Aktuelle Entwicklungen in der Ukraine

Das tue ich ebenfalls.

Das halte ich halt für einen Mythos, eher falsche Geschichtsdarstellung, denn niemals hätte es in Deutschland einen Zentralstaat um Bonn oder Frankfurt gegeben. Die US Amerikaner favorisierten diese Lösung, von den Briten oder Franzosen habe ich so etwas aus keiner Quelle gelesen. Nur musste da niemand etwas in ein Pflichtenheft schreiben, weil die Deutschen immer föderal geprägt waren, auch gab es vor dem GG, schon etliche Landesverfassungen die heute noch gültig sind. Insoweit atmen die Deutschen schon immer Föderalismus und hätten mit oder ohne Alliierten 1949 keine wirklich andere Verfassung geschrieben!
Da möchte ich widersprechen. Das ist kein Mythos, sondern von GB, F und USA (die SU sah das und vieles andere ganz anders) tatsächlich explizit den Verfassungsausarbeitern mehr oder weniger vorgegeben worden. Es gibt Quellen dazu.
Wie dem auch sei, uns ist es, wie du schon richtig anmerkst, aufgrund der langen Historie des deutschen Föderalismus auch nicht wirklich schwer gefallen.

Letztlich geht es um den Vergleich mit den Schwächen, die auch die EU als Global Player mit sich herumträgt.
Dafür müsste es eine effiziente und akzeptierte Lösung geben, wenn wir unsere Power auf die Straße bekommen wollen.
 
Dafür müsste es eine effiziente und akzeptierte Lösung geben, wenn wir unsere Power auf die Straße bekommen wollen.
Du hast dem Kind nur einen Namen gegeben. Das ändert leider nichts am Ist-Zustand. Versuche doch mal als D oder F eine Leitlinie zu entwickeln, ohne das dabei links- wie rechtsrheinisch jemand nicht mitzieht und Länder HU oder PL aus der Reihe und/oder dir auf der Nase rumtanzen. Die EU ist im Föderalismus gefangen. Das weiß man auch über den Atlantik und im fernen Osten.

Putlers und seine Speichellecker hatten wohl angenommen, dass diese Schwäche ihnen in die Karten spielen würde. Dank der G7 Unterstützung läuft es für ihn anders als geplant. Russland ist aber nur ein mafiöser Scheinriese. Lass mal einen Konflikt mit China eskalieren. Dann stehen wir mit runter gelassenen Hosen und blankem Hinterteil da.
 
Es gibt kein Hegemon.
So ähnlich könnte man den "Schutzschirm" der USA über die Philippinen und den Pazifik benennen.
Das hat durchaus Rome like imperialen Charakter.
Da könnte ich mitgehen.
Aber nicht in Europa.
Und auch keine große Interessenslage an Russland seitens der USA.
Spätestens seit der "Machtübernahme" durch Putin war den Amis sonnenklar,
dass sie es mit einem abgehalfterten Entwicklungsland zu tun haben,
das per Zufall aus einer anderen (besseren?) Zeit noch Atomwaffen herumliegen hat.

Bitte einfach mal das nächste halbe Jahr aufmerksam die US-Politik verfolgen.
Und bitte nicht das gefilterte Zeugs a la Heutejournal oder gar so ein Leuteveräppelschwachfug wie "Anne Will", sondern beidseitig cnn, Washington Post (leider kostenpflichtig) und fox als Mindestlektüre wahrnehmen.
 

Pistorius: Zerstörung gehört "zur Natur eines Krieges"​

Auch Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius wollte die Echtheit der russischen Bilder in einem Interview mit dem Sender "RTL" am Montagabend nicht bestätigen. Er räumte jedoch ein, es gehöre "leider zur Natur eines Krieges, dass Waffen zerstört werden, dass Panzer zerstört werden und Menschen getötet werden. Deswegen ist unsere Unterstützung für die Ukraine ja so wichtig."

Daher kündigte der Minister weitere Militärhilfen für die Ukraine an. "Wir werden nicht jeden Panzer ersetzen können, der jetzt ausfällt. Was wir aber tun (...), wir werden ab Juli weiter aufwachsend 'Leopard 1 A5'-Panzer, die instand gesetzt sind, nachliefern", sagte er bei "RTL Direkt". "Und bis zum Ende des Jahres werden das über 100 sein."
Quelle: Moskau meldet Erbeutung deutscher "Leopard"-Panzer

Bis zum Ende des Jahres 100 Leopard 1 A5 Panzer? Das hört sich zuerst viel an. Aber auf den Zeitraum verteilt nicht.
Die Ukrainer brauchen jetzt mehr Material.
 
Falsch ist mMn aber die Annahme dass man denkt der Westen würde darauf abzielen in fernen Zukunft mit einem freundl Russland wieder zum Alltag überzugehen, das wird nicht mehr passieren weil das nicht das Ziel der USA ist,
Das wird passieren sobald Russland wieder Richtung Demokratie strebt, den illegalen Krieg beendet und die Krim wie den Osten der Ukraine an die Ukraine zurückgibt.
Dann deffiniere mal bitte den meisten Einfluss der Ukraine, weil ich würde sagen sie sind zu 100% abhängig vom Willen der USA, welche diesen Krieg praktisch von oben führt nur dass mit ukrainischer Menpower.
Die Ukraine hat sich im April 2022 gegen Friedensverhandlungen und eine von Russland aufgezwungene Neutralität sowie den Verlust der Krim und des Donbass entschieden. Die Ukraine hat entschieden weiter zu kämpfen, von wegen 100%.
 
Das wird passieren sobald Russland wieder Richtung Demokratie strebt, den illegalen Krieg beendet und die Krim wie den Osten der Ukraine an die Ukraine zurückgibt.
Ein schöner Traum, mehr ist dazu nicht zu sagen.

Die Ukraine hat sich im April 2022 gegen Friedensverhandlungen und eine von Russland aufgezwungene Neutralität sowie den Verlust der Krim und des Donbass entschieden. Die Ukraine hat entschieden weiter zu kämpfen, von wegen 100%.
Die Ukraine hat sich nicht entschieden sondern den langen Arm Moskaus abgewehrt und dann brach der Krieg aus. Wo du da einen Spielraum für Entscheidungen siehst bei einem Land welches massivst erpresst und bedroht wurde ist mir nicht ersichtlich.

Aber mir ging es um die Stimme der Ukraine und diese wird sehr klein ausfallen, sie werden sich den Entscheidungen derer von welchen sie abhängig ist, fügen müssen, ansonsten gibts keine Waffen und Hilfe mehr. Ein Zwangsfrieden schwebt die ganze Zeit im Raum.
 
Abwarten. Klingt irgendwie fast so als würde es dich freuen?
Ist das dein einziges Argument ? Schon in deiner Fragestellung erkennt man doch dein Ressement..

Darum gehts mir zwar nicht aber ja klar, ich bin erfreut darüber dass Osteuropa künftig vernünftig geschützt wird, vor dieser roten Pest aus dem asiatischen Vorhof. Genug der Freude ?
 
Spätestens seit der "Machtübernahme" durch Putin war den Amis sonnenklar,
dass sie es mit einem abgehalfterten Entwicklungsland zu tun haben,
das per Zufall aus einer anderen (besseren?) Zeit noch Atomwaffen herumliegen hat.
Russland ist für die USA allenfalls lästig. Vielleicht in Teilen ein unberechenbarer Faktor, sollte es zum offenen Konflikt mit PRC kommen. Die Unterstützung der USA für (besonders den Osten) ist das, wie es in den Qualitätsmedien gesagt wird; eine Flanke. Aktuell schützen die USA noch diese Flanke, aber machen seit Jahren ziemlich klar, dass das unser Job sei.
 
Russland ist für die USA allenfalls lästig. Vielleicht in Teilen ein unberechenbarer Faktor, sollte es zum offenen Konflikt mit PRC kommen. Die Unterstützung der USA für (besonders den Osten) ist das, wie es in den Qualitätsmedien gesagt wird; eine Flanke. Aktuell schützen die USA noch diese Flanke, aber machen seit Jahren ziemlich klar, dass das unser Job sei.
Wenn Russland ruhig ist und keine Grenzen in Europa verschiebt sind sie vlt nur lästig. Bewegt sich Russland so dass es den Transaltantikpakt von innen erschüttert, ruft es die USA auf den Plan. Immer eine Frage der Umstände. Aber ich würde sagen dass allein vom Potential das Atomwaffenarsenals, die Russen für die USA, niemals einfach nur lästig waren, sondern stäts die mitgrößte Bedrohung ihrer nationalen Sicherheit und das Empfinden hat sich bis heute nicht iwie grundlegend verändert, sondern schlief höchstens für ne Zeit.
 
Herr Reisner, die lang erwartete Gegenoffensive läuft, ein entscheidender Erfolg ist den ukrainischen Truppen bislang nicht gelungen. Nun hat die Intensität der Kämpfe abgenommen. Was ist los?

Markus Reisner: Aus militärischer Sicht beobachten wir gerade eine sogenannte operative Pause. Im Augenblick ist die Intensität der Kämpfe relativ zum Erliegen gekommen. Es gibt zwar immer noch kleinere Scharmützel, auch Versuche beider Seiten, sich mit Artillerie oder Drohnen zu bekämpfen. Aber keine massiveren Vorstöße. Operative Pausen dienen der Neustrukturierung, der Umgruppierung der Kräfte und der Vorbereitung eines neuen Ansatzes.

Also sind weitere Vorstöße der Ukraine nur eine Frage der Zeit.

Die Ukraine versucht, sich jetzt neu aufzustellen. Es kommt hinter der Front zu massiven Truppenbewegungen, daran erkennt man es. Kräfte, die bislang im Raum zwischen Dnipro und Saporischschja untergebracht waren, sollen herangeführt werden für einen neuen Waffengang. Diese operative Pause wird zeitnah abgeschlossen sein – und dann wird die Ukraine einen Neuansatz versuchen. An denselben Stellen, möglicherweise auch an anderen. Nur eben noch forcierter.

Bis auf einige kleinere Ortschaften haben die russischen Truppen bislang kaum Gelände verloren. Worin liegt dieser Abwehrerfolg begründet?

Sie haben diesen Erfolg durch Einsatz aller ihrer Fähigkeiten erzielt, manches hätten viele Beobachter von den Russen gar nicht erwartet. Zum Beispiel der erfolgreiche Einsatz der russischen Luftwaffe, hier vor allem von Kampfhubschraubern, aber auch von Störern im elektromagnetischen Feld. Ferner haben sie auch dem Grundsatz der beweglichen Verteidigung folgend in den letzten Monaten kleinere Elemente zusammengestellt, etwa in Form von mit Panzerabwehrlenkwaffen ausgestatten Trupps in Kombination mit Artillerie. Das haben die Russen sehr intelligent gemacht.

Aber Verluste hat auch Russland erlitten.

Natürlich haben sie auch Verluste erlitten, genauso wie die Ukrainer. Die Russen versuchen jetzt ebenfalls, zusätzliche Reserven heranzuführen. Auch dies lässt sich sehr gut aufgrund der Bewegungen hinter der Front nachvollziehen. Durch die Sprengung des Kachowka-Staudamms ist der Südraum wegen der dadurch verursachten Überschwemmungen nicht nutzbar, sodass von dort Kräfte zur Unterstützung der Abwehr herangeführt werden können. Das kommt den Russen zurzeit zugute.

Also nutzt die russische Seite auch die momentane operative Pause.

So ist es. Sie ziehen auch zusätzlich Kräfte aus dem Raum Donezk in den Zentralraum heran, um sich dort besser aufzustellen. Wir sehen im Prinzip eine Neuausrichtung von Kräften und eine Neustrukturierung derselben in der mobilen Verteidigung, um besser abwehrfähig zu sein.

Die Entfernungen, die die zu verlegenden Truppen zurücklegen müssen, sind allerdings enorm.

Wir haben aus der Entfernung oft den Eindruck, alles in der Ukraine wäre klein und überschaubar. Machen Sie sich mal die Mühe und denken Sie den Frontabschnitt im Zentralraum nördlich von Melitopol und Mariupol in der ganzen Ausdehnung entsprechend nach Westeuropa hinein. Dann bekommt man ein Gefühl für die großen Entfernungen, und diese sind schwierig für beide Seiten.

Für die russische Seite als Verteidiger aber weniger.

Die Russen haben tatsächlich einen großen Vorteil – und zwar besitzen Sie bereits bestehende Verteidigungsanlagen in der Tiefe. Achtung, an dieser Stelle gibt es einen weitverbreiteten Irrtum: Wenn man sich Aufnahmen dieser Stellungen ansieht, finden sich Unterbrechungen. Diese entstehen durch das Gelände. Durch Ortschaften gibt es keine Panzergräben, weil die Ortschaft selbst schon eine behindernde Wirkung hat als solches. Andere Hindernisse sind natürlich, etwa Flüsse. Nach Ende dieser operativen Pause wird die ukrainische Seite beim nächsten Ansatz vermutlich auf diese ersten Verteidigungsstellungen treffen. Das ist die erste wirkliche große Herausforderung.

Nun herrschte im Westen noch vor Beginn der Offensive eine irrige Hoffnung, dass die russischen Linien schnell durchbrochen werden könnten.

Ich habe in der Vergangenheit immer wieder darauf gepocht: Wir dürfen die Russen nicht unterschätzen! Aus meiner Sicht bringt es überhaupt nichts, wenn wir die Russen permanent zu Clowns erklären. Ich sage es ganz klar: Das schadet den Ukrainern viel mehr, als es ihnen hilft. Denn dadurch ergibt sich ein falsches Bild. Und wenn wir die Ukraine effektiv unterstützen wollen, dann brauchen wir ein klares Verständnis ihrer Bedürfnisse.

Ebenso sollten wir uns keine Illusionen über die russische Armee machen.

Richtig. Die Russen haben sich monatelang eingegraben und nun verschiedene militärische Fähigkeiten zum Zusammenwirken zusammengebracht. Und das in einer Art und Weise, wie sie das vorher nicht getan haben. Ich verweise an dieser Stelle gerne auf das Royal United Service Institute aus Großbritannien, das mittlerweile vier lesenswerte Berichte herausgebracht hat. Die Russen sind sehr wohl in der Lage, sich anzupassen, so ließen sich die Erkenntnisse zusammenfassen. Wir weigern uns nur eben oft, die Dinge so zu sehen, wie sie tatsächlich sind.

Zunächst hat die russische Armee etwa beim Angriff auf Kiew oder bei der sogenannten Winteroffensive tatsächlich wenig effektiv agiert.

Die Russen haben schwere Fehler gemacht – und haben sich ziemlich verkalkuliert. Aber sie haben sich nun so gut aufgestellt, dass sie in der Lage waren, diese ersten Vorstöße der Ukraine abzuwehren. Das ist das Entscheidende. Auf russischer Seite hat sich dieser Erfolg in Hinsicht auf die Moral sicher positiv ausgewirkt. Auf den russischen Kanälen heißt es, dass man zusammensteht, sogar den berühmten Leopard-Panzer besiegt habe.

Während auf ukrainischer Seite Enttäuschung herrscht.

Bei den Ukrainern stellen Soldaten die ersten kritischen Fragen. Wäre es nicht besser umzugruppieren? Wäre es nicht besser, den Einsatzplan zu ändern? Und so weiter und so fort.

Nun wird im Westen mit Betroffenheit die Zerstörung westlicher Kampf- und Schützenpanzer, die der Ukraine geliefert wurden, zur Kenntnis genommen.

Es gibt eine seriöse Informationsquelle im Internet, das ist die Seite "Oryx". Da hat sich jemand die Mühe gemacht, wirklich jeden zerstörten Panzer auf russischer Seite zu zählen. Mehr als 2.000 Panzer haben die Russen demnach verloren, mit Videos und Bildern dokumentiert bis Anfang Juni 2023. Dieselbe Seite hat nun die ukrainischen Verluste untersucht – und dokumentiert, dass mindestens 16 Kampfschützenpanzer vom Typ Bradley verloren sind und zwischen vier bis sieben Leopard-Kampfpanzer.

Die russischen Minenfelder sind das große Problem.

Besonders dramatisch ist deswegen auch der Verlust des kostbaren Minenräumungsgeräts, das eine noch viel größere Rolle spielt als die Kampfpanzer. Die Ausfälle, die die Ukraine bislang erlitten hat, sind nicht ungewöhnlich. Sie hat sie aber bereits in der Gefechtsvorpostenlinie erlitten. Das ist das Ungewöhnliche. Ebenso wie sich die Gegenwehr der Russen entgegen allen Annahmen bis jetzt sehr synchronisiert und fähig dargestellt.

Der Ukraine fehlt es also an geeignetem Gerät, um die russischen Minenfelder und Panzergräben zu überwinden. Gibt es noch weiteren Mangel?

Es fehlt einfach eine Komponente, die für einen derartigen Angriff notwendig ist, und das ist die Domäne Luft. Zum Beispiel mitfliegende Kampfhubschrauber, die den Gegner beim Durchbruchsversuch in seinen Stellungen niederhalten. Wie die amerikanische A-10 oder auf der russischen Seite die SU 25 …

… sogenannte Erdkampfflugzeuge.

Ja. Der Ukraine fehlt einfach dieses Element. Im Gegensatz zum Irakkrieg von 1991 oder 2003, wo die Amerikaner die gegnerischen Stellungen auch durch die Luftüberlegenheit zunächst sturmreif schießen konnten, müssen die Ukrainer von vornherein jede russische Stellung physisch in Besitz nehmen. Zwar mit einer gewissen Artillerieunterstützung, aber ohne vorheriges Luftbombardement. Das macht die Offensive zu einer verlustreichen Sache.

Bleibt zu hoffen, dass die nächsten Vorstöße zum Durchbruch der russischen Linien führen werden.

Die Offensive könnte sich schnell festfressen, wenn ein solcher nicht in den ersten Tagen erreicht wird. So nennt man das bei uns. Mark A. Milley, der amerikanische Generalstabschef, hat das kürzlich gut auf den Punkt gebracht: Wenn die Ukraine nicht rasch an Raum gewinnt, kommt es zu einem Hin und Her. Ich würde sagen, wir befinden uns dann im historischen Vergleich möglicherweise im Jahr 1916, dem elenden Jahr der Offensiven.
Quelle: Wir dürfen die Russen nicht unterschätzen

Ein T-Online Interview mit Oberst Markus Reisner. Der ganz nüchtern klarmacht, dass noch harte Zeiten auf die Ukrainer zukommen.
 
8.59 Uhr: Er war Generalstabschef der 35. Armee, die vergangenes Jahr am Massaker in Butscha beteiligt war: Nun ist der russische Generalmajor Sergej Gorjatschew nach Informationen des britischen Geheimdienstes bei einem ukrainischen Angriff auf einen russischen Kommandoposten in der Südukraine getötet worden. Gorjatschew sei der erste russische General, der dieses Jahr ums Leben gekommen sei, teilte das Verteidigungsministerium in London in seinem täglichen Geheimdienst-Update mit. Zuvor hatten bereits russische Militärblogger über den Tod Gorjatschews berichtet.
Quelle: Russischer General offenbar bei Angriff getötet

Da hat es wohl den Richtigen erwischt.

Und

Moskau lobt Bonuszahlungen für zerstörte westliche Panzer aus

9.22 Uhr: Das russische Verteidigungsministerium hat eine Prämie für westliche Panzer ausgelobt. Wie das Ministerium mitteilte, würden die Boni auf Grundlage von Berichten russischer Feldkommandeure geleistet. Das Programm sei Teil eines Programms, in dem bereits 10.000 russische Soldaten belohnt worden seien. Demnach werde etwa ein gepanzertes Fahrzeug mit 50.000 Rubel (rund 540 Euro) belohnt, ein Panzer mit 100.000 Rubel.

Dabei bekommt es Russland schon so offenbar nicht hin, die Truppen im für die russische Staatskasse teuren Krieg so zu versorgen, dass sie sich ausreichend ausgestattet fühlen. Über Freiwilligennetzwerke bitten Soldaten immer wieder um Unterstützung. Ein weit verzweigtes Pro-Kriegs-Netzwerk sammelt in Russland.
Ob sie dadurch erfolgreicher sind bleibt fraglich.
 
Prämien steigern nicht die Fähigkeiten, sondern nur die Risikobereitschaft. Bislang war "die Truppe geht zu wenig Risiken ein" aber wohl das kleinste Problem der russischen Armee.
 
Die meisten ausgefallenen Fahrzeuge sind auf Minen gelaufen. Die Prämien wird sich klassisch russisch vermutlich irgendein Oberbefehlshaber selbst auszahlen.^^
 
Zuletzt bearbeitet:
Die meisten ausgefallenen Fahrzeuge sind auf Minen gelaufen. Die Prämien wir sich klassisch russisch vermutlich irgendein Oberbefehlshaber selbst auszahlen.^^
Wie man so hört gibt es in Sachen Sold und Prämien übhaupt keine Probleme. Auch der verhältnismäßig geringe Aufschrei von Müttern die ihren Sohn beklagen, könnte sich darauf annlehnen dass sie hoch entschädigt werden. Ist eben nicht mehr das Russland von 1999, Putin setzt anscheinend auch Geld ein um Teile der Bevölkerung ruhig zu stellen.
 
Hier mal ein Interview mit Nico Lange, einen Politikwissenschaftler, der fließend russisch und ukrainisch spricht und früher auch 7 Jahre lang Zeitsoldat war.

tagesschau.de: An der Front in der Ukraine ist Bewegung - man hört von kleineren ukrainischen Geländegewinnen und von ukrainischen Verlusten. Einen großen zentralen Vorstoß gibt es aber noch nicht. Ist das mittlerweile die Gegenoffensive?

Nico Lange: Ja, das ist die Gegenoffensive. Sie hat schon vor einiger Zeit begonnen. Sie ist nun auch sichtbar durch die Vorstöße mit Schützenpanzern und Kampfpanzern moderner westlicher Bauart, die unter anderem auch Deutschland geliefert hat.Diese Gegenoffensive muss aber nicht so ablaufen, wie wir uns das vielleicht vorstellen. Wenn wir ehrlich sind, haben wir gar keine Erfahrung damit.

tagesschau.de: Wie stellen sich denn die Kämpfe bislang dar, und was geschieht zurzeit?

Lange: Russland konnte seine Verteidigungsstellungen ausbauen - unter anderem auch, weil wir Schützenpanzer, Kampfpanzer, andere Dinge zu spät geliefert haben. Die Ukraine sieht sich daher etwa mit riesigen, sehr dichten Minenfeldern konfrontiert, sowie mit Verteidigungsstellungen mit Betonblöcken und anderen Schutzmaßnahmen der Russen.

Wenn man dagegen bei einer Offensive vorgehen will, muss man das mit Umsicht tun. Die Ukraine versucht es nachts mit Fahrzeugen, die Minen räumen können, vorneweg und Schützenpanzern und Kampfpanzern hinterher. Aber eben in kleineren Formationen und nicht, indem man, wie mancher das erwartet hat, "Hurra" schreit und an einem Ort mit allen Kräften auf die russischen Stellungen zustürmt.

Die Ukraine hat jetzt an mehrere Stellen, in den Gebieten Luhansk, Donezk und Saporischschja diese Angriffe ausgeführt, teilweise auch die erste Verteidigungslinie durchbrochen. Aber es ist noch ein weiter Weg und erfordert ein in dieser Phase erstmal langsames und vorsichtiges Vorgehen.Und ob es so etwas wie einen richtigen Hauptstoß geben wird, wo dann die Ukraine mit massiven Kräften angreift, das wissen wir zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht. Bisher sehen wir mehrere Achsen entlang der Frontlinie, auf denen die Ukraine angreift.

tagesschau.de: Wie fällt die russische Gegenwehr aus?

Lange: Leider macht sich der Terror gegen die Zivilbevölkerung für Russland bezahlt. Das ist das Hauptproblem in dieser Phase. Das ist ja auch in der Nacht zu heute wieder passiert, in Krywyj Rih.

Russland schießt mit Marschflugkörpern, mit Raketen, mit Drohnen auf zivile Ziele. Die Ukraine ist daher gezwungen, die Luftverteidigungssysteme zu nutzen, um die Menschen in den Städten zu schützen. Aber Russland fliegt an der Front Luftangriffe mit Hubschraubern, Flugzeugen, Drohnen gegen die vorrückenden ukrainischen Truppen. Und dort hat die Ukraine dann nicht genügend Ressourcen zur Luftverteidigung.

Wir werden sehen, wie die Russen sich verhalten, wenn die Ukraine es schafft, die Verteidigungslinien zu durchbrechen. Es kann sein, dass es jetzt zunächst erstmal langsam aussieht und dass dann plötzlich, wie im letzten Herbst, sehr große Bewegung in diesen Krieg kommt. Die Ukraine arbeitet darauf hin. Aber das kann man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.

tagesschau.de: Was bringen die westlichen Waffensysteme bislang? In russischen Medien werden Bilder von zerstörten Leopard-Panzern gefeiert. Wie ist das einzuschätzen?

Lange: Die westlichen Schützenpanzer und Kampfpanzer sind sehr gut. Sie bieten mehr Schutz als die Systeme, die die Ukraine vorher hatte. Und sie sorgen dafür, dass die Crews überleben. Dass es Verluste geben würde, war klar. Es hat niemand erwartet, dass man mit ein paar Panzern da durchfährt und dann den Krieg gewinnt.

Für Angriffsoperationen braucht man eine Überlegenheit von drei zu eins oder an besonders befestigten Stellungen auch von fünf zu eins - und zwar, weil man mit Verlusten rechnen muss.

Die Russen präsentieren nun immer wieder Bilder der gleichen Fahrzeuge aus unterschiedlichen Winkeln und tun so, als seien es sehr viele zerstörte Panzer. In Wahrheit sind es wenige. Wenn das in diesen Tagen der Gegenoperation bislang alle Verluste der Ukrainer sind, dann hält sich das sehr in Grenzen. Und daraus kann man eigentlich schließen, dass die Ukraine ganz gut vorankommt.

tagesschau.de: Wie beurteilen Sie denn die Erfolge der bisherigen ukrainischen Offensive?

Lange: Die Ukraine ist dazu gezwungen, anzugreifen, ohne eine Luftüberlegenheit hergestellt zu haben. Aber diese sehr ruhige Vorgehensweise der Ukraine, wo bisher nur wenige Kräfte für die Gegenoffensive aufgewendet werden, wo man nicht kommuniziert - das zeugt von einem hohen Selbstbewusstsein der Ukrainer. Ich habe das Gefühl, die Ukrainer trauen sich zu, die russischen Verteidigungslinien zu durchbrechen. Und sie haben dafür einen Plan, den sie jetzt ruhig abarbeiten.

Die Front verläuft in Form eines Halbkreises - und die Ukraine hat die Vorteile der sogenannten inneren Linien. Das heißt, sie hat die kürzeren Wege und könnte, wenn an einer Stelle die Front durchbrochen wird, darauf relativ schnell reagieren und mehr Kräfte dahin bringen. Für Russland wäre das schwerer, weil Russland auf den äußeren Linien immer größere Wege zurücklegen muss.

Natürlich kann es aber auch sein, dass die Ukraine zurzeit auf Täuschungsmanöver setzt oder auf Manöver, um russische Kräfte zu binden. Es ist gut und richtig, dass wir das nicht wissen.

Meine erste vorsichtige Bewertung ist, dass die Ukrainer an vielen Stellen vorankommen, dass aber die entscheidende Prüfung noch aussteht: ob man die Hauptverteidigungslinie durchbrechen kann. Ich bin nach dem Verlauf der Dinge und mit Blick auf die bisher eingesetzten Ressourcen optimistisch, dass sie das schaffen werden. Wo das genau sein wird und wann das passiert, darüber möchte ich aber nicht spekulieren.

tagesschau.de: Sie sagen, dass bislang erst wenige Kräfte der Ukrainer zum Einsatz kamen. Können Sie das genauer darstellen?

Lange: Die Ukraine hat neun Brigaden mit Schützen- und Kampfpanzern westlicher Bauart, zwei weitere mit sowjetischer Bauart. Das sind ja erhebliche Kräfte. Bisher sind aber erst ein Viertel der gut ausgebildeten und ausgerüsteten Kräfte der Ukraine zum Einsatz gebracht worden. Es ist gut, dass die Ukraine sich noch die Kraft bewahrt, für den Fall, dass ein Durchbruch erreicht wird. Denn erst dann kann sie ja anfangen, die Gebiete wirklich zu befreien.

Die russische Seite hat dagegen schon jetzt sehr viele ihrer Reserven an die Frontlinie gebracht, auch aus dem durch den Bruch des Damms überfluteten Gebiet. Das war ja wohl auch die Idee der Russen: die Gegend zu fluten, um die Kräfte dort abziehen und dann die Front im Süden stärken zu können.

All das heißt, wenn es wirklich gelingt, so einen Durchbruch zu erreichen, dann wird Russland dem nicht mehr viel entgegenzusetzen haben.
Quelle: "Die Ukrainer kommen gut voran"

Ich hoffe das er mit seiner Einschätzung Recht hat.
Aber was den Ukrainern auf jeden Fall fehlt ist ein schlagkräftige Luftwaffe. Kampfhubschrauber und Jets.
 
Wie man so hört gibt es in Sachen Sold und Prämien übhaupt keine Probleme. Auch der verhältnismäßig geringe Aufschrei von Müttern die ihren Sohn beklagen, könnte sich darauf annlehnen dass sie hoch entschädigt werden. Ist eben nicht mehr das Russland von 1999, Putin setzt anscheinend auch Geld ein um Teile der Bevölkerung ruhig zu stellen.
Da gab es aber schon ein paar Berichte, wo sich Russen über ausbleibenden Sold/Prämien beschwert haben und nie war es gefährlicher für einen Aufschrei innerhalb Russlands. :ka:
 
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