Eben das ist das Problem. Bei Speznas Einheiten wüsste man ja gleich, dass es Russische Einheiten sind, aber bei Blackwater Einheiten? Jeder kann sie bezahlen, dass ist richtig, aber die Seite für die sie kämpfen sollte eine Rolle spielen. Aktuell in dem Fall für die Ukrainische Armee und die hat bekanntlich kein Geld...
In der Ukraine agieren bereits mehrere einheimische Milizen mit Rückendeckung durch vermögende Oligarchen (nicht vergessen: Der ukrainische Staat mag arm sein, aber dem gingen einige Jahrzehnte Korruption vorraus...). Da würde ich nicht ausschließen, dass einige gleich noch ein paar "Fachkräfte" aus dem Ausland anwerben. Als stinknormaler Sicherheitsdienst werden Blackwater&Co ohnehin im Land aktiv sein, denn bei politischen Umbrüchen gibt es immer ein paar Leute, die sich mehr Sicherheit kaufen wollen und umgekehrt gibt es auf einmal einen Mangel an vertrauenswürdigen Institutionen.
Es wäre auch ein leichtes für die CIA oder das Pentagon eine solche Firma wie Blackwater zu mieten um so selber aktiv im Konflikt mitmischen zu können. Im Irak waren nach dem Einmarsch fast nur noch Söldnereinheiten stationiert, die von den USA bezahlt wurden.
Es wäre selbst für Putin ein leichtes, die Firma anzuheuern. Oder für Kim Jong Un. Deswegen bringt einem diese Möglichkeit nicht weiter, sondern man muss nach konkreten Hinweisen suchen. Alles andere ist Unterstellung/Projektion eigener Phantasien. Aus dem Irakkrieg lassen sich jedenfalls keine Rückschlüsse ziehen. Da wurde Blackwater vor allem aus drei Gründen engagiert: Tote Blackwater-Mitarbeiter tauchen nicht als gefallen Soldaten in der Bilanz auf, aktive Blackwater-Mitarbeiter sind nicht auf Duldung der Regierung angewiesen, wie staatliche Truppen fremder Nationen und Blackwater musste schlichtweg nicht nach den Soldvorgaben für US-Soldaten zahlen. Klassischer Fall von Outsourcing.
Aber nichts hiervon passt auf die Ukraine, weil die USA da eben nicht im Krieg sind.
Selbst wenn Speznas-Trupps dort sind, spielt es keine Rolle solange man mit dem Finger nur auf Russland zeigt. Man kann, bei zwei bösen Kindern die streiten, nicht dem einen auf die Finger hauen und dem anderen einen Lolli schenken, wenn man genau weiß das er genauso so böse war.
Nunja: Wenn es
nachweislich russische Truppen sind, wird der Kindergarten eigentlich ziemlich einfach. Dann Zoffen sich die Kind A und Kind B nämlich um ein Spielzeug von Kind A im Zimmer von Kind A in einem Haus, in dem Kind B Hausverbot hat. Da kann man sehr, sehr eindeutig mit dem Finger zeigen. Kind A kriegt allenfalls eine Ermahnung, für die Art und Weise, wie es sich gewehrt hat.
Dieser Konflikt wird durch den aktuellen Poltischen Kurs niemals gelöst werden, weil sich alle nur auf Russland einschießen. Die Interessen der anderen Konfliktparteien und vor allem der Parteien die noch nicht so sichtbar mitmischen, werden absichtlich ausgeklammert. Es ist halt nur schwer, als Mitglied eines Bündnisses, dass Interessen in der Ukraine hat , Friedensverhandlungen zu führen. Da wird es schnell zu Interessenskonflikten kommen. Am besten wären Verhandlungen unter Leitung von neutralen Staaten, aber was heißt neutral...? Die EU und NATO fällt weg, ebenso Staaten die eindeutig zu Russland helfen und welches Land, dass sich für diesen Konflikt interessiert bleibt da noch übrig? Vor allem sollte es auch noch ernst genommen werden...
In einem Konflikt, in dem eine Seite alles und jeden, der sie nicht aktiv unterstützt, der Lüge und gemeinsamen Sache mit dem Gegner bezichtigt, wirst du keine neutrale Instanz finden. Die Separatisten haben alle, bis rauf zur Uno, zum Feindbild erkoren.
Allerdings weiß ich auch ehrlich gesagt nicht, mit wem die Ukraine verhandeln soll. Die Separatisten wollen nicht verhandeln, die wollen erobern. Die Zivilbevölkerung der umkämpften Gebiete hat keine Repräsentanten. Putin behauptet, nichts mit der ganzen Sache zu tun zu haben. Ebenso unklar ist, worüber verhandelt werden sollte. Die Ukraine hat die Krim und die Kontrolle über zwei weitere Provinzen an russische Truppen verloren. Teile dieses Zustandes im Rahmen von Verhandlungen anzuerkennen würde bedeuten, Gebietsgewinne durch einen Angriffskrieg zu legitimieren. Das ist nicht nur für die Ukraine, sondern für so ziemlich jeden souveränen Staat der Welt, der ein solcher bleiben möchte, ein No-Go. Umgekehrt kursieren auf russischer Seite mittlerweile Geschichten bis hin zur systematischen Verfolgung russischstämmiger Personen und Putin hat sich als deren großer Retter und Befreier hochstilisiert - nicht nur im Donbas und auf der Krim, sondern auch in Georgien. Der wird unter heutigen Umständen definitiv nicht klein geben und irgend etwas von seinem Gewinn abgeben. Das wäre für ihn der politische (und vermutlich auch persönliche Bankrott).
Verhandlungen mit Niemanden über keinen Verhandlungsgegenstand führen zu keinem Ergebnis. Imho gibt es nur vier Möglichkeiten, wie die Sache ausgeht:
1. Den Separatisten werden die Mittel genauso knapp, wie der ukrainischen Regierung und der Krieg friert ein. Die Gebiete bleiben auf lange Zeit politisch umstritten, aber das zivile Leben kann sich wieder entfalten und der Endzustand ähnelt z.B. Taiwan. Das wird aber erst was, wenn Russland aufhört, Waffenlieferungen an die Separatisten zu ermöglichen - und das ist so schnell nicht zu erwarten.
2. Putin geht auf andere Art politisch bankrott (Zusammenbruch der russischen Wirtschaft, Sturz durch russische Oligarchen,...), sein Nachfolger will sich von ihm abgrenzen und gibt die eroberten Gebiete ganz oder teilweise zurück in ukrainische Hand.
3. Die ukrainische Regierung erobert zumindest den Donbass mit Gewalt.
4. Die Separatisten geben auf.
Ggf. gibts auch eine Mischung daraus, für jede Region anders. Die Krim wurde ja ohne größere Gefechte vereinnamt, hat also die erste Hälfte von 1. schon abgeschlossen. Für Lugansk halte ich 4. noch für Möglich. Da gab es meines Wissens nach schon länger keine Bemühungen um Gebietsgewinne mehr, die Führung war von Anfang weniger radikal und die Zivilbevölkerung dürfte die Schnauze voll haben. Für Donezsk sehe ich dagegen nur 3. als realistisch an
