Es geht nicht um Viertel. Wenn die Ukraine russische Zivilisten angreifen, sibnd sie nicht besser als die Russen. Es geht alleine um militärisches Ziele. Und der Kreml müsste ja eins sein, da dort Planungen gemacht werden.
Geheimdienst und Verteidigungsministerium, die bereits als legitime Ziele diskutiert wurden, befinden sich afaik nicht innerhalb des Kremls. Angriffe auf Moskau sind aber bezüglich der ersten beiden imho eine schlechte Idee. Die eigentliche militärische Planung findet sowieso beim Militär statt (Nein? Doch. Oh!) und das bisschen, was ministerial angesiedelt ist, wird Bunker zur Verfügung haben. Ein Angriff dort trifft also entweder zivile Verwaltungsbeamte oder, noch viel wahrscheinlicher, wegen Defekt, fehlender Präzision oder Verteidigungsmaßnahmen Zivilisten ganz außerhalb des Ministeriums. Das ist ein gefundenes Fressen für russische Propaganda, aber garantiert kein legitimer militärischer Erfolg. Hat man ja schon bei der Handvoll Drohnenangriff gesehen, die russische Sympathisanten für die Ukraine unternommen haben. Industrieanlagen vor allem der Rüstungsindustrie und notfalls der Treibstoffversorgung sind viel sinnvoller. Die haben, bei hinreichendem Erfolg, direkte militärische Wirkung und in erstereren trifft man definitiv Leute mit direkter (Teil-)Schuld, in letzteren wegen der i.d.R. hohen Automatisierung kaum Unschuldige.
Scheinbar neues Friedensangebot mit "geteilter"
...
Soviel dazu Putin will nicht verhandeln.Die Ukraine sollte das Angebot annehmen.
Bislang ist das kein Angebot, sondern bloße Spekulation.
Und die ist schon eine Frechheit: Die Ukraine soll ernsthaft über die Oblaste Cherson und Saporischja mit Russland verhandeln? Also über
Gebiete, die derzeit in recht großen Teilen unter ukrainischer Kontrolle stehen? Putin soll ernsthaft erwarten, dass die Ukraine über die Abtretung von noch mehr Territorium verhandelt?
Weiterhin als gesetzt angesehen wird die Abgabe die verbliebenen Teile des Donbass, die Akzeptanz aller russischen Eroberungen und die Aufkündigung einer eigenständigen Außenpolitik und des militärischen Selbstschutzes, sodass sich Putin in der nächsten Runde endlich die gesamte Ukraine greifen kann.
Es sagt viel über dich aus, wenn du von der Ukraine verlangst, dass sie diese Kapitulationsforderung annimmt.
Was ich aber zugeben muss: Das Angebot, die Krim zu teilen und der Verzicht auf wirtschaftliche und soziale Fremdregierung der restlichen Ukraine (EU-Annäherung, etc.) sind eine leichte Entschärfung der bisherigen Maximalforderungen. An Stelle der Ukraine würde ich ähnliche Minimalkürzungen an den angemessenen Gegenforderungen anbieten:
- Vollständiger russischer Rückzug von ukrainischem Territorium.
- Rückführung aller entführten Ukrainer.
- Ersatz alles zerstörten oder gestohlenen Militärguts.
- Wiederaufbau aller zerstörten Strukturen (alternativ Entschädigung in harten Devisen)
- Entschädigung aller verletzten Ukrainer sowie der die Hinterbliebenen Ermordeter.
- Aushändigung aller Kriegsverbrecher aus Militär und Politik an die Ukraine aus
oder an den IGH.
- Einrichtung einer entmilitarisierte Zone entlang der russisch-ukrainischen Grenze, Breite entsprechend der maximalen Reichweite des jeweiligen Waffensystems
inkl. 1 Tag Marschentfernung oder der Entfernung zum nächstgelegenen nicht-verbündeten Drittstaat.
- Vernichtung (oder Aushändigung) aller
taktische und strategischen Atomwaffen
und Trägern damit internationale Sicherheitsgaranten bei künftigen russischen Angriffen ohne
Drohungen große Gefahr russischer nuklearer Vergeltung eingreifen können.
(Entschärfende Ergänzungen kursiv, entschärfende Streichungen als solche)
Ich würde mal sagen: Solange Russland von seinen Maximalforderungen nicht um mehr als diese Haaresbreite abweicht, sind Verhandelungen weiterhin Zeitverschwendung. Putin sieht sich einem Sieg noch viel zu nah, um mehr als einen Diktatfrieden für die Ukraine zu akzeptieren. Man muss endlich mehr Anstrengungen unternehmen, damit er einsieht, dass die einzige Alternative zu einem Rückzug und Verhandlungen auf Augenhöhe ein Diktatfrieden gegen Russland ist. Es ist nicht die Ukraine, die Verbrechen begangen hat und um Gnade winseln sollte.
Trotzdem sind 300 Flugzeuge schon sehr viel. Wenn die alle feuern würden, dann würde es für die Ukraine deutlich schlimmer aussehen denke ich. In Wirklichkeit wird das nur ein Bruchteil davon sein.
Da die Angabe mit der Gesamtzahl an F-16 verglichen wird, würde ich es nicht als "300 jeden Tag", sondern "300 beteiligt an den täglichen Angriffen" lesen, bei rotierendem Wechsel also mal die eine dann die andere Hälfte. Zudem dürfte ein Übersetzungfehler vorliegen, denn "Aircraft" schließt Hubschrauber mit ein. Eine Summe von 150 an einem Tag genutzten Luftfahrzeugen gezählt von den Kampf- und Infanterie-Transporthubschraubern an der Frontlinie über die Lufterteidigungsjäger und Gleitbomber darüber bis hin zu den Aufklärungsflugzeugen und Langstreckenbombern für die großflächigere Koordination und die Morde an ukrainischen Zivilisten klingt durchaus realistisch. So eine MiG-31K feuert ja z.B. nur eine Kinshal pro konzentrierter Angriffssalve.
Ich kann immer noch nicht verstehen, wie Menschen welche selber in einer Diktatur aufgewachsen sind, Propaganda glauben und sich dieser bedienen.
Einige reagieren auf Unterdrückung und Inoktrinierung seit frühester Jugend mit eigenem Denken. Bei anderen wirken die halt. Der Unter- und Mittelbau des DDR-Staatsapparats bestand 1989 aus der zweiten oder dritten Generation von in der DDR sozialisierten Menschen, offensichtlich herrschte da also kein Mangel an 100% SED-ergebenen Menschen. Und jenseits der 100%er gab es genug 50%ler, die immerhin einen Teil der Narrative übernommen hatten. Vor allem "Russland ist unser Freund, die Amrikaner sind böse" scheint mir recht beliebt zu sein - schließlich war vieles positive im Osten mit Russland assoziiert, die UdSSR in den 80ern teils liberaler als die DDR selbst, während man umgekehrt ganze Abende mit Vergehen der USA füllen kann, ohne einmal lügen zu müssen. Die Grundhaltung ist 1990 nicht mit einem Fingerschnippen verschwunden, sondern traft die wirtschaftliche Verramschung der damals neuen Bundesländer in den 90ern und die Ausbeutung der Menschen mit sämtlichen Unannehmlichkeiten des Kapitalismus, entsprechend gibt es mehr als genug eigene Stories, um entpsrechende Perspektiven auch heute noch zu leben und weiterzugeben.
Der Westen tut viel zu wenig, wenn die militärische Strategie aufgehen soll.
Dein erster wahrer Satz seit langem.
(Aber den haben wir ja auch jahrelang vorgebetet.)