Ein Marschflugkörper kam wohl direkt vor der Uni runter. Typisches militärisches Ziel.^^ Oder die Russen haben wieder alte Antischiffsraketen eingesetzt. Frei nach dem Motto Hauptsache ein paar kommen durch und was getroffen wird ist egal.
Die alte Ausrede können sie bei den Entfernungen zur Front von Kiew oder Lemberg sowieso nicht mehr bringen. Das ist schlichtweg kein Kampfgebiet mehr, sodass selbst die angebliche "Raketenstellung in der Schule" keinen Angriff mehr rechtfertigen würde. Putin betreibt jetzt einfach nur noch ganz banal und ohne Ausreden Terror.
(Und zwar im klassischen Sinne "durch willkürliche Zufallsmorde die Zivilbevölkerung in Angst um Leib und Leben versetzen", nicht gemäß irgendeiner der inflationären Verwendungen, die sich seit 2001 verbreitet haben.)
Selbst nach mehrfacher Aufforderung bist du immer noch außerstande, deine eigenen Quellen zu lesen und zu verstehen.
Sprich, erst von einigen Systeme wurde bisher ein Drittel der Reserven geschickt und die Vorräte reichen noch Monate, die Russland womöglich gar nicht mehr hat - während, wie der Artikel ebenfalls klar hergibt, den Herstellern eine intensivierte Produktion schmackhaft gemacht wird.
Zu beachten hierbei auch:
Die Bedarfsplanung der US-Armee lautete lange Zeit "Heimatverteidgung + vollwertiger Krieg 1 + vollwertiger Krieg 2". Das wurde vor ein paar Jahren auf "Heimatverteidigung + vollwertiger Krieg 1 + ein paar Luftschläge" reduziert, wodurch ein Drittel des Bodentruppenarsenals überflüssig wurde.
Es gab 2021 aber nur zwei Staaten, gegen die die USA "Heimatverteidung" und "Krieg 1" hätten führen können: China und Russland. Man kann also auch von der 2/3-Reserve Stinger noch die Hälfte gegen Russland ins Feld schicken, denn genau dafür werden die auf Reserve gehalten.
(Netterweise macht auch die iranische Führung, deren Drohungen gegen Israel den ansonsten wahrscheinlichsten Einsatzanlass definieren, gerade lieber Innenpolitik.)
Über die Wintermonate wird der Konflikt, wenn er denn nicht endet, ohnehin mit verringerter Intensität weitergehen. Das ist die Zeit, in der die Unterstützter der Ukraine die Reserven auffüllen können.
Damit würde ich nicht rechnen. Beide Armeen sind prinzipiell dafür ausgerüstet und ausgebildet (bwz. die Teile, die überhaupt ausgebildet sind), mitten im Winter zu opperieren und die Ukraine die kürzeren Wege sowie lokalen Unterstützer auf ukrainischer Seite zählen unter solchen Bedingungen doppelt. Deswegen hat Putin seinen Angriff bis Frühjahrsbeginn verschoben, umgekehrt könnte Kiew gerade jetzt versuchen, möglichst viel zurückzuerobern. Insbesondere etwaige Krim-Ambitionen setzt man am besten dann um, wenn eine Versorgung über das asowsche Meer wegen Winterstürmen oder gar Eisgang nur schlecht bzw. nur mit einer Brücke möglich ist, die man erstmal haben muss.
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Hätte der Kreml zwei Jahre im Vorfeld die russische Gesellschaft schon auf so eine geplante "Spezialoperation" in der Ukraine "eingeschworen" und eine umfassende versteckte Mobilmachung durchgeführt, sowie die Wirtschaft auf Kriegswirtschaft umgestellt, um dann am Stichtag der Ukraine offizell den Krieg zu erklären, das was du da aufführst, gebe ich dir Brief und Siegel, wäre nie so passiert und wir würden heute über ganz andere Dinge reden müssen, in Europa und der NATO.
Hätte Russland Mobil gemacht und auf Kriesproduktion umgestellt, wäre hoffentlich auch die europäische Politik mal aufgewacht. Putins Linie waren aber eigentlich schon immer entweder komplett verdeckte Operationen, wenn er nach deren Abschluss sowieso nicht präsent sein wollte, oder maximale Gewalt mit maximalem Überraschungseffekt.
Das ist normalerweise auch sehr effektiv, aber wenn man sich beim nötigen Maximum verkalkuliert hat, so wie im Februar/März, dann hat man keinen Plan B mehr. Um den Krieg noch zu gewinnen, hätte Putin spätestens im April die volle Mobilmachung befehlen müssen, seine Verteidigung gegen die ach-so-bedrohliche NATO deutlich verringern müssen und auch nachhaltige Schwächungen der russischen Armee z.B. durch größere Verluste der Luftwaffe, in Kauf nehmen müssen. Dann hätte er die Ukraine vielleicht noch mit schierer Masse überrant, während Scholz noch am überlegen war, ab wieviel kg eine Waffe als schwer zählt und ob statt antiken Luftabwehrraketen nicht vielleicht schon die Pilzkolonien auf deren Verpackung ausreichend gefährlich sind, um Putin zu stoppen.
Aber seit dem Sommer hat Russland, wie du selbst sagst, keine Chance mehr zu gewinnen und die Chancen, den Krieg auf lange Zeit zu dehnen, sinken auch mit jedem Tag.
Ob es formal ein Kriegseintritt ist, hängt von vielen Faktoren ab. Wenn Lukaschenko Leute bereitstellt, die sich dann in die russischen Streitkräfte einreihen, wäre das kein Kriegseintritt. Wenn hingegen belarussische Truppen mit eigenen Abzeichen russische Truppen verstärken, wäre es einer.
"Jein" und genau deswegen dürfte Putin sich für diesen Weg entschieden haben: Man kann ein Land mit eigenen Truppen bei dessen Verteidigung unterstützen, ohne dass das gleich eine Kriegserklärung ist. Nichts anderes machen ja viel kleiner und viel indirekter auch NATO-Ausbilder, wenn sie in NATO-Uniform ukrainische Einheiten ausbilden oder US-Soldaten, wenn sie "an Seiten" (Vorderseite, Rückseite, linke Seite, rechte Seite, Oberseite, Unterseite und noch ein paar extra in der Mitte) einer Nordallianz gegen Taliban gekämpft haben.
Da seit den jüngsten ""Annektionen"" die Ukraine ""russisches Territorium"" ""angreift"" und sich Russland in einem Verteidigungsbündnis mit Weißrussland befindet, kann Putin also eine gemischte russisch-weißrussische Einheit (russische Führung + weißrussisches Kanonenfutter), die von beiden Ländern "nach Bedarf" genutzt werden kann, gegen die Ukraine in den Krieg schicken ohne dass Weißrussland selbst den Krieg erklärt.
Das frage ich mich aktuell auch. Würde Russland (Putin) eine Niederlage akzeptieren, oder wird dann eben doch zum finalen Schlag (Kernwaffen, MOABs, whatever) ausgeholt?
Putin selbst kann gar keine Niederlage akzeptieren. Soweit man weiß, hat aber selber er nicht die Macht, alleine über Nuklearwaffen zu entscheiden und die restliche russische Führung denkt eben nicht nur an Putinswohl, sondern auch an ihr eigenes.
MOAB war übrigens nichts weiter als ein Progpagandarumms. Mit einer praktisch einsetzbaren Waffe hat das Ding in etwa so viel zu tun, wie Hitlers 80 cm E.
Sehr nüchtern und aus geopolitischer Sicht ist es schlichtweg so, dass es Sinn macht, die Ukraine so weit zu unterstützen, dass es ihnen gelingen möge, die Frontlinie vor dem Februar wieder zu erreichen, darüber hinaus aber eben nicht zwingend.
Es haben sich bereits mehrere westliche Regierungschefs der ukrainische Position bezüglich Befreiung der Krim angeschlossen und des Donbass sowieso. Die Unterstützung dürfte also auch nach erreichen der Februarlinien noch eine gewisse Zeit weiterlaufen und wenn die Ukraine sich schlau anstellt, verlangsamen ihren Vormarsch schon einen Moment vorher auf ein Maß, bei dem kaum noch Verluste entstehen und reichern weitere Lieferungen an, sodass sie dann mit einer schlagkräftigen und keiner ausgelaugten Armee an der russischen Grenze ankommen. Diese zu überschreiten (sieht man mal von den paar dutzend Kilometern ab, die Kampfhanldungen über die Frontlinie hinaus gehen) macht für die Ukraine aber auch einfach keinen Sinn, internationale Unterstützung und russischer Patriotismus hin oder her.
Weil welche Garantie gäbe es dann noch, wenn Russland sowas macht, das Atommächte auch künftig nicht wieder zur Durchsetzung ihrer Interessen ihre Kernwaffen einsetzen und der einzige "Schutz" davor wäre dann selbst auch welche zu besitzen, um die Abschreckung aufzubauen, damit im Zweifelsfall zurückschlagen zu können.
Was interessieren Russland Garantien? Der einzige, der so menschenfeindlich ist und sich nachweislich schon über diverse andere ungeschriebene und vor allem auch geschriebene Regeln zum Waffeneinsatz zwecks Selbstbereicherung hinweggesetzt hat, ist Putin selbst. Egal wie weit er eskaliert, er muss also nicht befürchten, dass jemand es noch schlimmer treibt. Einfach weil er das größte Arschloch ist. Aber selbst das größte Arschloch sollte abwägen, ob der Einsatz und die direkten Reaktionen darauf eine positive Kosten/Nutzen-Relation aufweisen und während das bei "ich bin sonst weg"-Putin noch der Fall sein könnte, sehe ich in seinem unmittelbaren Umfeld und auf niedrigeren Rängen sehr gute Gründe dafür, den Zaren in solchen Fällen zu stoppen oder komplett abzusetzen. Die sowjetische Armee hat ja schon ein paar Mal Atomwaffeneinsätze gegen Befehl von oben nicht eingesetzt. (Dafür hätte es mal Nobelpreise geben sollen, nicht für die EU, Obama, Aung San Kyi,...)