Alles was aktuell über Ontario bekannt ist -einschließlich einiger unabhängiger Benchmarks- deutet darauf hin, dass er pro Takt und Kern etwa genauso schnell wie ein Athlon II Neo wird; damit kann man durchaus fest damit rechnen, dass er zwei bis drei mal so schnell wie ein ATOM wird; angesichts des erwarteten Preises und des erwarteten Stromverbrauchs reicht das aus um dem ATOM praktisch jede Existenzberechtigung zu nehmen...
Äh: Ein Athlon II Neo ist in nicht-Spiele-Benchmarks selten doppelt so schnell, manchmal gar nicht schneller als ein
singlecore Atom. Ontario sieht bislang nach keinem schlechten Wurf aus, aber deine Vorstellungen entsprächen einer 5-6 fach gesteigerten Leistung bei gleichbleibender/sinkender TDP und Preisklasse.
Auch eine neue Atomgeneration kann daran nicht viel ändern; wie will man denn die Leistung des Atom erhöhen?
Mehr Takt-> mehr Verbrauch-> fail
Mehr Kerne-> mehr Verbrauch-> fail (abgesehen davon, dass im klassischen Anwendungsbereich des ATOM wenige schnelle Kerne in der Regel sowieso vorzuziehen sind)
Komplexere, aufwendiger Architektur-> höhere Produktionskosten & warum nicht gleich Sandy Bridge ULV?
Mehr Takt, DualCore als Standard, erweiterter Befehlssatz und leistungsfähigere GPU für Multimedia und das ganze in 32nm und damit gleichbleibender TDP.
Die Bausteine hat Intel im Sortiment. (Ob man sie auch zusammensetzen wird, bleibt abzuwarten. Atom hat halt billig-Projekt angefangen und wurde in letzter Zeit zunehmend im Niedrigstverbrauchbereich gegen ARM präsentiert)
Ich weiß nicht, ob man Produktionskosten 1:1 in Chipfläche ummünzen kann... einerseits sind die Produktionskosten für Intel und AMD sicher grundsätzlich deutlich verschieden (hier hat Intel wohl eher einen Vorteil) weiters muss man auch bedenken, dass 32, 40 und 45nm Fertigung /Fläche sicher grundsätzlich unterschiedlich viel kosten...
Die laufenden Kosten der Fertigung sollten nicht so unterschiedlich sein. Ggf. braucht man andere Lacke, aber die Anforderungen an Reinstwasser, Umgebung,... und Silizium bleiben gleich. Kosten entstehen für die Entwicklung eines neuen Prozesses und die Einrichtung der Fab - da geht es aber eher um den Umstieg, nicht um die Technik. Ob GF 32nm entwickelt und umstellt oder ob Intel 28nm entwickelt und umstellt, sollte sich nicht sonderlich unterscheiden - beide kaufen afaik nur die Masken von außen zu.
Im laufenden Betrieb fallen dann alle Kosten pro Wafer an, das heißt: Wer mehr Chips eines bestimmten Endkundenmarktwertes auf einen Wafer bekommt, der gewinnt. (Zusammenhang ist natürlich nicht 1:1, größere Chips verschwenden mehr Waferfläche und haben schlechtere Yieldraten -> der Kostenanstieg hat eine exponentielle Komponente)
GPU Beschleunigung außerhalb von Spielen kann man schnell mal brauchen; Paradebeispiele sind freilich das Beschleunigen von Videos und/oder Flash, vor allem bei Tablets kommen, zumindestens prinzipiell -sehr wahrscheinlich zukünftig- noch einige Möglichkeiten bei der 2D Beschleunigung dazu, etwa für das flüssigere Verschieben von Fenstern oder das Zoomen und Scrollen auf Webseiten eventuell könnte zukünftig sogar die Handschrifterkennung von der GPU übernommen werden
Videobeschleunigung: Auf aktuellen Intel-HD-IGPs möglich, künftige Generationen werden wohl nicht schwächer werden
Flash: Beschleunigung auf Intel möglich. Das Webdesigner Flashanwendungen auf absehbare Zeit so leistungshunrig machen, dass sie eine Leistung erfordern, wie aktuell nur dedizierte GPUs erbringen können, wage ich zu bezweifeln. Flash wird für kleine, massenkompatible Anwendungen verwendet, die müssen überall laufen. Insbesondere auch auf dem Standard-DAU-Wintel-System.
Das ist allerdings ein Problem; aber selbst solche DAUs, die sicherlich bei weitem nicht alle Kunden ausmachen könnten sich etwa beraten lassen- AMD könnte aber auch versuchen -ganz Abwegig- duch Werbung potentielle Kunden etwas offensiver über die Vorteile der eigenen Produkte zu informieren...
"könnten" "könnte"...
DAUs solllte sich seit mindestens zwei Jahrzehnten "etwas" beraten lassen und AMD sollte seit mindestens einem Jahrzehnt die Werbung deutlich hochfahren.
Fakt ist: MediaMarkt und Saturn laufen prächtig, im Fernsehen kommt nur Intel und 95% der potentiellen Kundschaft wissen vermutlich keine Antwort auf die Frage "welche Intel CPU konkuriert mit dem Athlon II Neo?"
Vermutlich Antworten >50% wahlweise mit "CPU?" oder "Athlon?".
Verschärfend kommt noch hinzu: Wenn 75% zu blöd sind, AMD zu bevorzugen, wenn AMD Produkte ihren Anforderungen besser entsprechen, dann ergibt das keine 25% Marktanteil für AMD in diesem Segment. Das bedeutet in erster Instanz, dass ein PC-Hersteller, der ein AMD-Produkt anstelle eines Intel-Produktes rausbringt, seinen potentiellen Kundenkreis drittelt.
Ergebniss: Bessere AMD-Produkte werden nicht nur kaum gekauft, wenn sie angeboten werden, sondern werden zusätzlich auch noch deutlich seltener angeboten - und dadurch ggf. nicht mit den Merkmalen, die diejenigen, die eigentlich AMD kaufen würden, gerne hätten (z.B. gerade bei Netbooks problematisch: mattes Display). AMD verliert in diesem beispiel somit nicht nur die 75% als Kunden, die nur Intel aus der Werbung, aber keinerlei technische Eigenschaften kennen (oder kennen wollen), sondern noch weitere 5-15%, denen sich die Wahl "Intel oder AMD" mangels entsprechendem Endprodukt auf AMD-Basis nicht mehr stellt.
Auch hier bezieht sich der Unterschied aber auch nur auf den Vergleich Sandy Bridge ULV vs. Fusion- den Unterschied zwischen einem ATOM und einem Fusion Gerät sollte jeder sofort merken, der nicht total blind einkauft
Merkst du (als versierter Anwender, der weiß, worauf er achten muss) den Unterschied sofort, wenn du den Internet Explorer öffnest? Oder glaubst du ernsthaft, dass Mr.MediaMarktkunde nach lesen der Werbung noch irgendwas anderes macht? (oder auch nur machen kann - ist ja nicht so, als hätte man im Alltag oft die Gelegenheit, zwei gleichwertige Endgeräte auf unterschiedlicher technischer Basis direkt zu vergleichen. Das tun nur Tester, deren Erkentnisse lesen aber sehr viele nicht. Und von denen, die zumindest einen Test überfliegen, landen einige dann vielleicht noch bei einem wenig kompetenten)