Ui. Da gab es ja diese Nacht mächtige ... "Gebietsgewinne" und "Angriffe" der großartigen russischen Armee. Ich hoffe, die Einwohner von Odessa konnten sich noch rechtzeitig ergeben

?
Ich bin mir auch unschlüssig, aber Brandherd am Zug und Lücke in der Brücke liegen direkt nebeneinander. Der Straßenteil sieht auch nicht sonderlich massiv verankert aus. Leichtbauweise.
Brückenspannen dieser Länge/in moderner Bauweise liegen immer auf mindestens auf einer Seite nur locker auf, weil sie sich bei Erwärmung ausdehnen. Deswegen hast du auch bei jeder größeren Autobahnbrücke an beiden Enden (und bei kleineren an mindestens einem) ein Stückchen ineinander verzahnter Metallplatten als Übergang zur normalen Straße. Darunter ist ein je nach Bauwerk durchaus schon mal 10 cm breiter Spalt zwischen Brückenspanne und dem fixen Auflagepunkt am Ende der Brücke. Erster liegt einfach nur auf ein paar Stahlrollen (10-15 cm Durchmesser, 4-8 Stück, 30-80 cm breit würde ich bei dieser Größe mal ansetzen) und die wiederum auf einer Metallplatte auf dem Fundament. Mehr Verbindung gibt es nicht.
Aber "leicht" ist diese Bauweise nur relativ zu einer römischen Bogenbrücke. Eine vergleichbare Explosion am Zug hätte vermutlich nicht einmal eine Prüfung der benachbarten Straßenbrücke erfordert, weil die Eisenbahnbrücke den Großteil der Explosionsenergie abgeschirmt hätte und der Rest nach den 20-30-50 m (?) dazwischen so schwach gewesen wäre, dass er nicht einmal die Geländer beschädigt hätte. In Gegenrichtung, große Explosion auf der Straßenrücke und labrige Tankwagen auf der Eisenbahnbrückte, wurde halt etwas Dünnblech eingedrückt und es gab einen Folgebrand. Spannend wird, wie viel Schaden der angerichtet hat - in Friedenszeiten würde man das Ding jetzt vermutlich für eine mehrwöchige Untersuchung sperren. Stattdessen mit dem Sicherheitsmechanismus "hoffentlich hälts" direkt wieder belastet werden.
LKW? Bombe? Hmm. Warum regenet es dann so die Funken von rechts oben nach links unten? Sieht ein bisschen wie Phosphor aus.
Das Video zeigt "helle Punkte" aber ob da was glüht, brennt oder schlicht reflektiert kann man bei dieser Kameraqualität nicht sagen. Die Schweinwerfer des Gegenverkehrs haben ja z.B. schon 1,5 m überstrahlt. Im simpelsten Fall handelt es sich um das feinverteilte Glas der Laternen, aber die Explosion hat auch jede Menge Objekte (Teile der Brücke, Teile des Laster, dessen Ladung, etc.) in die Luft geschleudert.
"Phosphor" im Sinne von "Phosphorbombe" macht bei der Wirkung jedenfalls keinen Sinn und ich glaube auf der Krim gibt es auch keine chemische Industrie, zu der man sowas als Rohstoff transportieren müsste.
Wenn es die ferngesteuerten Boot wären, dann wäre es noch besser, dann würde die Chance auf Akt 2 bestehen.
In deinem zuerst geposteten Bild von der zerstörten Brückenhälfte sieht man, dass Rohrleitungen auf der jetzt-außen-zuvor-Innenseite nicht einmal Verbrennungsspuren geschweige denn Druckwellenschäden aufweisen. Die Explosion fand definitiv über der Straße statt. Ob es der LKW oder ein Flugkörper war, bleibt zu klären.
Frage an der Stelle in die Runde:
Weiß jemand, was für Fahrzeuge die russische Armee abseits der Front für Lieferungen verwendet? Die Überwachungsvideos scheinen einen recht normalen LKW zu zeigen. Aber einem Zivilisten eine Bombe unterzuschieben passt nicht zum bisherigen Stil der ukrainischen Armee respektive ihrer Sympathisanten auf russischer Seite und ich stelle es mir auch schwer und riskant vor, einen Sprengsatz von vermutlich mehreren Tonnen (wenn man mit improvisierten Material Arbeiten muss) in der Nähe der Krim heimlich zu bewegen und sogar auf einen fremden Laster zu installieren. Die Nachbarschaft auf dem russischen Festland wimmelt wegen diverser Basen und wegen der Kriegsversorgung schließlich nur so vor Militär.
Also entweder war das explosive Material reguläre Fracht und man hat nur einen Zünder ergänzt (vergl. gewisse Explosionen auf russischen Stützpunkten). Oder aber der Laster hatte einfach Pech und war zur falschen Stelle am falschen Ort, als ein Marschflugkörper einschlug. Das die Brücke mit ±5 m Genauigkeit auf der Querachse getroffen wurde, aber schätzungsweise >100 m von dem besonders schwer wiederherzustellenden und für die Ukrainer wegen der eingeschränkten Schiffahrtswege besonders schmerzvollen Hauptbogen getroffen wurde, spricht in meinen Augen aber gegen einen gezielten Luftangriff.
(Selbstmordanschlag halte ich für gänzlich unwahrscheinlich. Erstens gehört auch das nicht zum Repertoire von Russlands Gegnern und zweitens gibt es keinen rationalen Grund, eine Bombe dieser Größe aus 3 m Entfernung zu zünden, wenn man sie auch einfach abstellen könnte.)