Aktuelle Entwicklungen in der Ukraine

erstehe ich gerade nicht so ganz, was du mir sagen willst
Najo, für die Separatisten ist das Azov Regiment sowas wie das personifizierte Böse. Die wird man nicht frei lassen. Ein Teil wird zur Wahrung des Scheins vor einem der üblichen politischen Gerichte in Russland zwecks Anti-Nazi-Schauprozess landen, während man einen anderen Teil vermutlich in der "Obhut" der Separatisten lässt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man von denen auch nur einen einzigen Kämpfer in die Ukraine zurück lässt.
 
Du scheinst zu vergessen, dass die Leute im Osten der Ukraine ja alles Russen sind, welche laut Putin und seiner Propaganda, auf deren Land (Russland) beschützt werden müssen. Sie müssen beschützt werden, vor dem Nazistaat und vor allem vor dem bösen Asov Regiment. Die ganze Welt spricht gefühlt über diese Soldaten, die einen verehren sie für ihren Kampfgeist, andere Leute fürchten sich vor ihnen und viele Menschen hassen sie, weil es deren Augen die Übernazis sind. Die Festnahme dieser Soldaten in Mariupol ist der größte (Propaganda) Erfolg und eigentlich auch der einzige Erfolg der Russen im bisherigen Verlauf des Krieges. Alle pro russischen Leute haben ein Interesse daran, dass diese Soldaten weder physisch noch für die Moral der ukrainischen Armee nochmal dienen können. Deswegen bezweifele ich, dass sie es nur für die Separatisten machen. Zudem haben sie Einheiten aus den Gebieten nicht mal nach Russland gelassen, als sich die regulären Truppen zurückziehen mussten, da die Ukrainer sie zurückgeschlagen haben, so weit reicht die Liebe dann teilweise doch nicht.

Ich mein, im Bunker waren ja auch noch Marine- und Polizeieinheiten, aber gerade für die Befehlshaber von ASOV, die regelmäßig öffentlich gesprochen haben, sehe ich echt schwarz.
 
Ich mein, im Bunker waren ja auch noch Marine- und Polizeieinheiten, aber gerade für die Befehlshaber von ASOV, die regelmäßig öffentlich gesprochen haben, sehe ich echt schwarz.

Ich glaube nicht, dass Putin dieser Unterschied überhaupt interessiert. Objektivbetrachtet haben die Verteidiger genau das gemacht, was das Wort besagt: Sich verteidigt. Das ist ein guter Grund, sie im Kampf zu töten, da sie ja genug Angebote zur Kapitulation hatten, aber seit der Gefangennahme stehen sie unter Schutz der Genfer Konvention.
Eigentlich.
Praktisch hat sich ja schon jetzt jemand im russischen Parlament gemeldet, der eine Hinrichtung als Kriegsverbrecher fordert. Da es selten vorkommt, dass irgend ein Hinterbänkler in dem System aus eigenem Anlass nach vorne prescht, kann man sicher sein, dass das ein Stimmungstest ist, wie gut der Vorschlag ankommt. Und wenn er gut ankommt, dann ist es vollkommen egal, dass es gegen niemanden der gefangengenommenen Beweise geben kann und somit ist es auch vollkommen egal, wer wer ist. Die Social-Media-Statements der Anführer aus dem Bunker heraus kennt in Russland eh kaum jemand.


aus nTV:
+++ 07:24 Bericht: Putin mischt sich stark in Militärplanungen ein +++
Wladimir Putin ist laut einem Bericht so stark in die Kriegsplanungen eingebunden, dass er Entscheidungen für kleinere Armeeeinheiten selbst trifft. Mit Bezug auf westliche Quellen berichtet der britische "Guardian", dass Putin weiterhin eng mit Generalstabschef Waleri Gerassimow zusammenarbeitet. "Wir glauben, dass Putin und Gerassimow an taktischen Entscheidungen auf einer Ebene beteiligt sind, von der wir normalerweise erwarten würden, dass sie von einem Oberst oder einem Brigadegeneral getroffen werden", sagt eine der Militärquellen der Zeitung. Dazu meint Ben Barry, ehemaliger Offizier der britischen Armee gegenüber dem Blatt: "Ein Regierungschef sollte Besseres zu tun haben, als militärische Entscheidungen zu treffen. Er sollte die politische Strategie festlegen, anstatt sich im Tagesgeschäft zu verzetteln."

Nach der Krim und bis zur Vorbereitung des Einmarschs in die Ukraine habe ich mal gesagt, dass sich Putin die Taktiken und Erfolge diverser berüchtigter Größenwahnsinniger angeguckt hat und jetzt ein Best-Off aus deren Stärken und Vermeidung derer Schwächen durchzieht.

Ich möchte den zweiten Teil dieser Aussage zurückziehen.
 
Ich glaube nicht, dass Putin dieser Unterschied überhaupt interessiert. Objektivbetrachtet haben die Verteidiger genau das gemacht, was das Wort besagt: Sich verteidigt. Das ist ein guter Grund, sie im Kampf zu töten, da sie ja genug Angebote zur Kapitulation hatten, aber seit der Gefangennahme stehen sie unter Schutz der Genfer Konvention.
Eigentlich.
Praktisch hat sich ja schon jetzt jemand im russischen Parlament gemeldet, der eine Hinrichtung als Kriegsverbrecher fordert. Da es selten vorkommt, dass irgend ein Hinterbänkler in dem System aus eigenem Anlass nach vorne prescht, kann man sicher sein, dass das ein Stimmungstest ist, wie gut der Vorschlag ankommt. Und wenn er gut ankommt, dann ist es vollkommen egal, dass es gegen niemanden der gefangengenommenen Beweise geben kann und somit ist es auch vollkommen egal, wer wer ist. Die Social-Media-Statements der Anführer aus dem Bunker heraus kennt in Russland eh kaum jemand.
Also wenn die Russen wirklich ohne irgendwelche Kriterien der Person einfach an die 1000 Gefangene zum Tode verurteilen, geschweige den, sie sogar zeitnahe anfangen würden sie hinzurichten, dann würde das definitiv eine neue Grenze überschreiten. Dann könnte wohl auch eine Einstufung Russlands als terroristischer Staat durch die USA erfolgen. Die Ukrainer würden härter und ohne Gnade vorgehen, was dann auch die Separatisten zu spüren kriegen würden. Der Westen müsste dann schauen, welche Sanktionen noch möglich sind, auch wenn diese noch tiefer ins eigene Fleisch schneiden.
 
Ich glaube nicht, dass Putin dieser Unterschied überhaupt interessiert. Objektivbetrachtet haben die Verteidiger genau das gemacht, was das Wort besagt: Sich verteidigt. Das ist ein guter Grund, sie im Kampf zu töten, da sie ja genug Angebote zur Kapitulation hatten, aber seit der Gefangennahme stehen sie unter Schutz der Genfer Konvention.
Eigentlich.
Praktisch hat sich ja schon jetzt jemand im russischen Parlament gemeldet, der eine Hinrichtung als Kriegsverbrecher fordert. Da es selten vorkommt, dass irgend ein Hinterbänkler in dem System aus eigenem Anlass nach vorne prescht, kann man sicher sein, dass das ein Stimmungstest ist, wie gut der Vorschlag ankommt. Und wenn er gut ankommt, dann ist es vollkommen egal, dass es gegen niemanden der gefangengenommenen Beweise geben kann und somit ist es auch vollkommen egal, wer wer ist. Die Social-Media-Statements der Anführer aus dem Bunker heraus kennt in Russland eh kaum jemand.

Also wenn die Russen wirklich ohne irgendwelche Kriterien der Person einfach an die 1000 Gefangene zum Tode verurteilen, geschweige den, sie sogar zeitnahe anfangen würden sie hinzurichten, dann würde das definitiv eine neue Grenze überschreiten. Dann könnte wohl auch eine Einstufung Russlands als terroristischer Staat durch die USA erfolgen. Die Ukrainer würden härter und ohne Gnade vorgehen, was dann auch die Separatisten zu spüren kriegen würden. Der Westen müsste dann schauen, welche Sanktionen noch möglich sind, auch wenn diese noch tiefer ins eigene Fleisch schneiden.
Würde mich wundern wenn die überhaupt alle eine Verurteilung bekommen.
Putin sind Menschenrechte doch eh egal.
Ich glaube auch das sie vorher massiv gefoltert werden bevor man sich hinrichtet.
Um an Informationen zu kommen.
Die verschleppten zivilen Ukrainer tun mir auch leid. Immerhin fast 1 Million. Die kommen bestimmt in "Umerziehungslager" oder so.
 
so wenn die Russen wirklich ohne irgendwelche Kriterien der Person einfach an die 1000 Gefangene zum Tode verurteilen, geschweige den, sie sogar zeitnahe anfangen würden sie hinzurichten, dann würde das definitiv eine neue Grenze überschreiten.
Was wäre denn daran jetzt so neu, abgesehen von "1000 auf einmal"?
Dass man in Russland für weit weniger schwere Vergehen schon mal spontan lebenslang (was nicht allzu lang sein muss in dem Fall) im Gulag verschwinden kann oder ne Prise Nowitschok abbekommt ist ja jetzt nicht neu. :-/
 
Also wenn die Russen wirklich ohne irgendwelche Kriterien der Person einfach an die 1000 Gefangene zum Tode verurteilen, geschweige den, sie sogar zeitnahe anfangen würden sie hinzurichten, dann würde das definitiv eine neue Grenze überschreiten. Dann könnte wohl auch eine Einstufung Russlands als terroristischer Staat durch die USA erfolgen. Die Ukrainer würden härter und ohne Gnade vorgehen, was dann auch die Separatisten zu spüren kriegen würden. Der Westen müsste dann schauen, welche Sanktionen noch möglich sind, auch wenn diese noch tiefer ins eigene Fleisch schneiden.
Du darfst nicht vergessen, dass sich Russland im Kampf gegen Neonazis wähnt. Das Azov Regiment wurde da fast schon zu sowas wie die SS hochstilisiert. Die sind das Vorführobjekt zur Legitimation des Krieges. So nach dem Motto: Seht her! Das sind die Nazischweine, die unserer russischen Brüder und Schwestern im Donbass immer wieder töteten. Das ist jetzt aber dank uns vorbei!

Einigen dieser Menschen werden die Russen und/oder Separatisten den Prozess machen. Sowas wie die Nürnberger Prozesse, nur halt russisch fadenscheinig dilletantisch. Die ersten Ansätze dazu sieht man darin, dass man die Soldaten per Gesetz zu Terroristen machen will. Damit fallen die aus Genfer Konvention raus. Und dann gande ihnen Gott. Und der Rest? Wer weiß denn aktuell wie viele Menschen nun wirklich im Stahlwerk waren oder gar noch sind? Eben.

Für die Separatisten ist das Azov Regiment das Böse - vollkommen unabhängig davon, dass sie ja selber böse Terroristen sind. Das ist aber egal, solange man als Sieger die Propaganda-Geschichte schreibt. Und das bedeutet mMn, dass den Kämpfern von Azov definitiv nichts Gutes oder gar die Freiheit erwartet.
 
Für die Separatisten ist das Azov Regiment das Böse - vollkommen unabhängig davon, dass sie ja selber böse Terroristen sind. Das ist aber egal, solange man als Sieger die Propaganda-Geschichte schreibt. Und das bedeutet mMn, dass den Kämpfern von Azov definitiv nichts Gutes oder gar die Freiheit erwartet.
Deswegen wollten sie ja auch zuerst unter keinen Umständen ergeben. Weil sie selber wissen was sie erwartet.
 
Für die Separatisten ist das Azov Regiment das Böse - vollkommen unabhängig davon, dass sie ja selber böse Terroristen sind. Das ist aber egal, solange man als Sieger die Propaganda-Geschichte schreibt.
Hmmm... ich fürchte in diesem Zusammenhang, dass Russland (oder zumindest jene, die glauben, irgendwas sagen zu haben), völlig aus den Augen verloren haben, wie sehr die Angriffskriegssache vor allem langfristig Russland schädigen wird.
Und Russland jetzt schon nicht mehr definitiv nicht als Sieger aus der Kiste herauskommt.

Wenn Putin zulässt, dass genau diese Kriegsgefangene nicht nach Genfer Konvention behandelt werden, wird er historisch auf einer Ebene mit Pol Pot, Idi Amin oder gar Gröfaz eingeordnet werden.
Gut, er könnte denken, ist der Ruf erstmal ruiniert, regiert es sich ungeniert...
Aber der Schaden für Russland wäre immens.

Besteht alleine aus der Gier nach Rohstoffen der Industrienationen noch eine gewisse Chance, dass mit einem baldigen Ende der Kriegshandlungen und er Unversehrtheit der Ukraine, die Sanktionen aufgehoben werden und der Handel sich normalisiert, würde in solche einem Fall eine völlige wirtschaftliche Isolation zumindest von Hightech über Jahrzehnte andauern.

So, 20 Jahre ein die Zukunft (und alle noch folgenden Krisen wie Hungersnöte usw.) braucht aber kein Mensch mehr russische (fossile) Rohstoffe. Die Energiesicherung wird größtenteils regenerativ sein.

Und dies kann oder will Putin nicht sehen, dass er mit einer solchen Aktion Russland in ein Armenhaus verwandelt, dass u. U. über Generationen nicht mehr auf die Beine kommt.
Und das bedeutet mMn, dass den Kämpfern von Azov definitiv nichts Gutes oder gar die Freiheit erwartet.
Die Indizien verdichten sich, dass von den Leutz nicht all zu viele überleben werden.
 
Wenn Putin zulässt, dass genau diese Kriegsgefangene nicht nach Genfer Konvention behandelt werden, wird er historisch auf einer Ebene mit Pol Pot, Idi Amin oder gar Gröfaz eingeordnet werden.
Gut, er könnte denken, ist der Ruf erstmal ruiniert, regiert es sich ungeniert...
Aber der Schaden für Russland wäre immens.
Ich glaube Putin ist das egal. Und ich glaube auch das nicht alle Kriegsgefangene faire Prozesse bekommen.
Wenn man da überhaupt noch von "fair" sprechen kann.
 
Ich glaube Putin ist das egal.
Was wieder für seine Weltfremdheit sprechen würde.
Und ich glaube auch das nicht alle Kriegsgefangene faire Prozesse bekommen.
Wenn man da überhaupt noch von "fair" sprechen kann.
Der Knackpunkt ist, dass Kriegsgefangene gar keinem Prozess zugeführt werden dürfen.
Sofern berechtigte Vorwürfe gegenüber den Soldaten im Raum stehen würden, gibts hierfür den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag.
Allerdings würden sich dann die Asow-Jungs in eine lange Schlange hinter gefühlt 10.000 Russen einreichen dürfen...
 
Würde mich wundern wenn die überhaupt alle eine Verurteilung bekommen.
Putin sind Menschenrechte doch eh egal.
Ich glaube auch das sie vorher massiv gefoltert werden bevor man sich hinrichtet.
Um an Informationen zu kommen.
Die verschleppten zivilen Ukrainer tun mir auch leid. Immerhin fast 1 Million. Die kommen bestimmt in "Umerziehungslager" oder so.
Die Russen sind bestimmt vieles und haben auch viele schlimme Sachen gemacht. Sie halten aber aktuell noch bestimmte Grenzen in der Ukraine ein und machen keine absoluten Vernichtungskrieg, vlt auch teilweise nicht, weil ihnen wichtige Raketen fehlen. Kommt es zu solchen Fällen, wie Bucha oder Kramatorsk, die wahrscheinlich auch in dem Umfang nicht geplant waren, werden massive Verleumdungskampanien gefahren und die Sachen zu verschleiern. (das sogar mit gutem Erfolg, wenn man mal Social Media verfolgt).

Das die 1 Millionen Menschen verschleppt wurden, kann aktuell keiner richtig nachweisen, deswegen wird das noch nicht so krass wahrgenommen, kannst ja mal auf der Straße in Deutschland 10 Leute fragen, wie viele das wahrgenommen haben und tatsächlich glauben.

Wenn die Russen gewollt hätten, dann hätten sie schon viel mehr Leid in kurzer Zeit auslösen können, sie könnten viele ihrer Marschflugkörper einfach mitten am Tag in die Großstädte schießen, das Gas ganz abstellen usw.
Was wäre denn daran jetzt so neu, abgesehen von "1000 auf einmal"?
Dass man in Russland für weit weniger schwere Vergehen schon mal spontan lebenslang (was nicht allzu lang sein muss in dem Fall) im Gulag verschwinden kann oder ne Prise Nowitschok abbekommt ist ja jetzt nicht neu. :-/
In deinem Spektrum gibt es gefühlt nur Alles oder Nichts und für dich wurden dann bereits alle Grenzen überschritten. Jedoch so hart es klingt, aber in diesem Krieg (und bei dem Umgang mit Russland) gibt es definitiv noch Eskalationsstufen, auch wenn es teilweise nicht mehr viele sind.

Du darfst nicht vergessen, dass sich Russland im Kampf gegen Neonazis wähnt. Das Azov Regiment wurde da fast schon zu sowas wie die SS hochstilisiert. Die sind das Vorführobjekt zur Legitimation des Krieges. So nach dem Motto: Seht her! Das sind die Nazischweine, die unserer russischen Brüder und Schwestern im Donbass immer wieder töteten. Das ist jetzt aber dank uns vorbei!
Da reden wir doch über die selbe Sache, ich habe nur gegen deine Aussage argumentiert, sie würden es nur für die Separatisten machen.
Einigen dieser Menschen werden die Russen und/oder Separatisten den Prozess machen. Sowas wie die Nürnberger Prozesse, nur halt russisch fadenscheinig dilletantisch. Die ersten Ansätze dazu sieht man darin, dass man die Soldaten per Gesetz zu Terroristen machen will. Damit fallen die aus Genfer Konvention raus. Und dann gande ihnen Gott. Und der Rest? Wer weiß denn aktuell wie viele Menschen nun wirklich im Stahlwerk waren oder gar noch sind? Eben.
Korrekt, sie werden das mit bekannten Asov Soldaten machen, aber nicht mit allen die sich da ergeben haben, vor allem nicht mit den Frauen. Wozu benutze ich eigentlich noch die Zitieren-Funktion, wenn die Aussagen der anderen Leute einfach ignoriert werden.

Nochmal zum mit meißeln, ich habe ich meinem ersten Post zum Thema Evakuierung schon geschrieben, die Ukrainer müssen sich sehr sicher in ihrem Handeln sein, wenn sie es riskieren die Asov Soldaten in die Hände des Feindes zu geben. Später habe ich die Meldung zur Duma geteilt, worauf hin du behauptet hast, es wird nur wegen den Separatisten gemacht, worauf ich nochmal auf die ganze Kriegspropaganda verwiesen habe und welche wichtige Rolle die Asov Soldaten da auch für die Russen spielen. Dann habe ich geschrieben, dass die Russen wahrscheinlich nur gegen Asov Soldaten vorgehen und da vor allem die bekannten Führungsgesichter, worauf @ruyven_macaran meinte, dass sie gleich allen den Prozess machen werden.

Für die Separatisten ist das Azov Regiment das Böse - vollkommen unabhängig davon, dass sie ja selber böse Terroristen sind. Das ist aber egal, solange man als Sieger die Propaganda-Geschichte schreibt. Und das bedeutet mMn, dass den Kämpfern von Azov definitiv nichts Gutes oder gar die Freiheit erwartet.
Ich mein die Leute von Asov haben in der Vergangenheit auch Straftaten begangen(inklusive Videos) und sind massiv gegen Separatisten vorgegangen, da hat man ja wenigsten Punkte, die man bei der Begründung anbringen kann, vor allem wenn in der Argumentation der Russen die Gebiete der Separatisten zu Russland gehören.

Die Marine Soldaten und Polizisten haben aber erstmal nur Mariupol verteidigt, da müsste man sich schon sehr viel zusammenspinnen, damit die Propaganda Kinder das fressen, zudem immer nur die Rede von Asov war, welche die Menschen als Schutzschild benutzen oder Krankhäuser besetzten.

Wenn angeblich keiner weiß, wie viele Soldaten aus dem Werk kommen, dann sollte man das vielleicht auch Russland mitteilen, weil die jeden Tage auf ihren Propaganda-Kanälen senden, wie viele Busse da stehen und die Leute beim abtasten bzw. im Bus filmen, selbst die internationalen Medien nutzen diese Bilder.

Deswegen wollten sie ja auch zuerst unter keinen Umständen ergeben. Weil sie selber wissen was sie erwartet.
Wir wissen nicht, welchen Deal die Ukrainer da vermeidlich ausgehandelt haben. Es muss ja schon etwas Handfestes gewesen sein, dass die Befehlshaber von Asov sich diesem Befehl untergeordnet haben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wir wissen nicht, welchen Deal die Ukrainer da vermeidlich ausgehandelt haben. Es muss ja schon etwas Handfestes gewesen sein, dass die Befehlshaber von Asov sich diesem Befehl untergeordnet haben.
Naja, vertrauenswürdig sind die Russen nicht gerade. Und haben sich schon oft nicht an Absprachen gehalten.
 
Der Knackpunkt ist, dass Kriegsgefangene gar keinem Prozess zugeführt werden dürfen.
Sofern berechtigte Vorwürfe gegenüber den Soldaten im Raum stehen würden, gibts hierfür den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag.
Allerdings würden sich dann die Asow-Jungs in eine lange Schlange hinter gefühlt 10.000 Russen einreichen dürfen...
kenne mich damit nicht aus, aber:

das gilt dann ja ebenso für die ukraine und genau die haben ja gerade erst einen russischen kriegsgefangenen wegen kriegsverbrechens und mordes vor gericht gestellt. (derjenige hat übrigens scheinbar gestanden)
wenn das "nicht möglich" ist, dann verhält sich die ukraine in dem fall derzeit ja auch absolut falsch - und sie geben den russen damit quasi einen präzedenzfall, den diese bezüglich eigener verfahren wegen kriegsverbrechens gegen die ukrainischen kriegsgefangenen als rechtfertigung bemühen könnten.
beschweren könnte sich die ukraine dann auch nicht. :ka:
 
Das ist völlig richtig.
Bin jetzt kein Jurist, aber liegt ein Geständnis vor oder ausreichend Beweise, kann natürlich ein Kriegsgefangener wegen verübter Verbrechen verurteilt werden.
Die Kernfrage in dem von Dir geschilderten Fall für mich ist ja, inwiefern ist dass Geständnis des Russen tatsächlich freiwillig oder erzwungen. mir fehlt da auf Ukrainischer Seite ein wenig die Transparenz, meinethalben durch Unterstützung von Den Haag. Zumindest habe ich keine tiefergehenden Infos darüber.

Die Problematik auf russischer Seite ist ja eher, dass allgemein Asow-Regiment mit Nazi gleichgesetzt wird und ein Generalverdacht ausgesprochen wird.
Ein gemutmaßter Generalverdacht hat aber wenig mit Indizien oder Beweisen oder gar einem freiwilligen Geständnis zu tun.
Ich bin fast überzeugt, das in ein paar Tagen einige der jetzt gefangenen Ukrainer Geständnisse werbewirksam im TV ablegen werden und jeder wird wissen, dass Elektroschocks nur die Spitze der russischen Überredungskunst sein dürften.
 
Ich hab leider das Gefühl, dort Endet es wie letzten Monat um Izyum, wo ukrainischen Einheiten ewig gegengehalten haben, bis ihnen die Munition ausgegangen ist, es dann keine Anweisung mehr gab und sie anschließend mit der Hilfe von Artillerie überrannt wurden. Ähnlich Hinweise gibt es jetzt schon wieder, dass ihnen die Munition ausgeht und die Führung sich dazu nicht meldet bzw. wenn man die russischen Kanälen paar Sekunden anschaut, kommen einem gleich die passenden Bilder aus den Regionen entgegen.
Ich habe wohl Recht behalten, ich hoffe die Ukrainer verlieren dieses Mal nicht so viel Soldaten und eventuell etwas weniger westliches Material.

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Also wenn die Russen wirklich ohne irgendwelche Kriterien der Person einfach an die 1000 Gefangene zum Tode verurteilen, geschweige den, sie sogar zeitnahe anfangen würden sie hinzurichten, dann würde das definitiv eine neue Grenze überschreiten. Dann könnte wohl auch eine Einstufung Russlands als terroristischer Staat durch die USA erfolgen. Die Ukrainer würden härter und ohne Gnade vorgehen, was dann auch die Separatisten zu spüren kriegen würden. Der Westen müsste dann schauen, welche Sanktionen noch möglich sind, auch wenn diese noch tiefer ins eigene Fleisch schneiden.
Wenn Putin zulässt, dass genau diese Kriegsgefangene nicht nach Genfer Konvention behandelt werden, wird er historisch auf einer Ebene mit Pol Pot, Idi Amin oder gar Gröfaz eingeordnet werden.
Gut, er könnte denken, ist der Ruf erstmal ruiniert, regiert es sich ungeniert...
Aber der Schaden für Russland wäre immens.

Bislang hat sich Putin nur sehr gering um Schäden für Russland, ausländische Sanktionen oder gar seinen Ruf außerhalb Russlands gesorgt. Und ehrlich gesagt wäre selbst das demonstrative an die Wand stellen von 500 gegnerischen Kämpfern immer noch wenig gegen einen Angriffskrieg mit systematischen Bombardements ziviler Einrichtungen, großflächiger Ermordung von Zivilisten, Verschleppung von 100000den in Arbeits? Umerziehungs? Konzentrations?lager etc.. Und das hat er alles schon gemacht.

Ich persönlich würde es aber nicht so ganz plakativ erwarten. 100 herausragende wegen besonderer "Verbrechen" schnell vor ein Militärtribunal, 200 wegen Nazitums lebenslang in Arbeitslager, in denen keiner das erste Jahr überlebt, 100 Verletzte, die es leider nicht geschafft haben und der Rest kriegt dann noch ein paar individuelle Strafen, wird auf der Flucht erschossen oder tatsächlich gegen eigene Leute ausgetauscht, weil man ja "nett" ist.


Was wieder für seine Weltfremdheit sprechen würde.

Der Knackpunkt ist, dass Kriegsgefangene gar keinem Prozess zugeführt werden dürfen.
Sofern berechtigte Vorwürfe gegenüber den Soldaten im Raum stehen würden, gibts hierfür den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag.
Allerdings würden sich dann die Asow-Jungs in eine lange Schlange hinter gefühlt 10.000 Russen einreichen dürfen...

Russland erkennt den IGH nicht an und es erkennt die Ukraine nicht an und es hat sich Mariupol einverleibt => die werden in Mariupol begangene Taten als Verbrechen in Russland deklarieren oder, wenn sie ganz originell sind, die "Taten" der "Nazis" gemäß des Weltgerichtsprinzip vor heimischen Gerichten verhandeln, so wie das z.B. Deutschland mit Menschenrechtsverbrechern aus Syrien macht.

Kriegsgefangene dürfen übrigens Prozessen zugeführt werden, wenn sie Straftaten begehen/begangen haben. Nur für ihre Kriegsteilnahme darf man sie nicht belangen, weil Kriegführen kein individuelles Verbrechen ist.
Aber Russland ist ja nicht im Krieg. Russland ist ja in einer Spezialoperation, was die ukrainischen Verteidiger im Umkehrschluss schon mal alle zum Widerständlern gegen die Staatsgewalt macht, nach russischer Lesart.


Nochmal zum mit meißeln, ich habe ich meinem ersten Post zum Thema Evakuierung schon geschrieben, die Ukrainer müssen sich sehr sicher in ihrem Handeln sein, wenn sie es riskieren die Asov Soldaten in die Hände des Feindes zu geben.

Sowohl russischen als auch ukrainischen Schilderungen als auch simpler Logik nach hatten sie kaum eine andere Chance. Schon vor Wochen wurden im Stahlwerk Lebensmittel, Munition und vor allem Trinkwasser knapp. Seitdem wurden größere Strukturen zum Einsturz gebracht, Teile der Anlage mit Phosphor ausgeräuchert, etc.. Die Soldaten sind einfach am Ende und wenn man sich den hohen Anteil von Verletzten und den sich ergebenden anguckt, dann ist die beste Interpretation noch, dass sie die ohnehin kaum noch zum Kampf geeigneten rausschaffen, damit die anderen noch etwas länger durchhalten. Aber nüchtern betrachtet ist es einfach so, dass Mariupol zu früh und zu großräumig eingekesselt wurde. Der Rest der Ukraine hatte nie eine Chance, den Verschanzten rechtzeitig zur Hilfe zu kommen und es war nur eine Frage der Zeit, bis sie vor der Wahl stehen: Aufgeben oder vor Ort sterben. Auch ersteres bietet nur eine kleine Chance auf Überleben, aber das ist mehr als letzteres.

worauf @ruyven_macaran meinte, dass sie gleich allen den Prozess machen werden.

Ich habe keinen Zeitrahmen genannt. Ich habe nur gesagt, dass Putin kein Interesse daran hat, Leute entkommen zu lassen, die in der Ukraine als Helden gefeiert werden würden.

Ich mein die Leute von Asov haben in der Vergangenheit auch Straftaten begangen(inklusive Videos) und sind massiv gegen Separatisten vorgegangen, da hat man ja wenigsten Punkte, die man bei der Begründung anbringen kann, vor allem wenn in der Argumentation der Russen die Gebiete der Separatisten zu Russland gehören.

Vorsicht: Das Asow-Regiment, dass jetzt im Aosw-Stahlwerk aufgeben musste, ist eine reguläre ukrainische Militäreinheit und nicht mit dem Asow-Battalion zu verwechseln, dass 2014 von Ultranationalisten als Reaktion auf den russischen Einmarsch gegründet wurde und auch nicht mit der neonazisitischen Asow-Bewegung. Regiment und Bewegung sind zwar beides Gruppierungen, die aus der ursprünglichen Battalionsgruppe entstanden sind, aber eben gerade weil die ukrainische Führung die Neonazis aus dem Militärverbund rausgeschmissen hat. Das heißt es gibt zwar gegen Russland kämpfende "Asow"-Neonazis, denen man nicht im Dunkeln begegnen möchte, aber das sind nicht die "Asow"-Soldaten, die jetz nach langem Kampf gegen Russland aufgeben mussten.

Genau den Unterschied wird Putin aber eben vermutlich nicht machen, sondern einfach irgendwen an die Wand stellen. Die russische Justiz war ja schon zu Friedenszeiten und bei politisch brisanten Prozessen sehr gut darin, eindeutige ""Schuldige"" zu finden.
 
Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk hält einen Nato-Beitritt seines Landes für ebenso schnell umsetzbar wie den von Finnland und Schweden. »Klar ist: Wir wollen schnell in die Nato. Das kann genauso rasch gehen wie im Fall von Schweden oder Finnland. Es bräuchte nur eine rein politische Entscheidung, um die Ukraine zügig ins Bündnis zu integrieren«, sagte Melnyk den Zeitungen der Funke Mediengruppe . »Wenn die Ukraine im Bündnis wäre, sinkt das Risiko eines Atomkrieges. Dann würde Putin wissen: Würde die Ukraine mit Nuklearwaffen angegriffen, müsste er mit einem atomaren Gegenschlag rechnen. Das würde ihn davon abhalten.«
Quelle: Selenskyj bereitet Bevölkerung auf längeren Krieg vor, neue US-Botschafterin für die Ukraine bestätigt – das geschah in der Nacht

Manchmal frage ich mich ob der Mann noch ganz bei Sinnen ist?:ka: Nein, die Ukraine kann nicht einfach der Nato beitreten. Vor allem weil dort noch Krieg herrscht und sie direkt involviert ist. Selbst ein schneller EU-Beitritt ist unwahrscheinlich.
 
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