Was gibt es mit Putin zu verhandeln? Seit zehn Jahren bricht er beliebig Verträge, sei es die Gaslieferung an uns, sei es das Budapester Memorandum sein es allerlei Verträge mit der UN. Russland ist kein Vertragpartner mehr. Das einzige, was Putin versteht, sind Drohneneinschläge in Moskau. Diese und nur diese Sprache kommt bei ihm an. Stärke zeigen!
Für mich völlig unrealistisch. Deutschland selbst hat sich gegen weitere Gaslieferungen gestellt. Zelensky hat die Leitungen dann zerbombt, während durch seine eigene immer noch russisches Gas fließt. Das war ja vor ein paar Wochen wieder aktuell. Möglich, daß Deutschlands neuer Kurs damit zusammenhängt.
Zum Thema Stärke zeigen ist zu sagen, daß dies Stärke voraussetzt. Die Ukraine ist momentan bei Drohnen stark.
Dazu haben wir mehrere Aussagen. Laut Vadym Sukharevskyi, Kommandeur der neuen Drohnen-Teilstreitkraft, hat die Ukraine bis Juli 2024 sechs mal so viele Drohnen hergestellt wie im gesamten Jahr 2023. Bestätigen kann man die Aussage im Großen und Ganzen nun, denn russische Soldaten haben sich vor wenigen Tagen an die Politik gewandt mit dem Hinweis, daß die Ukraine nun die Luft mit Drohnen beherrsche, und zwar nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ. Russland müsse nicht fünf mal mehr Drohnen herstellen, sondern 50 mal.
Dies reicht aber nicht aus, denn der russische Vormarsch geht beschleunigt weiter.
Die Ukrainer brauchen dringend die Fähigkeiten, um die Energieversorgung Russlands lahm zu legen. Das sind eine Handvoll Pipelines, die gesprengt werden müssen. Dann ist Ruhe im Karton. Und wenn man dann jeden der Plünderer und Vergewaltiger von ukrainischem Boden vertrieben hat und eine 50km entwaffnete Pufferzone um die Ukraine geschaffen hat, in der dann die russische Bevölkerung wie aktuell in der Region Kursk frei und unbehelligt vor Putins Diktatur leben kann, dann kann man mit Putin über die Höhe der zu leistenden Reparationen verhandeln.
Ich würde Zelensky nicht unbedingt zu seinem Rachefeldzug raten, denn es zeigt sich doch eben auch am Beispiel dieses Krieges, daß der Terror gegen die Energieinfrastruktur und andere zivile Einrichtungen nicht dazu führt, daß die Bevölkerung aufbegehrt. Eher sieht sie die Linie ihrer Regierung bestätigt und dafür gibts ja auch historische Beispiele. Das Sprengen von Pipelines halte ich übrigens für wenig hilfreich. Sie bestehen aus Segmenten, Zerstörte müssen nur ausgetauscht werden. Selbst die Reparatur der NS Röhren ist ohne Weiteres möglich, denn die Drücke dort unten halten sich die Waage.
Jedes Stück Papier mit Russland ist aktuell Makulatur. Das ist Zeitverschwendung und die Mühe der Verhandlungen nicht wert. Das zeigt die Erfahrung des Minsker Friedensabkommen. Das einzige was hilft sind Waffenlieferungen an die Ukraine. Drohnen ohne Ende, Sprengstoffe und auch mechanisierte Einheiten, insbesondere Schützenpanzer und Luftabwehr.
Auch hier muß mit Realismus gearbeitet werden. Es scheint so, daß der Westen einfach nicht die Mittel dazu besitzt.
Und natürlich versucht die russische Trollarmee überall im Netz dummes Zeug zu schreiben, Angst zu erzeugen, zu Lügen und zu relativieren und sie finden genug "willfährige Idioten", die diesen Mumpitz freiwillig als "Wissen neben dem Mainstrem" weiterverbreiten.
Dort wird man es ebenso sehen, weswegen der Infokrieg irrelevant ist. Trolle sind irrelevant, besonders für den Ausgang des Krieges. Ich möchte mich daran nicht beteiligen, bin vielmehr sehr an der tatsächlichen Entwicklung der Lage interessiert.
Niemand will Russland erobern. Die Wege sind viel zu weit. Aber ebenso werden es die Russen niemals schaffen, Europa zu unterwerfen, so oft Putin davon auch träumt.
Was Europa nicht braucht, ist eine neue Konfrontation. Wobei der gegenwärtige Konflikt auch Gutes für Deutschland bedeutet: Das vollständig verlorengegangene Bewußtsein für die Notwendigkeit einer möglichst starken Truppe ist zumindest teilweise zurückgekehrt.