Das weiß ich ja.
Dennoch schiesst eine Haubitze deutlich weiter. Und ist meiner Meinung nach deswegen nicht weniger gefährlich.
Ich finde es schwierig zu sagen :" Haubitze da drücken wir mal ein Auge und zu und Kampfpanzer gehen gar nicht!"
Ich finde die sollten auch Kampfpanzer liefern.
Ich hab ja schon im Militärthread die Ansicht vertreten, dass motorisierte Artillerie (bevorzugt auf Rädern, aber Kette geht auch) in Zeiten der Drohnenaufklärung die wichtigere Waffenart ist.
Bei der derzeitigen politischen Unterscheidung scheint es mir aber um was anderes zu gehen: Kampfpanzer besetzen feindliche Gebiet. Kampfpanzer feuern sichtbar auf feindliche Soldaten und im Worst Case sogar auf gegnerische Zivilisten. Kampfpanzer kommen mit Kampfspuren zurück oder stehen brennend an der Front. Kurz: Kampfpanzer produzieren schlechte Publicity.
Artillerie dagegen steht irgendwo im Wäldchen rum und irgendwo anders fallen dann nicht visuell zordbare Granaten vom Himmel. Das lässt sich medial doch viel besser verkaufen bzw. das kann umgekehrt ein Gegner nicht medial für "die greifen uns an!" ausschlachten.
Die Frage ist jetzt,
wie weit kann die Unterstützung gehen, ohne das der Putin jetzt völlig durchdreht.
Nö. Die Frage ist erstmal:
Würde keine Unterstützung dafür sorgen, dass er nicht durchdreht?
Und die Antwort darauf ist offentsichtlich "nein", denn acht Jahre nicht-Unterstützung haben ja eben dazu geführt, dass Putin einen heißen Krieg vom Zaun gebrochen hat.
Feststellung daher: Putin dreht sowieso durch, wenn er will.
Als Folgefragen ergeben sich:
- Wie können wir Schäden begrenzen oder verlagern, für den Fall dass er durchdreht?
- Wie können wir den Zeitraum, in dem er durchdrehen könnte, möglichst weit verkleinern?
Die beste Antwort auf beide Fragen lautet bislang: Unterstützung. Noch vor 8 Monaten hat Putin einen Rückzug von NATO-Truppen aus ganz Osteuropa bis mindestens an die Oder-Neiße-Linie gefordert und mit Atomwaffen gegen westeuropäische Staaten gedroht. Heute fordert er nur noch die Herausgabe von vier ukrainische Provinzen und droht den Ukrainern mit Atomwaffen. Das ist immer noch nicht legitim und es ist definitiv nicht akzeptabel. Aber es ist ein Fortschritt in die richtige Richtung.
Zugleich ist Unterstützung für Putin in Russland deutlich zurückgegangen, was die Wahrscheinlichkeit steigert, dass jemand ihn oder seine Befehle stoppt, wenn er völlig durchdreht.
GANZ WICHTIG! Worauf ich hinaus will ist keinesfalls irgendwelche dämlich rassistischen Theorien zu unterfüttern. Eher unterstelle ich der russischen Führung so zu handeln!
Keine Sorge, das habe ich von deiner Seite her auch nicht erwartet und dir deswegen nur vorgeworfen, Schwurblergeschwurbel weiterzuverbreiten, aber nicht selbst zu schwurbeln. Aber trotz äh begrenzter Themennähe wollte ich sowas auch nicht unkorrigiert stehen lassen, denn zuviele Leute verinnerlichen häufig wiederholte Aussagen auch wenn die schlicht falsch sind.
Mir geht es nämlich darum zu hinterfragen, warum man bei der Teilmobilmachung überproportional die armen, eher ungebildeten Menschen aus den hinteren Teilen des Landes ran holt und die tendenziell gebildeten Menschen aus dem Westen des Landes schont?
Bei den jetzigen Zwangseinberufungen kann ich auch nur spekulieren, halte aber wirtschaftliche Abwägungen aber für ähnlich wahrscheinlich, wie rassistische: Die ganzen wertvollen Industrien Russlands stehen nicht in der Walachei. Die 300000 in Moskau einzuberufen, ohne wichtige, gar kriegswichtige, Industriezweige lahmzulegen, wäre viel aufwendiger gewesen. Ich würde es sogar für möglich halten, dass eine gleichmäßige Einberufung angeordnet wurde, aber "ASAP" und dass die Behörder der von Subsistenz- und Forstwirtschaft geprägten Landesteile schlicht schneller fertig wurden, weil sie ganze Dörfer am Stück ohne detaillierte Prüfung freigeben konnten.
Ein positiver Nebeneffekt für die mediale Machtausübung ist aber auch, dass so einfach weniger Familien betroffen ist. Während der vorangehenden Suche nach Freiwilligen wurde überwiegend in den gleichen Landesteilen rekrutiert, denn arme Leute die dringen einen Job brauchen und ungebildete Leute, die so blöd sind, in Putins Krieg zu ziehen, findet man dort halt in perfekter Kombination viel häufiger. Das heißt viele dort haben bereits Angehörige, Freunde, etc. verloren. Wenn man da jetzt noch mehr zwangs-einzieht, dann steigt die Zahl der betroffenen Familien nicht weiter (im Gegenteil, sie sinkt möglicherweise sogar...), was die Gefahr von Unruhen verringert.
Die nächste Frage ist, warum man ganz wild auf ukrainische Bevölkerung ist und wo man ihr habhaft wird, sie brutal gegen ihren Willen nach Russland deportiert?
Mittlerweile ist das nun in allen Gebieten mehr als offensichtlich, das man Kinder, Jugendliche und eher junge weibliche Ukrainerinnen bis ~ 40 Jahre, sofort nach Russland gegen ihren Willen verfrachtet.
Ich bin überzeugt davon, das die Demographie mit ein Krieggsgrund der Russischen Föderation ist.
Ist das noch so, dass die verfrachtet werden? Ich hatte den Eindruck, dass es da im Sommer sehr viel mehr Meldungen gab und mittlerweile Deportationen über größere Entfernungen selten geworden sind oder sogar ganz eingestellt wurden. Meine bisherige These (s.o.) war daher, dass Putin systematisch aus eroberten Gebieten Teile der ansässigen Bevölkerung entfernt hat, um Platz für Russen zu schaffen und in Kombination beider Maßnahmen den Bevölkerungsdurchschnitt gen "russisch" zu verschieben, was die Einverleibung der Gebiete legitiert. So lief das, durch die Fluchtbewegungen, bereits auf der Krim und so hat das auch schon Stalin seinerzeit gemacht.
Aber es machte halt nur Sinn, solange man siegessicher war und bereits und am Nachkriegs-Neurussland gearbeitet hat. Ich hatte den Eindruck, dass sich das geändert hat und man heute nicht mehr aktiv umsiedelt. Falls doch, wären möglich Gründe in meinen Augen:
- Platz schaffen für eigene Aktionen: Wo keine Zivilisten sind, sterben auch keine und mittlerweile sollte bei Putin angekommen sein, dass tote, zivile Ukrainer schlechte Presse sind.
- Geiselnahme gegenüber der Ukraine: Die Rückführung sogenannter ""Flüchtlinge"" wird ohne Zusammenarbeit mit Putin ""unmöglich sein"" und mehrere Millionen Angehörige stellen somit ein Faustpfand dar.
- Erpressung gegenüber Einzelner: Mehreren Berichten zu Folge versucht man Ukrainer in den besetzten Gebieten als Kanonenfutter zwangszurekrutieren. Sowas klappt viel besser, wenn man ohnehin die Kontrolle über ein Wiedersehen mit deren Familie in den Fingern hält. Auffällig ist ja, dass viele Deportierten von Alter und/oder Geschlecht Lebenspartner oder Kinder von Männern im besten wehrfähigen Alter sind.
- Verringerung der Gefahr ziviler Aufstände. Angehörige, deren Partner/Eltern im Krieg gefallen sind, sind wesentlich leichter zu lebensgefährlichen Guerillaeinsätzen zu motivieren. Und gegen nichts kann sich eine Armee schwerer verteidigen, als gegen Zivilisten mit Rachedurst und mangelnden Lebenswillen.
Die These mit der Aneignung von Menschenmaterial halte ich dagegen weiterhin für fragwürdig. Putin wirkt zwar manchmal wie aus dem Mittelalter, aber er ist eigentlich nicht blöd. Und die Russen schnackseln genauso gern, wie alle anderen auch, gelten durchaus als kinderinteressiert (auch wenn die Kinderliebe manchmal darauf hinaus läuft, dass eine hinter die Löffel das beste für das Kind ist). Wenn die sich gegen Kinder entscheiden, dann hat das nicht selten wirtschaftliche Gründe und ein ukrainisches Kind samt Mutter zu guten Russen umzuerziehen ist wohl weitaus aufwendiger und teurer, als einem russichen Päärchen die Bedingungen zu geben, die es braucht, um eine Familie zu gründen.
Wie oben schon dargelegt, hat(te) aber auch Russland (bis Kriegsbeginn) keinen Mangel an einfachen Arbeitskräften und somit keinen Grund, einen Krieg um Sklaven zu führen. Im Gegenteil. Und es gibt weitaus bequemere Quellen.