Aktuelle Entwicklungen in der Ukraine

Meinst du wirklich dass das Abzeichen so einen großen Unterschied macht?
Das macht im Grunde genommen sogar DEN Unterschied. Was meinst Du wäre los wenn die ganzen ausländischen Freiwilligen, die in der Ukraine kämpfen mit den Abzeichen ihrer eigenen Armeen unterwegs wären, statt denen der ukrainischen Verbände?
 
Das macht im Grunde genommen sogar DEN Unterschied. Was meinst Du wäre los wenn die ganzen ausländischen Freiwilligen, die in der Ukraine kämpfen mit den Abzeichen ihrer eigenen Armeen unterwegs wären, statt denen der ukrainischen Verbände?
Ja ok... stimmt auch wieder. :ugly:

Ein paar Neuigkeiten:

10.10.2022 • 23:14 Uhr

Belarusischer Minister schließt aktive Kriegsteilnahme aus


Der belarusische Verteidigungsminister Viktor Chrenin hat eine aktive Teilnahme seines Landes an Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine ausgeschlossen. "Wir wollen nicht gegen Litauer kämpfen, oder Polen, oder Ukrainer", sagte er in einer Videobotschaft. Seine Äußerungen folgten auf eine Ankündigung des autoritären Präsidenten Alexander Lukaschenko, dass Belarus Tausende russische Soldaten aufnehmen werde. Lukaschenko warnte zudem Kiew vor einem Angriff auf Belarus - ungeachtet dessen, dass es keinerlei Hinweise auf derartige Pläne gab.

Alexander Alessin, ein unabhängiger belarusischer Militäranalyst, sagte, das Land könne etwa 10.000 bis 15.000 russische Soldaten aufnehmen, die zusammen mit dem belarusischen Militär eine gemeinsame Streitmacht von bis zu 60.000 Soldaten bilden könnten. Jedoch, argumentierte er, sei Minsk nicht willens, Truppen in die Ukraine zu entsenden. Einigen Berichten zufolge möchte der Kreml, dass das mit ihm verbündete Nachbarland die Stationierung russischer Atomwaffen ermöglicht. Alessin sagte, es seien bereits Iskander-Raketen nach Belarus verlegt worden, die mit Atomsprengköpfen bestückt werden könnten. Einige belarusische Bomber seien in russischen Fabriken so umgebaut worden, dass sie Atombomben tragen könnten. Aus Minsker Sicht sei die Stationierung von russischen Atomwaffen in dem Land jedoch nur für den Fall möglich, dass die USA Atomwaffen im benachbarten Polen stationierten.

10.10.2022 • 22:21 Uhr

Biden sagt Selenskyj Luftabwehrsysteme zu


US-Präsident Joe Biden hat dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj weitere Militärhilfe "einschließlich fortschrittlicher Luftabwehrsysteme" versprochen. Biden habe Selenskyj bei einem Telefonat zugesichert, "die Ukraine weiterhin mit allem zu versorgen, was sie für ihre Verteidigung benötigt", erklärte das Weiße Haus in Washington. Der US-Präsident habe Selenskyj außerdem sein Beileid nach den massiven russischen Luftangriffen auf Kiew und andere ukrainische Städte ausgesprochen.

Selenskyj schrieb im Kurzbotschaftenddienst Twitter von einem "produktiven Gespräch" mit Biden. "Die Luftabwehr ist derzeit die oberste Priorität unserer Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich."
Gerade die Flugabwehrsysteme sind jetzt sehr wichtig.
 
Zuletzt bearbeitet:
Meinst du wirklich dass das Abzeichen so einen großen Unterschied macht?

Was wäre wenn polnische Soldaten sich in der ukrainischen Armee "einreihen" würden?
Dann wäre die Hölle los.
In der Ukraine kämpfen Staatsbürger aller Herren Länder und es kommen dort von zig Nationen bereitgestellte Waffen gegen Russland zum Einsatz. Dennoch ist keines dieser Länder in den Krieg eingetreten.
Kurz gesagt, die Bereitstellung von Unterstützung - egal ob mit Menschen oder Material - ist völkerrechtlich kein Kriegseintritt, auch wenn man das im Kreml bekanntlich je nach Wetterlage auch gerne einmal anders sieht.

Unter Umständen wäre nicht einmal die Entsendung von Truppen ein Kriegseintritt; abhängig davon, was diese dort tun. Beispiele dafür wären, wenn beispielsweise der Sanitätsdienst der Bundeswehr dort Verletzte versorgt oder die Pioniertruppe des Heeres in der Ukraine beim Schanzen und Aufräumen hilft oder Aufklärer die Lage sondieren etc..
Selbst Kampfhandlungen dieser Truppen bedeuten dann nicht zwangsläufig einen Kriegseintritt, so lange sie dem Selbstschutz dienen - solche Vofälle würden dann im Zweifelsfall vor den UN diskutiert.
 
In der Ukraine kämpfen Staatsbürger aller Herren Länder und es kommen dort von zig Nationen bereitgestellte Waffen gegen Russland zum Einsatz. Dennoch ist keines dieser Länder in den Krieg eingetreten.
Kurz gesagt, die Bereitstellung von Unterstützung - egal ob mit Menschen oder Material - ist völkerrechtlich kein Kriegseintritt, auch wenn man das im Kreml bekanntlich je nach Wetterlage auch gerne einmal anders sieht.
Wobei die Bereitstellung und Lieferung von Waffen nochmal etwas anderes ist als aktiv im Krieg zu mitzukämpfen...
Unter Umständen wäre nicht einmal die Entsendung von Truppen ein Kriegseintritt; abhängig davon, was diese dort tun. Beispiele dafür wären, wenn beispielsweise der Sanitätsdienst der Bundeswehr dort Verletzte versorgt oder die Pioniertruppe des Heeres in der Ukraine beim Schanzen und Aufräumen hilft oder Aufklärer die Lage sondieren etc..
Selbst Kampfhandlungen dieser Truppen bedeuten dann nicht zwangsläufig einen Kriegseintritt, so lange sie dem Selbstschutz dienen - solche Vofälle würden dann im Zweifelsfall vor den UN diskutiert.
ausser es sind reguläre Truppen der Nato. Private Söldner aus Nato-Staaten werden von den Russen geduldet.
 
ausser es sind reguläre Truppen der Nato. Private Söldner aus Nato-Staaten werden von den Russen geduldet.
Genau das ist eben keine Bedingung im Rahmen des Völkerrechts. Entscheidend ist, ob die entsandten regulären (!) Truppen zugunsten einer Kriegspartei an Kampfhandlungen teilnehmen.

Ich übertreibe mal eben: Die komplette Bundeswehr könnte derzeit in der Ukraine Schützengräben ausheben oder ukrainische Rekruten ausbilden - es wäre formal kein Kriegseintritt.
 
Aber "gewinnen", wie geschrieben, kann Russland diesen Krieg inzwischen definitiv eben nicht mehr (außer man würde umfassend Kernwaffen in der Ukraine einsetzen) und somit gibt es da auch nichts mehr zu entscheiden, außer wann man von russischer Seite mal gedenken will, mit dem sinnlos gewordenen Irrsinn endlich aufhören zu wollen.
Das frage ich mich aktuell auch. Würde Russland (Putin) eine Niederlage akzeptieren, oder wird dann eben doch zum finalen Schlag (Kernwaffen, MOABs, whatever) ausgeholt?
 
Auch wenn Putin nur eine kleine Atombombe irgendwo in der ukrainischen Pampa zur Abschreckung hochgehen lassen würde, würde das schon als Angriff gelten und Russland poltisch auf sehr lange Zeit komplett isolieren, auch von China. Auch eine Art Status Quo mit den USA wär denkbar, ala mach das nochmal und wir starten unsere B2 Bomber auf alle Nuklearsilos in Russland. Die nukleare Option hat Putin faktisch garnicht sondern er speilt nur mit ihr, um Staaten wie Dland oder Fra das Argument der Eskalation zu geben damit diese keine weiteren schweren Waffen liefern bzw die EU nicht all zu scharf gg Russlands Tuen in diesem Krieg vorgeht, bestmöglich iwann davon abrückt die Ukraine langfristig zu unterstützen. Wenn ich mir so die Stellungnahmen unserer Generäle anhöre durchschaut so ziemlich jeder Putins Bluff.
 
Das frage ich mich aktuell auch. Würde Russland (Putin) eine Niederlage akzeptieren, oder wird dann eben doch zum finalen Schlag (Kernwaffen, MOABs, whatever) ausgeholt?
Die weitergehende Frage ist für mich eher, ob es zu einer Niederlage kommt.
Ich sehe es eher so, dass sicherlich massiv Waffen der Ukraine, insbesondere von den USA, zu Verfügung gestellt werden, aber eben kaum Offensivwaffen.
Mit Sicherheit geht es u. a. auch darum, dass man vermeiden möchte, einen M1 oder einen Leo2 der neusten Gen. in russische Hände fällt. Der erbeutete T-90 M wird mit Sicherheit auch nicht wieder von den Ukrainern an der Front eingesetzt, sondern sorgfältig von "Spezialisten", woher auch immer, analysiert.

Sehr nüchtern und aus geopolitischer Sicht ist es schlichtweg so, dass es Sinn macht, die Ukraine so weit zu unterstützen, dass es ihnen gelingen möge, die Frontlinie vor dem Februar wieder zu erreichen, darüber hinaus aber eben nicht zwingend.

Ziel wird es sein, Putin zu schwächen, aber eben nicht in der russischen Bevölkerung den Eindruck zu erwecken, deren Land wird aktiv angegriffen.
Die derzeit nicht berühmte Moral der russischen Streitkräfte könnte dann eine ganz andere werden.

Ein Balanceakt, unter dem insbesondere die ukrainische Zivilbevölkerung noch Monate, wenn nicht Jahre leiden wird.

Das Ende dürft eher eine gewisse Kriegsmüdigkeit auf beiden Seiten sein, die letztendlich wieder zu Gesprächen führen wird - wie bei so vielen Kriegen.

Das hat nix mit Zynismus zu tun, sondern schlichtweg Realität...
 
Auch wenn Putin nur eine kleine Atombombe irgendwo in der ukrainischen Pampa zur Abschreckung hochgehen lassen würde, würde das schon als Angriff gelten und Russland poltisch auf sehr lange Zeit komplett isolieren, auch von China.
Man weiß natürlich nie wie weit Menschen in ihrer Irrationalität am Ende gehen können, aber Putin selbst muss eigentlich klar sein das ein Kernwaffeneinsatz zum einen das von dir geschriebene bewirkt, aber noch viel mehr quasi ein ungeschriebenes Gesetz für Atommächte bricht, in Angriffskriegen keine Kernwaffen einzusetzen, um damit Land anektieren zu wollen.

Würde Putin also Kernwaffen einsetzen, es würde ihn sehr wahrscheinlich seiner letzten "Unterstützer" berauben, noch viel schlimmer aber als das, es würde vermutlich in vielen Ländern auf der Welt ein neues Wettrüsten auslösen, sich selbst Kernwaffen zuzulegen.

Weil welche Garantie gäbe es dann noch, wenn Russland sowas macht, das Atommächte auch künftig nicht wieder zur Durchsetzung ihrer Interessen ihre Kernwaffen einsetzen und der einzige "Schutz" davor wäre dann selbst auch welche zu besitzen, um die Abschreckung aufzubauen, damit im Zweifelsfall zurückschlagen zu können.
 
Man weiß natürlich nie wie weit Menschen in ihrer Irrationalität am Ende gehen können, aber Putin selbst muss eigentlich klar sein das ein Kernwaffeneinsatz zum einen das von dir geschriebene bewirkt, aber noch viel mehr quasi ein ungeschriebenes Gesetz für Atommächte bricht, in Angriffskriegen keine Kernwaffen einzusetzen, um damit Land anektieren zu wollen.

Würde Putin also Kernwaffen einsetzen, es würde ihn sehr wahrscheinlich seiner letzten "Unterstützer" berauben, noch viel schlimmer aber als das, es würde vermutlich in vielen Ländern auf der Welt ein neues Wettrüsten auslösen, sich selbst Kernwaffen zuzulegen.

Weil welche Garantie gäbe es dann noch, wenn Russland sowas macht, das Atommächte auch künftig nicht wieder zur Durchsetzung ihrer Interessen ihre Kernwaffen einsetzen und der einzige "Schutz" davor wäre dann selbst auch welche zu besitzen, um die Abschreckung aufzubauen, damit im Zweifelsfall zurückschlagen zu können.
Putin ist alles andere als irrational. So ein Move wär von vorne bis hinten abgeschätzt auch die Konsequenzen und daran orientiert man sich im Kreml. Ich glaube wie gesagt nicht dass die Russen den Nukleareinsatz als eine Option im Ukrainekrieg erachten, das einfach weil sie rechnen können.

Eine andere Sache wär die Durchführung. Nach 6 Monaten eines desaströs geführten Krieges, dazu gegen das Bruderland, ist es für mich nur schwer vorstellbar dass ein Befehl des Kremls des Beschusses der Ukraine, von den Militärs angenommen werden würde. Dass ein General der sich gegen den Kreml wendet gleichzeitig den Willen des Volkes ausspricht, dass das Putins Krieg ist und nicht Russlands, ist meines Erachtens nach warscheinlicher. Vorallem muss man bedenken dass Putin aus russischer Sicht gut und nützlich war, es aber jetzt nicht mehr ist. Jetzt schadet er dem Land emenz. Wohlmöglich würde Putin der Tod erwarten wenn intern erste Stimmen laut würden dass man einen Nukleareinsatz auch nur plane.

Wir sahen alle über Monate wie die russische Armee ihre Schwächen offenbarte, gleichzeitig dürfte auch Putins Rückhalt bei den Militärs schmelzen. Um so länger dieser Krieg dauert um so eher rückt auch das Ende der Putin Era denke ich.

Sehr spannend wird aber die Weltlage nach diesem Krieg, je nach Ausgang.
 
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Jetzt ging es aber schnell.
Das erste Iris-T System ist in der Ukraine angekommen:
Was ging daran jetzt "aber schnell"?
Es war schon seit Bestellung durch die Ukraine (Juni / Juli?) bekannt, dass das erste Iris-T im Oktober vom Hersteller ausgeliefert werden soll, weil die eben auch keines auf Lager rumliegen haben.
 
Bei einer Veranstaltung des Magazins «Cicero» in Berlin sagte er am Dienstag laut offizieller Übersetzung, dass Merkel bereits 2014 durch ihr Agieren nach der russischen Annexion der Krim einen Krieg verhindert habe. "Was Angela Merkel gemacht hat zu Zeiten der Krim-Krise, das war ein Meisterwerk." Es sei damals nicht zu einem Krieg gekommen, weil durch die diplomatischen Bemühungen Deutschlands der Konflikt isoliert worden sei. "Sie haben nicht zugelassen, dass das hoch geht und wir alle involviert werden."

Auf die Nachfrage, ob er so zu verstehen sei, dass es seiner Meinung nach mit einer Kanzlerin Merkel nicht zu einem Krieg gegen die Ukraine gekommen wäre, antwortete Orban laut Übersetzung: "Mit Sicherheit." Der ungarische Ministerpräsident hatte Merkel am Sonntag während seines mehrtägigen Aufenthalts in Berlin getroffen. Über Inhalte des Gesprächs wurde zunächst nichts bekannt.
Quelle: Orban lobt Merkel

Was für ein Spinner. Merkel hätte gar nichts verhindert. Die hatte doch zusammen mit der SPD die Abhängigkeit von Russland erst ermöglicht. Wenn sie so toll und weitsichtig ist, hätte sie schon da nach Alternativen geguckt.
 
Ein Marschflugkörper kam wohl direkt vor der Uni runter. Typisches militärisches Ziel.^^ Oder die Russen haben wieder alte Antischiffsraketen eingesetzt. Frei nach dem Motto Hauptsache ein paar kommen durch und was getroffen wird ist egal.

Die alte Ausrede können sie bei den Entfernungen zur Front von Kiew oder Lemberg sowieso nicht mehr bringen. Das ist schlichtweg kein Kampfgebiet mehr, sodass selbst die angebliche "Raketenstellung in der Schule" keinen Angriff mehr rechtfertigen würde. Putin betreibt jetzt einfach nur noch ganz banal und ohne Ausreden Terror.
(Und zwar im klassischen Sinne "durch willkürliche Zufallsmorde die Zivilbevölkerung in Angst um Leib und Leben versetzen", nicht gemäß irgendeiner der inflationären Verwendungen, die sich seit 2001 verbreitet haben.)


Selbst nach mehrfacher Aufforderung bist du immer noch außerstande, deine eigenen Quellen zu lesen und zu verstehen.



Sprich, erst von einigen Systeme wurde bisher ein Drittel der Reserven geschickt und die Vorräte reichen noch Monate, die Russland womöglich gar nicht mehr hat - während, wie der Artikel ebenfalls klar hergibt, den Herstellern eine intensivierte Produktion schmackhaft gemacht wird.

Zu beachten hierbei auch:
Die Bedarfsplanung der US-Armee lautete lange Zeit "Heimatverteidgung + vollwertiger Krieg 1 + vollwertiger Krieg 2". Das wurde vor ein paar Jahren auf "Heimatverteidigung + vollwertiger Krieg 1 + ein paar Luftschläge" reduziert, wodurch ein Drittel des Bodentruppenarsenals überflüssig wurde.

Es gab 2021 aber nur zwei Staaten, gegen die die USA "Heimatverteidung" und "Krieg 1" hätten führen können: China und Russland. Man kann also auch von der 2/3-Reserve Stinger noch die Hälfte gegen Russland ins Feld schicken, denn genau dafür werden die auf Reserve gehalten.

(Netterweise macht auch die iranische Führung, deren Drohungen gegen Israel den ansonsten wahrscheinlichsten Einsatzanlass definieren, gerade lieber Innenpolitik.)

Über die Wintermonate wird der Konflikt, wenn er denn nicht endet, ohnehin mit verringerter Intensität weitergehen. Das ist die Zeit, in der die Unterstützter der Ukraine die Reserven auffüllen können.

Damit würde ich nicht rechnen. Beide Armeen sind prinzipiell dafür ausgerüstet und ausgebildet (bwz. die Teile, die überhaupt ausgebildet sind), mitten im Winter zu opperieren und die Ukraine die kürzeren Wege sowie lokalen Unterstützer auf ukrainischer Seite zählen unter solchen Bedingungen doppelt. Deswegen hat Putin seinen Angriff bis Frühjahrsbeginn verschoben, umgekehrt könnte Kiew gerade jetzt versuchen, möglichst viel zurückzuerobern. Insbesondere etwaige Krim-Ambitionen setzt man am besten dann um, wenn eine Versorgung über das asowsche Meer wegen Winterstürmen oder gar Eisgang nur schlecht bzw. nur mit einer Brücke möglich ist, die man erstmal haben muss.

.
Hätte der Kreml zwei Jahre im Vorfeld die russische Gesellschaft schon auf so eine geplante "Spezialoperation" in der Ukraine "eingeschworen" und eine umfassende versteckte Mobilmachung durchgeführt, sowie die Wirtschaft auf Kriegswirtschaft umgestellt, um dann am Stichtag der Ukraine offizell den Krieg zu erklären, das was du da aufführst, gebe ich dir Brief und Siegel, wäre nie so passiert und wir würden heute über ganz andere Dinge reden müssen, in Europa und der NATO.

Hätte Russland Mobil gemacht und auf Kriesproduktion umgestellt, wäre hoffentlich auch die europäische Politik mal aufgewacht. Putins Linie waren aber eigentlich schon immer entweder komplett verdeckte Operationen, wenn er nach deren Abschluss sowieso nicht präsent sein wollte, oder maximale Gewalt mit maximalem Überraschungseffekt.

Das ist normalerweise auch sehr effektiv, aber wenn man sich beim nötigen Maximum verkalkuliert hat, so wie im Februar/März, dann hat man keinen Plan B mehr. Um den Krieg noch zu gewinnen, hätte Putin spätestens im April die volle Mobilmachung befehlen müssen, seine Verteidigung gegen die ach-so-bedrohliche NATO deutlich verringern müssen und auch nachhaltige Schwächungen der russischen Armee z.B. durch größere Verluste der Luftwaffe, in Kauf nehmen müssen. Dann hätte er die Ukraine vielleicht noch mit schierer Masse überrant, während Scholz noch am überlegen war, ab wieviel kg eine Waffe als schwer zählt und ob statt antiken Luftabwehrraketen nicht vielleicht schon die Pilzkolonien auf deren Verpackung ausreichend gefährlich sind, um Putin zu stoppen.

Aber seit dem Sommer hat Russland, wie du selbst sagst, keine Chance mehr zu gewinnen und die Chancen, den Krieg auf lange Zeit zu dehnen, sinken auch mit jedem Tag.


Ob es formal ein Kriegseintritt ist, hängt von vielen Faktoren ab. Wenn Lukaschenko Leute bereitstellt, die sich dann in die russischen Streitkräfte einreihen, wäre das kein Kriegseintritt. Wenn hingegen belarussische Truppen mit eigenen Abzeichen russische Truppen verstärken, wäre es einer.

"Jein" und genau deswegen dürfte Putin sich für diesen Weg entschieden haben: Man kann ein Land mit eigenen Truppen bei dessen Verteidigung unterstützen, ohne dass das gleich eine Kriegserklärung ist. Nichts anderes machen ja viel kleiner und viel indirekter auch NATO-Ausbilder, wenn sie in NATO-Uniform ukrainische Einheiten ausbilden oder US-Soldaten, wenn sie "an Seiten" (Vorderseite, Rückseite, linke Seite, rechte Seite, Oberseite, Unterseite und noch ein paar extra in der Mitte) einer Nordallianz gegen Taliban gekämpft haben.

Da seit den jüngsten ""Annektionen"" die Ukraine ""russisches Territorium"" ""angreift"" und sich Russland in einem Verteidigungsbündnis mit Weißrussland befindet, kann Putin also eine gemischte russisch-weißrussische Einheit (russische Führung + weißrussisches Kanonenfutter), die von beiden Ländern "nach Bedarf" genutzt werden kann, gegen die Ukraine in den Krieg schicken ohne dass Weißrussland selbst den Krieg erklärt.


Das frage ich mich aktuell auch. Würde Russland (Putin) eine Niederlage akzeptieren, oder wird dann eben doch zum finalen Schlag (Kernwaffen, MOABs, whatever) ausgeholt?

Putin selbst kann gar keine Niederlage akzeptieren. Soweit man weiß, hat aber selber er nicht die Macht, alleine über Nuklearwaffen zu entscheiden und die restliche russische Führung denkt eben nicht nur an Putinswohl, sondern auch an ihr eigenes.

MOAB war übrigens nichts weiter als ein Progpagandarumms. Mit einer praktisch einsetzbaren Waffe hat das Ding in etwa so viel zu tun, wie Hitlers 80 cm E.


Sehr nüchtern und aus geopolitischer Sicht ist es schlichtweg so, dass es Sinn macht, die Ukraine so weit zu unterstützen, dass es ihnen gelingen möge, die Frontlinie vor dem Februar wieder zu erreichen, darüber hinaus aber eben nicht zwingend.

Es haben sich bereits mehrere westliche Regierungschefs der ukrainische Position bezüglich Befreiung der Krim angeschlossen und des Donbass sowieso. Die Unterstützung dürfte also auch nach erreichen der Februarlinien noch eine gewisse Zeit weiterlaufen und wenn die Ukraine sich schlau anstellt, verlangsamen ihren Vormarsch schon einen Moment vorher auf ein Maß, bei dem kaum noch Verluste entstehen und reichern weitere Lieferungen an, sodass sie dann mit einer schlagkräftigen und keiner ausgelaugten Armee an der russischen Grenze ankommen. Diese zu überschreiten (sieht man mal von den paar dutzend Kilometern ab, die Kampfhanldungen über die Frontlinie hinaus gehen) macht für die Ukraine aber auch einfach keinen Sinn, internationale Unterstützung und russischer Patriotismus hin oder her.


Weil welche Garantie gäbe es dann noch, wenn Russland sowas macht, das Atommächte auch künftig nicht wieder zur Durchsetzung ihrer Interessen ihre Kernwaffen einsetzen und der einzige "Schutz" davor wäre dann selbst auch welche zu besitzen, um die Abschreckung aufzubauen, damit im Zweifelsfall zurückschlagen zu können.

Was interessieren Russland Garantien? Der einzige, der so menschenfeindlich ist und sich nachweislich schon über diverse andere ungeschriebene und vor allem auch geschriebene Regeln zum Waffeneinsatz zwecks Selbstbereicherung hinweggesetzt hat, ist Putin selbst. Egal wie weit er eskaliert, er muss also nicht befürchten, dass jemand es noch schlimmer treibt. Einfach weil er das größte Arschloch ist. Aber selbst das größte Arschloch sollte abwägen, ob der Einsatz und die direkten Reaktionen darauf eine positive Kosten/Nutzen-Relation aufweisen und während das bei "ich bin sonst weg"-Putin noch der Fall sein könnte, sehe ich in seinem unmittelbaren Umfeld und auf niedrigeren Rängen sehr gute Gründe dafür, den Zaren in solchen Fällen zu stoppen oder komplett abzusetzen. Die sowjetische Armee hat ja schon ein paar Mal Atomwaffeneinsätze gegen Befehl von oben nicht eingesetzt. (Dafür hätte es mal Nobelpreise geben sollen, nicht für die EU, Obama, Aung San Kyi,...)
 
MOAB war übrigens nichts weiter als ein Progpagandarumms.
Na ja, würde die MOAB eher es als Spezialwaffe für ein eingegrenztes Einsatzspektrum bei notwendiger Luftüberlegenheit bezeichnen. (Letzteres, weil das Ding ja nur über ein Frachtflugzeug abgeworfen werden kann)

Mit einer praktisch einsetzbaren Waffe hat das Ding in etwa so viel zu tun, wie Hitlers 80 cm E.
Dass Dora eher Größenwahn statt Effizienz war, ist klar.
Ist nicht umsonst nur 1x eingesetzt worden, alleine der Eisenbahnaufbau und die Logistik hierfür steht in keinem Verhältnis zum Nutzen.
Ein konventioneller Gefechtskopf mit fast damals 5to lässt sich heutzutage mit ca. 2 to realisieren (andere Sprengkomponenten) relativ problemlos mit einem strategischen Bomber ins Ziel bringen.

Es haben sich bereits mehrere westliche Regierungschefs der ukrainische Position bezüglich Befreiung der Krim angeschlossen und des Donbass sowieso.
unstrittig
Die Unterstützung dürfte also auch nach erreichen der Februarlinien noch eine gewisse Zeit weiterlaufen
Klar, der Erfolg muss stabilisiert werden und Gegenschläge vermieden werden.
Diese zu überschreiten (sieht man mal von den paar dutzend Kilometern ab, die Kampfhanldungen über die Frontlinie hinaus gehen) macht für die Ukraine aber auch einfach keinen Sinn,
Und wäre als Verteidiger der guten Sache auch nicht richtig.
internationale Unterstützung
der dann eher bröckeln würde
 
Stand: 12.10.2022 10:08 Uhr
Nach der Bombenexplosion auf der Krim-Brücke hat der russische Geheimdienst FSB acht Verdächtige festgenommen, darunter fünf Russen. Er beschuldigt den ukrainischen Militärgeheimdienst, für den Anschlag verantwortlich zur sein.

Wegen der Explosion auf der für Russland strategisch wichtigen Krim-Brücke sind nach Behördenangaben acht Personen festgenommen worden. "Zum derzeitigen Zeitpunkt sind im Zusammenhang mit dem Strafverfahren fünf russische Staatsbürger und drei Staatsbürger aus der Ukraine und Armenien festgenommen worden", teilte der Pressedienst des russischen Geheimdienstes FSB der Nachrichtenagentur Interfax zufolge mit.

In seiner Erklärung machte der FSB den ukrainischen Militärgeheimdienst für den Anschlag verantwortlich und sprach von einem "terroristischen Angriff". Der Sprengstoff für den Anschlag sei in Plastik-Filmrollen versteckt gewesen, die den ukrainischen Hafen Odessa im August verlassen und durch Bulgarien, Georgien und Armenien nach Russland gelangt seien. Der ukrainische Geheimdienstdirektor im Verteidigungsministerium, Kyrylo Budanow, wird als Organisator genannt.
Quelle: Russland nimmt Verdächtige fest

Ob das wirklich die Schuldigen sind sei mal dahingestellt. Vielleicht wollen sie auch nur einen Fahndungserfolg vortäuschen.
 
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