Und noch als Ergänzung zu der völlig hanebüchenen Behauptung:
Behauptung: Ein in Science veröffentlichter Artikel hat deutlich gemacht, dass der Kohlendioxidanstieg in der Atmosphäre in Wirklichkeit nicht vor, sondern 200 bis 1000 Jahre nach der Erderwärmung stattfand. Wenn der Kohlendioxidanstieg erst nach der Erderwärmung erfolgte, kann er diese...
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Behauptung: Ein in Science veröffentlichter Artikel hat deutlich gemacht, dass der Kohlendioxidanstieg in der Atmosphäre in Wirklichkeit nicht vor, sondern 200 bis 1000 Jahre nach der Erderwärmung stattfand. Wenn der Kohlendioxidanstieg erst nach der Erderwärmung erfolgte, kann er diese unmöglich verursacht haben.
Und die eigene Grafik:
zeigt deutlich einen Temp-Lag von ca. 1000 Jahren.
Und einen Temp-Abfall trotz CO2-Anstieg.
Wenn es 1000 Jahre dauern soll, bis die Temperatur durch CO2 bedingt steigt, dann habe ich jetzt schlechte Nachrichten für euch. Die These des anthropogenen Wandels fußt in ihren Grundfesten darauf, dass der Feedback-Loop kaum zeitverzögert eintritt.
Außerdem, was der Autor in seinem Beitrag macht, nennt man Cherrypicking. Anstatt einer ausgewogenen Betrachtung, bzw. einer Rücksichtnahme auf den Standardfall, sucht er sich einen Zeitraum in der Erdgeschichte, welcher seinen Standpunkt möglichst gut deckt.
Die moderne Atmosphäre hat vor ca. 2,5Mrd. Jahren in ihrer Ausbildung begonnen. Seit ca. 500Mio. Jahren ist die Atmosphäre in einer Komposition vorhanden, welche größtenteils der heutigen Zusammensetzung und Wirkweise entspricht.
Die Grafik, welche ich zuletzt gezeigt habe, geht etwas über 500Mio. Jahre zurück und zeigt deutliche Diskrepanz zwischen Sättigung und Temperatur, wobei CO2 entweder mit oder gegen die mittlere Temperatur in Erscheinung tritt.
Um diesen Umstand nicht abhandeln zu müssen, hat der Autor einen Zeitraum von 500.000 Jahren angesetzt und nur die letzten ~22.000 Jahre einer genaueren Betrachtung unterzogen. Interessanterweise ein Zeitraum, in welchem es möglich ist, zumindest 90%-Korrelation zwischen CO2-Anstieg und Temperatur-Anstieg vermuten zu können.
Damit lässt der Autor von der maximal möglichen Zeitspanne, welche für eine genauere Betrachtung in Frage käme,
99,9956% außer Acht. Dazu kommt, dass der "Edgecase" des Holozäns dennoch Sand in's Getriebe streut, weil das frühe Holozän den gewünschten Effekt, dass Temperatur dem CO2 folgt, einfach nicht hergibt. Das sind dann die 10%, welche als Ausreißer unter den Tisch fallen sollen.
Daher begnügt sich der Autor mit der Aussage, dass es nicht allgemeingültig ist, dass der gewünschte Effekt zu Tage tritt, sondern aufgrund anderer Gegebenheiten, mal so, mal so vorkommen soll. Ich meine zwischen den Zeilen zu lesen, dass diese Auslegung so getroffen wird, wie man sie gerade braucht. Sehr praktisch.
Die Milankovic-Zyklen bestehen aus Exzentrizität der Sonnenumlaufbahn mit einer Laufzeit von ca. 100k Jahren, dem Schwanken der Erdachse mit einem Zyklus von ca. 40k Jahren und der Kreiselbewegung mit einem Zyklus von ca. 25k Jahren. Aktuell nimmt die Exzentrizität ab und das Schwanken ebenfalls. Das Kreiseln soll in ca. 13k Jahren dazu führen, dass Norden der Sonne am nächsten steht. Bei dieser Entwicklung ist eine Abkühlungsphase in ca. 10k Jahren zu erwarten.
Scientists have determined exactly how Earth's orbit and tilt affect glaciation and deglaciation, based on the length of these parameters' cycles and clues hidden at the bottom of the ocean.
www.livescience.com
Und genau dieser Umstand grätscht der Argumentation des Artikels zwischen die Beine, weil sich das dann mit dem frühen Holozän nicht ausgeht. Ist halt einfach schlechtes Timing.
Aber gut, in 9 von 10 Fällen tut das CO2 was es soll, sofern wir nur die letzten 22k Jahre betrachten und 1000 Jahre lang auf das Ergebnis warten. Das reicht uns? Oder bekommt die Korrelation einen leichten Knacks?