Weil sie kein ausgebildes Personal dafür haben.
Einen t-72 / 80 / 84 / 90 zu reparieren ist halt etwas anderes als einen Challenger 2 / M1A2 Abrams / Leopard 2 zu reaprieren, da die Elektronik und Motoren anders sind, unterschiedlich funktionieren und konstruiert sind, das muss man halt erlernen und das lernst du, wenn du es richtig umfassend können willst /musst, halt auch nicht mal in 2-3 Monaten.
Es wäre auch in der aktuellen Lage auch gar nicht wünschenswert, entsprechende Kompetenzen in der Ukraine aufzubauen. Russland kann das gesamte Gebiet beschießen und eine Werkstatt für die aufwendigeren Reparaturen kann man weder geheimhalten noch leicht verlegen. Die würde morgen schon wieder zerstört sein, denn die ukrainische Luftabwehr kann einen konzentrierten Angriff nicht stoppen. Einen einmal aufgeladenen Panzer ein paar 100 km weiter in ein sicheres Nicht-Kriegsland zu fahren ist da die weitaus bessere Strategie. Netto fällt der einen Tag länger aus und man macht sich die Mühe ja vor allem bei großen Schäden.
Russland war beim T-14 Armata wohl auch nicht völlig grundlos von diesen alten Sowjetkonzept komplett abgerückt und hat sich da der ehr westlichen Panzerbauphilosophie, in Punkto Crew Protection hingwendwet gehabt (was aber natürlich auch die Kosten des Panzers steigert und höhere Kosten sind für die russische Armee aber wieder auch ein Problem).
Ändert nichts daran, dass der T-90 mit einer Waffe ausgeschaltet wurde, die maximal gegen Schützenpanzer gedacht war. Das ist schon ein Bisschen peinlich.
Natürlich ist das kein Argument. Ebenso wenig wie man sich gegen Panzerlieferungen von Leo 2 gewehrt hat. Angeblich aus Gründen der Geheimhaltung der Technik, könnte der Russe ja erbeuten, aber schon lange das modernste Artillerie System geliefert zu haben.
Schlechter Vergleich. Langstreckenartillerie operiert hinter der Front, da kommt der Gegner so ohne weiters überhaupt nicht ran. Ein Kampfpanzer kann dagegen mit unmittelbarem Feindkontakt ausfallen und gerade die Panzerung lässt sich selbst an ausgebrannten Wrack noch gut analysieren. Eine zerstörte PzH2000 hat dagegen sowie nichts zu bieten, was für Russland interessant wäre. Sowohl was große Geschütze angeht als auch Autoladertechniken war der Ostblock bis in dieses Jahrtausend führend. Das einzige, was die PzH2000 herausragen lässt, ist ihre Präszsion = Fertigungsqualität und ihre Elektronik. Aber für erstere muss das Herstellungswerk, nicht das Ergebnis analysieren und für letzteres braucht man ein intaktes Exemplar. Das man in dem was findet, was einem gegenüber einer chinesischen PLZ-05 massiv nach vorne bringt, würde ich mal bezweifeln. Es hat seinen Grund, dass die PzH2000 bzw. ihr Turm mittlerweile allem und jedem angeboten wird. Die ist nicht mehr so fortschrittlich, dass man sie geheimhalten müsste.
Die Panzerung der neueren MBTs dagegen? Beansprucht das zumindest. Und selbst wenn das nur Fassade sein soll: Die Fassade zu wahren setzt die russische Rüstung unter Druck.
Du hast natürlich Recht, dass die Konzeption der russischen Panzer der damaligen sowj. Einsatzdoktrin entstammt, die im Wesentlichen schnelle, motorisierte Massenoperationen für Durchbrüche durch die feindliche Linien (z.B. norddeutsche Tiefebene) vorgesehen hatte und ihre Panzer (technisch und taktisch) entsprechend darauf ausgelegt hat.
Westliche Militärs sahen sich hier hoffnungslos in der Unterzahl und damit in der Defensive, womit auch eine entspr. andere technische Auslegung hinsichtlich z.B. Durchhaltefähigkeit der Waffensysteme gewählt wurde.
Mit Offensive/Defensive hat das allenfalls in Propagandamedien was zu tun. Keine von beiden Seiten hat sich für einen Anriffskrieg gerüstet, aber beide hatten komplett verschiedene Szenarien für die Verteidigung. Die NATO wusste, dass plötzliche sowjetische Angriffe aufgrund der enormen Größe der UdSSR nur mit einem kleinen Teil von deren Kraft möglich waren. Aufgrund des viel kleineren Raums in Westeuropa hätten sie aber schon nach sehr kurzer Strecke gestoppt werden müssen und dies Verteidiger mussten damit rechnen, die folgenden Tage Zugladungsweise mit Nachschub aus dem restlichen Ostblock konfrontiert zu werden. Dafür baute man widerstandsfähige Panzer, die eine Stellung über längere Zeit halten konnten und auch schnell wieder instandsetzbar waren.
Der Warschauer Pakt hatte umgekehrt genau das gegenteilige Problem: Die gesamten Arsenale Westeuropas hätten über Nacht an die Grenze gebracht werden können und dann erstmal 100 km (verzichtbares, da nicht russisches) Territorium mit den ersten 1-2-3 Verteidigungslinien überrollt. Also hat man den Fokus auf Beweglichkeit geleget, um in dem weitläufigen Gebiet einzelne NATO-Kolonnen zu kappen und so verlangsamen zu können, bis in der Heimat die eigentliche Verteidigung steht. Resilienz war dagegen egal, denn spätestens ein paar Stunden nach Kontakt mit dem zahlenmäßig überlegenen Feind wären die eigenen Panzer so oder so ausgefallen und eine Bergung war im Rückzugsgefecht unmöglich.
(Gilt übrigens auch für andere Truppengattungen. Die NVA-Luftabwehr musste potentielle NATO-Angreifer z.B. zwingend von vorne treffen, denn man ging davon aus, dass sie sowieso nach dem ersten Überflug im Bombenhagel stirbt. Also wurde sie mit alten Raketen ausgerüstet, die so langsam waren, dass sie NATO-Jets auf dem Weg nach Moskau von hinten gar nicht hätte treffen können.)
Auch kommt das klassische Panzerduell, wie es sich viele gerne bildlich vorstellen, in der Ukraine nur eher selten vor.
Gegen einen direkten (Artillerie)Granatentreffer (Kaliber 152mm /155mm) ist im Übrigen KEIN Panzer gefeit.
Das klassische Panzerduell war und ist außerhalb von WoT schon immer eine Randerscheinung. WW2 Afrika okay, aber schon in Europa wurden afaik auf beiden Seiten die meisten Panzer von PAKs zerstört, in Korea und Vietnam waren Hinterhalte die Hauptgefahr, bei den Kriegen in Vorderasien war eine Seite immer derart überlegen, dass es eher Tontaubenschießen war und in Afrika haben quasi nie beide Seiten nennenswert MBTs. Der Ukrainekrieg ist der erste, in dem Panzer in großer Zahl auf Panzer in großer Zahl stoßen könnten. Aber genau hier zeigt sich die komplette Fehlauslegung der darauf spezialisierten russischen Panzer: Während die westlichen wenigsten einigermaßen multifunktional sind, nutzt die "Spezialeinsatz"-Truppe Vehikel, die massiv darauf optimiert sind, feindliche Panzer im Gelände auszumanövrieren. Schutz gegen Artillerie brauchen die qua Doktrin nicht einmal, weil Artillerie derart bewegliche Ziele praktisch nicht treffen kann.
Aber obwohl der Ukrainekrieg in genau dem Gelände stattfindet, für dass die sowjetischen Konzepte damals entwickelt wurden, gibt es die Situation, auf die optimiert wurde, überhaupt nicht. Und in jeder anderen loosen die T-xx ab.
Damit haben Sie nicht gerechnet, aber ein gewisses Risiko ist immer dabei.
In diesem Fall eigentlich kaum. Auftrag dieses Vogels war es explizit, weit außerhalb jeder Gefahrenzone zu bleiben und großräumig die Lage im Blick zu haben. Der Verlust wiegt somit noch weitaus schwerer, als "20% der aktiven Flotte abgeschossen" ahnen lässt: Das gesamte russische Luftkriegsleitkonzept wurde da vom Himmel geholt.