Weil, hätte man mit gar keinen Widerstand gerechnet wären es keine 18h.
Selbst wenn man die Marschgeschwindigkeit, vollständig mechanisierter Kräfte, mit maximal 60km/h festlegen würde, wären es beim Marsch über die befestigten Straßen, von der Weißrussischen Grenze in das 105km entfernte Kiew, im schlimmsten Fall, ohne jegliche Gegenwehr, 2h bis 6h gewesen.
Guck dir an, was für Hauptverkehrsachsen nicht durch diese Gebiete gehen und welche Massen an LKW Russland losgeschickt hast. 60 km/h? Auch ohne Gegenwehr wäre das die gleiche Situation gewesen, wie wenn du in Deutschland ein dreispurige Autobahn sperrst und alles auf eine Landstraße umleitest. Mit dem Unterschied, dass es hier nicht um 1-2 Abfahrten ging, sondern um ettliche 100 km, dass es keine ausreichende Ausschilderung, Karten oder gar automatische Navi-Empfehlungen gab und dass für ein Teil der mitfahrenden Kampffahrzeuge afaik zwischendurch noch Nachtankmöglichkeiten hätten eingerichtet werden müssen, das man in der Mehrheit der Vehikel besser nicht >4 h ohne Fahrerwechsel oder besser Pause, ggf. einschließlich einmal Nahrungsbereitung im Laufe des Tages, fährt,...
Vor allem aber war die Planung nicht "18 h von Grenze bis Kiew". Die Planung war "Ein Truppenteil, der tief hinten in der Kolonne irgendwann nach einem Großteil der anderen in den Stützpunkten in Russland aufbricht, dann Stunden nach Kriegsbeginn die Grenze überquert, der soll nach 18 h in Kiew angekommen sein."
Und wie ich das Militär kenne, heißt "angekommen" nicht "Stadtgrenze passiert", sondern "Meldung gemacht" mitten in einer Stadt, in der gerade 100000 Soldaten angekommen sind und ein Plätzchen suchen. Von den ersten Truppen, die tatsächlich auch Angriffe abwehren und sich dazu auch durch Gelände bewegen sollten, waren dagegen wohl eher eine Ankunft in Kiew 10 h nach Kriegsbeginn erwartet worden.
Mag natürlich sein, dass die russische Armee schlichtweg das Vorankommen genauso naiv geplant hat, wie vieles andere und bei dem 18-h-Konvoiteil doch ein paar Schwarmützel mit drin waren, aber in meinen Augen ist das ein plausibler Zeiteinsatz für einen Militärtransport diesen Ausmaßes, durch ein zwar prinzipiell gesichertes, aber noch nicht militärisch verwaltetes Hinterland rollt.
Um nochmal darauf zurück zu kommen, nicht nur putin würde sich für unsere technik interessieren, wir interessieren und anscheinend auch für die russische...
Die russische Armee lässt viele zerstörte Panzer auf dem Schlachtfeld in der Ukraine zurück. Westliche Geheimdienste wie der BND interessieren sich dafür.
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Natürlich interessiert man sich dafür, was der Feind denn nun GENAU einsetzt. Und dass man sich ein paar Exemplare unter den Nagel reißt und untersucht ist da fast noch der kleinste Aspekt. Glaubst du ernsthaft, wir schicken diverse relativ neuen High-Tech-Geräte in sehr geringen Stückzahlen in die Ukraine, um eine Kriegsentscheidene Wirkung zu bringen?
Das sind nichts weiter als Testeinsätze unter sehr realen Bedingungen, mit denen man die seit Jahrzehnten fast nur simulierten Fähigkeiten praktisch überprüft. Aus genau dem gleichen Grund stattet die USA ja auch Israel gerne mit dem neuesten Scheiß statt z.B. etwas größeren Lieferungen etwas älterer Technik aus. Wenn man sich sicher ist, dass es nicht in falsche Hände gehört und wenn der Feind über eine einigermaßen schlechte Aufklärung verfügt, also nicht zu viel über die eigenen Fähigkeiten erfährt, ist so ein kleiner Krieg gegen moderne Gegner wunderbar für Militärkonzerne. Abgesehen von Jugoslawien gab es sonst seit mindestens dem Golfkrieg ja nur noch Geplänkel gegen Terroristen, aber keine echten Stellvertreterkriege mehr.
Das bis jetzt Transnistrien überhaupt abgeschnitten (vom großen Bruder) überlebt hat, liegt ausschließlich am Völkerrecht und das sich die Ukraine nicht im Vergleich genauso schuldig machen will, einen eigenständigen Staat/Gebiet zu überfallen, was nach Völkerrecht und EU Recht eben ein NO-GO ist.
Die russischen Truppen in Transnistrien sind nicht ohne und dort seit Jahrzehnten eingegraben. Die Ukraine wäre zwar sicherlich gerne diesen Unsicherheitsfaktor im eigenen Rücken los, aber die dadurch gebundenen Kräfte und die, ohne eine verdammt große Übermacht abzustellen hohen, Verluste wären eine ernsthafte der Schwächung der ukrainische Verteidigung.
Hat eigentlich mal zwischenzeitlich jemand gehört, wie Transnistrien abseits des militärischen derzeit zivil am Leben hält? Ich hatte die Frage vor im Frühsommer schon mal gestellt, aber solange Russand die Schlangeninsel hielt, waren zumindest noch Flugverbindungen aus Südost denkbar. Aber das ist lange her und Transnistrien wurde eigentlich seit langem durch die Ukraine aus Russland mit Energie, Nahrungsmitteln, etc. versorgt.
eine Zange aus Nord und Ost oder gar aus allen Himmelsrichtungen wäre ein denkbares Szenario, mal das Wie jetzt aussen vor.
Das "Wie" kann aber nicht außen vorlassen. Sonst wird auch ein Angriff aus Südwesten mittels Einhörnern zum "denkbaren Szenario", wenn man Unmöglichkeiten nicht als Gegenargument zählen lässt. Fakt ist: Lukaschenko brennt die Hütte, die Weißrussen, dem vernehmen nach einschließlich größerer Teile des Militärs wollen nicht in diesen Krieg und die Ukraine hat sich schon lange auf Angriffe aus dieser Richtung vorbereitet, die rein geographisch ohnehin nicht einfach wären. Umgekehrt ist Weißrussland für Russlands Verteidigungspläne gegen die NATO ein wichtiger Frühwarnfaktor und für die Versorgung Kaliningrads unverzichtbar.
Längere Zeit habe ich trotzdem in Betracht gezogen, dass Putin als Verzweiflungsschritt diesen Pfand opfern könnte, aber die Gesetzesänderungen im Herbst haben den Weg für einen anderen, wesentlich durchdachteren Plan freigemacht: Die russische Armee darf jetzt auch nicht-russische Wehrpflichtige und andere nicht-Freiwillige einsetzen. Da sich die Rekrutierungserfolge in der Ukraine sehr in Grenzen halten und seit dem Sommer an gemischten russisch-weißrussischen Verbänden gearbeitet wird, ist es nur eine Frage der Zeit, bis die zur Verstärkung der bestehenden Fronten herangezogen werden.
Was tuen wir zB dann wenn Putin die Generalmobilmachung ausruft ?
Uns entspannt zurücklehnen. In Anbetracht der Massenflucht russischer Männer vor der Winzigen-Teil-Mobilmachung sowie der seitdem massiv abgekühlten Beziehungen zu China ist davon auszugehen, dass das Regime Putin eine Verhängung des generellen Kriegszustandes derzeit nicht überstehen würde. Umgekehrt wäre sie für die Ukraine reichlich egal: Man kann man mit eilig eingezogenen Zivilisten eine anrückende Armee auf Heimatgelände bremsen, mit viel Glück sogar stoppen. Ähnliches haben die Ukrainer gemacht. Aber es braucht Monate Kampferfahrung, um auch nur halbwegs brauchbare Angriffskämpfer daraus zu machen - wenn man gute Ausrüstung und Trainings-Möglihckeiten und erfahrene Offiziere hat, die vorangehen. Auch das hat die Ukraine bewiesen, langsam, peu a peu. Was passiert, wenn man Zwangsrekruten mit schlechem Equipment an die Front wirft, hat dagegen Wagner gezeigt: Man erfährt, wo gegnerische Artillerie steht. Aber dafür könnte man auch Radar nehmen, wenn man nicht gerade akuten Hackfleischmangel hat.
Für Überraschungsangriffe braucht man gut ausgebildete Spezialkräfte (bekanntermaßen ist z.B. die Bundeswehr für eine schnelle Eingreiftruppe nicht wirklich gut genug

) und die hat Russland längst in weiten Teilen verschlissen oder aktuell im Front Einsatz. Plötzliche Überraschungen wären nur noch möglich, wenn Putin die gesamte restliche Grenzsicherung gegenüber der NATO abbläst. Aber das wird er als Paranoiker nicht machen. Seine anderen Möglichkeiten sind, vor allem (kriegs)wirtschaftlich zwar beachtlich und könnten den Krieg noch sehr lange hinauszögern, haben aber Vorlaufzeiten von einem bis mehreren Quartalen. Da bleibt z.B. für die USA genug Zeit, um die Ukraine vorzubereiten und vielleicht sogar genug für Scholz, um eine nutzlose Floskel abzulassen.
Das glaube ich erst wenn es soweit ist, F-15 für die Ukraine?! Eher nicht!
Klingt der jetzigen Situation tatsächlich merkwürdig. Aber andererseits: Gut gebrauchte F-15 an die USA übergeben? Das wäre nun wirklich sprichwörtliches Eulen nach Athen tragen. Möglicherweise bereitet man hier Handlungsmöglichkeiten vor, die in der aktuellen Lage noch niemand ziehen will, die aber im Zweifelsfall griffbereit sein sollen. Im harmlosesten Fall z.B. zur Aufrüstung der Ukraine nach einem Waffenstillstand, denn dann müsste die möglichst schnell so fit gemacht werden, dass sich weitere Angriffspläne auf russischer Seite erübrigen. F-15 mit 10 Jahren Restlebenserwartung passen jedenfalls besser in die Ukraine als irgendwo anders hin.