Aktuelle Entwicklungen in der Ukraine

Wo ist eigentlich der Weltkrieg geblieben, der, wenn man sich anschaut was die Moskau-Fraktion hier seit über einem Jahr schreibt, gleich am Folgetag ihres Beitrags Punkt 12 beginnen soll? Ist er vielleicht schüchtern und hat sich unter einem Stein versteckt oder ist er schon auf der großen Aftershow-Party oder ist und bleibt es nur das Hirngespinst von Jebsen-Groupies? :schief:
 
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Ich kann mich nicht daran erinnern, dass hier der Weltkrieg prophezeit wurde, sondern nur das auf die Gefahr eines solchen hingewiesen wurde.

Und sofern, nicht der Westen langsam mal mit Diplomatie anfängt, bleibt diese Gefahr im Raum stehen. Durch fehlende Diplomatie ist auch der erste Weltkrieg entstanden, also sollten eigentlich alle Beteiligten daran arbeiten, dass die Lage nicht weiter eskaliert.
 
@Amon:

Ich habe weder die Zeit noch, offen gestanden, die Lust, mir irgendwelche Schinken durchzulesen. Was wuerde ich in dem Buch denn finden? Eine Vorhersage, dass ein russischer Praesident ganze Regionen destabilisiert, um sie entweder in die russische Foederation einzugliedern oder, wenn das schon nicht gelingt, sie ganz oder in Teilen zu "failed states" aufzubauen, in denen er seine Warlords nach (seinem) Gutduenken herrschen laesst? Denn das ist passiert und passiert immer noch.

Nein, ich will auch keinen dritten Krieg in Europa. Aber ich saufe mir die Welt auch nicht schoen. "Stell Dir vor es ist Krieg, und keiner geht hin" - klingt toll, Ja. Aber Krieg ist dann immer noch, und die, die nicht hingehen, werden ihn verlieren, wenn sich das Gegenueber nicht auch zum Pazifismus bekehren laesst. Nicht der Westen, die EU oder die NATO haben abzeichenlose Soldaten auf der Krim herumstolzieren lassen. Nicht der Westen, die EU oder die NATO beliefern Banden mit Waffen, um die gewaehlte Kiever Regierung zu piesacken.

Anstatt Buecher zu lesen, die Deine Vorurteile bestaetigen, solltest Du Dir einfache Fragen stellen. Zum Beispiel, warum die oestlichsten Mitglieder der NATO geradezu um amerikanische Truppenpraesenz betteln. Oder wem die jetzige Situation in der Ukraine - und die ist immerhin gegenstand dieses Threads - nuetzt.
 
Dem Westen. Um Russland zu diskreditieren und einen neuen potenzielle NATO-Staat an Russlands Grenze zu schaffen.

Um mal deinen Analogie zu nutzen. Es war nicht Russland, die den illegalen Machtwechsel in der Ukraine unterstüzt haben, nicht Russland hat Leute als Regierung anerkannt, die Molotov-Cocktails auf Sicherheitsbeamte schmeißen und Regierungsgebäude besetzten.

Das erste illegale Handeln ging vom Westen aus. Hier ist also die Ursache für den Konflikt zu suchen.
 
... und Russland gehen die inneren Angelegenheiten der Ukraine gleich noch mal was an? Ach Ja, richtig. Nichts.

Man haette ja auch protestieren koennen. Aber, um es mit den Worten von Wladimir Wladimirowitsch zu sagen: "schwere Maschinengewehre, nicht viel reden". Er ist halt ein Mann der Tat und es gibt eben immer wieder Menschen, die die Vorstellung von einem starken Fuehrer irgendwie aphrodisierend finden.
 
... und Russland gehen die inneren Angelegenheiten der Ukraine gleich noch mal was an? Ach Ja, richtig. Nichts.

Man haette ja auch protestieren koennen. Aber, um es mit den Worten von Wladimir Wladimirowitsch zu sagen: "schwere Maschinengewehre, nicht viel reden". Er ist halt ein Mann der Tat und es gibt eben immer wieder Menschen, die die Vorstellung von einem starken Fuehrer irgendwie aphrodisierend finden.

Sorry, aber was ein Bullshit. Wen hätte es denn gejuckt, wenn Russland "protestiert" hätte? :lol:
Mir scheint, du bist ein Bisschen naiv.
Geo-Politik ist doch kein netter Stuhl-Kreis.
Und natürlich geht es nicht einfach um innere Angelegenheiten der Ukraine. Willkommen in der Globalisierung.
 
... und Russland gehen die inneren Angelegenheiten der Ukraine gleich noch mal was an? Ach Ja, richtig. Nichts.

Man haette ja auch protestieren koennen. Aber, um es mit den Worten von Wladimir Wladimirowitsch zu sagen: "schwere Maschinengewehre, nicht viel reden". Er ist halt ein Mann der Tat und es gibt eben immer wieder Menschen, die die Vorstellung von einem starken Fuehrer irgendwie aphrodisierend finden.
Gegenfrage: Was gehen die USA oder die EU die inneren Angelegenheiten der Ukraine an?
 
JePe

Was du darin lesen kannst ist dass die Ukraine allein dadurch dass sie existiert Geopolitisch wichtig für die USA ist damit sie ihren Brückenkopf nach Eurasien nicht verlieren. Der Autor schreibt sogar dass die Ukraine von Russland getrennt werden muss weil Russland dann kein eurasisches Land mehr ist. Er schreibt auch unter anderem dass die USA darauf achten müssen dass in Europa kein Bündnis entstehen darf dass den USA ihre Stellung als Weltmacht streitig machen könnte. Von Deutschland spricht er explizit als tributpflichtigen Vasallen!
 
Selbstverständlich darf Putin bei einem souveränen Nachbarstaat militiärisch intervenieren, wenn die politischen Entwicklungen dort nicht zu seinen Wünschen verlaufen. Naiv wer anderes denkt. :devil:
 
Richtig, schließlich hat Putin viele Jahre lang mitbekommen, dass der Westen das mit der NATO genauso handhabt.

Putin hat sich einfach das Verhalten abgeguckt.
 
Wen hätte es denn gejuckt, wenn Russland "protestiert" hätte? :lol:

Was juckt es Russland, wenn beinahe der gesamte Rest der Welt gegen die russische Landnahme der Krim und das Installieren von Warlords im Osten der Ukraine protestiert?

Genau das wird aber verlangt und nur das wird zugestanden, Sanktionen oder Unterstuetzung fuer die gewaehlte Regierung hingegen kategorisch abgelehnt. Doppelmoral? Ich habe gerade ein ganz fieses Dejavu.

Gegenfrage: Was gehen die USA oder die EU die inneren Angelegenheiten der Ukraine an?

Nicht mehr und nicht weniger als Russland. Entscheidend ist hier nicht, ob es in einer kleiner werdenden und zusehends verflochteneren Welt unterschiedliche Interessen gibt (was wohl keiner, der noch halbwegs alle Tassen im Schrank hat, bestreiten wird) und diese wahrgenommen werden. Die Frage ist, wie diese Interessen wahrgenommen werden. Und Russland hat sich fuer einen unerklaerten Krieg entschieden. So wie zuvor z. B. in Transnistrien (warum akzeptiert Moskau hier keine Sezession? wo es doch sonst so auf freie Willensbildung bedacht ist),

Dein Vergleich waere erst dann zulaessig, wenn sich russische und NATO-Urlauber gegenueberstuenden. Und ich habe in diesem Thread zusehends das Gefuehl, dass ausgerechnet diejenigen, die am lautstaerksten davor warnen, es sich in Wahrheit im innigsten wuenschen.

Der Autor schreibt sogar dass die Ukraine von Russland getrennt werden muss weil Russland dann kein eurasisches Land mehr ist.

1997 - darauf geht die Schrift ja nach Deinen Worten zurueck - war die Ukraine nicht russisch. sondern ein souveraener Staat; die Krim eingeschlossen, wenngleich mit Sonderstatus. Hoffen wir, das dem Autor nicht noch mehr Fauxpas´ unterlaufen sind ... Alleine das laesst mich glauben, dass meine Entscheidung, das Buch nicht zu lesen, richtig war.
 
Hauptsache das alte Feindbild vom bösen Russen wird wieder raus gekramt.

Es gibt Dinge, die muss man nicht rauskramen. In diesem Fall tut Putin ja alles, das Bild das man von ihm hat, zu bestätigen.

Übrigens: nicht "böser Russe" sondern "böse russische Machthaber".
 
JePe, ja Ukraine war zu dem Zeitpunkt schon ein freier und souveräner Staat aber das russische und das ukrainische Volk hatten schon immer ein gutes Verhältnis.

Ach ja, der Autor wird wohl wissen wovon er schreibt:

Zbigniev Brzezinski, geboren 1928 in Warschau, war von 1977 bis 1981 Sicherheitsberater von US Präsident Carter. Heute ist er Professor für amerikanische Außenpolitik an der John Hopkins Universität in Baltimore und Berater am Zentrum für Strategische und Internationale Studien (CSIS) in Washington DC.
 
Rechtsextreme bei ?Konservativem Forum? in St. Petersburg
NPD-Politiker Udo Voigt stellt sich hinter Putins Ukraine-Politik - SPIEGEL ONLINE
Russia Hosting Europe?s Neo-Nazis, Nationalists and Anti-Semites, Putin Supporters All | The Interpreter
Ist ja mal eine illustre Truppe die dort Putin huldigt. Aber wie war das doch gleich? Alle anderen sind etwas naiv? :schief:

Hier beginnt ja schon der größte Witz an der Geschichte. Man versucht ernsthaft ein 18 Jahre altes Buch über geopolitische Strategien auf die Gegenwart anzuwenden. Da fragt man sich ernsthaft, mit was für alten und überholten Schinken man als nächstes um die Ecke kommt. Nostradamus, die Bibel oder gar die Barbarossa-Sage?
Das mittlerweile ganz andere Rahmenbedingungen, etc. herrschen, übersieht man einfach komplett, ebenso das Bush Jr. I + II die Vorstellungen des Autors, wie es denn zu sein hätte, mal gründlich einen Strich durch die Rechnung gemacht hat.

Apropos Neocons:
Putin's desire to stay in power should not be underestimated: Bolton on Fox Business' 'Varney & Co.' - AEI
 
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Ja, 18 jJahre alt! Lese und staune:

Unter den gegenwärtigen Umständen wird die NATO Osterweiterung - vermutlich bis spätestens 1999 - allen
Wahrscheinlichkeit nach Polen, die Tschechische Republik
und Ungarn einbegreifen. Nach diesem ersten, aber bedeutsamen Schritt dürfte jede weitere Ausdehnung des Bündnisses entweder mit einer Erweiterung der EU zusammenfallen
oder einer solchen folgen.

Jetzt der interessante Teil.


Infolgedessen wird der Prozess der EU-Erweiterung und der
Ausdehnung des transatlantischen Sicherheitssystems wahrscheinlich in wohlüberlegten Etappen voranschreiten. Unter der
Voraussetzung, dass Amerika und Westeuropa an ihrem Engagement festhalten, könnte ein theoretischer aber vorsichtig realistischer Zeitplan für diese Etappen folgendermaßen aussehen:
1.Spätestens 1999 werden die ersten neuen Mitglieder aus Mitteleuropa in die NATO aufgenommen sein, wenn auch ihr
Betritt zur EU vermutlich nicht vor 2002 oder 2003 erfolgen
wird.
2. In der Zwischenzeit wird die EU Beitrittsverhandlungen mit
den baltischen Republiken aufnehmen, und auch die NATO
wird sich in der Frage einer Mitgliedschaft dieser Staaten sowie
Rumäniens vorwärts bewegen, deren Beitritt mutmaßlich 2005
abgeschlossen sein dürfte. Irgendwann in diesem Stadium werden wohl die anderen Balkanstaaten die für Beitrittskandidaten
erforderlichen Voraussetzungen ebenfalls erfüllen.

3. Der Beitritt der baltischen Staaten könnte vielleicht auch
Schweden und Finnland dazu bewegen, eine Mitgliedschaft in
der NATO in Erwägung zu ziehen.
4. Irgendwann zwischen 2005 und 2010 sollte die Ukraine für
ernsthafte Verhandlungen sowohl mit der EU als auch mit der
NATO bereit sein, insbesondere wenn das Land in der Zwischenzeit bedeutende Fortschritte bei seinen innenpolitischen
Reformen vorzuweisen und sich deutlicher als ein mitteleuropä-
ischer Staat ausgewiesen hat.

1997(!) Geschrieben!

Realität:


Am 12. März 1999 traten Polen, Tschechien und Ungarn der NATO bei. Im November 2002 lud
die NATO, beim NATO-Gipfel in Prag, die Länder Bulgarien,
Estland, Lettland, Litauen, Rumänien, die Slowakei und Slowenien zu Verhandlungen über einen NATO-Beitritt ein. Am 29.
März 2004 traten diese sieben Länder der NATO offiziell bei.

Edit:

Punkt 4 solltest du mal genauer lesen und dann vielleicht mal auf den Kalender gucken! Aber hauptsache erst mal wieder irgendeine NPD Schei**e posten um Putin mit Nazis in Verbindung zu bringen. Ich glaube den Hitlervergleich hatte der Spiegel vor längerer Zeit schon gebracht aber die Nazis in der ukrainischen "Regierung" werden schön ignoriert.
 
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Zu den Beweggruenden der ehemaligen Warschauer Pakt-Staaten, sich buchstaeblich in die NATO zu fluechten, hatte ich ja schon mehrfach etwas geschrieben. Das gegenwaertige russische Gebaren wird diese Tendenz wohl kaum stoppen. Insoweit mag das zitierte Geschreibsel unterhaltsam und auch tatsaechlich in Teilen eingetreten sein - eine Antwort auf die Frage, ob all dies Teil eines Masterplans oder die Konsequenz der russischen Aussenpolitik ist, ist es aber nicht.
 
Diese Berater und ihre Kompetenz, sind doch eher Wunschträume und panische Ängste. Haben Großmächte irgendwie
so an sich. Wir sollten in der Hinsicht eher auf unsere europäische Sichtweise vertrauen und nicht auf die Amerikanische oder Russische.
 
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