schweine teuer, jemanden einzustellen?
Wenn die Kranken- und Rentenversicherung nicht von Gehältern abgezweigt werden würde, sondern von Abgaben auf fossile Brennstoffe und Atommüll, dann käme niemand auf die Idee, mehrmals die Woche Mitarbeiter von Hamburg nach München zu fliegen, weil irgendwas geklärt werden muss. Dann hätte man einen zweiten Mitarbeiter in München sitzen, der seine Kunden auch kennt und jeden Tag verfügbar ist - und der Staat hätte einen Arbeitslosen weniger am Hals.
Ich habe nicht gesagt, dass sie unschädlich ist, aber wenn das Krebsrisiko merklich steigen würde, dürften wohl keine Leute in einem KKW arbeiten, bzw. die Leute würden es nicht freiwillig oder nur gegen hohe Löhne tun.
Die machen das auch nur gegen eher hohe Löhne freiwillig

(nicht unbedingt hoch im Vergleich zum Ausbildungsstand - aber da man für die Ausbildung nirgendwo anders nen Cent mehr bekommt, ist das auch egal)
KKWs sind hinreichend gegen Strahlungsaustritte abgesichert, aber Störfälle kann es natürlich immer mal geben. Die meisten sind jedoch kommen von Bedienungsfehlern
Wo sie herkommen, ist ja erstmal egal. Fest steht, dass sie häufiger auftreten, als einem lieb sein kann und dass es besagte Studien mit fragwürdigem Ergebniss gibt.
Es gab da ein Experiment in Amerika. Man braucht ca. 80 "Pedaltreter" um genug Strom für eine Familie zu produzieren.
Auch ne Frage des Verbrauchs. Wer schon mal versucht hat, für ein paar Minuten >250 W aufm Ergometer zu bringen, der betrachtet Dual-GPU auch mit etwas anderen Augen.
Nein, bei N-tv und N24 wurde ständig erwähnt und eingeblendet, dass es wer von Greenpeace ist. Wieso kann man da nicht irgendwen Neutralen suchen?
Bei N24 kann man froh sein, wenn sie überhaupt jemanden suchen. Vermutlich haben sie den ersten genommen, der sich aufgedrängt hat - und dass das kein Uni-Prof war, ist naheliegend. Außerdem sieht man dann auch nicht ständig Experte
n auf N24&Co. Man sieht ein und denselben dann auch auf allen Sendern der Pro7Sat1 Gruppe.
Wie es bei N-TV aussieht, weiß ich nicht, da ich den seit Jahren nicht mehr empfange, aber früher war er nur wenig besser und auch da ist zu erwarten, dass die Informationsgrundlage bei allen RTL-Sendern gleich (und imho immer öftern

) ist.
Unter neutral würde ich verstehen, dass keine wertenden Begriffe wie katastrophal, ungefährlich etc. verwendet werden, sondern einfach nur Fakten genannt werden.
Solche Interviews wollen gerade die von dir genannten Sender nicht senden.
Selbst auf den öffentlich rechtlichen (bei denen man immerhin verschiedene Experten aus verschiedenen Ecken zu sehen bekommt - manchmal zahlen sich viele, verstreute Studios doch aus) wird erwartet, dass ein Experte nicht nur die Fakten runterrasselt (das könnte man schließlich selbst), sondern dass er diese Fakten einschätzt und eine Gesamtbewertung ist. Das kann man sehr wohl auch neutral machen und "Katastrophe" oder "ungefährlich" sind wissenschaftlich bzw. gesetzlich definierbare Begriffe. (Das der Laie dann oft was anderes drunter versteht, ist ein anderes Thema - wieder eins, dass die Medien aufbereiten müssten, aber nicht wollen. Gerade bei "Katastrophe" gäbe es eine Vielzahl möglicher Definitionen.)
Allgemein wird es beim Thema Atomkraft aber unmöglich sein, jemanden zu finden, der auf alle Zuschauer neutral wirkt. Denn es ist ein Thema, das zwangsläufig alle angeht und gerade jemand, der sich damit auskennt, wird eine Meinung haben. Die kann sehr gut begründet sein, aber sie wird zu einem "Ja" oder "Nein" tendieren, denn dazwischen gibts nichts. Und beide Antworten können neutral begründet werden - das ist eine Frage der Wertvorstellungen, die man zugrunde legt und was da höher wiegt -Wirtschaft&Entwicklung oder Menschen&Gerechtigkeit-, darauf gibt es keine neutrale Antwort und es gibt weder in Gesellschaft noch Politik eine eindeutige Vorgabe (auch wenn auf direkte Nachfrage fast alle letzteres nennen - so handeln tun sie nicht).
Wenn dann noch Vorurteile zum Aussehen hinzukommen (Typ im Anzug, der nicht 100% dagegen ist, wird als Lobbyist eingestuft, Typ mit langen Haaren ist ein Öko ohne Ahnung, ehe er auch nur den Mund aufmacht), dann kann man dem Überlappungsbereichen der Interessensgruppen nicht mehr entgehen (jemand, der tatsächlich in der Mitte steht wird von den Extremisten beider Gruppierungen der anderen zugeordnet).