Aktuelle Entwicklungen in der Ukraine

Schon bemerkenswert, wenn sich ein unterlegener Gegner Gedanken zu einer Offensive machen kann.
Das habe ich mich schon bei der Ankündigung der ersten Offensive gefragt, bei welcher der Leo ein der Hauptrollen spielen sollte.

Aber eigentlich wurde der Leopard I entwickelt und gebaut um eine 105mm Kanone in Stellung zu bringen. Seinerzeit haben deutsche Ingeneure aus der Selbstfahrlafette einen der besten Kampfpanzer gebaut. Ein paar Jahre später sollte die 120mm Kanone auf ne Selbstfahrlafette. Wurde zum Leo II und ebenso erfolgreich.
Es sind perse also eher defensive Waffensysteme.
Ja, eigentlich sind es Defensiv-Waffen, welche die anrollenden Wellen russischer Panzer im Abwehrkampf zerschlagen sollten. Und doch wurden sie von der UA in der ersten Offensive gebracht. Wir müssen uns demnach einigen.

Entweder war der Einsatz der Leos in der Offensive ein Fehler oder die Waffe kann auch offensiv erfolgreich eingesetzt werden.

(so jetzt sollte hier eigentlich so ein Ironie Emoji rein, aber ich weiß nicht welcher da passt)
Bleibt abzuwarten was die Ukraine mit ihnen macht.
Ja, da bin ich auch gespannt. Zu mal die erst aus der Süd-Ukraine herangeschafft werden müssen. Sprich Diesellok oder LKW sind Pflicht.


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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gerät immer mehr unter Druck. Laut einer Umfrage des ukrainischen Umfrageinstituts Rating liegt ein anderer Mann in der Gunst der Bevölkerung derzeit weit vorne. Das berichtet die ukrainische Online-Zeitung "Ukrajinska Prawda".

Da Saluschni sich bekannter Maßen für Verhandlungen ausspricht oder massivere Unterstützung durch den Westen ausspricht, könnte es ein Indiz zur Meinung des Volkes sein. Aber nun hat Selendsky den EU-Beitritt in Sichtweite ...

Bei internen Terminen im Hauptquartier stichelt Selenskyj Augenzeugen zufolge gegen Saluschnyj und mischt sich auch zunehmend in militärische Entscheidungen ein.

Laut "Ukrajinska Prawda" soll Selenskyj gar über eine Entlassung des Armeechefs nachdenken.

Klitschow unterstützt nach einem Beitrag der TAZ den General.



 
Absolut jedem ist klar, dass die Ukraine in dieser Form nicht in die EU kommt.
Spar dir das.
Es ist extrem unwahrscheinlich ja, aber "klar" in Form einer Garantie ist es nicht.

Oh ja könnte sein. Die Briten erzählen aber noch lang nicht soviel wie Herr Peskow oder sein nachgeordneter Bereich. In der Regel ist das was da aus London kommt nicht nur plausibel sondern stellt sich oftmals als sehr genau passend da. Nicht sofort aber im laufe der Zeit wurde vieles bestätigt.
Nun es gibt ja nicht umsonst den Satz dass im Krieg die "Wahrheit" immer als erstes stirbt und dementsprechend würde ich insofern mitgehen am besten abzuwarten sich die Dinge im Lauf der Zeit in der Realität entwickeln.

Auf so ne Idee, während des Krieges, neue Mitglieder aufzunehmen, muss einer erstmal kommen. :rollen:
Wie gesagt, ich halte eine Aufnahme der Ukraine während des Krieges selbst für extrem unwahrscheinlich aber es ist eben leider auch nicht vollkommen ausgeschlossen dass man in Brüssel nicht noch auf richtig dumme Ideen kommt.

Weils Medienwirksam ist. Du erzeugst Hoffnung und stärkst den Rücken.
Schon, nur können solche Lippenbekenntnisse auf Dauer auch in Enttäuschung/Demoralisierung umschwenken weil mit netten Worten gewinnt man leider keine Kriege.

Inwiefern das ein gutes Ergebnis sein soll erschließt sich mir nicht. Russland hat diesen Krieg bereits politisch verloren ebenso in materieller Relation. Auch wenn sie gewinnen, frisst der Aufwand und die Konsequenzen dieses Krieges ihren Sieg zigfach. Russland gewinnt für gewöhnlich nunmal keine Kriege..
Welche Konsequenzen denn? Ja, das Tischtuch mit dem Westen dürfte erstmal über Jahre zerschnitten sein aber all unsere Sanktionen bringen (wie man über die letzten 2 Jahre gesehen hat) relativ wenig wenn es China, Indien und allen nicht "Westländern" am Arsch vorbeigeht und man dankend die wirtschaftliche Lücke füllt die Europa hinterlassen hat.
 
Ich will hier nicht schwarz malen. Aber so unwahrscheinlich ist ein Sieg Putins nicht.
Es kommt drauf an wer den längeren Atem hat.

Es hat ohne Zweifel noch nie jemand einen Abnutzungskrieg gegen Russland gewonnen und ich kritisiere spätestens seit 1,5 Jahren massiv, dass es EU und NATO zu so einem haben kommen lassen, anstand der Ukraine die benötigten Ressourcen zur Verfügung zu stellen, als die Fronten noch in Bewegung waren. Aber ein Großteil der Probleme, vor denen die ukrainische Offensive steht, lassen sich spiegeln: Auch Russland kann nicht einfach auf Vormarsch umschalten, ohne zuvor kilometertiefe Anti-Panzer-Minensperren zu räumen, auch Russland läuft verschanzte Soldaten zu. Und russische Kämpfer machen das in Teilen der Ukraine seit 9 Jahren, Fortschritte werden nur noch in winzigem Umfange und unter erheblichen Personalverlust erreicht. Die Ukraine ist zu groß, als das Putin sie durch die Opferung mehrerer Soldaten pro m² erobern könnte. Auf ganz lange Sicht wird Russland sicherlich die ukrainische Gesellschaft und damit den Nachschub an Verteidigern zermürben, wenn sich nichts grundlegend ändert. Aber da sprechen wir über einen Zeitraum von Jahrzehnten und im Verlaufe dieser wird sich eins grundlegend ändern: Der Präsdient Russlands. Aus rein biologischen Gründen.


Btw Herr Putin muss gewinnen ansonsten wird ehr noch mehr Natogrenze, über kurz oder lang, vor der Haustür haben. Ich sehe derzeit nicht wie Russland ohne das Gesicht zu verlieren aus diesem Konflikt raus kann.

Das mit der NATO-Grenze hat sich Putin unabwendbar eingebrockt. JEDER Nachbar Russlands wird jetzt alles darauf setzen, in ein Verteidigungsbündnis zu kommen, denn alles andere wäre ein direkte Kapitulation. Und die NATO wird offen dafür sein, denn noch einmal so eine unkontrollierte Situation wie jetzt ist nicht wünschenswert. Wenn Putin, wieder erwarten, gewinnt, dann verläuft die Grenze zwischen Russland und NATO nördlich des schwarzen Meeres halt entlang der Donau. Wenn er verliert in der Nähe des Donez und wenn etwas dazwischen geschieht im Bereich des Dnjepr. Aber das verändert die Grenzlänge nur unwesentlich.
 
Aber da sprechen wir über einen Zeitraum von Jahrzehnten und im Verlaufe dieser wird sich eins grundlegend ändern: Der Präsdient Russlands. Aus rein biologischen Gründen.
Putin könnte Medwedew nachfolgen und der ist 58 und labert den gleichen Unsinn.
Ich glaube nicht, dass sich Russlands Politik mit dem Tod Putins irgendwie ändert.
 
Auf ganz lange Sicht wird Russland sicherlich die ukrainische Gesellschaft und damit den Nachschub an Verteidigern zermürben, wenn sich nichts grundlegend ändert. Aber da sprechen wir über einen Zeitraum von Jahrzehnten und im Verlaufe dieser wird sich eins grundlegend ändern: Der Präsdient Russlands. Aus rein biologischen Gründen.
Jahrzehnte? Das wäre echt ein großer Zeitraum. Ja Putin regiert nicht ewig.
Aber wer weiß wer danach kommt? :ka:
 
Wie gesagt, ich halte eine Aufnahme der Ukraine während des Krieges selbst für extrem unwahrscheinlich aber es ist eben leider auch nicht vollkommen ausgeschlossen dass man in Brüssel nicht noch auf richtig dumme Ideen kommt.

Das Du das für eher unwahrscheinlich hälst ist aber aus dem Satz auf dem ich mich beziehe nicht wirklich herauszulesen.


@ruyven_macaran
Das es sich biologisch ändern wird da bin ich bei Dir, ganz unabhängig wann auch immer das sein wird. Über wahlen ist das ja eher unwahrscheinlich. ;) Aber ob und wie sich da auch politisch was ändern wird da habe ich so meine Zweifel.
 
Zuletzt bearbeitet:
Alleine der Hafen von Sewastopol ist für die Russen geostrategisch viel zu wichtig als dass man es dulden könnte dass er jemals in "westliche" Hände fällt. Darum haben die Russen 2014 nach dem Putsch auch keine Sekunde gewartet sich die Krim zu holen.

Das ersteres Bullshit ist, haben wir hier schon mehrfach lang und breit durchdiskutiert und bei letzterem braucht man das gar nicht erst, denn es ist in der Chronologie der Ereignisse offensichtliche:
Russische Truppen wurden am 21.2.22 in Richtung in Marsch gesetzt.
Am gleichen Tag unterzeichnete die weiter im Amt befindliche Regierung Janukowitsch ein Abkommen über politische Reformen mit der Opposition.
Vor möglicher Strafverfolgung geflohen ist Janukowitsch am 22.2.22, noch bevor er die ersten Umsetzungsschritte des von ihm unterzeichneten Abkommens umgesetzt hätte.
Am 23.2.22 wurde die politische Führung der Ukraine notdürftig an den Parlamentspräsidenten übergeben, um die Lücke der vertragsbrüchigen, abwesenden Staatschefs zu füllen.
=> Die russische Invasion war bereits im Gange, als Janukowitsch noch im Amt war. Und einen Putsch gab es bis heute keinen.


Sevastopol ist völlig unwichtig, da jede russische Flotte durch den Bosporus fahren müsste, um das Mittelmeer erreichen zu können.
Früher, also vor der Gründung der Nato und dem Beitritt der Türkei war sie wichtig, heute spielt sie keine Rolle mehr, eben weil die Schwarzmeerflotte nur unter großen Verlusten den Bosporus passieren könnten, sofern es einen Nato/Russland Konflikt gäbe.

In den ersten Jahrzehnten nach NATO-Gründung war die Schwarzmeerflotte auch noch wichtig, da Angriffsszenarien mehrheitlich Boden- oder Wassergestützt waren und die Raketenarsenale mit großer Reichweite beschränkt. Aber spätesten seit den 70ern ist das Schwarze Meer einfach nur noch eine Badewanne, die bei einem ernsthaften Konflikt binnen einiger Minuten überflogen würde, völlig ungeachtet ihren Inhalts. Tatsächlich ist der russische Luftstützpunkt auf der Krim strategisch wichtiger als der Seehafen.

Aber selbst das hat nichts mit der Krim als solcher zu tun, denn das sind nur zwei von vielen russischen See- und Flughäfen am schwarzen Meer. Die (Luft-)Flotte könnte genausogut von den anderen operieren und Russland hatte sich die Nutzungs Sewastopols nur deswegen für die nächsten Jahrzehnte von der Ukraine zusichern lassen, weil die Weiternutzung der bestehenden Infrastruktur aus Sowjetzeiten immer noch günstiger war, als andernorts auszubauen. Aber noch billiger als Mieten ist natürlich klauen und so kam es zu 2014...


Das die Schwarzmeerflotte Kreise im schwarzen Meer fährt ist nur zufälligerweise ihr primärer Zweck.

Mittlerweile, ja. Zumindest im östlichen schwarzen Meer. Und das ist eine ziemliche Geldverschwendung und Umweltsauererei, meinst du nicht?
Vor 18 Monaten dagegen war Zweck der Schwarzmeerflotte dagegen noch, Feuerunterstützung an Land entlang der ukrainischen Küste zu geben, eine Landung im Süden der Ukraine vorzubereiten, eine See- und Luftblockade gegen die Ukraine aufrechtzuerhalten und die Schlangeninsel zu besetzen. Da waren noch militärische Zwecke. (Oder auch völkerrechtswidrige Schandtaten gegen Zivilisten - aber militärische, völkerrechtswidrige Schandtaten, im Gegensatz zu nicht-militärischer Kreuzfahrererei.)
Aber das war ein Mal, weil der Anteil von U-Booten an der Schwarzmeerflotte damals explosionsartig anstieg.


Ich frage mich immer und immer wieder, wie man bei diesem Trauerspiel pro Russland argumentieren möchte? Kannst du es mir erklären?

Hass auf Menschen oder Streben nach persönlichen Vorteilen.


Was lernt man eigentlich aus diesem ganzen DiskussionsHickhack?
Man hätte Putin ernst nehmen sollen, als er Anfang 2022 mit der Ukraine verhandeln wollte.

Man hätte Putin ernstnehmen sollen, als er 1999 Menschenrechte mit Putin getreten hat.
Oder 2008, als das Völkerrecht dran war.
Oder spätestens 2014, als er das Völkerrecht schon wieder gebrochen hat.
Oder 2015, als er sich wieder für menschenfeindliche Kriegsverbrecher stark gemacht hat.

Stattdessen hat man ihm den Bauch gepinselt und ist nach seiner Pfeife getanzt.


Die Ukraine hat schlicht nicht genug Bevölkerung um Soldaten nach einer gewissen Frontdienstzeit dauerhaft nach Hause schicken zu können.

Aktuell hat die Ukraine, bei etwa 43Mio. Einwohnern, insgesammt etwa 1 Mio Soldaten unter Waffen,
Je nachdem wie tiefgreifend man rekrutiert kann sie noch etwa zwischen 2 und 5 Mio. weitere einziehen.

Wie sollen sie da dauerhaft Soldaten entlassen, wenn die 1 bis 2 Jahre an der Front waren?
Das wären, würde man jeden der an der Front 1 bis 2 Jahre gedient hat entlassen im besten Fall 2 bis 5 Rotationen, dann hätte die Ukraine keine Soldaten mehr.

Was die Mütter da möchten ist also halt einfach schlicht nicht für die Ukraine leistbar.
Evt. kann man ihre Söhne ein paar Monate nach Hause schicken, was schon bitter genug wäre, weil wer jetzt nach zwei Jahren noch lebt einen Haufen wertvolle Fronterfahrung besitzt, die dann mit irgend einem Unerfahrenen Neuling ersetzt werden muss und wird.

Aber so oder so, früher oder später werden sie wieder eingezogen werden müssen, solange dieser Krieg weitergeht.

Es wäre zwar für die Kampfkraft an der Front nicht unbedingt förderlich, würde den Familien und den Soldaten (und damit auch der Motivation von Nachrückenden!) aber sehr zu gute kommen, wenn der aktive Dienst in einem größeren Rahmen ebenfalls rotiert. Die Proteste kommen ja erst jetzt, nach 1,5 Jahren Krieg hoch, was wohl von einem nicht gerade geringen Maß an grundsätzlicher Akzeptanz für Kriegsdienst zeugt. Aber du rechnest ja selbst vor, dass die Ukraine eigentlich die ~3,5-fache Zahl an potentiellen Soldaten zur Verfügung hätte, sodass selbst bei einer leichten Aufstockung der aktiven Truppe zum Ausgleich der geringeren Erfahrung nach einem Jahr Kriegsdienst (mit Rotationen zwischen Front und Hinterland) zwei Jahre Zivilleben garantiert werden könnten. Und das wäre, bei der sich abzeichnenden Entwicklung, auch strategisch eine gute Idee: Eine hohe Konzentration erfahrener Soldaten ist optimal für eine schnelle Offensive, aber in der befindet sich die Ukraine nicht mehr. In einer lang andauernden Defensive macht flächendeckende Kriegserfahrung aus der Zivilbevölkerung eine praktisch uneroberbare Miliz.


4. Kremlchef Wladimir Putin soll den Militärs die Aufgabe gestellt haben, die ukrainischen „Städte so wenig wie möglich zu zerstören.“ - siehe FAZ unten

Na dann sagen Mariupol und Bachmut wohl noch weitaus mehr über die Kompetenz des russischen Militärs aus als der Marsch auf Kiew, die Verluste der Schwarzmeerflotte oder die Lebenserwartung der Generäle :ugly: .


Meine Frage bleibt offen: Warum stellt man gerade jetzt der UA und Moldawien den EU-Beitritt in Aussicht, obwohl wie schon jahrelang bekannt und auch von Orban bemängelt, die Auflagen dafür nicht erfüllt sind?

Die Auflagen für Beitrittsverhandlungen sind erfüllt und der offizielle Status eine Beitrittskandidaten gibt einen Rahmen für direkte, reguläre Hilfen der EU und eine weitere Intensivierung der Zusammenarbeit. Die Verleihung des Status ist vor allem auch in Bezug auf Erdogan wichtig, denn im Zuge dessen, was sich Putins Freund in letzter Zeit hat erlaubt hat, wird die Türkei die nächsten 20 Jahre der EU nicht mehr annähern, ganz im Gegensatz zur Ukraine. Entsprechend ist zu erwarten, dass es da auch mehr bilaterale Fortschritte geben wird und die Ukraine und die Türkei mussten auf einen vergleichbaren Status gehievt werden, damit die Engagement-Priorisierung nicht total bescheuert rüberkommt. (Ich wäre ja eher dafür gewesen, dem Sultan den Kandidatenstatus zu entziehen, aber das wäre nicht sehr diplomatisch gewesen.)


Ja, eigentlich sind es Defensiv-Waffen, welche die anrollenden Wellen russischer Panzer im Abwehrkampf zerschlagen sollten. Und doch wurden sie von der UA in der ersten Offensive gebracht. Wir müssen uns demnach einigen.

Entweder war der Einsatz der Leos in der Offensive ein Fehler oder die Waffe kann auch offensiv erfolgreich eingesetzt werden.

Der Leopard ist für den dynamischen Bewegungskrieg konstruiert. Da gibt es auf unterster Ebene keinen Unterschied zwischen Offensive und Defensive und der Vergleich mit einer Selbstfahrlafette ist geradezu absurd. Das einzige, was den Leo etwas mehr defensiv als offensiv macht, sind Wartung und Versorgung: Er ist kein Expeditionsgerät, das ohne Unterstützung mehrere Tage in unbekanntes Feindesland vorstoßen könnte, sondern für den Einsatz auf heimischen Boden mit Rückgriff auf Infrastruktur in nahe gelegenen, noch nicht eroberten Gebieten gedacht. Also genau die Situation, die in der Verteidigung der Ukraine herrscht. Sogar die geographischen Bedingungen und die angetroffenen Gegner passen auf das Einsatzkonzept des Leo 1. Dagegen sprechen nur Schützengräben und Minenfelder. Der Leo sollte halt eigentlich spätestens 100 Stunden nach einem russischen Angriff den Feind zurückschlagen und nicht erst nach dem dieser sich 100 Wochen lang in fremden Boden wortwörtlich eingegraben hat. Für so ein 1.-WK-Szenario hat nach den 2.-WK-Erfahrungen niemand mehr optimiert. Erst recht nicht am Boden, befestigte Stellungen werden seit der zweiten Hälfte des 20. Jhd. eigentlich aus der Luft mürbe gemacht.


Putin könnte Medwedew nachfolgen und der ist 58 und labert den gleichen Unsinn.
Ich glaube nicht, dass sich Russlands Politik mit dem Tod Putins irgendwie ändert.

Abgesehen davon, dass Ryzas Aussage zum "Siet Putins" nicht durch einen Sieg Mewedjews erfüllt werden kann, ist letzterer eine Marionette Putins. Höchstwahrscheinlich ohne eigenes Rückgrat und ohne eigenen Unterstützungaparat. Sicherlich würde er als Person gerne in Putins Fußstapfen treten, aber solange es da nicht zu einer geordneten Übergabe kommt (und kann sich hier irgend jemand einen Putin vorstellen, der systematisch seine Macht abgibt? In Kriegszeiten?), würde ihn die diversen Machtblöcke des Systems Putin wohl kaum Loyalität schwören, sondern jeder seinen eigenen Favoriten als Nachfolger durchzudrücken versuchen.

Ich bleibe diesbezüglich bei meiner schon vor Jahren geäußerten Prognose: Ein Tod Putins ist die beste Chance für die Ukraine. Danach dürfte Russland für einige Jahre in einem Machtvakuum verschwinden und die internationale Handlungsfähigkeit gegen null sinken. Noch stärker als nach dem Fall der Sowjetunion, wo ja im Prinzip die Regierung des Teilsstaates Russland als geschlossener Machtblock fortbestand und sämtliche Opposition bei null anfangen musste, weil sie zuvor klein gehalten wurde. Das ist unter Putin anders. Wir haben bereits den beinahe-Bürgerkrieg zwischen Söldnern und Militär gehabt. Wir haben mehrere Verdachtsfälle bezüglich Attentaten des Geheimdienstes auf das Militär. Wir haben die von der Politik überrumpelten Oligarchen, denen der Krieg und damit die Scherben ihres Lebens vor laufender Kamera kredenzt wurden, wir haben die Medien selbst, den großen Unbekannten der organisierten Kriminalität, etc.. Jeder einzelne dieser Kreise trägt seinen Teil zum System Putin bei, jeder einzelne könnte beanspruchen, den Nachfolger zu stellen und jeder einzelne davon hat die Möglichkeit, andere Teile in die Pfanne zu hauen.

Und genau das werden sie machen. Denn Putin hat alle leitenden Posten mit skrupellosen Egomahnen besetzt, die unfähig sind, hinter seinem Rücken ein großes Komplot zu spielen, aber jeder für sich willens, für eine aussichtsreiche Belohnung alles zu machen. "Russland" ist, trotz allem, genau so eine Aussicht, die sich jeder Machtblock zu krallen versuchen wird.


@ruyven_macaran
Das es sich biologisch ändern wird da bin ich bei Dir, ganz unabhängig wann auch immer das sein wird. Über wahlen ist das ja eher unwahrscheinlich. ;) Aber ob und wie sich da auch politisch was ändern wird da habe ich so meine Zweifel.

Es gibt bereits länger Zweifel an Putins ach-so-guten Gesundheitszustand. Sicherlich ist er für einen 72-Jährigen nicht in der schlechtesten Verfassung, aber "Alter" und "Stress" ist bekanntlich ein tödlicher Cocktail und als offensichlicher Paranoiker einen 2.-Weltstaat mit Weltmachtsphantasien in einem internationalen Stellvertreterkrieg zu führen, sind da wohl optimale Voraussetzungen für abnehmende Gesundheit. Ich sehe eine 50:50-Chance, dass er über 80 wird (reichlich vorhandene Anlässe für ein nicht-natürliches Ende ausgeklammert) und die weiter oben gepostete Blöd-Karte zu Russlands Plänen würde ich zwar bis zum Beweis des Gegenteils als "frei erfunden" einsortieren, aber gemessen am bisherigen Kriegsverlauf ist sie optimistischer, als die 1,5-Grad-Versprecher von der COP. Wenn Russland auch nur die Hälfte davon schafft, wäre das verdammt viel. Sie müssten aber mindestens das Doppelte schaffen, um die Ukraine binnen 8 Jahren zu erobern.
 
Der Leo sollte halt eigentlich spätestens 100 Stunden nach einem russischen Angriff den Feind zurückschlagen und nicht erst nach dem dieser sich 100 Wochen lang in fremden Boden wortwörtlich eingegraben hat. Für so ein 1.-WK-Szenario hat nach den 2.-WK-Erfahrungen niemand mehr optimiert. Erst recht nicht am Boden, befestigte Stellungen werden seit der zweiten Hälfte des 20. Jhd. eigentlich aus der Luft mürbe gemacht.
Leider hat die Ukraine keine brauchbare Luftwaffe sonst würde einiges anders aussehen.
Die F-16 lassen lange auf sich warten.
Abgesehen davon, dass Ryzas Aussage zum "Siet Putins" nicht durch einen Sieg Mewedjews erfüllt werden kann, ist letzterer eine Marionette Putins. Höchstwahrscheinlich ohne eigenes Rückgrat und ohne eigenen Unterstützungaparat. Sicherlich würde er als Person gerne in Putins Fußstapfen treten, aber solange es da nicht zu einer geordneten Übergabe kommt (und kann sich hier irgend jemand einen Putin vorstellen, der systematisch seine Macht abgibt? In Kriegszeiten?), würde ihn die diversen Machtblöcke des Systems Putin wohl kaum Loyalität schwören, sondern jeder seinen eigenen Favoriten als Nachfolger durchzudrücken versuchen.

Ich bleibe diesbezüglich bei meiner schon vor Jahren geäußerten Prognose: Ein Tod Putins ist die beste Chance für die Ukraine. Danach dürfte Russland für einige Jahre in einem Machtvakuum verschwinden und die internationale Handlungsfähigkeit gegen null sinken. Noch stärker als nach dem Fall der Sowjetunion, wo ja im Prinzip die Regierung des Teilsstaates Russland als geschlossener Machtblock fortbestand und sämtliche Opposition bei null anfangen musste, weil sie zuvor klein gehalten wurde. Das ist unter Putin anders. Wir haben bereits den beinahe-Bürgerkrieg zwischen Söldnern und Militär gehabt. Wir haben mehrere Verdachtsfälle bezüglich Attentaten des Geheimdienstes auf das Militär. Wir haben die von der Politik überrumpelten Oligarchen, denen der Krieg und damit die Scherben ihres Lebens vor laufender Kamera kredenzt wurden, wir haben die Medien selbst, den großen Unbekannten der organisierten Kriminalität, etc.. Jeder einzelne dieser Kreise trägt seinen Teil zum System Putin bei, jeder einzelne könnte beanspruchen, den Nachfolger zu stellen und jeder einzelne davon hat die Möglichkeit, andere Teile in die Pfanne zu hauen.

Und genau das werden sie machen. Denn Putin hat alle leitenden Posten mit skrupellosen Egomahnen besetzt, die unfähig sind, hinter seinem Rücken ein großes Komplot zu spielen, aber jeder für sich willens, für eine aussichtsreiche Belohnung alles zu machen. "Russland" ist, trotz allem, genau so eine Aussicht, die sich jeder Machtblock zu krallen versuchen wird.


Es gibt bereits länger Zweifel an Putins ach-so-guten Gesundheitszustand. Sicherlich ist er für einen 72-Jährigen nicht in der schlechtesten Verfassung, aber "Alter" und "Stress" ist bekanntlich ein tödlicher Cocktail und als offensichlicher Paranoiker einen 2.-Weltstaat mit Weltmachtsphantasien in einem internationalen Stellvertreterkrieg zu führen, sind da wohl optimale Voraussetzungen für abnehmende Gesundheit. Ich sehe eine 50:50-Chance, dass er über 80 wird (reichlich vorhandene Anlässe für ein nicht-natürliches Ende ausgeklammert) und die weiter oben gepostete Blöd-Karte zu Russlands Plänen würde ich zwar bis zum Beweis des Gegenteils als "frei erfunden" einsortieren, aber gemessen am bisherigen Kriegsverlauf ist sie optimistischer, als die 1,5-Grad-Versprecher von der COP. Wenn Russland auch nur die Hälfte davon schafft, wäre das verdammt viel. Sie müssten aber mindestens das Doppelte schaffen, um die Ukraine binnen 8 Jahren zu erobern.
Lawrow wäre auch noch so ein Kandidat. Passt wunderbar in die "Reihe der Arschl*cher".
Nur ist der auch nicht mehr der Jüngste.

Wenn Putin nicht mehr da sein sollte, könnte es auch zu einer Art Bürgerkrieg kommen. Was die Welt nicht gerade sicherer macht.
 
Aber du rechnest ja selbst vor, dass die Ukraine eigentlich die ~3,5-fache Zahl an potentiellen Soldaten zur Verfügung hätte, sodass selbst bei einer leichten Aufstockung der aktiven Truppe zum Ausgleich der geringeren Erfahrung nach einem Jahr Kriegsdienst (mit Rotationen zwischen Front und Hinterland) zwei Jahre Zivilleben garantiert werden könnten. Und das wäre, bei der sich abzeichnenden Entwicklung, auch strategisch eine gute Idee: Eine hohe Konzentration erfahrener Soldaten ist optimal für eine schnelle Offensive, aber in der befindet sich die Ukraine nicht mehr. In einer lang andauernden Defensive macht flächendeckende Kriegserfahrung aus der Zivilbevölkerung eine praktisch uneroberbare Miliz.

Nein nicht wirklich. Es gibt eine grobe Faustformel, nach der ein Soldat, der zwei bis drei Jahre nicht mehr aktiv war einen großen Teil seines Kampfwertes verliert.

Du kannst ihn dann also faktisch auch erst einmal wieder in die Grundausbildung schicken. Die mag er vielleicht, im Gegensatz zu einem absoluten Frischling, oder jemanden der 15 Jahre nicht mehr aktiv war, schneller durchlaufen können und dann entsprechend nur einen Monat brauchen und nicht drei bis vier, aber sein Kampfwert ist am Ende dann kaum höher als der eines Soldaten welchen du komplett neu ausgebildet hast.

Es hatte schon seine Gründe warum man bei der BW im Kalten Krieg Soldaten der aktiven Reserve mindestens einmal im Jahr für Übungen und Manöver einbestellt hat, um deren grundsätzliche Fähigkeiten zu erhalten und sie nach Kriegsausbrauch nicht erst wieder für Wochen in die Grundausbildung schicken zu müssen. ;)

Oder du kannst das auch mit einem Profisportler vergleichen, der zwei Jahre gar nicht mehr trainiert hat.
Natürlich mag der die Theorie noch können, aber wenn er nicht traniert wird er trotzdem sehr sicher nicht mehr, wie zuvor, Leistungen auf Spitzenniveau abliefern.

Ein ukrainischer Soldat der also für zwei bis drei Jahre entlassen wird verliert das meiste seines großen Kampfwertes, welchen er sich im Feld erarbeitet hat und die ist halt nicht nur in der Offensive wertvoll, sondern auch in der Defensive und sei es nur weil man auch dort begrenzte Gegenangriffe durchführt, um Positionen des Gegners zu werfen / Verzögerungsgefechte führt.
 
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Die Ukraine hat schlicht nicht genug Bevölkerung um Soldaten nach einer gewissen Frontdienstzeit dauerhaft nach Hause schicken zu können.
Das sehe ich ganz genauso. Und die Ressource Mensch gehört, wie bspw. Waffen und Fahrzeuge, auch zu einem Abnutzungskrieg.

Aktuell hat die Ukraine, bei etwa 43Mio. Einwohnern, insgesammt etwa 1 Mio Soldaten unter Waffen,
Die aktuelle Statistiken geht in diesem Jahr 2023 von ca. 36,7 Mio Menschen aus. Man kann davon ausgehen, dass ungefährt 17% davon Männer im wehrfähigem Alter (21-45J) sind. Ich unterstelle bei der Wehrtauglichkeit ca. 70%, vgl. Deutschland. Die Abkömmlichkeit kann ich nicht beurteilen. Das bedeutet maximal ca. 4.3 Millionen Männer bei all in. Vermutlich kann man aber nach ca. 300t Mann abziehen, die von 2014 bis heute bei Kampfhandlungen in Mitleidenschaft gezogen wurden und zwar Geschlecht und Alter besitzen, aber nicht mehr tauglich sind.

Je nachdem wie tiefgreifend man rekrutiert kann sie noch etwa zwischen 2 und 5 Mio. weitere einziehen.
Siehe oben.





 
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Leo, Abrahams, T72, das gehört in das Militärtechnikthema.

Hier beschreiben zwei russische Deserteure ihre Geschichte, wie sie in den Krieg kamen, wie man sie nicht gehen lassen und wie der russische Staat sie am Entkommen hindern wollten.


Kann die Quelle von den nicht prorussischen Kommentatoren hier eingeordnet werden?
 
Leo, Abrahams, T72, das gehört in das Militärtechnikthema.

Hier beschreiben zwei russische Deserteure ihre Geschichte, wie sie in den Krieg kamen, wie man sie nicht gehen lassen und wie der russische Staat sie am Entkommen hindern wollten.


Kann die Quelle von den nicht prorussischen Kommentatoren hier eingeordnet werden?
Fühle mich mal angesprochen :-)

Laut kurzer Recherche / Impressumssichtung scheint es eine seriöse, glaubwürdige und vor allem unparteiische (siehe Förderer / Financiers) Quelle zu sein.
 
Ich möchte anmerken, dass ähnliches auch aus der UA gemeldet wurde. Jedoch kostete dort ein entlastendes Papier nur ca. 8-10t€. Der Korruptionsskandal schlug große Wellen und es gab eine große Zahl von Entlassungen.
Natürlich möchtest du das anmerken.

Du merkst ausschließlich Dinge an, die die UA in einem schlechteren Licht darstellen und Russlands Schuld relativieren.
Es gab noch nie etwas anderes von dir und dem anderen Elefantino.
Ihr sprecht doch immer von Transferleistungen ;)

Bitte schaue auf Facebook oder Twitter. Das sind keine neutralen, unpartischen Nachrichten aus Russland oder Belarus. Nach 6 Headlines ist klar, zu 80% anti-russisch. Das ist für mich grundsätzlich kein Thema, aber die Seite damit als seriös und unparteiische zu bezeichnen, erfordert meiner Meinung nach schon einiges an bewusster Fehleinschätzung oder Täuschung.


In diesem Fred geht es um die Ukraine und nicht um Russland!
In diesem Thread (Fred ist ungefähr so lustig, wie "Windoof") geht es um den Ukrainekrieg.
Wie kann man da Russland ausklammern?

Und das es 80% "anti-russischen" Inhalt gibt (was auch immer damit in deiner Welt gemeint ist), liegt wohl daran, dass zu mind. diesem Prozentsatz nur Sc***e aus Russland kommt dieser Tage (war zu Zeiten der russischen Kulturblüte schon mal niedrige 67,2%).

Und ganz klar und eindeutig: JA, ich habe eine Abneigung gegenüber (Kreml-)Russland.
Ab 2014 noch schleichend und stetig wachsend, seit 02-2022 aber ganz klar und unumstösslich!
Vielleicht sogar deshalb so deutlich, weil ich zugeben muss, dass ich mich in Russland und der Zukunft deutscher Beziehungen zu Russland schlicht getäuscht und geirrt habe.
Bis 2014 war ich ein bekennender Befürworter tiefgreifender politischer und wirtschaftlicher Beziehungen mit Russland, weil ich an eine gemeinsame Zukunft und Russland als festen Teil des demokratischen Europa gehofft und geglaubt habe. Ich habe Russland sogar zeitweise eine größere strategische Relevanz für uns als die USA eingeräumt. Sogar im Vorfeld des sich anbahnenden Angriffes (den ich nicht wahr haben wollte), habe ich im Freundeskreis gesagt, dass "wir der Ukraine historisch gesehen nicht mehr schulden, als Russland" und war gegen Waffenlieferungen.
Das aber war ein bitterer Irrtum, denn ich habe nur oberflächlich hingeschaut. Ich hätte es besser wissen können, befinde mich aber zu meiner Beruhigung in illustrer Gesellschaft.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe hier bisher noch von keiner Glorifizierung der USA,NATO oder der Ukraine und ihrer Streitkräfte gelesen. Eventuell sollte ich doch ganz von Anfang lesen. Eventuell lediglich meinem Quereinstieg geschuldet.
Was ich aber regelmäßig lese ist wie der verbrecherische Angriffskrieg auf verschiedenste Weise relativiert wird. Ebenso wie ausgewichen und auch konkrete Fragen einfach unbeantwortet bleiben. Quelle werden wenn diese nicht passen, in Frage gezogen, wenn die Artikel passen darf es auch gerne die amerikanische bzw EU Mainstream Presse sein, auch wenn sich diese auf den britischen Geheimdienste bezieht. Der natürlich sonst nur Mist schreibt.
Für mich schwer nachvollziehbar mit welchen Hohn hier der Kriegsverlauf teilweise kommentiert wird. Ich glaube einigen ist nicht ganz klar was eine Besetzung der Ukraine für die dortige Bevölkerung, aber auch für Europa bedeutet.

Die 2¢ müsste ich Mal loswerden.

Gruß Andreas
 
17:51 Uhr

Ukrainisches Militär bittet um Mobilisierung von bis 500.000 Soldaten

Das ukrainische Militär bittet nach Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj um die Mobilisierung von 450.000 bis 500.000 zusätzlichen Soldaten. Hochrangige Militärs und Regierungsvertreter würden "diese sehr heikle Frage der Mobilisierung" erörtern, sagt Selenskyj auf der Jahrespressekonferenz in Kiew. Das Parlament werde sich dann damit befassen. Eine endgültige Entscheidung sei aber noch nicht gefallen.

Eine zusätzliche Mobilmachung in diesem Umfang erfordere etwa 500 Milliarden Hrywnja (12,2 Milliarden Euro). Für Selenskyj sei es zudem wichtig, wer von den bisher kämpfenden Soldaten dann ein Recht auf Erholung und Heimaturlaub bekomme. Auf die Frage, wie lange der Krieg gegen Russland noch dauern werde, sagte Selenskyj, das wisse niemand.
Entweder gehen denen die Soldaten aus oder man will vemehrt verbrauchte Kräfte entlasten. Oder beides.
 
Entweder gehen denen die Soldaten aus oder man will vemehrt verbrauchte Kräfte entlasten. Oder beides.
Vermutlich, sowohl als auch, wenn man gerade auf die ukrainschen Statusmaps schaut.

Die Frage ist, ab wann kann mit dieser Mobilmachung der gewünschte Effekt real erreicht werden? Bei Reservisten dauert es m.M.n. bestimmt 3-4 Monate nach Einzug, bis man sie mit halbwegs guten Gewissen in die Kämpfe schicken kann. Bei den anderen, ohne bisherige militärische Ausbildung, geschätzt mindestens 4-10 Monate, je nachdem wofür sie eingesetzt werden sollen.
 
Entweder gehen denen die Soldaten aus oder man will vemehrt verbrauchte Kräfte entlasten. Oder beides.
Oder man will sich auf die russische Mobilisierung vorbereiten. Es ist alles so traurig und Russland wird das Ziel erreichen, die Ukraine wirtschaftlich schwer und nachhaltig zu schädigen. Was interessiert Putin, ob Soldaten sterben?
Und ganz klar und eindeutig: JA, ich habe eine Abneigung gegenüber (Kreml-)Russland.
Vor kurzem starb eine guter Freund meines Vaters in hohem Alter. Der arme Kerl war zehn Jahre in russischer Gefangenschaft in Sibirien. Und was er das alles erlebte fasste immer wieder mit einem Satz zusammen, wenn die Diskussion auf Russland kam: "Hütet Euch vor den Russen".

Und damit diese Erfahrung nicht verloren geht, möchte ich sie hier teilen. Ich hab das früher nicht so erst genommen, heute sehe ich das ganz anders.
 
Zuletzt bearbeitet:
Russische Truppen wurden am 21.2.22 in Richtung in Marsch gesetzt.
Konkret waren es Spetznaz und Marineverbände die in der Nacht von 21.2 auf 22.2 auf die Krim entsandt worden sein sollen (achtung konjunktiv) allerdings sind diese meines Wissens nicht öffentlich in Erscheinung getreten und was die Russen auf ihre Stützpunkte entsenden lässt sich halt beim besten Willen nicht ankreiden. Die Besetzung des Parlaments (aka die grünen Männchen) fand aber erst ab 27.2 statt also fast über eine Woche später und damit deutlich nach Janukowytschs schlussendlicher Absetzung.

Und einen Putsch gab es bis heute keinen.
Es steht (jedem) den meisten Menschen auf diesem Planeten frei die Gesetze ihrer jeweiligen Länder zu kritisieren aber wenn man daran etwas ändern möchte dann muss dass halt auf jedem Fall auf friedlichem (!) Wege und im Rahmen des Rechtsstaates passieren, und ganz sicher nicht mit Gewalt und Krawallen.

Und Fakt ist nunmal dass sich die Krawalle zwischen November 13 und Februar 14 nicht wegdiskutieren lassen. Fakt ist dass sich die Aussagen von Vicki Nuland (aka *** the EU) dass die USA die politische Opposition in der Ukraine mit 5 Milliarden Dollar unterstützt haben nicht wegdiskutieren lassen. Man kann die Rolle von Soros Stiftung nicht wegdiskutieren wenn man sich im Mai 2014 bei CNN hinhockt und es sogar öffentlich zugibt. Man kann die Rolle von diversen westlichen Spitzenpolitikern nicht wegdiskutieren die bereits 2013 in die Ukraine gefahren sind um da für die Opposition Stimmung zu machen.

Und last but not least wären da noch die Aussagen des früheren Ministerpräsidenten der Ukraine der in einem Interview von 2016 detailiert darlegt dass das hochgelobte Abkommen mit der EU massiv zum Nachteil für die Ukraine gewesen wäre. ( PS: Ich behaupte übrigens nicht das der Mann die absolute Wahrheit für sich gepachtet hätte aber es ist zumindest eine andere Sichtweise.)

Link: https://www.telepolis.de/features/O...-Staatsstreich-gegeben-3492309.html?seite=all

Was ich aber regelmäßig lese ist wie der verbrecherische Angriffskrieg auf verschiedenste Weise relativiert wird.
Wenn es "regelmässig" passiert dann dürfte es ja kein Problem sein entsprechende Zitate vorzulegen.

Quelle werden wenn diese nicht passen, in Frage gezogen, wenn die Artikel passen darf es auch gerne die amerikanische bzw EU Mainstream Presse sein, auch wenn sich diese auf den britischen Geheimdienste bezieht. Der natürlich sonst nur Mist schreibt.
Habe ich halt so nicht gesagt und deswegen an dieser Stelle gerne nochmal den entsprechenden Kontext ...

https://www.tagesanzeiger.ch/ukrain...-russische-soldaten-an-einem-tag-165049308344

Artikel ist von Anfang Monat und daraus Zitat:
931. Das ist ukrainischen Angaben zufolge derzeit die durchschnittliche Zahl der täglichen russischen Verluste im Krieg in der Ukraine. Der britische Geheimdienst, der, was die Lage in der Ukraine angeht, meist sehr gut informiert ist, nannte diese Angaben «plausibel».

Heisst also "könnte sein" aber wir wissen es nicht genau weil leider hat der britische Geheimdienst im Verlauf dieses Krieges schon viel erzählt wenn der Tag lang war.
... und es ist halt einfach nicht meine Schuld dass insbesondere der britische Geheimdienst im Verlauf dieses Krieges schon viel behauptet hat wenn der Tag lang war. Letztes Jahr gabs gefühlt jeden Monat eine neue Spekulation darüber wann den Russen die Munition ausgeht oder dass die russischen Soldaten aufgrund von schlechter Moral bald massenhaft desertieren würden.

Beispiel hier:
https://www.tagesspiegel.de/politik...bei-russland-ausrustungsprobleme-8736910.html gab es in Massen.
Für mich schwer nachvollziehbar mit welchen Hohn hier der Kriegsverlauf teilweise kommentiert wird. Ich glaube einigen ist nicht ganz klar was eine Besetzung der Ukraine für die dortige Bevölkerung, aber auch für Europa bedeutet.
Auch an dieser Stelle, entsprechende Zitat(e) bitte damit man konkret weiss über was man redet.
 
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