5% der Wagen eines Typs mit leicht erhöhter Ladekapazität können nicht ordnungsgemäß repariert werden und deswegen droht der Kollaps?
Klingt leicht aufgebauscht, die Meldung.
Es hat auch niemand selbiges als Argument gebracht, das Russland (nur) deshalb diesen Krieg gegen die Ukraine begonnen hat und trotzdem warst du der Meinung ein selbiges vermeindlich "widerlegen" zu müssen?
Was soll diese in den Mund gelegte Unterscheidung zwischen "nur" oder "auch" bei einem "immer eine schlechte Idee"?
Gestern Abend haben sie in den Nachrichten oder bei "Anne Will" (ich weiß es nicht mehr genau) gesagt, dass bereits 30% der ukrainischen Infrastruktur zerstört sind. Ich hoffe dass das nicht viel mehr wird. Sonst bekommen sie ein ernsthaftes Problem. Gerade jetzt vor den kommenden Winter.
Der Winter wird definitiv hart. Aber bei Prozentzahlen dreimal nachfragen, wie belastbar sie sind und was sie überhaupt aussagen. 30% Zerstörung wäre extrem viel; für Deutschland 45 gibt es Schätzungen von 5% Zerstörung. Befristet könnten "30% außer Funktion" für einzelne Teilbereiche gelten. Wenn 2-3 man Umspannwerke trifft, können halt 30% eines Stromnetzes ausfallen. Aber man muss dann nicht 30% des Netzes neubauen, sondern im erstmal nur den Verbrauch um 30% drosseln, ehe man auf niedrigerem Niveau wenige Stunden später ein Provisorium hat und später braucht man halt ggf. einen neuen Trafosatz.
Yo, mei, was soll ich dazu sagen...?
Anhang anzeigen 1405193
Artikel:
https://www.focus.de/politik/auslan...rum-von-kiew-luftalarm-aktiv_id_52139887.html
Die Verluste im russischen Hinterland könnten demnächst jede von der Front übersteigen...
Ah, dass muss diese Einigkeit ohne Reibereien in Russland sein, von der Hoffgang erzählt hat

.
Wer glaubt, Putin wolle nicht verhandeln: Welche Optionen hat er denn noch?
Die Frage ist nicht, welche anderen Optionen er hat, sondern ob er überhaupt die Option "Verhandlungen" sieht. Denn mal ganz ehrlich:
Was kann Putin in einen Kompromiss einbringen, was er nicht schon von 2014 bis 2021 geboten hat?
Nichts. Da er intern sowas wie einen "Sieg" braucht, sogar weniger als damals. Aber das war nachweislich schon zu wenig, um für die Ukraine ein Abschluss darzustellen.
Es gibt halt nur zwei Wege, wie sich die Ukraine sicher vor Russland fühlen kann:
- Sie ist militärisch klar überlegen und wirft die russische Armee raus. Dann stellt sich die Frage nicht mehr (dauert aber halt noch einige Zeit).
- Putin verschwindet (ob freiwillig oder durch jemand anderen ist egal), dann könnte man mit einem Nachfolger neues Vertrauen aushandeln. Aber das ist keine Option für Putin selbst.
Der kann nur Verhandlungswillen vortäuschen, um Zeit zu gewinnen. Aber er hat keine Grundlage, auf deren Basis er tatsächlich welche führen könnte.
Denkst du das man irgendeiner Partei in diesem Konflikt die nuklearen Möglichkeiten demonstrieren muß?
Ich denke das nicht .
Rein technisch sehen das wenige Menschen ein. Aber unter den wenigen sind viele Militärs, die seit Jahrzehnten darauf beharren, immer wieder etwas vorzuführen, von dem eh jeder weiß, dass sie es können und das im Vergleich zu ICBMs sowieso keine große Abschreckungswirkung mehr hat. Positiver Nebeneffekt ist zwar, dass die regelmäßig erneuerten Soldaten eben auch mal so etwas üben, aber grundsätzlich würde ich dir zustimmen: Solche Übungen sind auf beiden Seiten eigentlich überflüssig oder vielleicht ein einmal-im-Jahrzehnt-Fall.
Aber:
Bislang sind sie eben auf beiden Seiten üblich. Jetzt wegen Befindlichkeiten der Gegenseite darauf zu verzichten, wäre auf beiden Seiten ein Signal von Schwäche. Und für solche Signale ist gerade ein ganz schlechter Zeitpunkt. Denn wer schwach ist, wird in Putins Vorstellung von Europa erobert.
Abgesehen davon sehe ich keinen Grund anzunehmen, warum die Russen als erste Atomwaffen einsetzten sollten.
Einen logischen Grund dafür gibt es auch nicht. Es gibt nur null Szenarien dafür, dass Russland sowas als zweiter macht, denn es gibt niemand, der sonst einen Grund hätte, überhaupt Atomwaffen einzusetzen oder der sowas angesprochen hat. Nur Putin droht als einziger regelmäßig damit, also muss man leider annehmen, dass er irgend einen Grund dafür sieht.
Sonst steht man wieder mit heruntergelassener Hose da, wie im Frühjahr. Da hat auch niemand einen realistischen Grund zu der Annahme gehabt, dass sich Russland international jegliche Zukunft verbauen könnte, nur um ein paar zehntausend Landsleute in der Ukraine zu opfern. Aber Putin brauchte keinen Grund, der hats einfach gemacht, wie angedroht. Jetzt droht er mit Atomwaffen, hat auch keinen Grund und macht ... was? Besser man ist auf alles vorbereitet.
Das Problem für beide ist, der Konflikt droht sich fest zu fahren.
Wir hatten die letzten Monate große Geländegewinde auf ukrainischer Seite und auf russischer haben wir jetzt die Eskalation zum totalen Krieg gegen die Zivilbevölkerung. Das ist nicht schön, aber durchaus dynamisch. Hinzu kommen die sich stetig wandelnde Arsenal auf beiden Seiten. Ein festgefahrener Konflikt ist da so schnell nicht zu befürchten. Nur diplomatisch steht halt alles, weil Putin.
Relativ zu Flugzeugen oder Kampfjets.
Wie groß Langstrecken- Raketen sind weiß ich nicht.
Letztere sind etwas länger, aber (nach Abwurf der teils fetten Booster) schmaler. Aber man braucht keine Relation zu ziehen, die Anforderungen sind komplett anders: Raketen fliegen hoch und schnell. Sind also zuverlässig zu orten, aber schwer zu treffen. Die Drohnen fliegen tief und langsam. Videos zeigen Polizisten, die sich mit Handfeuerwaffen daran versuchen; ein Gepard würde Geschnetzeltes draus machen. Aber eben erst wenn sie in Sichtweite sind und mit der ist es bei der Flughöhe nicht weit her. Die Ukraine bräuchte also extrem viele geeignete Systeme zur Verteidigung und seit dem zweiten Weltkrieg hat niemand mehr Flak in einem Umfange produziert, der lückenlose Stellungsriegel mit wenigen Kilometer Abstand überall im Land erlauben würde.
Glück im Unglück: Wie schon vor einigen Tagen von mir dargelegt gibt es keinen Grund anzunehmen, dass der Iran hunderte von den Teilen pro Woche produzieren könnte. Weder von den Kapazitäten her, noch vom Zugriff auf geeignete Steuerungstechnik. Russland kann die Schlagzahl also nur solange halten, wie das vom Iran aus eigenen Beständen freigegebene Kontingent reicht und im Moment ist der Iran in keiner Situation, in der er seine Waffenreservern verbrauchen kann.
Wenn das Glonass eingebaut wurde, scheint es das die Russen die Dinger selber produzieren.
"Selber umbauen", bestenfalls. Allerdings wurde denen auch schon bislang Satellitennavigation nachgesagt und der Iran wird garantiert kein GPS oder Galileo nutzen. Allenfalls Baidu käme in Frage, aber zum Einen verarbeiten mittlerweile ohnehin fast alle kommerziellen Navigationsgeräte mindestens 2-3 Standards und zum Anderen ist Russland definitiv ein engerer Partner als China.
Beziehen muss man die Technik trotzdem von letzteren, denn afaik hat Russland keine Halbleiterwerke, die miniaturisierte Navigationssysteme ausspucken. Es gibt also nur so viele Drohnen, wie man Teile auf Lager hat, oder wie Jinping Teile in den Iran liefert.
Was ich nicht so richtig verstehe sind diese ganzen Spekulationen im Bereich Drohnen Abwehr, bezogen jetzt hier auf die russischen/iranischen Kamikazedrohnen, mit Laser, Abwehrdrohnen und anderem Pipapo, soweit ich das mitbekommen habe kann das eine Skyranger sehr gut und wird damit extra beworben. Die kann man auch auf jeden LKW montieren. Ich glaube man sollte erstmal bei den "normalen" Systemen bleiben und nicht in Sifi abdriften.
Das Problem ist einfach die Masse an Abwehrsystemen. Der ganze, große, (teil-)automatisierte militärische Kram kommt natürlich gut mit einem 200-km/h-Ziel zurecht, dass in etwas die Manövrierfähigkeit einer V-1 hat. Aber sowas wurde die letzten Jahrzehnte nur für die Punktverteidigung militärisch wichtiger Objekte gebaut. Nicht nur hinsichtlich der System-Stückzahlen, sondern auch in Bezug auf Munition. (Ausnahme: Israel. Aber die Zahl ziviler Ziele, die die zu verteidigen haben, ist auch winzig.)
Die Ukraine braucht jetzt auf einmal genug Systeme, um ein gesamtes Land gegen viele Dutzend Angriffe täglich zu schützen, möglicherweise über längere Zeiträume. Die Ziele sind aber so simpel, dass man sich jetzt auch Systeme anguckt, die eher zur Abwehr von Hobby- und kommerziellen Drohnen an z.B. Flugplätzen konstruiert wurden.
(Was Laser dabei sollen, verstehe ich auch nicht. Die blenden normalerweise nur die Kameras, was einer Shahed 136 egal sein wird. Vielleicht will man sie aufheizen, damit Stinger eine bessere Chance haben

.)
Auch jeder Gepard oder jede Shilka müsste nach all meinem Wissen die Dinger mit Leichtigkeit runterschießen, weil sie eben ein gutes Radarecho liefern.
Bist du dir bei letzterem sicher? Ich kenne die Radarfähigkeiten dieser Systeme oder gar von AWACS nicht, aber im allgemeinen gelten Ultraleichts eher als schwer erkennbar. Zivil arbeitet man halt mit Transpondern oder Reflektoren oder hält sich weit, weit weg von normalem Flugverkehr. Hier hängt im Prinzip ein kleiner Boxermotor in der Luft. Dank der Luftkühlung sollte der zwar ein für seine Größe gigantisches Echo haben, aber absolut bleibt er klein und bei 50-100 m Flughöhe müsste man ihn nicht selten z.B. durch Wälder (bzw. für AWACS: Vor Wäldern als Hintergrund) orten.