Adi1
Lötkolbengott/-göttin
Stimmt übrigens so, entgegen weit verbreiteter Annahmen, nur bedingt. Abgesehen von je einer Handvoll Städte in Deutschland, England und Osteuropa, die zumindest teilweise von Flächenbombardements betroffen respektive Opfer von Kesselschlachten wurden, war flächige Zerstörung im zweiten Weltkrieg ziemlich selten. Die Nazis haben selektiv die Bevölkerung in (teilweise wörtlicher) Handarbeit abgeschlachtet, aber ihre Besitztümer gerne in gutem Zustand übernommen, und die Alliierten haben sich auf Militär und Rüstungsproduktion konzentriert. Selbst für Deutschland, dass niemand "befreien" oder in funktionsfähigen Zustand eroberen wollte wie sämtliche anderen Gebiete, war Schätzungen zu Folge im Frühjahr 1945 noch 95% aller Infrastruktur intakt. Nicht unbedingt funktionsfähig - wenn 0,1% eine Eisenbahnlinie beschädigt sind, fallen trotzdem 100% aus. Aber das Wirtschaftswunder war vor allem auch deswegen möglich, weil es vergleichsweise wenig zu reparieren gab.
Die systematische Zerstörung einer Großstadt nach der anderen, wie sie die russische Artillerie gerade praktiziert, und damit die Vernichtung des Wohnraums und der Arbeitsplätze von Millionen, war im zweiten Weltkrieg die absolute Ausnahme. (Was natürlich nicht nur an guten Absichten lag, sondern auch daran, dass damals einfach viel mehr Leute auf dem Land gelebt und gearbeitet haben. Aber ein anderer Faktor war eben auch, dass man keinen Zerstörungs-, sondern einen Eroberungskrieg geführt hat.)
Das nennst du eine handvoll Städte?
Die Alliierten haben sich keinesfalls nur auf die Zerstörung kriegsnotwendiger Infrastruktur beschränkt,
ganz im Gegenteil,
durch Flächenbombardements wollte man den inneren Widerstand gegen Hitler stärken,
was ja bekanntermaßen gescheitert ist.
Selbst meine Heimatstadt Dresden
wurde drei Monate vor Kriegsende eingeäschert,
militärisch war das irrelevant,
der Krieg war eh schon verloren ...
... vlt ging es um Rache ...
Natürlich war es unsere Schuld,
ohne Hitler wäre es niemals soweit gekommen.
Ein Krieg ist immer eine schlimme Sache,
im Gedanken bin ich bei den Ukrainern,
in der Hoffnung,
diesen Irrsinn irgendwie zu stoppen.



