So lange eine AfD im eigenen Parlament sitzt, sollte man tunlichst die kritisierende Klappe diesbezüglich halten.
? Weil man ein kleines Problem hat, soll man über große Problem in ähnlicher Richtung bei anderen schweigen? Wär ja noch schöner...
Was allerdings stimmt: Nationalsozialismus in der Ukraine haben nicht mit dem laufenden Krieg in der Ukraine zu tun.
Wenn Dummheit weh tun würde, würde man bei der Linken wohl im Moment nicht mehr aufhören können zu schreien:
Das russische Parlament ebnet den Weg für den Umbau einer auf den Krieg ausgerichteten Wirtschaft. Das Unterhaus billigte der Nachrichtenagentur Reuters zufolge am Dienstag zwei entsprechende Gesetzentwürfe.
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Ich kann es nur immer wieder wiederholen, es brauchte keinen Lafontaine und keine Wagenknecht, damit die Linke sich selbst ins aus befördert.
Wenn dieser Krieg irgendwann mal auf die eine oder andere Art ein Ende findet, wird die Linke sich durch das permanente Russland kuscheln, während selbigen, schon selbst in die endgültige Bedeutungslosigkeit geredet haben.
Na immerhin bin ich langsam endgültig meine Sorgen los, ich müsste mich möglicherweise bei der nächsten Wahl mit einer weiteren prinzipiell in Frage kommenden größeren Partei beschäftigen...
Aber die Dimensionen sind noch nicht so groß, ich will auch gar nicht erst, dass es so kommt. Es ist jetzt der Ostteil der Ukraine zerstört, nach dem 2. WK war halb Europa zerstört.
Stimmt übrigens so, entgegen weit verbreiteter Annahmen, nur bedingt. Abgesehen von je einer Handvoll Städte in Deutschland, England und Osteuropa, die zumindest teilweise von Flächenbombardements betroffen respektive Opfer von Kesselschlachten wurden, war flächige Zerstörung im zweiten Weltkrieg ziemlich selten. Die Nazis haben selektiv die Bevölkerung in (teilweise wörtlicher) Handarbeit abgeschlachtet, aber ihre Besitztümer gerne in gutem Zustand übernommen, und die Alliierten haben sich auf Militär und Rüstungsproduktion konzentriert. Selbst für Deutschland, dass niemand "befreien" oder in funktionsfähigen Zustand eroberen wollte wie sämtliche anderen Gebiete, war Schätzungen zu Folge im Frühjahr 1945 noch 95% aller Infrastruktur intakt. Nicht unbedingt funktionsfähig - wenn 0,1% eine Eisenbahnlinie beschädigt sind, fallen trotzdem 100% aus. Aber das Wirtschaftswunder war vor allem auch deswegen möglich, weil es vergleichsweise wenig zu reparieren gab.
Die systematische Zerstörung einer Großstadt nach der anderen, wie sie die russische Artillerie gerade praktiziert, und damit die Vernichtung des Wohnraums und der Arbeitsplätze von Millionen, war im zweiten Weltkrieg die absolute Ausnahme. (Was natürlich nicht nur an guten Absichten lag, sondern auch daran, dass damals einfach viel mehr Leute auf dem Land gelebt und gearbeitet haben. Aber ein anderer Faktor war eben auch, dass man keinen Zerstörungs-, sondern einen Eroberungskrieg geführt hat.)
Ich frag mich ernsthaft, wie das bei den Ostblock Nazis überhaupt ideologisch zusammenpasst. Hitler hat doch Slawen als Untermenschen verabscheut und wollte sie vernichten und "germanisieren".
Paar Generationen später gibt es slawische Nazis, wtf?!
Das ist so ähnlich, wie wenn Afro Amerikaner weiße Kolonialherren feiern würden...
Nö. Das ist so ähnlich, wie wenn Afrikaner Sklaverei praktizieren würden.
Was sie machen.
Du musst das sozioökonomische Konzept "Nationalsozialismus" vom deutsch-völkischen-Idealismus der deutschen Nazis trennen. Man genauso gut auch eine russische, ukrainische oder polnische Nation über alle anderen stellen und genau das machen die jeweiligen Nazis. Erstaunlich ist dann eher, dass sie sich z.T. recht erfolgreich untereinander vernetzen, denn eigentlich müsste polnische Nazis ja alle Deutschen (inkl. deutscher Nazis) unterjochen wollen und umgekehrt. Aber da Nationalismus allgemein eine ziemlich selbstsüchtige Veranstaltung ist, in dem für das eigene Wohl alles akzeptiert wird, werden ein paar eigentlich minderwertige Alliierte im Kampf gegen den großen gemeinsamen Feind wohl bereitwillig in Kauf genommen (NATO, EU, Linke, Umweltschützer, Transsexuelle, eigenständige Ukraine - was auch immer Nazis gerade als akut lebensbedrohlich empfinden).
Hitler hatte ja auch kein Problem, sich mit Japan zu verbünden, obwohl die dortige Bevölkerung auf den ersten Blick weit weniger arisch erscheint als die meisten deutschen Kommunisten der 30er.
Irgendwas muss bei den Russen den Radikalisierungsknopf gedrückt haben.
Der Medjedew ist ja vom Hampelmänchnen zum Einpeitscher geworden.
Als hätte man bei denen allen binnen weniger Monate einen Schalter umgelegt.
Putin? Russland insgesamt mag ja gerade kein grandioses Bild abgeben, aber wir reden hier immer noch von der politischen Elite einer ziemlich großen Nation. Also von erfahrenen Vollprofis, die genau das repräsentieren, was gerade angesagt ist. Und Ansager ist der zwöfte Zar.
Frage: warum hat die ukrainische Regierung nicht wie üblich bei einem wie von dir beschriebenen Szenario das reguläre Militär oder SEKs eingesetzt?
Weil ein SEK darauf ausgelegt ist, eine Bande von einem Dutzend Kriminellen zu überwältigen und nicht eine paramilitärische, von Russland ausgestattete Armee mit mehreren hundert Mitgliedern im jeweiligen näheren Umkreis?
Und das Militär wurde ja eingesetzt. Nur halt nicht an Tag 1. Aber wenn gerade 3-4% der Bevölkerung dem ihren Mitmenschen die Waffe unter die Nase halten, muss auch eine Armee erst einmal prüfen, wer in den eigenen Reihen eigentlich noch verlässlich ist und außerdem hat eine demokratische Regierung große zu Recht große Hemmnisse, auf die eigene Bevölkerung schießen zu lassen.
Auch in der Ukraine gibt es gewisse rechtsstaatliche Vorbedingungen für einen Einsatz der Armee im Inneren und keinen Diktator, der einfach mal einen Marschbefehl erteilt. Und es ist ja auch nicht so, dass die Separatisten sich eindeutige Uniformen angezogen hätten und auf freies Feld rausmarschiert wären, um sich nach klaren Regeln zu schlagen. Die haben die Zivilverwaltung an sich gerissen, die lokalen Behörden mit Gewalt entmachtet und nach außen nur den Anspruch auf Gebiete geklärt, die sie nur teilweise kontrollierten und in denen sich durchgängig viele verfassungstreue Ukrainer aufhielten. Deswegen wurde die Armee anfangs nur behutsam eingesetzt, um eine weitere Ausbreitung schwerer, bewaffneter Kräfte zu verhindern und erst als die Fronten langsam klarer wurden und die Separatisten viele zivile Ukrainer aus ihrer Heimat vertrieben hatten, wagte man sich an größere Manöver und Rückeroberungen. In einem weiterhin von (separtistischen) Zivilisten besetzten Gebiet sind die aber auch nicht so einfach, wenn man nicht Putinstyle einfach alles und jeden zu Klump schießt. Gab ja schon mit dem eher zurückhaltenden Vorgehen mehr als genug Tote.