Das sehe ich ganz genauso. Und vermutlich wäre es ein guter Zug. Aber wa smacht man z.B. mit den annektierten Gebieten? Da kann man nicht wählen. Man könnte alternativ eine Volksabstimmung in Richtung: "Wie wollen wir weiter mit dem Krieg umgehen" ansetzen. Musste man sich sinnvolle Fragen ausdenken und mehr als der Antwort "Ja und nein".
Die Ukrainer in von Russland besetzten Gebieten konnten seit 2014 nicht mehr wählen, aber das hat die demokratische Legimitierung Selenskis nicht verhindert. Demokratisch wäre es, entfallene Wahlen nach einer Rückeroberung schnellstmöglich nachzuholen, aber ganz ehrlich: In dem Moment sind doch sowieso entweder alle für den Befreier oder aber, wenn sie sich gar nicht unterdrückt gefühlt haben, für die zurückgeschlagenen Besatzer und pro-russische Parteien wurden in der Ukraine längst ausgemerzt (aus demokratischer Sicht: leider). Das Ergebnis stünde also fest. Da bis zur Hälfte der nächsten Legislaturperiode ohnehin keine großen Befreiungen absehbar sind, könnte man also auch bis zur übernächsten wahren. Aber denen, die schon heute wählen könnten, dieses Recht zu nehmen, hat einen sehr bittten Beigeschmack in einem Kampf zwischen "freier Demokratie" und "keine freien Wahlen zulassendem Autokraten".
Mein Hinweis war auch eher präventiver Natur, bevor hier eine Grundsatzdiskussion über unser GG vom Zaune bricht, was dann defintiv OT wäre.
Ich empfinde auch eine Diskussion über etwaige "Heuchlerei" Deutschlands als wesentlich zu OT, als dass ich mich darauf einlassen würde. Wäre ja noch schöner, wenn man hier nur über Themen sprechen dürfte, in denen Deutschland Musterschüler ist, wie zum Beispiel [Ende der Aufzählung].
Das sind doch immer nur kleinere Vorstöße welche kurze Zeit später wieder zu Nichte gemacht werden.
Im Großen und Ganzen ist da kaum noch Bewegung drin. Genauso wie letzten Winter.
Es hat vereinzelt ein paar offensive Versuche der Ukraine gegeben aber von einer erfolgreichen Gegenoffensive kann man nicht wirklich sprechen. Vielleicht nächstes Jahr wenn die F-16 im Einsatz sind.
Mittlerweile unterhält die Ukraine wohl ein paar Außenposten in schwer angreifbaren Positionen auf dem Ostufer dauerhaft. Aber ich frage mich weiterhin, was das bringen soll? Dieses Gebiet ist militärisch ziemlich wertlos, 500 bis 1000 m mehr Abstand zu den rechtsdnjperschen Zielen schränkt die russische Artillerie nicht massiv ein. Und um dort eine echte Front aufzubauen, die tatsächlich größere Gebiete erobern und Vorstöße wagen könnte, bräuchte man große, andauernde, hochmobile amphibische Transportkapazitäten, da alle Brücken weg sind (und auch nach wiederaufbau zu leichte Ziele für Russland wären). Wo sollen die herkommen?
Russland nur gelegentlich zu triezen, damit Putin eine relativ große Zahl an Wachmannschaften für die lange Linie abstellen muss, und dann weiter im Osten weit genug vorzustoßen, um die umfangreichen, benötigten Transportwege bis an die Grenze des asowschen Meeres beschießen zu können, erschien weitaus besser. Gut, das weiß auch Russland und hat man nicht die nötige Materialkonzentration aufgewendet, um ihn umzusetzen. Aber "dann machen wir halt etwas, dass so blöd ist, dass der Feind es nicht erwartet" gewinnt auch eher selten Kriege.
Läuft bei den Russen, würde ich sagen.
"Russland wird von einem Insolvenz-Tsunami heimgesucht: Der Föderale Steuerdienst kündigte einen „kolossalen“ Anstieg der Zahl „pleite“-Unternehmen an."
"Laut Rosstat beliefen sich die überfälligen Verbindlichkeiten russischer Unternehmen zum 1. September auf 4,394 Billionen Rubel. Seit Jahresbeginn ist es um 266 Milliarden Rubel und seit Beginn des Krieges mit der Ukraine um 739 Milliarden Rubel gewachsen.
Vom Gesamtbetrag der überfälligen Zahlungen schulden Unternehmen etwa die Hälfte ihren Lieferanten – 2,805 Billionen Rubel. Dieser Betrag stieg von Januar bis August dieses Jahres um 68 Milliarden Rubel und im Vergleich zur Vorkriegszeit (Februar 2022) um fast 500 Milliarden Rubel."
(Quelle: The Moscow Times [google-Übersetzung|Original])
gogogo, ruzzia!
Ob Privatpleiten Putin sonderlich kümmern? Der will doch eh lieber alles in der Hand großer Staatskonzerne sehen und da jetzt ein immer größerer Teil der Wirtschaft von Staatsaufträgen abhängt, haben die nicht-Olgiarchen Kleinkrämer halt ein Einnahmenproblem.