Inwiefern wurde die Position der USA geschwächt?
Weil man am Ende zwischen Russland und China unter ferner liefen rangiert. Am Ende heißt es nicht Amerika first, sondern Amerika alone. Es ist ja nicht nur diese erratische Außenpolitik, wo das Land, dessen Vorfahren für Freiheit gegen ein Empire, für Freiheit zweimal gegen europäischen Größenwahn und gegen den russischen Kommunismus gewannen, sondern der Umbau des Staates im Hintergrund. Am Ende gilt der Spruch: Wer solche Freunde hat, der braucht keine Feinde mehr.
Wieso haben sie keinen Plan für die Ukraine?
Wieso stehen sie ratlos da?
Wirkt es auf dich, als hätten die einen sinnvollen Plan?
Wo siehst du einen Bluff, wenn Trump doch seit Wochen zeigt, was er denkt?
Es ist bei mir die pure Hoffnung. Ich denke ja noch immer: Okay, Trump ist ein Penner, aber es können nicht alle um ihn herum solche Vollpfosten sein. Irgendeiner wird sich was Sinnvolles dabei denken, wo am Ende alles gut wird. Zugegeben, diese Hoffnung schwindet mit jedem Tag ein bisschen mehr.
Was hat China dabei zu lachen?
Die freuen sich nen Ast. Lass USA mal machen, denken die sich. Und während sich ein Trump vier Jahre an den Grundpfeilern dessen austobt, was Jahrzehnte lang weitestgehend für Sicherheit und Wohlstand in der Einflusssphäre der USA gesorgt hat, bauen die ihr internationales Netz aus Kreditabhängigkeiten gegenüber ihrem Land aus.
Zu lachen haben wir alle nichts mehr, wenn die Trump-Regierung plötzlich begreift, dass man allein, ohne wirkliche internationale Freunde, mit angepissten Nachbarn dasteht, und nicht mehr in der Lage ist, das einzufangen. Dann kann ich mir vorstellen, dass man seitens USA beginnt um sich zu schlagen.
Warum sollte durch den Streit die "US-Weltmachtstellung" gebrochen sein?
Schau dir mal die Kommentare in der internationalen Presse an, dann weißt du, was die Stunde geschlagen hat. Dort kann man - abseits der Russenpropaganda - eigentlich nur noch lesen: Die Amis sind raus. Kein Verlass auf die. Jetzt müssen wir unser eigenes Ding machen.
Mit jedem weiteren bekloppten Handeln seitens der USA wird diese Kluft größer werden. Ohne die anderen G6, ohne die NATO, ohne verlässliche Freunde in der Welt, ist man nur noch ein Land zwischen Atlantik und Pazifik - weit weg von den Regionen der Welt, wo die Weltgeschichte aktiv gestaltet wird.
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Gibt ja dieser Tage viele Interviews mit vielen "Experten". Dieses hier lässt einen nicht nur erahnen, in welche Richtung es die kommenden Jahre geht.
Europa müsse sich von dem Missverständnis verabschieden, mit US-Präsident Trump sei eine gemeinsame Politik möglich: Der Historiker Zimmer fordert, die neue Politik der USA als das zu akzeptieren, was sie ist.
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