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Und wo steht explizt dass der ukrainische Kulturminister die Verbannung russischer Kultur fordert ? Das einzige was hier ersichtlich ist, ist dass Kultur seines Landes sich nicht auf der selben Bühne zeigen will in der auch die russische vertreten ist, aus mehr als nur nachvollziebarem Protest, aber mehr auch nicht.
Ich weiß nicht, ob das eine brauchbare Quelle gibt, aber zur Verdrängung russischer Kultur durch Ukrainer gibt es ohne Ende andere. Einschließlich Forderungen an den Rest Europas, mit zu machen.
Straßennamen, Statuen, Schreibweisen: Die Ukraine verordnet ihren Bürger*innen eine neue, antirussische Identität. Viele gehen sogar noch weiter.
taz.de
Das ukrainische Parlament hat die Musik von Künstlern mit russischer Staatsbürgerschaft in der Öffentlichkeit verboten. Die Oberste Rada stimmte am 19. Juni mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit für den Gesetzentwurf.
www.swr.de
Der ukrainische Kulturminister fordert von Europa, Werke des russischen Komponisten Tschaikowsky zu boykottieren. Das Gegenteil zu tun, wäre schlauer.
taz.de
Dieser extrem ausgeprägte ukrainische Nationalismus wird uns sicherlich noch Ärger bereiten, wenn über alle anderen Folgen von Putins Handeln Gras gewachsen ist.
Ist es wirklich so, dass du sobald du Russe bist den Staat Russland automatisch repräsentierst?
Die Gute ist eine Künstlerin, zeigt keine Flaggen und winkt nicht mit Z-bestickten Taschentuch. Und ganz nebenbei, die russischen Künstler verdienen damit ihren Lebensunterhalt und dieses Business ist weit von Popstars Gagen entfernt. Wenn sie Glück hat, kann sie die Klasse noch ein paar Jahre halten, aber danach ist die Bühne vorbei.
Die "Gute" hat in der Vergangenheit für Putin Werbung gemacht, die "Gute" scheint ihren Lebensmittelpunkt trotz Wohnsitzen in Wien und New York weiterhin in Russland zu haben (zumindest wurde sie vor zwei Jahren in Moskau wegen Covid behandelt) und vor allem hat "die Gute" sich letztes Jahr über Monate geweigert, den Krieg gegen die Ukraine öffentlich zu verurteilen. Darüber hat sie sogar mehrere hochrangige Engagements platzen lassen, die deiner Aussage nach ja so wichtig für sie sein mussen - Putin nicht schlecht dastehen zu lassen, war ihr aber offensichtlich noch wichtiger.
Also nö, man sollte Künstler nicht automatisch verurteilen, nur weil sie aus Russland sind. Das machen z.B. die Veranstalter in Wiesbaden auch nicht. Die wollten, als Ersatz für die absagenden Ukrainer, Pussy Riot engagieren - die dann aber ebenfalls wegen Netrebko nein gesagt haben. Wenn eine Russin von Russinnen boykotiert wird, dann liegt das vermutlich nicht daran, dass die allgemein was gegen Russen haben. Sondern es liegt konkret an dieser einen Position und ihren politischen Positionen.
Ich bin auch kein Fan von canceling, aber man muss andern Künstlern zugestehen, dass sie sich das Umfeld ihres Wirkens aussuchen, einschließlich politischer Aspekte. Wir würden auch keine Neo-Nazi-Band zum Tag der deutschen Einheit spielen lassen, und wenn sie noch so unverfängliche Texte für den Anlass auswählen und noch so musikalisch talentiert sind.
Ich mag ja Kasparow und teile oft seine Meinung aber die Krim wird Russland wohl nicht mehr hergeben. Dafür müßte die Ukraine deutlich mehr Offensivkraft besitzen.
Kasparow sagt nicht, dass das zeitnah eintreten wird. Er sagt, dass es nötig ist.
Und da muss ich ihm zustimmen (bzw. hab das selbst schon oft genug proklamiert): Solange das militärische Verhältnis von Russland und Ukraine nicht derart ausgestaltet ist, dass die Ukraine die Krim zurückerobern könnte, solange ist die Ukraine sowieso nicht vor Russland sicher und solange macht es auch keinen Sinn, zu verhandeln.
Viel erwarte ich von China nicht.
Ich erwarte gar nichts. Das China kein originäres Interesse hat, auf Frieden hinzuwirken (der Rest von B(R)ICs übrigens auch nicht) ist in den vergangenen 12 Monaten deutlich geworden und es gibt keinen akuten Grund, warum sich das ändern sollte. Wenn dann reagieren sie also nur auf westlichen Druck und da werden sie sich nur genau so viel Mühe geben, wie der Westen eben drückt. Und das ist sehr, sehr wenig.
Auf der anderen Seite, finde ich es noch schlimmer, wenn Frauen durch brutale Gewalt verletzt oder getötet werden. Als bei Männern. Aber vielleicht liegt das auch an meinem Frauenbild? Keine Ahnung. Ich entwickle immer einen besonderen Beschützerinstinkt wenn es um Frauen und Kinder geht.
Klingt nach verinnerlichten, alten, wortwörtlich mittelalterlichen Rollenklischees, ja.
In der Ukraine dagegen dürfte, wie allgemein im Ostblock, das Selbstverständnis als "Mensch" statt "Frau" oder "Mann" außerhalb des rein sexuellen weit verbreitet sein und warum sollte eine Frau nicht die Waffe in die Hand nehmen, um ihre Heimat zu verteidigen? Wenn der Lebenspartner von russischen Soldaten zu tode gefoltert wurde, wenn das eigene Kind von einer russischen Rakete zerfezt wurde, ein russischer Panzer durch das Haus der eigenen Eltern gerollt ist, dann ist "bloß nicht gegen Russland kämpfen, weil ich bin ja Menstruierende" nicht unbedingt der erste Gedanke.
Ich würde von ukrainischen Frauen somit den gleichen Kampfeswillen erwarten, wie von ukrainischen Männern (von denen sich erstaunlich wenige der Einberufung zu entziehen scheinen). Ob man sich überhaupt für ein Land zu Klump schließen lässt oder lieber versucht, das Beste für sich selbst rauszuschlagen (wofür die Bedingungen in der Ukraine sicherlich nicht optimal sind), hängt nicht vom Geschlecht ab. Das überhaupt überproportional mehr Frauen das Land verlassen haben, dürfte an Sorgen um anderen liegen:
48% reisen mit Kindern ein. Die will man naturgemäß nicht alleine wegschicken und Väter dürfen ihre Kinder nicht begleiten, also fliehen die Mütter mit ihnen und Frauen stehen in geringerer Zahl für Kampfhandlungen zur Verfügung. Umgekehrt haben sie mangels Wehrpflicht natürlich auch weniger Vorerfahrung und allgemein sind starke Menschen für die Armee interessanter, aber kämpfen WOLLEN tun Ukrainerinnen genauso wie Ukrainer.
Evolution.
Sieht man woanders auch. Gibt es wenig zu futtern, bekommen Räuber weniger Nachwuchs.
Das sind Dinge, die man nicht beeinflussen kann, aber ich kenne keine Statistik.
Um es kurz zu machen, da hier meilenweit Offtopic:
Nein, für die Bestimmung des Geschlechterverhältnisses gibt es afaik bei
Homo sapiens keine biologischen Mechanismen. Würde evolutionsbiologisch nicht wahnsinnig viel Sinn machen; dafür ist der Zeitraum in dem männliche Nachkommen dank Frauenüberschuss ein erhöhtes Fortpflanzungspotential hätten, einfach zu kurz.
Tatsächlich hat Deutschland auch bis heute kein ausgegliches Geschlechterverhältnis, sondern rund eine Million Frauen "zu viel" (Kann man zu viele Frauen haben? Sorry-der-musste-raus

) obwohl wir seit den 50ern sehr viele überwiegend männliche Zuwanderungswellen hatten.
Was es aber z.T. geben mag, sind soziologische Prozesse: Wenn die Mehrheit der Eltern sich einen Sohn wünscht, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie nach der Geburt einer Tochter noch ein zweites Kind zeugen (dass dann ein Sohn sein könnte) viel größer, als sie umgekehrt nach der Geburt eines Sohnes möglicherweise noch eine Tochter bekommen.
[/Offtopic]