Hat eigentlich irgend jemand mal gehört, um was für Typen von Streumunition es sich da handelt? Im US-Jargon ist unter "Cluster" ja einiges inbegriffen, was vollkommen okay ist und anderes was man getrost als Menschenrechtsverbrechen bezeichnen kann.
Man sollte einfach mal ein wenig Geduld haben, seit Monaten befestigte Stellungen mit umfangreichen Minengürteln überrennt man nicht einfach oder schnell, sondern nur methodisch, das dauert Wochen bis Monate.
Wenn es Monate dauert (wonach es durchaus aussieht), kommt aber kein Durchbruch dabei heraus. Denn diese Zeitspanne reicht den Russen, um neue Verteidigungslinien weiter hinten hochzuziehen. Genauso wie der russische Vormarsch in Bachmut so lahm war, dass er nicht einen strategischen Erfolg hätte bringen können.
Das Problem: Mit wenigen km² Geländegewinn pro Woche bekommt die Ukraine ihr Territorium nicht unter Kontrolle, bevor sie ausgeblutet ist.
Fachbezogene Unterhaltung gibt es auch. Das sah man, als Mojib Latif auf den Kontre traf und ihm die Fakten erklärt hatte.
Wer Gelaber mit Inhalten will, darf nicht bei Lanz, Maischberger & Co reinschalten, sondern Scobel nehmen. Da gibt es tatsächlich Expertenmeinungen - also weiterhin Meinungen, die keineswegs als allgemeingültig betrachtet werden sollten, aber halt wenigstens welche mit Fachexpertise.
Es wird eher die frage sein wie lange russland das durch hält. Die ukraine kann jedenfalls so lange weiter machen wie der westen munition liefert.
Russland bestreitet den Krieg zunehmend mit Material aus laufender Produktion. Drohnen sowieso, aber auch bei den Raketen habe ich schon lange nicht mehr gehört, dass die bereits letzten Herbst "leerenden" Lager tatsächlich mal leer wären, von daher scheint an den Produktionsversprechen Putins was dran zu sein. Minen sind sowieso kein Thema und höherwertige Fahrzeuge spielen eine zunehmen kleinere Rolle im Stellungskrieg.
Umgekehrt sind die ukrainischen Verluste insgesamt (an der Front wie in den Städten) zwar absolut gesehen kleiner, aber relativ zur Bevölkerungsgröße nicht wesentlich und die ukrainische Infrastruktur geht von Tag zu Tag weiter den Bach runter. Dass die Ukraine bei einem Ausblutungskrieg gegen Russland erfolgreicher als Hitler oder Napoleon sein wird, darf bezweifelt werden. Die müssen sich taktische Vorteile auf dem Schlachtfeld erkämpfen und das tut man nicht, wenn man sich nur ein paar Meter die Stunde bewegt.
Hätten Göring und Hitler nicht in der "Schlacht über England" den Fehler gemacht und wären von militärische Ziele bombadieren, auf ziviles bombadieren, gewechselt, sowie dann noch die SU angegriffen, hätte die Lufthoheit über England auch durchaus wechseln können und auch ein Stück weit die Hoheit im Handelskrieg, entlang der britischen Küste.
Die Nazis standen vor einer ähnlichen Erkenntnis, die auch diesen Krieg zunehmend dominiert (von beiden Seiten): Ihr ursprünglichen Angriffstaktiken ließen sich nicht nur nicht weiter steigern, sondern auch immer schwerer aufrechterhalten (weil die britische Luftverteidigung immer besser wurden und die erfahrenen Bombercrews, die kleinere, verstreute Ziele finden konnten, ausstarben) und es war offensichtlich, dass man nur damit nicht den Krieg gewinnen konnte (weil die Briten die kriegswichtige Produktion zunehmend dezentralisierten und die Schäden an der noch relativ simplen zentralen Infrastruktur immer schneller ausbessern konnten). Also hat man mal was anderes probiert. Genau wie Putin heut. Gut: In beiden Fällen war das andere noch ungeeigneter, um eine schnelle Entscheidung herbeizuführen, aber nur weil Plan B den Krieg nicht gewonnen hat, heißt das eben nicht, dass Plan A eine Chance auf Erfolg hatte.
Manche Sätze muss man sich einfach mal auf der Zunge zergehen lassen.
Durchaus auch mehrfach

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Das Sterben läuft nicht nur durch den Angriffskrieg Russlands, sondern auch durch die Strategie des Westens
Ja, korrekt: Das Sterben von Leuten, die das Völkerrecht brechen und Menschenrechtsverletzungen begehen, geht maßgeblich auf die Unterstützung der ukrainischer Verteidiger durch den Westen zurück. Das mag für Radikalpazifisten und Tagträumer schockierend sein, aber einen Mörder umzubringen, bevor er 100 weitere Morde begehen kann, ist eine gute Tat, die Sterben verhindert, obwohl dabei jemand sein Leben verliert.
Das nützt den Ukrainer halt nix, die gehen rein mit dem was sie haben. Davor sind sie mit m113 und Humvee rein, sie haben nach Panzer verlangt und haben die AMX bekommen, auf der anderen Seite fragen zu viel Leute, wann die Offensive endlich los geht..
Die AMX sind halt nichts, mit dem man überhaupt "reingehen" sollte. Sie so einzusetzen ist mehr oder minder erweiterter Suizid. Und im Gegensatz zu den PKW-Aktionen vom letzten Sommer, bei denen man das erheblihce Risiko des Personalverlustes gegen hohe Chancen eines noch viel größeren Personalverlustes beim Gegner abgewogen hat, ist der Vorrat an AMX sehr begrenzt. Wenn man die in solchen Manövern verheizt, fehlen sie einem hinterher in den Rollen, in denen sie stark sind: Panzerknacker aus dem Hinterhalt. Die Ukraine hätte sie lieber nehmen sollen, um ihre bislang defensiv eingesetzten respektive zur Abwehr etwaiger Durchbrüche zurückgestellten MBTs freizumachen.
In dieser Rolle können leichte, flinke, feuerstarke, aber schlecht geschützte Kanon eine gleichwertige Alternative sein. Vor allem gegen einen Angreifer, der jetzt nicht unbedingt für taktische Übersicht, gründliche Aufklärung und schnelle Reaktionen bekannt ist. Aber als Angreifer in einer von dicht gelegten Minen und sperren durchzogenen Landschaft sind leichte Spähpanzer einfach nur Opfer.