Was bleibt? Es bleibt die Katastrophe - für den Markt und für die Endanwender. ...., 3dfx war der einzige, der nVidia hätte je gefährlich werden können. Aber wahrscheinlich werden die Analysten selbst diese einfache Wahrheit hinter ihren Zahlenkolonnen übersehen.
Ich setze nicht auf ATi oder auf Matrox - beide zeigen bei weitem nicht den Elan, den nVidia und 3dfx bei der Entwicklung neuer Produkte an den Tag gelegt haben. Und ATi & Matrox werden sich jetzt wahrscheinlich stärker denn je um ihre Kern-Kompetenzen kümmern - bei ATi das OEM- und Mobile-Geschäft und bei Matrox der Business-Markt. Ein Angriff auf nVidia´s Kompentenz im HighEnd-/Consumer-Markt birgt das Risiko, an der momentanen nVidia-Übermacht einfach zu zerschellen. Für die beiden anderen Hersteller ist also eher Sicherung der aktuellen Position angesagt.
Für uns Gamer heißt das letztendlich, das wir vor einem de facto Monopol stehen. ATi und Matrox werden in unregelmäßigen, aber langen Abständen den einen oder anderen guten Chip herausbringen und damit auch ihre Anhänger erreichen können. nVidia ist momentan sogar in der Position, daß man sich ein bis zwei mittelmäßige Chips leisten könnte, was früher ein ähnliches Schicksal wie nun bei 3dfx bedeutet hätte.
Langfristig bedeutet daß leider für uns als Hardware-Käufer auch eine Stagnation der Preise auf diesem hohen Niveau. Wir werden ähnliches wie auf dem Prozessor-Markt der 90er Jahre erleben: Preise werden nur gesenkt, um die Absatzzahlen bald auslaufender Produkte zu steigern und damit die nächste Generation mit weiterhin hohem Einstiegspreis vorzubereiten. Vor den Athlon-Jahren hatte Intel da ein ganz einfaches System: Eine neue CPU stieg mit 2000 DM ein, wurde zwei Jahre lang immer wieder ein Stückchen billiger, um dann mit ungefähr 400 bis 500 DM den niedrigsten Stand zu erreichen (die regelmäßigen Billig-Linien einmal ausgenommen). Ähnliches könnte uns nun blühen: Ein neue Grafikchip steigt bei ca. 1200 DM und wandert innerhalb anderthalb Jahre in Regionen um die 200 DM ab, um dann entgültig auszulaufen. Der Durchschnittspreis von Grafikkarten wird damit auf jeden Fall auf dem heutigem hohen Niveau zemetiert werden.
Möglich, daß dies dem einen oder anderem Newcomer im Grafikchip-Business eine Seiteneinstiegsmöglichkeit eröffnet. Die nötigen Anfangs-Investitionen sind bei weitem höher als vor fünf Jahren zu 3dfx-Gründerzeiten und die Bereitschaft der Kapitalgeber zu diesen Investitionen in einen Newcomer könnte angesichts der schieren Größe und Marktmacht von ATi, Matrox & nVidia sehr gering ausfallen.
Letztendlich erleben wir damit nicht nur das Ende von 3dfx´, sondern auch das Ende des wettbewerbs-freudigen Consumer-Marktes. nVidia und ATi werden zukünftig kaum noch gezwungen sein, ihre Entwicklungen in solche rasantem Tempo voranzutreiben, Matrox wird sich wohl noch stärker auf das Business-Segment konzentrieren. Damit sehen wir heute dem Ende einer Ära von ständigen Innvovationen und des technologischen Fortschritts entgegen. Und dies ist die eigentliche Katatrophe ...
Persönliche Anmerkung: Ich persönlich bedauere diese Entwicklung zutiefst und bezeichne den heutigen Tag als einen schwarzen Tag.