Auf alle Fälle wurden sie nicht durch eine Hilfegesuch oder irgend eine andere repräsentative Äußerung der Bevölkerung der Krim dazu getrieben. Abgesehen davon, dass es -entgegen deiner obigen Behauptungen- bis heute keine international anerkennbare Äußerung dieser Form gibt, sind russische Truppen lange vor Herausbildung irgend einer geschlossenen zivilen Meinung auf der Krim einmarschiert.
Glaub mir, die Meinung ist schon entstanden, da waren einige Jungs in der russischen Truppe noch flüssig.
Mein Vater hat bei der Schwarzmeerflotte gedient, sowohl vor dem Zerfall der SU als auch danach. Er ist dort groß geworden und lebte mit meiner Mutter, die aus Kiew kam, in Sevastopol bis ich eineinhalb Jahre alt war. Dann hat er aufgehört zu dienen und wir sind nach Cherson/Kherson umgezogen.
Beide konnten mir bestätigen, dass schon damals sich die Russen und die Ukrainer nicht wirklich gut ausstehen konnten. Natürlich gab es auch solche Ausnahmen, wie meine Eltern. Aber die Menschen auf der Krim wurden von der ukr. Regierung wie Menschen zweiter Klasse behandelt wurden.
Dieser Zorn und die Abneigung hatte sich zwar ein paar Mal in Proteste umgewandelt. Aber diese wurden einfach nicht beachtet.
Und die Wut und die Abneigung kochten still weiter.
Bis der Maidan das Fass zum überlaufen brachte.
Für die Menschen auf der Krim war es eher wie eine Wohltat und Erlösung.
Ich hab schon viele Berichte und Fotos gesehen, die eindeutig Belegen, dass momentan erstmals seit dem Zerfall der SU wieder in die Infrastruktur der Krim investiert wird.
Ich sage nicht, dass dort ein Wunder oder ein Wirtschaftsboom passiert. Aber die Lage bessert sich zunehmend.
Während in der Ukraine immer mehr in einen Krieg investiert wird, an dem nicht nur die Ost-Ukraine leidet, sondern auch der Rest der Ukraine.