Pontonbrücken scheiden wg. dem Störfeuer und der Flussbreite aus.
Mit schwereren Geschützen relativ schlecht zu treffende Schnellboote können maximal Infanterie und nur wenig Logistik transportieren.
Wenn "Wicki" hierzu stimmt, haben die Ukrainer aus dem Vorkriegseigenbestand gerade mal noch zwei aktive militärische Landungsboote.
Eines ist recht klein, 40 Mann oder ein Panzer und mit 11,5 kn saulangsam.
Das andere, scheinbar eine Eigenentwicklung noch kleiner, dafür aber recht schnell
Beide reichen hinten und vorne nicht, um einen militärischen Brückenkopf mit schwerem Gerät auszubilden.
Rein marine (bzw. limnische) Einheiten sind auf Flüssen viel zu leichte Ziele für einen Feind mit Luftwaffe, aber die moderneren Ponton-Amphibien kann man auch gut als Fähre nutzen. Sowas wäre (als einziges) prinzipiell geeignet.
https://de.wikipedia dot org/wiki/Amphibisches_Brücken-_und_Übersetzfahrzeug_M3
(Anm.: Das Forum blockt den Link...)
Aber halt nur bis Beschuss droht. Also nur innerhalb der Aufklärungslücken der Russen und die sind auch nur solange groß, wie die Verlegung in die Region unbemerktbleibt. Also eher 2-3 Fahrzeuge, die man versteckt halten kann, und dann trotzdem nur eine halbe Nacht mit um die Jahreszeit 4-5 Stunden Operation. Mit Pech aber nur zwei. Um einen Kampfpanzer überzusetzen braucht man alle drei und bis der Verbund einsatzbereit ist, wird von der einigermaßen planbaren Zeit schon ein Viertel rum sein. Netto also drei Leos, beschränkt auf die Versorgungsgüter die sie intern mitführen, und ohne Infanterie-Begleitung. => Nein, so funktioniert keine Offensive gegen befestigte Stellungen.
Ein paar dutzend bis wenige 100 Soldaten, bei geringerer Zahl vielleicht mit ein paar Schützenpanzern und Reserven für 2-3 Wochen Operation, das ist imho das Maximum.
Hatte ich geschrieben das irgendwer deswegen überrascht ist?
Du nicht. Aber die ARD und die begleiteten Ärzte haben in dieser simplen Selbstverständlichkeit etwas berichtenswertes gesehen. Und zwar nicht im Sinne von "wir machen eine Doku darüber, dass Krieg tatsächlich scheiße ist", sondern im Sinne von "Breaking News: Nachrichten, die man kennen muss, um auf dem Laufenden zu sein."
Sorry aber da bist du auf dem Holzweg:
Liest du, was du quotest? Da steht ausdrücklich "gekennzeichnet". Die ARD berichtet dagegen ausdrücklich über "militärisch getarnt", wie schon zuvor von mir zitiert. Und militärisch getarnte Fahrzeuge genießen, gleich welcher Funktion, definitiv keinen Schutz durch die Genfer Konvention. Im Gegenteil, die weisen sich quasi als legitimes Ziel innerhalb eines Krieges aus. (Ohne Aussage darüber, ob widerum der Krieg selbst legitim ist.)
... Hast du vergessen, das die ukraine auch artillerie hat um den gegner auf abstand zu halten und das vom west-ufer aus? (und das auch recht effektiv!) ... Dazu hat russische artillerie kaum eine chance, da gegenfeuer der ukrainer einen recht schnellen tod bedeutet.
Deiner Meinung nach hat die Ukraine also die Möglichkeit, Artillerieschläge im Bereich des Dnjepr zu unterbinden? Die gleiche Ukraine, die sich seit Monaten selbst deutlich westlich desselben von russischer Artillerie über den Fluss hinweg beschießen lässt? deswegen teilweise sogar die Fluthilfe reduzieren musste? Die regelmäßig über Schäden in Cherson selbst deswegen berichtet?
Im Gegensatz zu dir glaube ich nicht, dass die Spaß daran haben, sich beschießen zu lassen, sondern dass sie relativ machtlos sind.
Konterartillerie ist ja schon und gut, aber dafür mann man die entsprechenden Radare und Geschütze großer Reichweite über haben und einen faulen Gegner. Bis auf letzteres mangelt es der Ukraine definitiv und selbst von anderen Fronten, wo man wegen der Durchbruchgefahr deutlich wertvolleres Material investiert, höre ich eher von Schlägen gegen ausgespähte russische Stellungen denn von gezielten Antworten auf russisches Feuer. Das mit dem Ausspähen fällt über den Dnjepr aber weitestgehend flach. Bestenfalls sehen wir im Moment die ersten Schritte dazzu, letzteres zu ändern. Aber noch keine flächendeckenden Erfolge.
Du solltest vieleicht mal deine eigenen aussagen überdenken. Im ernstfall gilt kein lehrbuch sondern nur was erfolg verspricht und da sind dir die ukrainer um welten vorraus.
Gut, Stanpunkt und Horizont und so - aber wie viele dutzend km² sind für dich genau eine "Welt"?
Ich frage mich ja, ob die Russen wirklich ein voll beladenes Getreideschiff versenken würden?
Moralisch erwarte ich da keine Hemmungen. Aber eine Getreideanlage zu zerstören trifft die Ukraine direkt, verhindert statt einer Schiffsladung hunderte und bringt keinen gezielten Ärger mit einem anderen Staat. Die Welt als Geisel zu nehmen ist mit den üblichen Angriffen auf Odessa also viel einfacher.
Gestern wurde ja gesagt, dass die Russen keine Sicherheitsgarantien mehr für die Schiffe bieten können.
Hat für mich wie Schutzgelderpressung angehört.
Ist es auch.
Edit:
Im Ernst, so ein "Kollateralschaden" dürfte in der Realität allen irgendwo vorbeigehen, mit dem eindeutigen Punktvorteil für die Ukrainer im medialen Echo.
Putler kann sich somit sowas gar nicht leisten.
Ganz blöd würde es dann laufen, wenn es ausgerechnet ein Frachter aus Südafrika oder wahlweise Venezuela wäre.
Was der sich objektiv leisten kann, beweist er ja seit bald 1,5 Jahren...
Ein NATO-Bündnissfall droht jedenfalls nicht einmal wenn es das mutmaßlich einzige Schiff unter türkischer statt Billig-Flagge trifft. Ist schließlich kein NATO-Territorium. Sonst wären wir längst im Krieg mit z.B. somalischen Piraten.
Das Problem bei den Sanktionen ist m.E. dass man diese nicht mit einem eindeutigen Preisschild versehen hat, bspw. das Ölembargo wird ausgesetzt, wenn auf die Bombardierung von Städten verzichtet wird o.ä.
Noch schlimmer ist, dass die Gegenrichtung auch fehlt. Z.B. "Redereien, die russisches Öl in Drittländer liefern, können sich aus der EU verabschieden, wenn die Getreideinfrastruktur in Flammen aufgeht."
Aber die Sanktionen sind eben größtenteils als Lachnummer konzipiert, weil kaum jemand in der EU wirklich Druck ausüben will. Hier mal eine Reportage, wieso die Russen Mikrochips nicht mehr waschmaschinenweise in der Ukraine klauen, sondern einfach per Mausklick bestellen.
Braucht Kasachstan tatsächlich so viele Waschmaschinen? Die taz hat Handelsströme in Europa ausgewertet. Und dabei Lücken in den Sanktionen entdeckt.
taz.de
Sofern der Bericht korrekt ist, ist es den Ukrianern gelungen,
mit einem Schützenpanzer "Bradley" zwei angreifende T-72 Panzer der Russen zu vernichten.
Dank TOW PA-Raketen.
Da die österreichische Presse i .d. R. versucht "neutraler" zu berichten, taxiere ich den Bericht als glaubwürdig ein.
Die Einschränkung bzgl. Verifizierung wir auch in dem Bericht benannt.
Funktioniert wie beabsichtigt, oder?
Im Gegensatz zu dem gar nicht so neutralen, sondern schon in der Überschrift ziemlich lobenden Text ist der Bradley eben kein konsequenter Schützenpanzer geworden, sondern ein ziemlich überladenes Sammelsurium von Technik für alle möglich Gelegenheiten. Darunter auch die Fähigkeit, 2-4 Kampfpanzer auszuschalten und dafür wurde er afaik auch schon in Afghanistan immer wieder missbraucht. DAbei ist das einzige, das er definitiv nicht kann (neben "ganzen Trupp Infantrie schnell und unbemerkt verlegen"), einen Gegenangriff durch MBTs überleben. Aber wer zuerst schießt, schießt halt zuerst und die Ukrainer gehen in ihren Offensiven oft volles Risiko. Hätten die Russen schneller eine gute Feuerposition erreicht / besser gezielt / wären später bemerkt geworden, hätte es eine Meldung über den Verlust wertvoller Westtechnik gegeben.